Die Mosburg (früher auch Moosburg) ist eine künstliche Ruine am Rande des vom Mosbach gespeisten Mosburgweihers im Biebricher Schlosspark in Wiesbaden. Sie baut auf den Trümmern der alten Königspfalz BiburcDer Name ist wohl erst im Mittelalter übernommen wurden durch Dudo von Biburk, den Mainzer Stadtbaumeister, vgl. Der Rhein und die Rheinlande dargestellt in malerischen Original-Ansichten. Ludwig Lange, Darmstadt 1855, S. 73. auf.

Geschichte Mit hoher Wahrscheinlichkeit war die ehemalige Königspfalz durch den ostfränkischen römisch-deutschen König Ludwig den Deutschen initiiert und bestand bis Anfang des 11. Jahrhunderts.Der Rhein und die Rheinlande dargestellt in malerischen Original-Ansichten, Ludwig Lange, Darmstadt 1855, S. 73. Darauf aufbauend soll im 13. Jahrhundert eine Wasserburg bestanden haben.www.sehenswertes-biebrich.de Biebricher Schlosspark Im Jahr 1462 wird im Mosbacher Gerichtsbuch ein gräflich nassauisches Burghaus mit Graben und Burgmauer außerhalb des Dorfes erwähnt.Bild 251: Die Mosburg 1936 und Bild 250: Die Mosburg um 1930 auf www.wiesbaden-fotos.de, abgerufen am 9. August 2011 / 3. Februar 2016. Ab 1654 war die Burg im Besitz des schwedischen Gesandten Penz von Penzenau.

Anfang des 19. Jahrhunderts vergrößerte Herzog Friedrich August von Nassau den Biebricher Schlosspark und erwarb die Reste der Gebäude, die der Kaiserpfalz Biburc (auch Biburk) zuzuschreiben sind. Er beauftragte Carl Florian Goetz mit dem Bau einer neugotischen Wohnburg auf den Trümmern. Die künstliche Ruine wurde zwischen 1805 und 1806 vollendet. Hierfür wurde Abbruchmaterial der Mainzer Liebfrauenkirche verwendet. Im angehenden 19. Jahrhundert sollte die Burg die romantische Vorstellung vom Mittelalter verkörpern.Plakette am Gebäude Die Scheinruine, die einen Gegensatz zum barocken Biebricher Schloss darstellt, wurde von den Nassauer Herzögen als Rückzugsort benutzt.Sehenswertes Biebrich: Der Biebricher Schlosspark, abgerufen am 9. August 2011.

Nach der Fertigstellung wurden mehrere Epitaphe aus dem 1803 säkularisierten Kloster Eberbach zur Ausschmückung in die Burg verbracht. Darunter waren auch die Grabplatten von Johann II. und Johann IV. von Katzenelnbogen. Sie wurden 1936 wieder ins Kloster zurückversetzt.Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises, Band 43, Yvonne Monsees, Reichert, 1997, S. 31, 83, 164. Die Grabplatte von Diether V. von Katzenelnbogen, die ebenfalls zeitgleich in der Mosburg stand, befindet sich heute in der Sammlung Nassauischer Altertümer.vgl. dazu DI 2 (Mainz) Nr. 673 und Demandt, Regesten 1 Nr. 207, siehe auch:

Mitte des 19. Jahrhunderts richtete sich der Bildhauer Emil Alexander Hopfgarten in der Mosburg sein Atelier ein (siehe auch: Wiesbadener Maler und Bildhauer im 19. Jahrhundert). Nach dessen Tod 1856 wurden seine Modelle und Arbeiten noch 18 Jahre lang im Saal der Burg ausgestellt.Bildhauer Emil Alexander Hopfgarten. Landeshauptstadt Wiesbaden, abgerufen am 9. August 2011.

Von 1909 bis 1945 beherbergte die Burg (im sogenannten Rittersaal) das Biebricher Heimatmuseum. Die Genehmigung und ein Großteil der ersten Ausstattung wurde von Wilhelm IV. von Nassau-Weilburg gegeben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde aus der künstlichen eine tatsächliche Ruine. Im Jahr 1979 wurde die Burg ehrenamtlich von den Biebricher Heimatfreunden gereinigt und der Bewuchs entfernt, der das Mauerwerk beschädigt hatte. Wegen des schlechten Bauzustands ist die Mosburg nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Restaurierung mini|Renovierungsarbeiten im Jahr 2011 Im Jahr 2005 koordinierte der Architekten- und Ingenieurverein Wiesbaden (AIV) einen Studentenwettbewerb zur Zukunft der Mosburg. Hierbei wurde die Neuanlage des Brandweihers und dessen Verbindung mit dem Mosburgweiher ausgezeichnet, die Umsetzung ist jedoch fraglich. Die Sanierung der Mosburg wird vom Hessischen Immobilienmanagement koordiniert. Die Restaurierung der Zugangsbrücke sowie des großen Turms mit Kabinett und Belvedere wurde abgeschlossen. Seit Sommer 2010 wird der dritte von fünf Bauabschnitten umgesetzt. Die historische Zischelbrücke wurde bereits denkmalgerecht wiederhergestellt, in Zukunft soll der Mosburgweiher wieder bis zum Zischel (kleiner Wasserfall) vergrößert werden.

Mosburgfest Seit 1979 veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Biebricher Vereine und Verbände jährlich das Mosburgfest. Damit sollte ursprünglich „die lange in Vergessenheit geratene und verwahrloste Mosburg wieder in das öffentliche Interesse zurückgeholt werden“.AG Biebricher Vereine: , abgerufen am 5. Juli 2011. Dieses dient heute der Finanzierung der Restaurierungsarbeiten. Kommerzielle Dienstleister sind vom Fest ausgeschlossen.

Siehe auch Geschichte von Biebrich Geschichte der Stadt Wiesbaden

Literatur Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 507. Otto Fink: Die Mosburg im Biebricher Schloßpark. In: Burgen und Schlösser. 1968, Heft 11 Gg. Kraus: Die Mosburg im Schloßpark zu Biebrich. In: Nassovia. 21, 1920, und: Alt Nassau, 1912 Nr. 9 Emil Hädler: Die Mosburg im Schloßpark Biebrich: Bauforschung und Untersuchungen zur Nutzungsverträglichkeit. In: Froschkönig und Dornröschen. Bad Homburg 1998, S. 162–166.

Weblinks

Die Mosburg aus der Luft Mosburgfest Bilder der Burg

Einzelnachweise

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