mini|Das Schloss Willmendingen Johann Jakob von Beck zu Willmendingen (* um 1560/1570 in Tiengen; † am 26. Februar 1629 im Schloss Willmendingen) war ein Freiherr, Vogt und Erbauer von Schloss Willmendingen das in Willmendingen steht.
Leben Johann Jakob von Beck war der Sohn des Schulmeisters und Mesners Lukas Beck aus Tiengen. Er fiel früh durch eine außergewöhnliche Begabung für Schreiben und Lesen auf und wurde von seinem Landesherrn Landgraf Karl Ludwig zu Sulz gefördert. Er begleitete ihn auch auf den Feldzügen als Fähnrich. Johann Jakob von Beck wurde 1591 Kaiserlicher Notar und Stotzinger Oberrat in der Stotzinger Herrschaft mit Sitz im Schloss Geissingen unter Ruprecht von Stotzingen.Karl Heinz Burmeister: Beck (latinisiert Beckhius, Pistorius), Johann Jakob – Historisches Lexikon https://DkDK532Nov4OxPyBj
Landschreiber in Vaduz Von 1592 bis 1602 stand Johann Jakob Beck als Landschreiber im Dienst der Grafen von Sulz in deren Herrschaften Vaduz und Schellenberg sowie in der Herrschaft Blumenegg. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Verwaltung des heutigen Liechtensteiner Unter- und Oberlandes beteiligt. Neben der administrativen Arbeit betätigte er sich rechtshistorisch und redigierte um das Jahr 1600 den sogenannten Vaduzer Landsbrauch, eine bedeutende Kodifikation des lokalen Erbrechts.
In seiner Amtszeit als Landschreiber fielen auch die ersten größeren Hexenverfolgungen der Region. Zwischen 1597 und 1600 war er unter dem Richter Peter Christoph Schlabatius in Vaduz für die Durchführung von Hexenprozessen zuständig. Es kam unter ihnen zur Verurteilung und anschließenden Hinrichtung durch Verbrennen von elf Personen, von denen nur noch zwei namentlich überliefert sind, da die Akten großteils vernichtet wurden: Greta Lorenzin (eine gebürtige Montafonerin, die in Balzers lebte) und Ursula Tannerin (eine gräfliche Dienerin).
Nach seiner zehnjährigen Tätigkeit in Vaduz ernannte ihn Graf Karl Ludwig von Sulz im Jahr 1602 zum Landvogt im Klettgau. Ab 1599 war er zunächst Obervogt der Herrschaft Mettingen, mit Sitz auf der Burg Untermettingen. Auch hier setzte er seine juristische Arbeit fort und schuf 1603 eine neue Landes- und Polizeiordnung für die Landgrafschaft Klettgau. mini|Titelblatt der Polizey und Landt-Ordnung für die Landgraffschaft Klettgew Auffgericht im Anno 1603. Original im Generallandesarchiv Karlsruhe
mini|Historische Ansicht von Horheim, Schwerzen und Schloss Willmendingen (rechts) auf einer Gouache von Johann Martin Morat, um 1840
Standeserhöhung Karl Ludwig Ernst von Sulz verlieh ihm für seine Verdienste am 1. Januar 1607 neben einem adeligen Sitz noch das Dörflein Willmendingen mit den niederen Gerichten und allen dazugehörigen Rechten zum ewigen Erblehen für ihn und seine Nachkommen.
Dies bedeutete, dass er sich und seine Erben „von und zu Willmendingen“ nennen konnte. Dort erbaute er im Jahre 1609 das gleichnamige Schloss, welches noch besteht. Er wurde, wie später seine Nachkommen, in der von ihm gestifteten Gruft in der Kirche in Schwerzen beigesetzt.
Familie Johann Jakob von Beck hatte zwei Söhne:Abschrift der Klettgauer Regesten aus der Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, 1861, 1862 und 1869 (PDF; 1,7 MB), S. 170 Johann Jacob von Beck Alwig Friedrich von Beck
Einige Nachkommen der Familie von Beck wurden Geistliche, etwa Franz Leopold Ignatius von Beck zu Willmendingen, die Familie erlosch im Mannesstamm. mini|Epitaph derer von Beck zu Willmendingen in der Kirche Schwerzen
Wappen Das Wappen ist viergeteilt und zeigt diagonal je zwei gegenfarbige Lilien (Westermayer) und je zwei Felder mit silbernen Sparren und in den Zwickeln drei Wecken auf schwarzem Feld, das Wappen ist rot und silbern. mini|Wappen der Beck zu Willmendingen (hier falsch als Wildmendingen bezeichnet)
Literatur Alois Nohl: Heimat am Hochrhein. 1984, S. 201–206. Alois Nohl: Johann Franz Beck von Willmendingen, der erste Oberamtmann und Obervogt der neuen Stadt Karlsruhe, in: Geschichtsverein Hochrhein e.V. (Hrsg.): Land zwischen Hochrhein und Südschwarzwald, Waldshut 1996. Wutöschingen – einst und heute, Das Lesebuch: Degernau, Horheim, Ofteringen, Schwerzen, Wutöschingen. Gemeinde Wutöschingen (Hrsg.), 2006. S. 70–81. Manfred Tschaikner (Hrsg.): 200 Jahre Blumenegg bei Österreich. Beiträge zur Regionalgeschichte. Bludenz, 2004.
Einzelnachweise
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