Geutenreuth ist ein Gemeindeteil, stadt-weismain.de, abgerufen am 24. Oktober 2016 der oberfränkischen Stadt Weismain im Landkreis Lichtenfels in Bayern mit 139 Einwohnern.

Geografische Lage Das von Wald umgebene Kirchdorf befindet sich auf einer Talstaffel östlich der Stadt Weismain im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura. Im Norden fällt diese Staffel steil ins Maintal ab, während sie im Süden zum Görauer Anger im Fränkischen Jura aufsteigt. Geutenreuth gehört noch zum Obermainischen Schollenland.

Geschichte Geutenreuth wurde als „Jvtenrut“StABa Bbg. Urk. Nr. 543 1230 bei einer Übergabe von Gütern des Bischofs Eckbert von Bamberg an das Kloster Langheim erstmals erwähnt.Dieter George (2008), Historisches Ortsnamenbuch von Bayern - Oberfranken - Lichtenfels, Artikel 49, Seite 36

In älteren Forschungen wird der ursprüngliche Ortsname mit „Wugastarode“ angegeben. Der erste Teil des Wortes lässt auf einen Gründer mit dem Männernamen Guto oder Guta schließen.Ferdinand Geldner: Frühe Siedlung am Obermain - Zur Ortsnamenforschung im Westlichen Gebiet (Auszug). In: Martin Kuhn (Colloquium Historicum Wisbergense): Geschichte am Obermain, Band 1., Colloquium Hist. Wirsbergense, Lichtenfels, 1951 , ohne ISBN, S. 10–14

Die Namensbestandteile -reuth, -rode, -röden und -roth besagen, dass Urwald gerodet wurde, um eine Siedlung anzulegen. 1230 tauchte für den Ort die Bezeichnung „Jutenrut“ auf, was als Reut des Juto oder der Juta erklärt wird, wobei es sich wie bei den Vorsilben Wuga um denselben Namen handelt, der aber durch mündliche Weitergabe leicht verfremdet wurde. Es tauchten noch weitere Namen auf, wie „Juttenreuth“ (1290), „Geuttthenreuth iuxta Wismain“ (1309), „Jewtenrewt vor dem Weißmeyner Forst“ (1431) und „Geitenreuth“ (1622).

1230 kam Geutenreuth als Filiale der Urpfarrei Altenkunstadt zum Zisterzienserkloster Langheim und gehörte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu dieser Pfarrei. Laut mündlicher Überlieferung führten zwei Wege zum Pfarrort: der Leichenweg, bevor Geutenreuth noch keinen Friedhof hatte und der Brautweg. Letzteren gibt es auch heute wieder als Hinweisschild zwischen Geutenreuth und Baiersdorf.

Im Markgrafenkrieg (1552–1554) wurde das Dorf fast vollständig niedergebrannt. Auch im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde das Dorf, wie die meisten Ortschaften der Umgebung, stark in Mitleidenschaft gezogen; selbst die Kirche wurde beschädigt. Das Langhaus der Kirche wurde knapp 100 Jahre später erneuert und erhielt 1743 seine heutige Form.Dechant (2010), S. 57

Von Klosterlangheim wurde Geutenreuth im Jahre 1803 gelöst, als unter Napoleon durch die Reichsdeputation eine Anzahl von Fürstbistümern, Klöstern, und Städten in Franken (Region) und Schwaben zu Bayern kamen.

Eine Gebietsreform teilte Bayern in Kreise und Gemeinden ein. An der Spitze der Kreise standen ab 1829 Landräte. Gemäß dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 erfolgte noch in demselben Jahr die Bildung der politischen Gemeinde Geutenreuth mit den Ortschaften Motschenbach, Dörfles, Pöhl und Wüstenreuth und Geutenreuth als Gemeindehauptort. Die Gemeinde wurde am 1. Juli 1972 aufgelöst. Geutenreuth wurde nach Weismain, die anderen Orte wurden nach Mainleus umgegliedert.

Einwohnerentwicklung Die Tabelle gibt die Einwohnerentwicklung von Geutenreuth wieder.

Jahr Einwohner Quelle 1833 184 , S. 496 1871 170 1900 150 1925 162 1950 266 1970 147 1987 131 2012 144 2016 136

Sehenswürdigkeiten Filialkirche St. Erhard In der Bayerischen Denkmalliste sind vier Baudenkmäler aufgeführt.

Vereine Freiwillige Feuerwehr Geutenreuth Musikverein Geutenreuth Tischtennisclub Geutenreuth Gartenbauverein Geutenreuth

Literatur Alois Dechant, Gerhard W. Peetz: Wanderführer Weismain. Marie Link Verlag, Kronach, 2010

Weblinks

Webseite zu Geutenreuth Ortsblatt von 1851

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Lichtenfels Kategorie:Ortsteil von Weismain Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Lichtenfels) Kategorie:Ersterwähnung 1230 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)