rand|mini|333x333px|Herbert Möller Herbert Möller (* 7. April 1923 in Maffersdorf, Tschechoslowakei; † 3. Juni 2026 in Neumünster) war ein deutscher Politiker (CDU) und Abgeordneter des Landtags von Schleswig-Holstein.

mini|Herbert Möller bei seiner Ansprache 2010 zum 60. Jubiläum der Kreisgruppe Neumünster in der Sudetendeutschen Landsmannschaft mini|Herbert Möller wurde von der Vorsitzenden des Sudetendeutschen Kulturwerks SH mit dem Kulturpreis 2014 ausgezeichnet

Herkunft Herbert Möller wurde auf dem Bauernhof seiner Eltern in Maffersdorf (Vratislavice), einer Marktgemeinde in der heutigen Region Liberec, geboren. Eigentlich hätte Herbert Möller nach der Matura an der Technischen Hochschule Prag studieren und den elterlichen Hof übernehmen sollen, meldete sich aber als Kriegsfreiwilliger.

Als Soldat der 14. Panzer-Division konnte er Stalingrad verlassen, bevor sich der Kessel schloss. Im Kurland-Kessel wurde er im Oktober 1944 schwer verwundet und kam nach Dresden, wo er die Luftangriffe auf Dresden am 13./14. Februar 1945 erlebte. Abgeordnet nach Berlin, erlebte er eine Woche nach seine 22. Geburtstag am 14. April 1945 auch den Luftangriff auf Potsdam. Er geriet in amerikanische, später britische Kriegsgefangenschaft und ließ sich nach seiner Entlassung im holsteinischen Neumünster nieder.Herbert Möller: Erinnerungen an Dresden 1945 mit Kriegserlebnissen davor und danach, Verlag lth moeller publications, 2020

Möllers Eltern wurden 1945 zunächst in der Tschechoslowakei zur Zwangsarbeit verpflichtet und dann in die Sowjetische Besatzungszone ausgewiesen. Von dort holte Herbert Möller sie nach Neumünster.

Herbert Möller war verheiratet; er hatte mit Ehefrau Carola zwei Kinder, zwei Enkel und vier Urenkel. Er starb im Alter von 103 Jahren.

Berufliche Laufbahn Als britischer Kriegsgefangener war er zunächst in Kellenhusen (Ostsee) in Schleswig-Holstein interniert. Nach seiner Entlassung trat er in die GCLO, German Civil Labour Organisation, den zivilen Dienst der Briten in Neumünster ein.

Anschließend war er als Chemiewerker tätig und ab 1952 20 Jahre lang leitender Angestellter der Phrix-Werke AG, die synthetische Fasern herstellten. Anschließend wechselte Herbert Möller in die Baubranche, war geschäftsführendes Vorstandsmitglied der gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft BIG und Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft für Bauträgeraufgaben.

Politische Laufbahn Nach kurzer Mitgliedschaft im BHE (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) trat er 1959 in die CDU ein, bei der er von 1982 bis 1991 Vorsitzender des Kreisverbandes Neumünster und seit 1991 Ehrenvorsitzender war. Er war Mitglied der Ratsversammlung und des Magistrats der Stadt Neumünster. Von 1974 bis 1994 führte er als Vorsitzender die CDU-Rathausfraktion. Von 1985 bis 1987 gehörte er dem Schleswig-Holsteinischen Landtag an.

Ehrenamtliche Tätigkeit Im Ruhestand engagierte sich Möller im Deutschen Roten Kreuz Neumünster. Von 1990 bis 1998 war er dessen Kreisgeschäftsführer. Als sich der DRK-Kreisverband durch die Audi-Dienstwagen-Affäre in schwerer Krise befand, setzte sich Möller dafür ein, Klärung zu schaffen und Vertrauen wiederzugewinnen und wurde im Alter von 84 Jahren noch einmal als kommissarischer Geschäftsführer reaktiviert.Dienstwagen-Affäre belastet DRK

Als Politiker wurde er vorrangig mit den Problemen der Flüchtlinge konfrontiert, denn die Bevölkerung Schleswig-Holsteins vergrößerte sich bei Kriegsende von 1,5 Millionen Einheimischen um weitere 1,2 Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene. Herbert Möller gründete die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsbaugenossenschaft „Eigener Herd“. Im Rahmen des Barackenräumprogrammes der Landesregierung wurden 1952 in Neumünster-Tungendorf zunächst 24 Siedlerstellen errichtet. Zudem gründete er als Gemeinschaftsleiter die Siedlergemeinschaft „Eigener Herd“ im Deutschen Siedlerbund. Hier war er im Kreisvorstand, Landesvorstand und als Bundesschatzmeister tätig. 1997 zog er sich aus diesem Amt auf Bundesebene zurück.

Als Heimatvertriebener engagierte sich Herbert Möller bis ins hohe Alter für die Sudetendeutschen. 1955 trat er der Kreisgruppe Neumünster der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) bei, die bereits 1950 gegründet worden war. Im August 2009 wurde er kommissarischer Obmann der SL Neumünster.

Von April 1993 bis März 1997 war Herbert Möller als ehrenamtlicher Richter an die 3. Kammer des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts berufen.Berufungsbestätigung des Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts vom 10.03.1993

Ehrungen Caspar-von-Saldern-Verdienstmedaille der Stadt Neumünster Freiherr-vom-Stein-Verdienstmedaille des Landes Schleswig-Holstein Ehrenmitgliedschaft im „Bundesverband der Vertriebenen“ Neumünster 1991: Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes Neumünster der CDU 1998: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse Das Sudetendeutsche Kulturwerk zeichnete ihn am 1. November 2014 als 17. Kulturpreisträger aus. Ehrenmitglied des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Neumünster, Dezember 2018 2025: Ehrenbürger der Stadt Neumünster am 22. Juli 2025 Rudolf-Lodgman-von-Auen-Plakette des Bundesverbandes der Sudetendeutschen Landsmannschaft, November 2025

Werke Das Siedlungswesen in der Stadt Neumünster – Mit Handarbeit zum Eigenheim. In Zilles Milljöh gab es auch in Neumünster, 2002. Erinnerungen an Dresden 1945 mit Kriegserlebnissen davor und danach Verlag Lth moeller publications, 2020

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Landtagsabgeordneter (Schleswig-Holstein) Kategorie:Politiker (Neumünster) Kategorie:GB/BHE-Mitglied Kategorie:CDU-Mitglied Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger der Freiherr-vom-Stein-Medaille (Schleswig-Holstein) Kategorie:Hundertjähriger Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1923 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann