mini|Das Dorf Arbo Taşköy (, Surayt Arbo) ist ein christlich-syrisches Dorf im Landkreis Nusaybin der Provinz Mardin im Südosten der heutigen Türkei im Gebirgszug Tur Abdin. Die Suryoye gehören der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien an. Der ursprüngliche Dorfname "Arbo" bedeutet „Kloster“ oder „Konvent“.
Die Dorfbewohner von Arbo haben bei der Gemeinde Nusaybin einen Antrag auf Wiederherstellung des ursprünglichen assyrischen Ortsnamens gestellt. Der Gemeinderat hat im Oktober 2025 dem Antrag zugestimmt und der Bezirksgouverneur Evren Çakır hat ihn anschließend gebilligt, wodurch die Änderung offiziell wurde.
Lage Arbo liegt ca. 30 km südöstlich von Midyat und ist von folgenden weiteren Ortschaften umgeben – die Entfernungsangaben gelten für vorhandene Wegverbindungen:
Klima Die Jahreszeiten sind stark ausgeprägt. Es gibt viele Niederschläge im Frühling und Herbst, heiße und trockene Sommer, kalte und schneereiche Winter. Die Temperaturen schwanken zwischen −10 °C im Winter bis +50 °C im Sommer.
Bevölkerung Arbo war zwischenzeitlich ohne Bevölkerung. Obwohl bis 1980 noch 30 Familien hier lebten, wanderten im Jahr 1989 die letzten Einwohner aus: die Familie des Bürgermeisters.
Erst seit wenigen Jahren sind Wiederaufbaumaßnahmen seitens der ehemaligen Einwohner und der nachfolgenden Generation (organisiert in einem Arbo Verein) initiiert worden, da sich die Gesetzes- und Rechtslage gebessert hat. So sind aktuell 9 Häuser neu errichtet worden und werden regulär bewohnt als auch teilweise für den Urlaub durch die meist in der Diaspora lebenden Aramäer/Assyrer als Sommerresidenz genutzt. Die Einwohnerzahl schwankt diesbezüglich und wird sich erst auf absehbare Zeit auch in Abhängigkeit von der politischen Situation in der Türkei stabilisieren können.
Geschichte mini|Die Ruinen von Arbo Arbo wird bereits in römischer Zeit erwähnt. Um 1400 wurde es als einzige christliche Ortschaft von den Tataren verschont. Zur Zeit des Völkermordes an den Assyrern und Aramäern um 1916 lebten in Arbo 70 Familien, welche aufgrund des Massakers Zuflucht in den Klöstern Mor Malke und Mor Eliyo fanden.
Kirchen und Klöster Die Kirchenruinen von Mor Eschajo und Mor Schmuni sowie die Überreste des Klosters Mor Schimun in der Nähe von Arbo bezeugen die frühere Bedeutung des kleinen Dorfes.
Die Maßnahmen zum Wiederaufbau beinhalteten auch die Restaurierung der sakralen Bauten, so dass seit August 2015 die Kirche Joldath Aloho (Muttergotteskirche) wieder vollständig saniert wurde.
Aufgrund neuer Dekrete im Mai 2018 wurden Kirchen, Friedhöfe und weitere Grundstücke an die Kloster-Mor-Gabriel-Stiftung übereignet. Hierdurch konnten im August 2018 die beiden Kirchen Mor Schalito und Mor Dimet, in der sich mehrere Patriarchen- und Bischofsgräber befinden, restauriert und mit einem Eröffnungsgottesdienst wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.https://www.haberler.com/tapulari-alinan-2-kilise-30-yil-sonra-ibadete-11162798-haberi/
Literatur Helga Anschütz: Die syrischen Christen vom TurʿAbdin. Eine altchristliche Bevölkerungsgruppe zwischen Beharrung, Stagnation und Auflösung. Augustinus-Verlag, Würzburg 1984, ISBN 3-7613-0128-6 (Das östliche Christentum. NF 34). Hans Hollerweger: Erlebtes im Tur Abdin. Initiative Christlicher Orient, Linz 2023, ISBN 978-3-200-09181-8.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Provinz Mardin Kategorie:Tur Abdin Kategorie:Nusaybin