Der Kicker (Eigenschreibweise kicker) ist eine zweimal wöchentlich erscheinende Sportzeitschrift mit dem Schwerpunkt Fußball.
Die verkaufte Auflage der Montagausgabe liegt bei Exemplaren, die der Donnerstagausgabe bei Exemplaren. Neben dem Hauptsitz der Redaktion in Nürnberg arbeiten Redakteure in vier Außenredaktionen (Berlin, Offenbach am Main, Peine und Köln). Die Zeitschrift wird an bis zu zwölf Druckorten gleichzeitig gedruckt. Im Jahr 2020 feierte der kicker 100-jähriges Jubiläum, zu welchem am 8. Dezember 2020 ein Sonderheft erschien. Seit Ende Mai 2025 wird der Kicker nicht mehr von einer Chefredaktion, sondern von einem mehrköpfigen Editorial Board geleitet.
Der Kicker ist Gründungsmitglied der ESM (European Sports Media), einem Verband von Fußballpublikationen.
Geschichte mini|Hauptsitz der Redaktion des Kicker in Nürnberg mit der Kicker-Statue vor dem Haupteingang mini|Titelblatt des ersten Kicker vom 14. Juli 1920 Am 14. Juli 1920 erschien erstmals der von Walther Bensemann in Konstanz gegründete Kicker. Der Redaktionssitz wechselte in den darauffolgenden Jahren über Stuttgart (ab Oktober 1921) und Ludwigshafen am Rhein (ab März 1925) nach Nürnberg, wo die Zeitung ab dem 1. Oktober 1926 wöchentlich erschien. 1933 wurde mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten der Kicker arisiert. Bensemann, der Jude war, musste die Leitung aufgeben und emigrierte in die Schweiz und starb am 12. November 1934 im Alter von 61 Jahren in Montreux.
Bensemanns Nachfolger als Kicker-Chefredakteur wurde Hanns Jakob Müllenbach (1903–1944), der bereits 1920 bei der ersten Ausgabe mitgearbeitet hatte, und von jenem gefördert wurde. Er brachte das Blatt schnell auf Linie der Regierung und verunglimpfte Bensemann schon bald und ließ in einem Artikel über „Asphaltliteraten“ herziehen, die „das deutsche Wesen so verunglimpft … [und] teilweise allerdings nun die Flucht ergriffen hätten.“Der kicker, Nr. 15/1933. „Einig. Furchtlos. Treu“ gab Müllenbach als Motto aus.
Kriegsbedingt wurde das Blatt ab April 1943 mit der Zeitschrift Fußball zusammengelegt und erschien fortan nur noch vierzehntäglich. Nach der Ausgabe vom 26. September 1944 (Ausgabe 20/1944) musste das Erscheinen schließlich ganz eingestellt werden.
Nachkriegszeit Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im 1946 gegründeten Olympia-Verlag eine Zeitschrift unter dem Titel Sport herausgegeben. Sie erschien erstmals am 6. November 1946 und berichtete zunächst vorwiegend über das Fußballgeschehen in der amerikanischen Besatzungszone, insbesondere über die schon 1945 ins Leben gerufene Fußball-Oberliga Süd, weitete ihre Berichterstattung aber schon bald auf ganz Deutschland aus, wobei der Schwerpunkt auf dem Geschehen in den Fußball-Oberligen lag. Zum Jahresbeginn 1948 wurde der Titel in Sport Magazin geändert.
