Langenberg ist eine Gemeinde im Kreis Gütersloh im Nordosten des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Am zählte die Gemeinde Einwohner.

Geographie Geografische Lage Das Gemeindegebiet Langenberg befindet sich im südlichen Teil des Kreises Gütersloh gelegen auf den Höhenausläufern der Oelder und Stromberger Berge. Die nächstgelegenen größeren Städte im Norden sind Rheda-Wiedenbrück in 7,5 km und Gütersloh in 18 km Entfernung, sowie im Süden Lippstadt in 12 km Entfernung. Die östlich gelegene Großstadt Paderborn ist 36 km entfernt.

Das Gemeindegebiet wird in nordöstlicher Richtung durchflossen von Eusternbach und Fortbach, die direkt bzw. über den Grubebach in die Ems fallen, sowie Landgraben, Brandgraben, Kleybach, Schulgraben, Bergwiesenbach und Kaltestroth, die in nordöstlicher bis südöstlicher Richtung fließen und in die Glenne fallen. Diese verlässt das Gebiet in südwestlicher Richtung und mündet später in die Lippe.

Der höchste Punkt im Gemeindegebiet befindet sich auf im äußerst westlichen Gemeindegebiet bei , der niedrigste bei ist der Abfluss der Glenne aus der Gemeinde im Süden auf .

Geologie mini|Geothermische Karte von Langenberg

Der Untergrund des Gemeindegebiets ist aus Fluss- und Seeablagerungen der ausgehenden Holstein-Warmzeit und Schmelzwassersedimenten mit zwischengelagertem Geschiebemergel der Saale-Kaltzeit gebildet. In den tiefgelegenen Gebieten der Zuflüsse von Lippe und Ems lagern Kies, Sand und Schluff mit aufgesetzten Uferwällen, Sandlöss, Flugsand und Dünen der Weichsel-Kaltzeit und der Nacheiszeit. Der darunter liegende Untergrund aus Festgestein bildet sich aus fast genau horizontal liegenden Tonmergelsteinen, Kalkmergel-, Mergelkalk- und Kalksteinen des Erdmittelalters. Unter dieser Schicht befindet sich ein Sockel aus gefalteten Gesteinen aus Devon und Karbon.

Der gesamte östliche Teil der Gemeinde liegt im Niederungsgebiet von Ems und Lippe. Dort haben sich bei hoch stehendem Grundwasser aus sandigen bis sandig-lehmigen Fluss- und Bachablagerungen Gleye gebildet. Diese werden vorrangig als Grünland genutzt. Im Osten sind Gleye vorherrschend, die im Oberboden von Staunässe beeinflusst werden (Pseudogley-Gleye). Im Süden des Gemeindegebietes sind bei niedrigen Grundwasserständen nährstoffarme Heideböden (Podsole) entstanden. Bei höherem Grundwasserstand haben sich Gley-Podsole gebildet. Diese werden im Wesentlichen ackerbaulich genutzt. Im westlichen Teil von Langenberg ist eiszeitlicher Geschiebemergel vorherrschend, aus dem tonreiche Böden entstanden sind. Wegen der geringen Wasserdurchlässigkeit kann hier Staunässe bis in den Oberboden auftreten. Diese Böden werden oft forstlich, als Grünland und nach Entwässerungsmaßnahmen auch als Ackerland genutzt.

Langenberg eignet sich mittelmäßig bis gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen (vgl. dazu die nebenstehende Karte) (PDF; 369 kB).

Ausdehnung und Nutzung des Gemeindegebiets mini|250px|Flächennutzung in Langenberg

Die als große Landgemeinde klassifizierte Gemeinde umfasst eine Fläche von 38,31 km². Der überwiegende Teil besteht aus landwirtschaftlich genutzter Fläche zu etwa 76,4 %, gefolgt von Siedlungs- und Verkehrsfläche, zusammen etwa 14,1 %. Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung ist rund 9,2 km, in Ostwestrichtung etwa 7,6 km. Flächenach Nutzungsart Landwirt-schaftsfläche Wald-fläche Gebäude-, Frei-und Betriebsfläche Verkehrs-fläche Wasser-fläche Sport- undGrünfläche sonstigeNutzung Fläche in km² 29,27 2,58 3,55 1,87 0,80 0,21 0,02 Anteil an Gesamtfläche 76,40 % 6,73 % 9,27 % 4,88 % 2,09 % 0,55 % 0,05 %

Nachbargemeinden Oelde Rheda-Wiedenbrück Wadersloh Datei:Windrose klein.svg Rietberg Lippstadt Langenberg grenzt an fünf Gemeinden: im Norden an Rheda-Wiedenbrück, im Osten an Rietberg (beide Kreis Gütersloh), im Süden an Lippstadt (Kreis Soest) sowie im Westen an Wadersloh und im Nordwesten an Oelde (beide Kreis Warendorf).

