New Haven [] ( oder Neuer Zufluchtsort) ist eine Stadt im New Haven County im US-amerikanischen Bundesstaat Connecticut. Das U.S. Census Bureau ermittelte bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 134.023.
Geschichte Vor der Ankunft der europäischen Auswanderer lebten hier die Quinnipiac-Indianer in einzelnen Dörfern rund um den späteren Hafen. Der Holländer Adriaen Block war 1614 der erste Europäer, der diesen Landstrich besuchte. Im April 1636 kamen rund 500 englische Puritaner unter der Führung von Theophilus Eaton und dem Geistlichen John Davenport an der Küste an. Diese Siedler hofften auf eine bessere Zukunft als die, die sie in Massachusetts hatten. 1640 wurde der Name der Stadt von Quinnipiac in Newhaven geändert. Die erste Katastrophe ereignete sich, als die neuen Siedler das erste Schiff, voll beladen mit allen lokalen Gütern, Richtung ihrer alten Heimat, nach England schickten, das Schiff aber niemals ankam. Die Stadt verlor ihr Ansehen als sichere Kolonie. Dafür steigerte sich das Ansehen von Boston und New Amsterdam.
1661 kamen zwei Richter, Oberst Edward Whalley und Oberst William Goffe, die den Hinrichtungsbefehl von König Charles I. von England unterzeichnet hatten, in New Haven an und suchten Zuflucht vor den Mannen Königs Charles II. von England, der sie verfolgen ließ. Sie beschlossen, sich in den Stone Hills, nordwestlich der Stadt, zu verstecken. 1664 wurde New Haven, unter Druck der britischen Krone, Teil der Kolonie Connecticut. Während der Amerikanischen Revolution hatte New Haven etwa 3.500 Einwohner und war ein Zentrum revolutionärer Ideen. Dies führte dazu, dass die Briten während des Krieges in die Stadt eindrangen und diese besetzten.
Bis Anfang des 18. Jahrhunderts hatte die Stadt ländlichen Charakter. Dies änderte sich, als 1716 die Collegiate School des Staates Connecticut beschloss, vom nahe gelegenen Old Saybrook nach New Haven umzuziehen und sich nach 1718 als Yale-Universität zu einer der berühmtesten Hochschulen Nordamerikas entwickelte.
Im 19. Jahrhundert war New Haven auch eine bedeutende Industriestadt, unter anderem durch die Herstellung von Waffen und Uhren. Am 28. Januar 1878 wurde in New Haven die weltweit erste öffentliche Telefonzelle aufgestellt. Im 20. Jahrhundert, nach Abwanderung der Industrie in die Vororte, machte ein großangelegtes Stadterneuerungsprogramm die Innenstadt wieder attraktiv. Heute prägen vor allem die Yale-Universität mit ihren neugotischen Bauten, bedeutende Museen und großzügige Alleen das Zentrum der Stadt.
Historische Objekte Auf 200 Grove Street befindet sich der Grove Street Cemetery (auch bekannt als New Haven City Burial Ground). Das Friedhofsareal wurde 1997 als historisches Denkmal vom National Historic Landmark und vom NRHP aufgenommen (NRHP 97000830). Green-Park mit Trinity Church (neogotisch), Center Church (georgianisch), United Church (Federal Style).
Insgesamt haben 10 Orte in New Haven den Status einer National Historic Landmark. 63 Bauwerke und Stätten der Stadt sind insgesamt im National Register of Historic Places (NRHP) eingetragen (Stand 6. Mai 2019).Suchmaske Datenbank im National Register Information System. National Park Service, abgerufen am 6. Mai 2019.
Wirtschaft Die Metropolregion von New Haven erbrachte 2016 ein Bruttoinlandsprodukt von 44 Milliarden US-Dollar und belegte damit Platz 62 unter den Großräumen der USA. Die Arbeitslosenquote in der Metropolregion betrug 4,2 Prozent und liegt damit über dem landesweiten Durchschnitt von 3,8 Prozent (Stand: März 2018). Das persönliche Pro-Kopf Einkommen liegt 2016 bei 53.595 US-Dollar, womit New Haven ein leicht überdurchschnittliches Einkommensniveau besitzt.
Verkehr Die Stadt ist durch mehrere Bahnhöfe, die durch die Eisenbahngesellschaften Amtrak und Metro-North Railroad angefahren werden, direkt mit New York City, Boston und Springfield verbunden. Die historische Eisenbahngesellschaft New York, New Haven and Hartford Railroad trug den Namen der Stadt als Namensbestandteil und wurde in einer Kurzform schlicht als „New Haven“ bezeichnet.
Im Einzugsgebiet von New Haven verlaufen die Fernstraßen Interstate 95 und Interstate 91 mit überregionaler Bedeutung.
Der Flughafen Tweed-New Haven, der zum Teil auf dem Gebiet von East Haven liegt, ist mit Stand 2024 einer von zwei regelmäßig angeflogenen Verkehrsflughäfen im Bundesstaat Connecticut.
