Anton Breitenhofer (* 10. April 1912, Reșița, Österreich-Ungarn; † 17. Dezember 1989 in Bukarest, Rumänien) war ein rumäniendeutscher kommunistischer Politiker, deutschsprachiger Journalist, Schriftsteller der literarischen Gattung des Proletkultes und langjähriger Chefredakteur der in Bukarest herausgegebenen deutschen Tageszeitung Neuer Weg.
Leben Breitenhofer kam aus einer Proletarierfamilie und arbeitete zunächst als Schlosser in Reșița. 1939 trat er der Rumänischen Kommunistischen Partei bei. Während des Zweiten Weltkriegs nahm er in seiner Heimatstadt am antifaschistischen Widerstand teil, was er 1954 in der Erzählung Die Fünfzehnte frei gestaltete.
Nach Kriegsende besuchte er die „Mihai-Eminescu-Schule der Literatur und Literaturkritik“, die zur Schulung einer kommunistisch indoktrinierten Literatengeneration von 1950 bis 1954 bestand.Sven Pauling: „Wir werden Sie einkerkern, weil es Sie gibt!“: Studie, Zeitzeugenberichte und Securitate-Akten zum Kronstädter Schriftstellerprozess 1959. Frank & Timme, Berlin, 2012, ISBN 3-86596-419-2, S. 26. Er schrieb vor allem Erzählungen, Romane, Reisebericht und literarische Skizzen. Viele seiner Werke befassen sich mit der Vergangenheit und Gegenwart der Banater Arbeiterschaft. Sein teilweise autobiografisches Erstlingswerk Sieg in der Arbeiterstadt, (Victorie în orașul muncii, Roman, Editura Uniunii Scriitorilor, 1951) ist der erste rumäniendeutsche sozialistische Roman.
Breitenhofer war Mitglied des Deutschen Antifaschistischen Komitees für Rumänien. Von 1955 bis 1979 war er als Vertreter der rumäniendeutschen Minderheit und Direktor (1954–1975) der Zeitung Neuer Weg Mitglied im Zentralkomitee der KPR. Seit 1960 war er Mitglied im Büro der Vereinigung der Schriftsteller Rumäniens und von 1962 bis 1968 gehörte er dem Exekutivausschuss dieser Vereinigung an. 1968 wurde er Mitglied des Staatskomitees für Kunst und Kultur. Am 15. November 1968 wurde Breitenhofer in der konstituierenden Sitzung des Rats der Werktätigen deutscher Nationalität der Sozialistischen Republik Rumänien zum Stellvertreter des Vorsitzenden Eduard Eisenburger gewählt; weitere Stellvertreter wurden Peter Lamoth, Richard Winter und Paul Schuster.
Auszeichnungen Im Mai des Jahres 1961 erhielt Breitenhofer im Rahmen des Gedenkens an das 40-jährige Bestehen der Kommunistischen Partei Rumäniens eine Auszeichnung.
Weitere Werke Aus unseren Tagen (Din zilele noastre, proză), ESPLA, 1958 Die Lehrjahre des Franz Jakobi, ESPLA, 1960 Ucenicia lui Jakobi, povestiri, Editura Tineretului, 1961 Das Wunderkind u. a. Erzählungen (Copilul minune, povestiri), Editura pentru Literatură, 1962 Am Weltbuckel (În cârca lumii), Editura pentru Literatură, 1966 Der Mädchenmaler (Pictorul de fete, roman), Editura pentru Literatură, 1969 Ciudata prăbușire, roman, Editura Eminescu, 1971 Zu spät für Marilena, roman, Editura Kriterion, 1973 Prea târziu pentru Marilena, roman, Editura Cartea Românească, 1977 Zeitbilder. Reiseaufzeichnungen und Reportagen aus Europa und Asien (Imagini actuale. Note și reportaje din Europa și Asia), Editura Kriterion, București, 1979 Spiel mit dem Feuer (Jocul cu focul, roman), Editura Kriterion, 1982 Pe colinele Semenicului, roman, Editura Cartea Românească, 1987
Literatur
Kurt Böttcher (Gesamtredaktion): Lexikon deutschsprachiger Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1974; Band 1, S. 109
B(rigitte) St(ephani): Lehrmeister war der Alltag. Besuch bei Anton Breitenhofer (Interview). In: Volk und Kultur (Bukarest), 29/12, Dez. 1977, S. 14–15.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Banater Schwabe (Rumänisches Banat) Kategorie:Chefredakteur Kategorie:Literatur (Rumänisch) Kategorie:Mitglied der Rumänischen Kommunistischen Partei Kategorie:Schlosser Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1989 Kategorie:Mann