Sport Magazin und Kicker (1951 bis 1968) 1951 gründete der ehemalige Chefredakteur Friedebert Becker den Kicker im Verlag Th. Martens & Co in München neu. Anlässlich des Länderspiels gegen die Türkei am 21. November 1951 erschienen am Folgetag die Nullnummer des neuen Kicker, der ab 10. Dezember 1951 regelmäßig einmal wöchentlich erschien und damit in Konkurrenz zum Sport-Magazin, trat. Bis September 1968 erschienen beide Titel parallel, wobei das Sport Magazin seit August 1953 zweimal wöchentlich herauskam. Während das Sport Magazin auch über andere Sportarten ausführlicher berichtete, wurde der Kicker in dieser Zeit seinem Untertitel Die Fußball-Illustrierte gerecht und informierte fast ausschließlich über Fußball, sowie gelegentlich Leichtathletik. Mit der Ausgabe 34/1964 erhielt der Kicker ein komplett neues Layout und änderte seinen Untertitel in Die Sportrevue. Das thematische Portfolio wurde entsprechend erweitert, wobei der Fußball klar im Vordergrund blieb. Diese Ausgabe weist auch erstmals den heute charakteristischen vierfarbigen Mantelteil auf. Ab Juli 1966 erschien der Kicker im Axel Springer Verlag, wobei Layout und Subtitel zunächst unverändert blieben. Ab der Ausgabe 38/1967 ändert sich das Layout abermals grundlegend und der Subtitel lautet fortan Deutschlands größte Sportzeitung.
Kicker-Sportmagazin 1968 erwarb der Olympia-Verlag den Kicker und vereinigte ihn mit seinem Sport Magazin und publizierte fortan das Kicker-sportmagazin, wobei Inhalt und Layout sich stark am bisherigen Sport Magazin orientierte. Am 7. Oktober 1968 erschien die erste Ausgabe des Fusionsheftes mit den Chefredakteuren Karl-Heinz Heimann (vom Kicker) und Hans Fiederer (vom Sport Magazin). Im Vorwort zur Premiere hieß es im martialischen Stil der damaligen Sportberichterstattung unter anderem: „Jahrzehntelang kämpften beide Redaktionen dabei um die besten Informationen – an der gleichen Front – für die gleiche Sache. (...) Jetzt marschieren die beiden größten deutschen Sportzeitungen endlich gemeinsam: als kicker-sportmagazin.“kicker Sportmagazin. 7. Oktober 1968, Seite 2.
Seitdem erscheint das Heft in der Regel zweimal wöchentlich, und zwar regulär montags und donnerstags, wobei nur die Montagsausgabe einen farbigen Mantelteil auf Hochglanzpapier aufweist. Ab 2003 erschien auch die Donnerstagsausgabe mit farbigen Fotos und wird seit 2009 ebenfalls durchgehend in Farbdruck gestaltet.
Kicker-fuwo Zum Jahresbeginn 1993 wurde Die neue Fußballwoche (fuwo) vom Kicker-Sportmagazin übernommen und nach nur sieben Ausgaben unter dem Titel Kicker/fuwo, die nur in den neuen Bundesländern erschienen waren, schon im Februar 1993 eingestellt.
Aufbau des heutigen Kicker Heute erscheint die Zeitschrift zweimal wöchentlich, montags und donnerstags, und seit 2009 auch komplett in Farbdruck. Bei Feiertagen kann sich der Erscheinungstag verschieben, zu Weihnachten und zum Jahreswechsel entfallen häufig einzelne Ausgaben. Die beiden Ausgaben des Kicker sind unterschiedlich aufgebaut. 2018 wurde im Zuge eines Relaunchs der Printausgabe und der Digitalauftritte das Logo vereinheitlicht. Auffälligste Änderung war, dass der Zusatz „Sportmagazin“ wegfiel.
Kicker am Montag Der Montagskicker kostet 4,00 € und enthält meist zwischen 80 und 96 Seiten. Er ist optisch in zwei Teile gegliedert. Es gibt einen Mantelteil, der geheftet ist und aus dünnem Magazinpapier besteht, und einen ungebundenen Innenteil, der aus herkömmlichem Zeitungspapier besteht. Der Mantelteil enthält ein Inhaltsverzeichnis und größere Berichte und Reportagen, während im Innenteil eher über Aktuelles berichtet wird. Der Außenteil verfügt über einen für Magazine üblichen Anteil an Werbung, während der Innenteil weitgehend werbefrei ist.
