Das Donauinselfest auf der Donauinsel in Wien ist ein Freiluft-Musikfestival, das von der SPÖ Wien veranstaltet wird und seit 1984 jährlich gegen Ende Juni (bis 1990: Ende Mai) an einem Wochenende stattfindet. Mit kumuliert knapp drei Millionen Besuchen (alle Zahlen zu den Besuchen basieren auf den Angaben des Veranstalters, wenn nicht anders angegeben) an drei Tagen wäre es das größte Musikfestival mit freiem Eintritt weltweit.

Geschichte mini|Besucher am Donauinselfest (2007)

Das Donauinselfest ist das SPÖ-Gegenstück zum Volksstimmefest der KPÖ, das seit 1946 stattfindet, und zum Wiener Stadtfest der ÖVP, das seit 1978 stattfindet.Gerlinde Haid, Hans Haid: Brauchtum in den Alpen. Riten, Traditionen, lebendige Kultur. Rosenheim: Rosenheimer, 1994; S. 249.Peter Lachnit, Renate Banik-Schweitzer: Wien wirklich. Der Stadtführer. Wien: Verlag für Gesellschaftskritik, 1992; S. 110.

Initiiert wurde das Event vom Stadtpolitiker Harry Kopietz. Vorläufer war 1983 ein „kulturelles Frühjahresfest“, das auf dem fertiggestellten Bereich um die Floridsdorfer Brücke auf der damals im Endausbau befindlichen Donauinsel stattfand. Die Auftritte von Minisex, Tom Pettings Hertzattacken und Heli Deinboek hatten 160.000 Fans statt der erwarteten 15.000 angezogen.

mini|Bei der großen Festbühne (2011)

Aus dem „Versuchsballon“ wurde im Laufe der Jahre eine dreitägige Veranstaltung auf einem Festgelände, das sich über 4,5 Kilometer von der Reichsbrücke bis zur Nordbrücke erstreckt. Auf rund 27 über das Areal verteilten Bühnen treten Musiker der verschiedensten Musikrichtungen und deutschsprachige Vertreter der Kleinkunst auf, daneben gibt es zahlreiche Leistungsschauen, Imbiss-, Verkaufs- und Informationsstände. Einer der Höhepunkte war das Feuerwerk, welches jeweils am Samstag stattfand und mehr als 20 Minuten dauerte. Seit 2008 wird auf das Feuerwerk verzichtet, da es zu sehr von den zahlreichen Bühnenperformances ablenkte. Sicherheitstechnisch ist dies auch von Vorteil, da die Belastungsspitzen bei der Heimfahrt der Besucher etwas geglättet werden konnten. Für 2009 war zu einem anderen Termin ein eigenes Feuerwerkfest auf der Donauinsel geplant, was aber wieder verworfen wurde. Neben Ö3 und ORF Wien ist seit 1996 Ö1 mit einem Kulturzelt am Donauinselfest vertreten. Anfang der 2000er Jahre ist FM4 (Mit-)Betreiber einer der Bühnen.

mini|Bei der FM4-Bühne (2013)

Das 25. Donauinselfest fand wegen der im Juni 2008 unter anderem in Wien ausgetragenen Fußball-Europameisterschaft erst Anfang September statt. Seit 2009 findet das Fest wieder wie gewohnt Ende Juni statt. Harry Kopietz, der das Donauinselfest bis 2008 organisierte, übergab danach die Hauptverantwortung an Christian Deutsch, der Kopietz auch in der Funktion als SPÖ-Landesparteisekretär nachfolgte. Von 2005 bis 2012 war für die Projektleitung des Festes Sascha Kostelecky verantwortlich. Im November 2012 wurde bekanntgegeben, dass die Projektleitung an Thomas Waldner übertragen wurde.

mini|Imbissstände bei der Nordbahnbrücke (2011)