Gemeindegliederung mini|hochkant|Gliederung der Gemeinde Langenberg

Die Gemeinde Langenberg gliedert sich seit der Gebietsreform 1970 in die Ortsteile Benteler und Langenberg. Diese Einteilung ist lediglich historisch und in geschlossenen Ortschaften begründet, eine Verwaltungsunterteilung wird daraus nicht abgeleitet. Weiterhin gehören zu der Gemeinde die beiden Bauerschaften Selhorst (zu Langenberg) und Allerbeck (zu Benteler).

Selhorst hat in den letzten Jahren durch Neubaugebiete maßgeblich an Siedlungsfläche dazugewonnen und kann mittlerweile als eigene Ortschaft bezeichnet werden.

Die Einwohnerzahl der Gemeinde wird zum 1. Januar 2022 für den Ortsteil Langenberg mit 6361 und für Benteler mit 2275 angegeben. Die sich daraus ergebende Gesamteinwohnerzahl weicht von den Angaben des Statistischen Landesamtes ab (siehe Einwohnerentwicklung).

Klima mini|250px|Klimadiagramm für Rietberg 1961–1990

Langenberg gehört der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas an. Es liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäßig-warm.

Durch die Lage im subatlantischen Seeklima herrscht ganzjährig ein humides Klima mit relativ gleich verteilten Niederschlägen vor. Da Niederschlagsdaten für Langenberg nicht verfügbar sind, erfolgt eine Werteangabe für die Station Rietberg in etwa 10 km Entfernung. Dort fallen im langjährigen Mittel 772 mm Niederschlag je Jahr. Somit fällt mehr Niederschlag als im deutschen Mittel (700 mm).

Auch Temperaturwerte sind für Langenberg nicht verfügbar. An einer Wetterstation im benachbarten Rheda-Wiedenbrück wurde im Mittel der Jahre 2002–2006 eine Durchschnittstemperatur von 11,1 °C gemessen.

Geschichte mini|Der Kirchplatz in Langenberg, links die katholische Kirche, rechts das Café „Zur Linde“

Langenberg wird erstmals im Jahre 1180 in historischen Urkunden erwähnt, in denen die kleine Ansiedlung dem Hochstift Osnabrück zugeschlagen wurde. Seit dieser Zeit gehörte Langenberg zum Amt Reckenberg des Hochstifts und war Sitz einer Vogtei, welche die drei Kirchspiele Langenberg, Batenhorst und St. Vit umfasste. Das Amt Reckenberg fiel 1807 an das Königreich Westphalen. Langenberg bildete eine Gemeinde in dessen Kanton Wiedenbrück im Umfang der alten Vogtei. 1816 kam Langenberg zum neuen Kreis Wiedenbrück in der preußischen Provinz Westfalen und bildete eine Landgemeinde in dessen Amt Reckenberg.

1867 wurde die Gemeinde deutlich verkleinert. Das Kirchspiel Batenhorst, bestehend aus den Bauerschaften Batenhorst, Röckinghausen und Steppentrupp wurde aus der Gemeinde Langenberg herausgelöst und bildete die neue Gemeinde Batenhorst. Außerdem wurde aus dem Kirchspiel St. Vit, welches das Kirchdorf St. Vit sowie beiden Bauerschaften Geweckenhorst und Rentrup umfasste, die neue Gemeinde St. Vit gebildet.Amtsblatt der Regierung Minden 1867, S. 47 Die Gemeinde Langenberg umfasste seitdem noch das Kirchdorf Langenberg sowie die vier Bauerschaften Allerbeck, Lippentrup, Ostlangenberg und Selhorst.

Benteler wurde 1130 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit vermutlich der ältere Ortsteil der heutigen Gemeinde. Das Dorf gehörte bis zur Franzosenzeit zum Hochstift Münster. Es wurde 1816 dem neuen Kreis Beckum zugeordnet und bildete dort eine Gemeinde im Amt Wadersloh.

