Manfred Freitag (* 4. Juni 1934 in Reichenbach; † 18. Juni 1995 in Potsdam) war ein deutscher Szenarist und Schriftsteller. Mit Joachim Nestler bildete er ein erfolgreiches Film-Autorenduo der DDR.
Leben Freitag war der Sohn des Reichenbacher Elektromonteurs Alfred Freitag. Er absolvierte nach dem Abitur ab 1952 in Karl-Marx-Stadt eine Lehre als Maschinenschlosser und arbeitete bis 1955 in seinem Beruf. Von 1955/1956 war er Angehöriger der Kasernierten Volkspolizei. Danach studierte er bis 1960 unter anderem bei Wera und Claus Küchenmeister Dramaturgie an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg (HFF). Er gehörte „zur ersten Generation in der DDR ausgebildeter Filmstudenten“Der Filmprofessor Joachim Nestler ist tot. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 67; 20. März 2002, S. BS6.. Ab 1960 arbeitete er als Autor und Szenarist bei der DEFA. Gemeinsam mit Joachim Nestler schrieb er Drehbücher und Szenarien für zahlreiche Kinder- und Jugendfilme. Ihr Debüt als Drehbuchautoren hatten beide 1963 beim Kinderfilm Daniel und der Weltmeister. Beide adaptierten auch Märchenfilme für die Leinwand, darunter Sechse kommen durch die Welt (1972).
Der Film Denk bloß nicht, ich heule, für den er und Nestler das Szenarium geschrieben hatten, wurde nach 1965 im Zuge des 11. Plenums der SED verboten. In ihrem 1974 geschriebenen Drehbuch für den Film Johannes Kepler sahen Kritiker daher rückblickend auch „ihre eigenen Ketzer- und Bekennerkonflikte mit der Obrigkeit verarbeitet. Nicht nur Kepler hatte unter einer aufgeheizten, nach der Inquisition rufenden Stimmung zu leiden gehabt.“ Freitag und Nestler traten auch als Autoren zahlreicher Kinderbücher in Erscheinung.
Ab 1984 war Freitag als Dozent an der HFF tätig.
Filmografie 1961: Panzer 122 1963: Daniel und der Weltmeister 1963: Julia lebt 1965: Denk bloß nicht, ich heule 1966/1971: Der verlorene Engel 1967: Credo: Martin Luther – Wittenberg 1517 1970: Aus unserer Zeit (Episode 2 und 3) 1972: Sechse kommen durch die Welt 1974: Für die Liebe noch zu mager? 1974: Johannes Kepler 1975: Looping 1976: Unser stiller Mann (Mitarbeit) 1977: Wer reißt denn gleich vorm Teufel aus 1978: Jörg Ratgeb, Maler 1979: Schatzsucher 1980: Max und siebeneinhalb Jungen 1982: Wilhelm Meisters theatralische Sendung (TV) 1984: Die Geschichte vom goldenen Taler (TV) 1988: Die Weihnachtsgans Auguste 1988: Wir bleiben treu 1989: Zum Teufel mit Harbolla (Szenarium)
Bücher 1967: Seemannsliebe 1982: Max und siebeneinhalb Jungen 1983: Der Entwurf oder Pfeifen hab ich nicht gelernt 1987: Dominik und die Räuber
Ehrungen Mit Nestler erhielt Freitag 1965 für den Kurzdokumentarfilm Leben wofür? einen der Hauptpreise der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche einen der Hauptpreise. 1975 wurden beide „für ihren Gesamtbeitrag bei der Entwicklung des Gegenwartsfilmschaffens des DEFA-Studios für Spielfilme“ mit dem Heinrich-Greif-Preis I. Klasse ausgezeichnet.Vgl. defa.de
Literatur
Kurt Böttcher (Gesamtredaktion): Lexikon deutschsprachiger Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegen-wart. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1974; Band 1, S. 229
Manfred Freitag. In: Eberhard Berger, Joachim Gliese (Hrsg.): 77 Märchenfilme. Ein Filmführer für jung und alt. Henschel, Berlin 1990, ISBN 3-362-00447-4, S. 380. Franz Krojer: Eine Erinnerung an den Szenaristen Manfred Freitag (1934-1995), in: Stromata – Mit und gegen den Strom, Differenz-Verlag, München 2020, (PDF).
Weblinks
Einzelnachweise
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