Für 2019 kündigte die Landesparteisekretärin des Veranstalters SPÖ-Wien, Barbara Novak, unter dem Festmotto „Zusammen sind wir Wien“ an, dass auf den Bühnen und als Besucher Frauen mehr Gewicht bekommen sollen. Der Hashtag #dif19 wanderte als 2 m hohe, rote Skulptur als werbendes Fotomotiv durch Wien und auch die Ostregion. Im Februar und März fand ein Wettbewerb für die Teilnahme von Musikern statt und Anfang Juni wurde eine Opening Party gefeiert. Trotz Fronleichnams am Vortag fand das Inselfest wie üblich vom 21. bis 23. Juni am Wochenende vor dem Schulschluss statt.

Das Donauinselfest 2020 sollte wegen der Coronavirus-Pandemie ursprünglich auf September verschoben werden. Im Juni wurde bekanntgegeben, dass es in völlig anderer Form stattfinden wird (240 Pop-up-Konzerte von 1. Juli bis 20. September).Donauinselfest wird verschoben (30. März 2020)Donauinselfest tourt in 80 Tagen durch Wien. auf wien.orf.at vom 3. Juni 2020, abgerufen am 3. Juni 2020.

Zahlen und Daten Seit Längerem gibt der Veranstalter mehr als eine halbe Million Besuche pro Tag an – 2007 beispielsweise insgesamt an die 2,6 Millionen Besuche, 2013 3,2 Millionen Besuche. Damit wäre das Donauinselfest das größte Freiluft-Festival Europas. Durchschnittlich halten sich laut Veranstalter ca. 250.000 Besucher gleichzeitig auf der Insel auf.

2008 wurden laut Veranstalter bei einem Budget von 5,5 Millionen Euro etwa 40 Millionen Euro eingespielt, wovon vor allem die Gastronomiebetriebe und die Hotellerie profitieren. Der durchschnittliche Umsatz der rund 150 Stände lag bei etwa 50.000 Euro, die Standmiete betrug 400 Euro pro Laufmeter.

Um die Verschmutzung des Geländes zu vermindern, werden offiziell nur Pfandbecher ausgegeben, die an Sammelstellen bis Mitternacht wieder zurückgenommen werden. 2007 gab es erstmals eine Hausordnung, in der die Mitnahme von Spirituosen und von Glasflaschen untersagt und stichprobenartige Kontrollen vorgesehen sind. Für Sicherheit und reibungslosen Ablauf sorgen neben einem Aufgebot an Polizei etwa 1400 ehrenamtliche Helfer. 2011 wurde ein neues Sicherheitskonzept etabliert, das unter anderem mehr Sicherheitszonen und eine Videoüberwachung der Zu- und Abgänge beinhaltet.

Im Jahr 2017 hatte das Donauinselfest 2,8 Millionen Besucher. 52.211 Medienberichte in nationalen und internationalen Medien verbuchte das Event und der Gesamt-Werbewert beträgt 130 Millionen Euro.

2018 ging die Besucherzahl bei kühlem Wetter zurück auf 2,4 Millionen Besuche.

2019 war das Wetter wieder teilweise heiß und sonnig, aber auch mit Bewölkung und leichten Niederschlägen. Es wurden vom Veranstalter ca. 2,7 Mio. Besuche angegeben.

Konzerte (Auswahl)

1992 spielte Udo Jürgens vor 220.000 Zuschauern, 1993 war einer der großen Höhepunkte das Konzert Falcos (siehe L.I.V.E. Donauinsel) mit mehr als 150.000 Fans. Dabei führte ein starker Gewitterschauer zu teilweiser Überschwemmung der Bühne und letztlich zum Ausfall des Equipments. Davor war bereits während Nachtflug durch einen Blitzschlag der Strom kurzzeitig ausgefallen. 1995 trat die Kelly Family vor 250.000 Besuchern auf, 2006 sang Christina Stürmer auf der Ö3-Bühne vor rund 180.000 Zuschauern. Am 23. Juni 2007 trat Rainhard Fendrich „statt und für“ den zwei Tage zuvor verstorbenen Georg Danzer vor rund 200.000 Besuchern auf.

