Helene Voß (auch Lene Voß bzw. Voss; * 17. September 1856 als Auguste Marie Helene Herzog in Leipzig; † 1. November 1926 in Wittenberg) war eine deutsche Schauspielerin bei Bühne und Stummfilm.

Leben und Wirken Die geborene Helene Herzog war eine Tochter des Maschinenheizers August Eduard Herzog und seiner Ehefrau Henriette, geb. Meyer. Ihre erste Ehe schloss sie mit einem Redakteur namens Münsterberg. Früh verwitwet, heiratete sie sodann 1896 den Weinhändler Moritz Bárány.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin VII a, Nr. 42/1896 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). Ihr erstes nachweisbares Festengagement unter ihrem Bühnennamen Helene Voß trat sie 1901 am Tournee-Ensemble des Berliner Apollo-Theaters an. Es folgten Verpflichtungen an weitere hauptstädtische Bühnen wie das Central-Theater und das Walhalla-Theater, wo sie bekannte Kollegen wie Emil Albes und Heinz Schall als Partner hatte.Bühnenjahrbücher 1902 ff.

1911 verpflichteten die Filmgesellschaften Deutsche Bioscop GmbH und Messters Projektion GmbH Helene Voß und gaben ihr Hauptrollen in ihren Produktionen. In diesen frühen Jahren nannte sie sich überwiegend Lene Voß bzw. Lene Voss. Dabei handelte es sich überwiegend um kurze Lustspiele und Dramen. In Filmen dänischer Stars wie Asta Nielsen (Die arme Jenny) oder Viggo Larsen (Der Eid des Stephan Huller) musste sie sich mit Nebenrollen zufriedengeben. Im Laufe der Jahre wurden ihre Rollen immer kleiner, Hauptrollen wie in rund um das Jahr 1919 hergestellten Kurzfilmen oder in preiswerten Nebenproduktionen à la In den Krallen der Geier waren eher die Ausnahme. Ihre Filme, künstlerisch durchgehend wenig ambitioniert und auf pure Unterhaltung beschränkt, gaben ihr die Möglichkeit, an der Seite einst so populärer Mimen wie Ernst Lubitsch, Max Landa, Werner Krauß, Bernd Aldor, Reinhold Schünzel, Carl Auen sowie den Geschwistern Ilse und Curt Bois aufzutreten. Meist verkörperte Voß dabei bodenständige, einfache Personen, oftmals zupackend-handfest und ein wenig derb: Zimmervermieterinnen, Kartenlegerinnen, Wirtschafterinnen sowie Schwiegermütter, Tanten und jede Menge Ehefrauen.

1926 hielt sich Helene Voß infolge eines Gichtleidens zur Kur im Moorbad Pretzsch an der Elbe auf. Da sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte, wurde sie von dort in das Paul-Gerhardt-Stift im nahegelegenen Wittenberg eingeliefert, wo sie kurz darauf an einer Lungenentzündung verstarb.Ratsarchiv Wittenberg, Sterberegister Standesamt Wittenberg, Nr. 280/1926.Helene Voß †. In: Film-Kurier. Nr. 266, 12. November 1926.

Filmografie (Auswahl) 1911: Der Sieg des Hosenrocks 1911: Nur einen Helden will sie lieben! 1912: Die arme Jenny 1912: Der Eid des Stephan Huller (2 Teile) 1912: Der Dritte 1913: Signes List 1913: Die Landkur 1913: Eine Nacht in Berlin oder Die Löwen sind los 1914: Bedingung – Kein Anhang! 1914: Fräulein Piccolo 1914: Maison Fifi. Lustspiel aus einer kleinen Garnison 1914: Meschugge ist Trumpf 1915: Das wandernde Glück 1915: Der Hermelinmantel 1915: Zucker und Zimt 1915: Mieze Strempels Werdegang 1915: Der Tag der Vergeltung 1915: Die einsame Frau 1915: Um ein Töpfchen Kaviar 1915: Die Himbeerspeise 1915: Die Testamentsklausel 1915: Der schwarze Moritz 1916: Wir haben’s geschafft 1916: Die Liebesbrücke 1916: Ein goldenes Geschäft 1916: Das Riesenbaby 1916: Nette Pflanzen! 1916: Der Posaunenengel 1916: Zirkusblut 1917: Die Nottrauung 1917: Der Theaterprinz 1917: Das Luxusbad 1917: Das unruhige Hotel 1917: Der neueste Stern vom Variété 1918: Die Stunde der Vergeltung 1918: Europa postlagernd 1918: Bubi, der Tausendsassa 1918: Das Patschuli-Mäuschen 1918: Der Liftjunge 1918: Die Mausefalle 1919: Das Tor der Freiheit 1919: Das einsame Wrack 1919: Not macht erfinderisch 1919: Onkel Georgs Testament 1920: Eine komische Familie 1920: Ein angenehmes Mädchen 1920: Nur ein Filmstern 1920: Gefolterte Herzen, 1. Teil: Ohne Heimat 1921: Die Minderjährige 1921: In den Krallen der Geier 1921: Trick-Track 1922: Frauen, die die Ehe brechen 1922: Die Kartenlegerin 1923: Großstadtfieber 1925: Krieg im Frieden

Weblinks

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Einzelnachweise

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