Die Gemeinde Langenberg war bis weit in die Mitte des 19. Jahrhunderts weitestgehend landwirtschaftlich geprägt. Zwar war bereits im Jahr 1828 die Straße von Wiedenbrück nach Lippstadt fertiggestellt worden, eine erste industrielle Ansiedlung fand aber erst 1845 mit Gründung einer Brauerei (der heutigen Privatbrauerei Hohenfelde) statt.

Ab 1930 wurden in Langenberg insgesamt vier Außenstellen des Strafgefangenenlager Oberems eingerichtet. Das erste Lager wurde mit der Bezeichnung „Langenberg“ ab 1930 geführt. Ab 1936 folgte „Lippentrupp“, sowie ab 1936 „Langenberg I“ bei der Firma Bartels (heute Lippstädter Straße 4). Die vierte Außenstelle wurde ab 1943 als „Langenberg II“ an der Stromberger Straße eingerichtet.

Religion mini|Die evangelische Kirche in Langenberg

Historisch bedingt ist die überwiegende Anzahl der Bürger römisch-katholischen Glaubens, eine demgegenüber geringere Anzahl ist evangelischen Glaubens. Gläubige weiterer Religionen können vermutet werden. Es gibt zwei katholische und eine evangelische Gemeinde im Gebiet von Langenberg.

Da bei der Gemeindeneuordnung nur die politischen Grenzen neu gezogen wurden, ist die katholische Gemeinde in Langenberg im Pastoralverbund Reckenberg dem Erzbistum Paderborn und die katholische Gemeinde in Benteler im Dekanat Beckum dem Bistum Münster zugeordnet.

Genaue Daten sind für die Gemeinde nicht verfügbar, da die Religionszugehörigkeit zu den schützenswerten persönlichen Daten gehört und als Folge nicht veröffentlicht wird, auch nicht in aggregierter Form.Religion Online – Mitgliederzahlen

In Langenberg gibt es zahlreiche kirchliche Vereine und weitere, von der Gemeinde organisierte Angebote für Jugendliche. In der Pfarrgemeinde St. Lambertus und St. Laurentius Langenberg wurde 1974 die Katholische Junge Gemeinde Langenberg (KJG) für Kinder und Jugendliche gegründet, die heute rund 130 Mitglieder zählt.KJG St. Lambertus Langenberg

Eingemeindungen Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden im Zuge der Umsetzung des „Gesetzes zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld“ vom 4. Dezember 1969 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Benteler (Amt Liesborn-Wadersloh, Kreis Beckum) und Langenberg (Amt Reckenberg, Kreis Wiedenbrück) am 1. Januar 1970 zur neuen Gemeinde Langenberg zusammengeschlossen. In die neue Gemeinde wurden einzelne Flurstücke aus den Gemeinden Batenhorst (Amt Reckenberg), Bokel und Mastholte (beide Amt Rietberg) eingegliedert.

Einwohnerentwicklung mini|300px|Bevölkerungsentwicklung in Langenberg von 1818 bis 2007 (untere Linie: jeweiliger Gebietsstand, obere Linie: heutiger Gebietsstand)

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Gemeinde Langenberg nach dem jeweiligen Gebietsstand, bei einigen Jahren zusätzlich nach heutigem Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 und für 1987 um VolkszählungsergebnisseStatistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966, S. 210.Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1964, S. 430–431.Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Die Wohnbevölkerung in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens 1970: Ergebnisse der Volkszählung am 27. Mai 1970. Düsseldorf 1972, S. 46.Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Sonderreihe zur Volkszählung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und Erwerbstätige. Düsseldorf 1989, S. 110. und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik.Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich ab 1871 sowie für 1946 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurden die Einwohnerzahlen nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Langenberg nach dem damaligen Gebietsstand

Jahr Einwohner 1818 (31. Dez.) 1.051 1831 (3. Dez.) 1.224 1837 (3. Dez.) 1.257 1843 (3. Dez.) 1.376 1849 (3. Dez.) 1.427 1852 (3. Dez.) 1.448 1858 (3. Dez.) 1.559 1867 (3. Dez.) 1.535 1871 (1. Dez.) 1.542

Jahr Einwohner 1885 (1. Dez.) 1.670 1895 (1. Dez.) 1.826 1905 (1. Dez.) 1.872 1925 (16. Juni) 2.031 1933 (16. Juni) 2.323 1939 (17. Mai) 2.681 1946 (29. Okt.) 3.456 1950 (13. Sep.) 3.899 1961 (6. Juni) 4.042

Langenberg nach dem heutigen Gebietsstand