Finanzierungskontroverse Die Finanzierung des Donauinselfests wird vom Rechnungshof, in Medien und von der Opposition regelmäßig kritisiert, weil das Donauinselfest von der SPÖ Wien veranstaltet wird, die Stadt Wien diese Parteiveranstaltung aber mit 1,81 Mio. Euro pro Jahr subventioniert (die SPÖ Wien stellt seit 1945 ohne Unterbrechung den Bürgermeister der Stadt Wien). Außerdem wird das Donauinselfest wesentlich von städtischen Betrieben (Wien Energie, Wien Holding, Flughafen Wien, Waff) gesponsert, wobei hinterfragt wird, ob das Sponsoring für diese Unternehmen betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.

Termine, Besucherzahlen, Besonderes Anfänge 1983 als „kulturelles Frühlingsfest“ Schon während der Bauarbeiten wurde an den Ufern gegrillt und am Wasser relaxt. Auch das allererste Donauinselfest fand bereits 1983 auf einem für die Öffentlichkeit freigegebenen Teil der noch unfertigen Insel statt, daher feierte das Donauinselfest 2018 sein 35-jähriges Jubiläum, die Insel erst ihr 30-jähriges.

Kulturelles Frühjahresfest 1983 Datumsbereich: im Mai 1983 Konzerte: Minisex, Tom Pettings Hertzattacken und Heli Deinboek Besucherzahl: 160.000 Besonderes/Anmerkung: Veranstaltungsort war ein Parkplatz bei der Floridsdorfer Brücke. Motto: keine Informationen

1. Donauinselfest 1984 Datumsbereich: Samstag, 19. Mai und Sonntag, 20. Mai 1984 Konzerte: 19.5.: Blue Note Seven, S.T.S., Dana Gillespie & Cobras, Alexander Goebel, Ulla Meinecke, Wolfgang Lindner Band, Granny Turtleman, Franco Andolfo, Lucilla Galeazzi, Al Martino, Antonello Venditti 20.5.: Ranquill, Neely Brown, Gandalf, Wilfried, Musical Youth Besucherzahl: keine Informationen Besonderes/Anmerkung: keine Informationen Motto: keine Informationen

2. Donauinselfest 1985 Datumsbereich: Freitag, 17. Mai bis Sonntag, 19. Mai 1985 Konzerte: 17. 5.: Lucio Dalla, Maria Bill, Dana Gillespie, S.T.S., Minisex 18. 5.: Toni Stricker, Luis Eduardo Aute, Manitas de Plata 19. 5.: Tony Sheridan, Al Cook, Ty Tender, Old Formation, Papa Bilek ́s Band Besucherzahl: keine Informationen Besonderes/Anmerkung: keine Informationen Motto: keine Informationen

3. Donauinselfest 1986 Datumsbereich: Freitag, 23. Mai bis Sonntag, 25. Mai 1986 Konzerte: 23. 5.: Bruji, Ina Deter, Edo Zanki, Divano Cemento, Jazz Gitti & Disco Killers, Supermax und 8 int. Künstler, Antonello Venditti, Zwielicht, Erstes Wiener Zaubertheater 24. 5.: Boris Bukowski, EAV, Manfred Holub, Joesi Prokopetz 25. 5: Judy Archer von den The Les Humphries Singers, Al Cook with Harry & Mike. Ted Herold, Wolfgang Lindner Band, Little Franky and the Townbeats, Milica, Old Formation, Piano Killer, Ty Tender & The Rockin Fifties Besucherzahl: keine Informationen Besonderes/Anmerkung: keine Informationen Motto: keine Informationen

