Der Große Preis von Südafrika 1973 (offiziell Seventh AA Grand Prix of South Africa) fand am 3. März auf dem Kyalami Grand Prix Circuit in Midrand statt und war das dritte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1973.

Berichte Hintergrund In den drei Wochen, die zwischen dem Großen Preis von Brasilien und dem nächsten WM-Lauf lagen, gelang es dem neuen Team Shadow, zwei Wagen fertigzustellen und mit der Fahrerbesetzung George Follmer und Jackie Oliver für den Großen Preis von Südafrika zu melden. Ebenfalls rechtzeitig fertig wurde ein Exemplar des neuen McLaren M23, der von McLaren-Stammfahrer Denis Hulme pilotiert wurde. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, dessen bisheriges Einsatzfahrzeug als dritten Werkswagen zu melden und mit dem Südafrikaner Jody Scheckter zu besetzen.

Auch bei Frank Williams Racing Cars kam mit Jackie Pretorius ein lokaler Gaststarter zum Einsatz, da Nanni Galli aufgrund einer Verletzung pausieren musste. Zudem nahmen noch zwei weitere Südafrikaner als Privatfahrer in Vorjahresfahrzeugen an dem Rennwochenende teil. Dies hatte beim Südafrika-GP bereits seit mehreren Jahren Tradition.

Andrea de Adamich kehrte ins Fahrerfeld zurück und pilotierte wie bereits im Vorjahr einen dritten Werks-Surtees, der aufgrund eines abweichenden Hauptsponsors unter einem eigenen Namen gemeldet wurde.

In der Fahrerwertung führte Emerson Fittipaldi mit acht Punkten vor Jackie Stewart und mit zwölf Punkten vor Hulme. In der Konstrukteurswertung führte Lotus mit sechs Punkten vor Tyrrell und mit zwölf Punkten vor Ferrari.

Mit Hulme und Stewart (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Während des Trainings bewies Hulme mit der schnellsten Rundenzeit die Klasse des neuen McLaren M23. Obwohl Hulme zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Grand-Prix-Siege und den Weltmeistertitel des Jahres 1967 erreicht hatte, war dies seine erste und einzige Pole-Position in der Formel-1-WM. Neben ihm qualifizierten sich Emerson Fittipaldi und der mit einer starken Leistung beeindruckende Scheckter für die erste Startreihe. Ronnie Peterson und Clay Regazzoni bildeten die zweite Reihe vor Peter Revson, Jean-Pierre Beltoise und Carlos Reutemann. Auffallend war die starke Teamleistung von McLaren mit allen drei Werkswagen unter den ersten sechs Startplätzen. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 23. Juli 2011)

Stewart hatte während des Abschlusstrainings wegen einer undichten Bremsleitung einen schweren Unfall bei hoher Geschwindigkeit, den er aufgrund sinnvoll errichteter Fangzäune unverletzt überstand. Da er daraufhin seinen Wagen gegen den seines Teamkollegen François Cevert tauschte, wurde ihm seine schnellste Trainingszeit aberkannt und er musste von Rang 16 ins Rennen gehen. Cevert musste ohne gezeitete Runde vom letzten Platz starten.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 171

Rennen Hulme übernahm zunächst die Führung vor Scheckter und Emerson Fittipaldi. Revson lag nach einem guten Start auf dem vierten Rang.

In der dritten Runde lag der vom 13. Platz hervorragend gestartete Dave Charlton auf dem siebten Rang und duellierte sich mit Reutemann. Dabei verlor er die Kontrolle über seinen Wagen und kollidierte mit Mike Hailwood. Die meisten der nachfolgenden Kollegen konnten reflexartig ausweichen, außer Clay Regazzoni. Er kollidierte mit Hailwoods Wagen und involvierte dadurch zusätzlich Jacky Ickx in den Unfall. Regazzoni verlor das Bewusstsein, während sein B.R.M. in Flammen aufging. Hailwood eilte sofort zur Hilfe, löste die Gurte des Schweizers und zog ihn aus dem Feuer. Für diese Tat wurde er später von der Britischen Königin mit einer Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Regazzoni kam mit leichten Verbrennungen vergleichsweise glimpflich davon.