Hochschulen mini|Branford College, Yale University
Yale University Southern Connecticut State University Albertus Magnus College Gateway Community College
Kultur
Kulturelle Einrichtungen Long Wharf Theatre Yale Repertory Theatre Shubert Performing Arts Center Yale University Theatre Yale Cabaret Lyman Center for the Performing Arts New Haven Symphony Orchestra
Museen und Bibliotheken Beinecke Rare Book and Manuscript Library (enthält ein Original der Gutenberg-Bibel) Connecticut Children’s Museum, Peabody Museum of Natural History Yale Center for British Art (mit der größten Sammlung britischen Kunstschaffens außerhalb des Vereinigten Königreiches) Yale University Art Gallery
Sport mini|Der Yale Bowl, Veranstaltungsort der Eröffnungsfeier der Special Olympics World summer Games 1995
1993 erhielt New Haven den Zuschlag für die Austragung der Spiele und setzte sich damit gegen die Mitbewerber Miami, Boston und New Orleans durch. Die 9. Special Olympics World Summer Games fanden vom 1. bis 9. Juli 1995 statt. Sie waren das größte Sportereignis des Jahres weltweit.
Tageszeitungen New Haven Register New Haven Advocate Yale Daily News
Bevölkerungsentwicklung 1790 – 4487 1800 – 4049 1810 – 5772 1820 – 7147 1830 – 10.180 1840 – 12.960 1850 – 20.345 1860 – 39.267 1870 – 50.840 1880 – 62.882 1890 – 86.045 1900 – 108.027 1910 – 133.605 1920 – 162.537 1930 – 162.665 1940 – 160.605 1950 – 164.443 1960 – 152.048 1970 – 137.707 1980 – 126.021 1990 – 130.474 2000 – 123.626 2010 – 129.779 2020 – 134.023
Kliniken Yale-New Haven Hospital Yale-New Haven Children’s Hospital Hospital of Saint Raphael Veterans Affairs Hospital Milford Hospital MidState Medical Center
Energieversorgung In der Nähe von New Haven befindet sich die Stromrichterstation der HGÜ-Querung des Sunds von Long Island.
Persönlichkeiten In New Haven geboren
Jared Ingersoll (1749–1822), Politiker, Gründervater der Vereinigten Staaten Joseph Gilbert Totten (1788–1864), Brigadegeneral der United States Army Joseph K. Mansfield (1803–1862), Berufsoffizier der US-Armee, Bauingenieur und Generalmajor der Nordstaaten Arthur Twining Hadley (1856–1930), Wirtschaftswissenschaftler Harry Rowe Shelley (1858–1947), Organist, Komponist und Musikpädagoge Alfred P. Sloan (1875–1966), Präsident von General Motors Samuel B. Hardy (1883–1935), Drehbuchautor und Schauspieler John Embree (1908–1950), Anthropologe Julian Voloshin (1909–1989), Schauspieler Barry Wood (1909–1970), Sänger, Saxophonist, Bandleader und Fernsehproduzent Marynn Older Ausubel (1912–1980), Fotografin Constance Baker Motley (1921–2005), erste schwarze Bundesrichterin an einem US-amerikanischen Bundesgericht Bennet Murdock (1925–2022), US-amerikanisch-kanadischer Kognitions-, Gedächtnispsychologe und emeritierter Professor Biff McGuire (1926–2021), Schauspieler Thomas P. Kelly junior (1929–2021), Filmproduzent, Autor, Filmemacher und Theaterschauspieler Thayer Scudder (* 1930), Ethnologe und Hochschullehrer Cyrus Hamlin (1936–2011), Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer Tom Purdom (1936–2024), Science-Fiction-Autor Stephen Mendillo (1940–2025), Schauspieler George W. Bush (* 1946), 43. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Jill Eikenberry (* 1947), Schauspielerin Ruth Wilson Gilmore (* 1950), Geographin, Theoretikerin und Aktivistin des kriminologischen Abolitionismus Josefina Benedetti (* 1953), venezolanische Komponistin Anthony Geraci (* 1954), Blues- und Jazzmusiker Rohn Lawrence (≈1960–2021), Jazzgitarrist Kenny Johnson (* 1963), Film- und Fernsehschauspieler David Hemingson (* 1964), Drehbuchautor und Filmproduzent Chris Bruno (* 1966), Schauspieler, Filmregisseur, Filmproduzent, Stuntman, Stunt Coordinator, Synchronsprecher, Model und Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Randy Buckner (* 1970), Neurowissenschaftler und Psychologe Ben Wizner (* 1971), Jurist und Bürgerrechtsanwalt Lauren Ambrose (* 1978), Film- und Fernsehschauspielerin Ana Cruz Kayne (* 1984), Filmschauspielerin Madeline Zima (* 1985), Schauspielerin Hector David Jr. (* 1989), Schauspieler und Synchronsprecher Reina Bonta (* 1999), philippinische Fußballspielerin und Filmemacherin
Berühmte Einwohner
James Dwight Dana (1813–1895), Geologe, Mineraloge und Zoologe Josef Albers (1888–1976), deutscher Maler, Kunsttheoretiker und -pädagoge Paul Hindemith (1895–1963), deutscher Komponist; lebte von 1938 bis 1953 im Ort und lehrte an der Yale University Jamey Jasta (* 1977), Metal-, Hardcore- und Sludge-Sänger
Partnerstädte New Haven listet sieben Partnerstädte auf:
StadtLandAfula-GilboaAmalfiAvignonFreetownHuếLeónTaichung Republik China (Taiwan)San Francisco Tetlanohcan
Literatur Elizabeth Mills Brown: New Haven: A Guide to Architecture and Urban Design: 15 Illustrated Tours. Yale University Press, New Haven 1977, ISBN 978-0-300-01993-3.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliger County Seat in Connecticut Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in den Vereinigten Staaten Kategorie:Gemeindegründung 1638 Kategorie:Namensgeber für einen Marskrater