4. Donauinselfest 1987 Datumsbereich: Freitag, 22. Mai bis Sonntag, 24. Mai 1987 Konzerte: 22. 5.: Wolfgang Ambros, Ulli Bäer, Andy Baum, Claudia K., Willi Resetarits, Tschako, Wilfried 23. 5.: Iff Bennett & Band, Reinhold Bilgeri, Hansi Dujmic, Eva, Dana Gillespie, Helmut Bibl und 4 Musiker (Band Dana Gillespie), Hypersax, Richard Oesterreicher Big Band, Carl Peyer, Caterina Valente 24. 5.: Rocco Granata, Casey Jones, Martin Kunz u. a. (Musik Peter Kraus), Peter Kraus, Susanne Kreuzberger (Peter Kraus Show), Martin Schindelar u. a. (Peter Kraus Show), Wolfgang Lindner Band, Old Formation, Ty Tender Besucherzahl: keine Informationen Besonderes/Anmerkung: keine Informationen Motto: keine Informationen

5. Donauinselfest 1988 Datumsbereich: Freitag, 27. Mai bis Sonntag, 29. Mai 1988 Konzerte: 27. 5.: José Feliciano & Band, Out of time, Carl Peyer Band 28. 5.: Andy Baum, Iff Bennett & Band, Claudia K. & Band, Georg Danzer & Band, Enze E I Cotori Dell` Amore, Dana Gillespie, Hypersax, Etta Scollo & Band, Luca Carboni 29. 5.: Sieger Rock Podeo 1988, Ulli Bäer, Reinhold Bilgeri & Band, Peter Cornelius. Kurzschluss. Jazz Gitti, Pur, Wilfried Besucherzahl: keine Informationen Besonderes/Anmerkung: keine Informationen Motto: keine Informationen

6. Donauinselfest 1989 Datumsbereich: Freitag, 19. Mai bis Sonntag, 21. Mai 1989 Konzerte: 19. 5.: Wolfgang Ambros, Cooma, Jimi and the Zodiacs, Etta Scollo & Band, Wilfried & Band, Jitka Woodhams, Lisa Fitz und Hydra Connection, Ali Khan 20. 5.: Andy Baum, Reinhold Bilgeri & Band, Erwin Bros & Band, Peter Cornelius & Band, Etta Scollo, The Intergalactic Maidenballet, Lipstick, Antonello Venditti 21. 5.: Gus Backus, Euro Five Showband (Gus Backus Show), Jazz Gitti & Disco Killers, Rainhard Fendrich & Band, Bill Ramsey, Magic Sound (Bill Ramsey Band), Carl Peyer, Twilight Besucherzahl: keine Informationen Besonderes/Anmerkung: keine Informationen Motto: keine Informationen

7. Donauinselfest 1990 Datumsbereich: Donnerstag, 24. Mai bis Sonntag, 27. Mai 1990 Konzerte: 24. 5.: Fest-Insel: Boris Bukowski & Band, Carl Peyer & Band, Blue Thier und die Cocoband, Wilfried & Band, Stefanie Werger & Band, Opus 25. 5.: Fest-Insel: Roger Chapman, Happl Band, William Stone & The Hot Spice, Alla Pugachova, Silly 26. 5.: Fest-Insel: Wolf! & Band, Hansi Lang, Twilight, Espresso, Pinguine, Etta Scollo, Rennbahn-Expreß Austro-Pop-Show mit Reinhold Bilgeri, Peter Cornelius, Simone, Thomas Forstner, Minisex, Waterloo, Gary Lux & Shirley Kimberley, Joy, Klaus Pruenster, Will & The Power, Andy Radovan, The Form, Wiener Wunder und andere 27. 5.: Fest-Insel: Gary Lux & der größte Kinderchor der Welt, C Abbew, Big-Band der Konservatoriums Preßburg, Malianga & Andonara & Despina & Bousouki & Folklore, El Fisher, Ulli Bäer, Jazz Gitti & Disco Killers, Reinhold Bilgeri