Obwohl wegen des Unfalls gelbe Flaggen geschwenkt wurden, überholte Stewart seine Konkurrenten Peterson, Revson und Emerson Fittipaldi. Der führende Hulme musste an die Box, da er sich beim Überfahren von Trümmerteilen einen Reifenschaden zugezogen hatte. Als wenig später der daraufhin führende Scheckter auf den Krankenwagen auflief, mit dem Regazzoni ins Krankenhaus gebracht wurde, bremste er ab und warnte seine nachfolgenden Kollegen durch ein Handzeichen. Stewart, der sich als nächster näherte, überholte Scheckter und den Krankenwagen in einem Zug. Aufgrund dieses Vergehens legte McLaren bei der Rennleitung Protest ein, dem jedoch nicht stattgegeben wurde.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 169

Stewart behielt die Spitzenposition bis ins Ziel. Scheckter verteidigte lange den zweiten Rang, bevor gegen Ende des Rennens seine Reifen schlechter wurden, sodass er Revson und Fittipaldi nicht mehr hinter sich halten konnte. Vier Runden vor Schluss versagte schließlich sein Motor. Dadurch verlor er auch den vierten Platz, wurde aber wegen der zurückgelegten Distanz noch als Neunter gewertet.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 72D Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 006 4 Tyrrell 005 5 McLaren M23 6 McLaren M19C 7 8 Ferrari 312B2 Ferrari 001/1 3.0 F12 9 10 Surtees TS14A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 11 12 Surtees TS9B 14 March 721G 15 BRM P160D BRM P142 3.0 V12 16 17 18 Brabham BT37 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 19 20 Iso-Marlboro FX3B 21 22 Shadow DN1 23 Clarke-Mordaunt-Guthrie Racing 24 March 721G Scribante Lucky Strike Racing 25 Lotus 72D Blignaut Lucky Strike Racing 26 Tyrrell 004

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:16,28 193,686 km/h 1 2 1:16,41 193,357 km/h 2 3 1:16,43 193,306 km/h 3 4 1:16,44 193,281 km/h 4 5 1:16,47 193,205 km/h 5 6 1:16,72 192,576 km/h 6 7 1:16,84 192,275 km/h 7 8 1:16,94 192,025 km/h 8 9 1:17,06 191,726 km/h 9 10 1:17,14 191,527 km/h 10 11 1:17,16 191,477 km/h 11 12 1:17,17 191,453 km/h 12 13 1:17,18 191,428 km/h 13 14 1:17,64 190,294 km/h 14 15 1:17,64 190,294 km/h 15 16 1:17,65 190,269 km/h 16 17 1:17,95 189,537 km/h 17 18 1:17,98 189,464 km/h 18 19 1:18,07 189,246 km/h 19 20 1:18,66 187,826 km/h 20 21 1:18,82 187,445 km/h 21 22 1:18,92 187,207 km/h 22 23 1:20,37 183,830 km/h 23 24 1:20,54 183,442 km/h 24 25 keine Zeit – 25

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 79 0 1:43:11,07 16 1:17,25 2 79 0 + 24,55 6 1:17,64 3 79 0 + 25,06 2 1:17,10 (76.) 4 78 0 + 1 Runde 15 1:18,82 5 77 2 + 2 Runden 1 1:17,55 6 77 0 + 2 Runden 21 1:19,03 7 77 0 + 2 Runden 8 1:18,50 8 77 0 + 2 Runden 20 1:19,77 9 75 0 DNF 3 1:17,55 10 73 0 + 6 Runden 19 1:19,53 11 73 1 + 6 Runden 4 1:17,63 – 69 0 DNF 9 1:18,23 – 67 0 NC 22 1:20,40 – 66 0 NC 18 1:18,88 – 66 0 NC 25 1:18,21 – 65 0 NC 23 1:21,21 – 52 0 DNF 17 1:18,96 – 35 0 DNF 24 1:21,32 – 26 0 DNF 10 1:18,41 – 14 0 DNF 14 1:20,15 – 4 0 DNF 7 1:17,64 – 3 0 DNF 13 – 2 0 DNF 5 – 2 0 DNF 11 – 2 0 DNF 12

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sechs aus den letzten sieben Rennen.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Lotus-Ford 22 2 Tyrrell-Ford 19 3 McLaren-Ford 8 4 McLaren-Ford 6 5 Tyrrell-Ford 6 6 Ferrari 6 7 Ferrari 5 8 B.R.M. 1 9 Brabham-Ford 1 10 Shadow-Ford 111Iso-Ford 012March-Ford 013Brabham-Ford 014B.R.M. 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 15 Surtees-Ford 0 16 Iso-Ford 0 17 McLaren-Ford 018Surtees-Ford 0 – March-Ford 0–B.R.M. 0 – Lotus-Ford 0 – Surtees-Ford 0 – Surtees-Ford 0 – Tyrrell-Ford 0 – Iso-Ford 0–Shadow-Ford 0–Lotus-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 22 2 21 3 12 4 95 1 Pos. Konstrukteur Punkte 6 17 1 8 0 9 010 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

Südafrika Kategorie:Sportveranstaltung in der City of Johannesburg Metropolitan Municipality #1973 Kategorie:Kyalami Grand Prix Circuit