Hans Heuser (* 22. August 1904 in Düsseldorf; † 3. September 1953 ebendaStandesamt Düsseldorf-Mitte 1829/1953Die Kunst und das schöne Heim. Thiemig Verlag, München 1954, Band 54, S. 26) war ein deutscher Architekt.
Leben und Wirken Heuser war Autodidakt und absolvierte seine Ausbildung bei den Architekten Tietmann & Haake in Düsseldorf. Er besuchte außerdem die Kunstgewerbeschule Düsseldorf. Studienreisen führten ihn nach Holland, Belgien, Schweden, Frankreich, Spanien, Italien, England und Irland.
Ab 1933 arbeitete Heuser in Düsseldorf als freier Architekt und es begannen eine Zusammenarbeit mit Helmut Hentrich. 1935 bildete er mit Hentrich die Architektengemeinschaft Hentrich & Heuser, die sich an bedeutenden Wettbewerben im Deutschen Reich beteiligte. 1938 erhielt Heuser einen Ruf an die Akademie für Städtebau und Landesplanung. 1943 wurden Hentrich & Heuser von Albert Speer mit Planung und Bauleitung von massiven Unterkünften für Rüstungsarbeiter im Ruhrgebiet beauftragt. 1944 beauftragte der Arbeitsstab für den Wiederaufbau bombenzerstörter Städte Hentrich & Heuser mit dem Wiederaufbau Krefelds,Werner Durth: Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900–1970. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1992, ISBN 3-528-28705-5, S. 274, 277 ff., 316 das durch einen schweren Luftangriff der Royal Air Force in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1943 in Schutt und Asche gelegt worden war. Hans Heuser stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten. Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Arndt, Kiel 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 161.
Als gut eingeführtes Architekturbüro gelang es Hentrich & Heuser nach dem Zweiten Weltkrieg nahtlos, bedeutende Planungs- und Bauaufträge in Düsseldorf und Umgebung zu übernehmen. Dabei halfen gute, seit Langem bestehende Beziehungen zu Friedrich Tamms und Hanns Dustmann. Im Rahmen des Düsseldorfer Architektenstreits gehörten Hentrich & Heuser zu den Büros und Planern, deren Zusammenarbeit mit Friedrich Tamms vom oppositionellen „Architektenring Düsseldorf“ kritisiert wurde.Werner Durth, S. 369
Hans Heuser starb 1953 im Alter von 49 Jahren. Sein Partner Helmut Hentrich führte das Architekturbüro fortan mit Hubert Petschnigg fort, als Nachfolgeinstitution HPP Architekten besteht es bis heute.
Privates Im Jahr 1948 heiratete Hans Heuser Maria Magdalena Feldmann.Standesamt Drolshagen 29/1948
Werke (Auswahl) (Größtentreils zusammen mit Helmut Hentrich) Wiederherstellung Stiftsgebäude, Düsseldorf-Kaiserswerth Einfamilienhaus Schmitz-Egelhoff, Krefeld, Hüttenallee, 1935Guido Harbers: Neue Wohnhäuser aus dem Rheinland. Architekten Dr. Helmut Hentrich und Hanns [sic] Heuser. In: Der Baumeister, Jg. 37, 1939, Heft 6, S. 173-183, hier S. 174 ff. (mit Plänen und Fotos). Kopfhaus (Mehrfamilienhaus), Inselstraße 34/Ecke Scheibenstraße, Düsseldorf, 1935–1936 Einfamilienhaus Dr. Rohde, Düsseldorf, Am Gallberg, 1936Guido Harbers: Neue Wohnhäuser aus dem Rheinland. Architekten Dr. Helmut Hentrich und Hanns [sic] Heuser. In: Der Baumeister, Jg. 37, 1939, Heft 6, S. 173-183, hier S. 176 f. (mit Plänen und Fotos). Einfamilienhaus Dr. Blasendorff, Meerbusch, 1936Guido Harbers: Neue Wohnhäuser aus dem Rheinland. Architekten Dr. Helmut Hentrich und Hanns [sic] Heuser. In: Der Baumeister, Jg. 37, 1939, Heft 6, S. 173-183, hier S. 178 f. (mit Plänen und Fotos). Fünffamilienhaus Poensgen, Düsseldorf, Rheinallee, 1936Guido Harbers: Neue Wohnhäuser aus dem Rheinland. Architekten Dr. Helmut Hentrich und Hanns [sic] Heuser. In: Der Baumeister, Jg. 37, 1939, Heft 6, S. 173-183, hier S. 180 f. (mit Plänen und Fotos). Musterhaus Franz-Jürgens-Straße 8, Düsseldorf-Golzheim, zur Reichsausstellung Schaffendes Volk für Bildhauer Ernst Reiss-Schmidt (1902–1987) in der Künstlersiedlung Schlageterstadt (heute Golzheimer Siedlung), 1937 Hochwasserschutztor (Deichtor) in Orsoy, 1937 „Jagdhaus Otto Brendt“ in Brandenberg (Hürtgenwald), 1937Guido Harbers: Neue Wohnhäuser aus dem Rheinland. Architekten Dr. Helmut Hentrich und Hanns [sic] Heuser. In: Der Baumeister, Jg. 37, 1939, Heft 6, S. 173–183, hier S. 173, 182 f. (mit Plänen und Fotos). HJ-Heim in Duisburg-Rheinhausen, Werthauser Straße, 1937–1938 Feuerwehrschule, Schützenstraße, Hilden, 1938 HJ-Jugendheim, Schulstraße, Hilden, 1938–1939 „Haus Ö.“ [Oetker] in Krefeld, vor 1943 Wiederherstellung Suitbertusdom, Kaiserswerth, 1947 Hotel Bierhoff, 1947 Geschäftshaus Corneliusplatz, Düsseldorf 1948 Rekonstruktion Jacobi-Haus (Malkasten-Haus), Düsseldorf-Pempelfort, 1949 Haus Weber, Düsseldorf-Kalkum, An der alten Mühle 5, 1951 Drahthaus, Düsseldorf-Golzheim, 1951–1952 Gerling-Hochhaus, Gereonshof, Köln (Entwurf, Änderungen durch Hans Gerling), 1950–1953 Bankhaus Heinz Ansmann, Düsseldorf, 1952 Aluminiumhaus, Jägerhofstraße, Düsseldorf, 1952–1953
Galerie
Literatur
Weblinks
Hans Heuser, in Deutsche Digitale Bibliothek Hans Heuser, in Archivportal-D
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Düsseldorf) Kategorie:Architekt im Nationalsozialismus Kategorie:Person (Reichsausstellung Schaffendes Volk) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1953 Kategorie:Mann