mini|hochkant=1.35|Das obere Tor in Billigheim-Ingenheim Billigheim-Ingenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie ist die einwohnerstärkste Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Landau-Land, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Landau in der Pfalz. Billigheim-Ingenheim ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
Geographie Geographische Lage Billigheim-Ingenheim liegt in der Nähe der Deutschen Weinstraße zwischen den Städten Bad Bergzabern und Landau in der Pfalz.
Gewässer Mitten durch die Gemeinde verläuft der Klingbach. Im äußersten Westen verläuft sein rechter Teilungsarm Kandelgraben für ein kurzes Stück über die Gemarkung. Weiter östlich mündet von links der Brunnengraben in den Klingbach.
Weier nördlich fließt der Kaiserbach.
Gemeindegliederung Ortsteile sind Appenhofen, Billigheim, Ingenheim und Mühlhofen. Als Wohnplätze ausgewiesen sind Bruchsiedlung, Dorfmühle, Friedrichshof, Im alten Grund, Im Peterswingert, Kehlerhof, Kreutzmühle, Luisenhof, Maußhardtmühle, Ölmühle, Pfalzgrafenmühle, St. Georgenhof, Wahlhof und Wartgartenmühle.
Nachbargemeinden
Geschichte Billigheim ist eine der ältesten Ansiedlungen der Südpfalz, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 693 unter dem Namen „Bullinchheim“. Billigheim war unmittelbarer Reichsbesitz, 1350 kam Billigheim in den Besitz der Grafen von Leiningen. Schon im 14. Jahrhundert wurde Billigheim als Stadt bezeichnet, die 1361 der Pfalz einverleibt wurde. 1450 wurde ihr durch König Friedrich III. mit der Marktfreiheit ein Jahr- und Wochenmarkt verliehen. Unter Kurfürst Friedrich dem Siegreichen wurden in Billigheim 1468 eine Mauer und drei Wehrtore errichtet, wovon das Obere Tor als Wahrzeichen erhalten geblieben ist. 1550 wurde die Stadt zusätzlich mit Wällen und Gräben befestigt.
In Ingenheim bestand bis 1940 eine große jüdische Gemeinde. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde 1848 mit 578 Personen erreicht, die etwa ein Drittel der Ortsbevölkerung stellten. Ingenheim hatte zu jener Zeit die größte jüdische Gemeinde der Pfalz und von 1869 bis 1884 mit Bernhard Roos (1796–1888) einen jüdischen Bürgermeister. Auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge befindet sich heute ein Autohaus.Die Synagoge in Ingenheim In Ingenheim liegt ein gut erhaltener jüdischer Friedhof.
Die heutige Ortsgemeinde wurde am 7. Juni 1969 aus den Gemeinden Appenhofen (seinerzeit 237 Einwohner), Billigheim (1579 Einwohner), Ingenheim (1436 Einwohner) und Mühlhofen (429 Einwohner) neu gebildet.
Konfessionsstatistik 2012 waren 47,4 % der Einwohner evangelisch und 32,8 % katholisch. Die übrigen 19,8 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.KommWis, Stand: 31. Dezember 2012 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Derzeit (Stand Juli 2026) sind von den Einwohnern 36,7 % evangelisch, 25,3 % katholisch und 38,0 % sind konfessionslos oder gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Billigheim-Ingenheim
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Billigheim-Ingenheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahljahr SPD CDU FWG WGR Gesamt2024 8 6 6 – 20 Sitze2019 9 5 6 – 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen2014 8 6 5 1 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen2009 10 4 4 2 20 Sitze2004 9 5 6 – 20 Sitze
Bürgermeister Diana Hirsch (FWG) wurde am 9. September 2025 Ortsbürgermeisterin von Billigheim-Ingenheim. Bei der Stichwahl am 7. September hatte sie sich mit einem Stimmenanteil von 50,7 % durchgesetzt, nachdem bei der Direktwahl am 24. August 2025 keine der ursprünglich drei Kandidatinnen eine ausreichende Mehrheit erreichen konnte.
Hirschs Vorgänger Dietmar Pfister (SPD) hatte das Amt am 17. Juli 2014 übernommen. Zuletzt bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit 72,8 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Mit Wirkung zum 31. Mai 2025 legte Pfister jedoch das Amt aus persönlichen Gründen vorzeitig nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde. Vor Pfister hatte Torsten Blank (SPD) das Amt zehn Jahre ausgeübt.
Wappen
Partnergemeinde Billigheim-Ingenheim pflegt eine Partnerschaft mit der ehemaligen thüringischen Gemeinde Nahetal-Waldau und mit Prestea in Ghana.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler
Der Jüdische Friedhof in Ingenheim ist als Denkmalzone ausgewiesen.
mini|Evangelische Kirche in Billigheim
Hinzu kommen zahlreiche denkmalgeschützte Einzelobjekte, darunter die evangelische Pfarrkirche mit ihrem 40 m hohen Turm, die zugleich das Wahrzeichen von Billigheim ist.
Der älteste Teil der Kirche ist das Untergeschoss des Kirchturms. Bearbeitungsspuren und die Form der Quader erinnern an eine Entstehungszeit im 11. Jahrhundert. Dies deckt sich mit der örtlichen Chronik, nach der Kaiser Konrad II. die erste Kirche von Billigheim habe errichten lassen. Um 1220 sei diese Kirche abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt worden. Im frühen 14. Jahrhundert, so gegen 1325/30, entstand der hochgotische Chor der Kirche, etwa zur selben Zeit wurde der Turm erhöht. Das Langhaus ist spätgotisch und wurde in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts errichtet. Das Westportal trägt die Jahreszahl 1522. Im 18. Jahrhundert erhielt der Turm seine Barockhaube.
Ebenfalls denkmalgeschützt ist die Simultankirche Appenhofen.
Veranstaltungen Jährlich Anfang April findet am Sonntag Laetare der Lätareumzug statt. Seit 1991 ist an jedem letzten Juliwochenende Weinfest in Mühlhofen. In Ingenheim wird jährlich am zweiten Wochenende im August das Ingenheimer Wein- und Klingbachfest gefeiert. In Billigheim wird jedes Jahr am dritten Wochenende im September der Billigheimer Purzelmarkt, das älteste Volksfest der Pfalz, veranstaltet. 2017 fand in Billigheim-Ingenheim der Deutsch-Pennsylvanische Tag statt.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft
mini|Weinberg innerhalb von Billigheim-Ingenheim
Billigheim-Ingenheim ist erheblich vom Weinbau geprägt und mit 826 Hektar bestockter Rebfläche (Stand 2010) viertgrößte Weinbaugemeinde der Pfalz und fünftgrößte Weinbaugemeinde in Rheinland-Pfalz. Im Gemeindegebiet befinden sich die Einzellagen RosenbergBilligheimer Rosenberg – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 30. März 2024., SauschwänzelBilligheimer Sauschwänzel – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 30. März 2024. und VenusbuckelBilligheimer Venusbuckel – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 30. März 2024.. Diese gehören zur Großlage Kloster Liebfrauenberg im Bereich Südliche Weinstraße. (PDF; 0,7 MB)
Die Gemeinde war Sitz der Raiffeisenbank Südliche Weinstraße, die 2002 sich mit der VR Bank Südliche Weinstraße eG zusammenschloss. Nach weiteren Fusionen in den folgenden Jahren seit 2017 firmiert sie unter dem Namen VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau.
Verkehr Von 1892 bis 1967 waren die Dörfer innerhalb der heutigen Ortsgemeinde Billigheim-Ingenheim über die Klingbachtalbahn an das Bahnnetz angebunden. Nächstgelegener Bahnhof ist seither Rohrbach. Mittlerweile binden die Buslinien 541 und 540, die nach Landau in der Pfalz und Bad Bergzabern führen, die Gemeinde an das Nahverkehrsnetz an.
Durch die Gemeinde führen die Bundesstraße 38 und die Landesstraße 493.
Bildung Bildungseinrichtungen in Billigheim-Ingenheim sind unter anderem die Klingbachschule und der Kindergarten Kleine Strolche.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde mini|hochkant|Konrad von Busch 1905 Theobald Billicanus (1493–1554), Theologe, Jurist und Reformator Karl Hoffmeister (1796–1844), Philologe Bernhard Roos (1796–1888), Kaufmann, Gutsbesitzer, Vorsteher der jüdischen Kultusgemeinde und Bürgermeister von Ingenheim Konrad von Busch (1847–1910), Bischof von Speyer Richard Weil (1875–1917), Apotheker und Unternehmer Eduard Ludwig Antz (1876–1944), Ingenieur, Unternehmer, Genealoge und Autor Otfried H. Culmann (* 1949), Maler, Schriftsteller und Bildhauer Klaus-Frédéric Johannes, Historiker und Archivar
Persönlichkeiten, die mit Billigheim-Ingenheim verbunden sind Kurt Bangerth, seit 1994 Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz Jens Bodemer (* 1989), ehemaliger Fußballtorwart, war von 2018 bis 2020 Trainer des TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim Albert Bourquin, seit 1990 Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz Niklas Hoffmann (* 1997), Fußballspieler, spielte bis 2007 für den TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim Hermann Kiefer (1927–2021), Pfarrer, ab 1986 Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz Roland Schlosser (1949–2023), Polizeibeamter, stammte aus der Gemeinde Alexander Schweitzer (* 1973), Politiker (SPD), von 1997 bis 2004 Vorsitzender des SPD-Ortsverbands Billigheim-Ingenheim
Weblinks
Offizielle Website der Ortsgemeinde Billigheim-Ingenheim Website der Klingbachschule über die Ortsgemeinde Der Purzelmarkt
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Südliche Weinstraße Kategorie:Weinort in Rheinland-Pfalz