Der Inhalt hängt stark vom aktuellen Fußballgeschehen ab. Regelmäßig wird über Folgendes berichtet: Fußball-Bundesliga Deutsche Fußballnationalmannschaft (Kurzberichte auch über die Juniorennationalteams) Deutsche Frauenfußball-Bundesliga (Berichte auch über die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen) Premier League (England) Primera División (Spanien) Serie A (Italien) andere internationale Fußballligen (allerdings weniger umfangreich) 2. Fußball-Bundesliga 3. Liga Fußball-Regionalliga die Formel 1 andere Sportarten (je nach aktuellem Anlass wechselnd)
Kicker am Donnerstag Der Donnerstagskicker kostet 2,60 € und enthält meist 48 Seiten. Er besteht im Gegensatz zum Montagskicker komplett aus Zeitungspapier und enthält kaum Werbung. Im Vergleich zum Montagskicker berichtet der Donnerstagskicker fast nur über aktuelle Geschehnisse; Serien oder Reportagen sind die Ausnahme. Auf ein Inhaltsverzeichnis wird verzichtet. Thematisch gesehen sind die beiden Hefte bis auf kleinere Ausnahmen identisch.
Kicker Digital Am 14. August 2012 kündigte der Olympia-Verlag an, den Kicker bereits am Sonntag- und Mittwochabend in einer digitalen Ausgabe herausbringen zu wollen. Der Kicker am Sonntagabend kostet 2,29 €, für den Kicker am Mittwochabend werden 1,99 € verlangt.
Hintergrund war die Ankündigung des Axel Springer Verlags, die Sport Bild am Sonntagabend ebenfalls in einer digitalen Ausgabe zu liefern. Die ersten Ausgaben erschienen zum Start der Fußball-Bundesligasaison 2012/13.Kicker reagiert auf Sportbild Plus am Sonntag, dwdl.de, 14. August 2012.
Auflage Die verkaufte Auflage der Montagsausgabe beträgt aktuell Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent. Die verkaufte Auflage der Donnerstagsausgabe beträgt aktuell Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent.
Ableger/Sonderpublikationen fußball magazin Ab Oktober 1976 brachte der Kicker das fußball magazin heraus, ein rund 100 Seiten umfassendes Magazin mit zahlreichen Interviews, Hintergrundberichten und Porttraitgeschichten zu Vereinen und einzelnen Spielern, häufig unter Einbeziehung von derer Privatleben (Hausbesuche). So sind neben vielen Spielszenenfotos auch regelmäßig private Fotos mit Abbildungen von Wohnhäusern, Autos und Ehefrauen der Spieler zu sehen. Die Hefte sind insgesamt sehr reich bebildert und weisen dabei einen hohen Anteil an Farbfotos auf. Eine feste Einrichtung war das mehrseitige Postkarteninterview Fragen Sie Ihren Star, bei dem die Leser Interviewfragen per Postkarten einsenden konnten, die von dem jeweiligen „Star“ in der nächsten Ausgabe beantwortet wurden. Zunächst erschien die Zeitschrift alle zwei bis drei Monate, ab März 1978 im festen Zweimonatsrhythmus. Bis zum Jahresende 1978 waren die Ausgaben fortlaufend nummeriert (Ausgaben 1 bis 13), ab 1979 nach dem jeweiligen Jahrgang. Die Ausgabe 3/1984 [Mai/Juni] fungierte als Sonderheft zur Europameisterschaft 1984 und stellte damit das erste EM-Sonderheft aus dem Olympia-Verlag dar (ab 1988 erschienen die EM-Sonderhefte unter dem Titel Kicker). Ab Januar 1986 erschienen das fußball magazin monatlich, um der Kicker-Redaktion die Möglichkeit zu geben, „noch mehr interessante Themen aufzugreifen und sich intensiver zu widmen“. Die monatliche Erscheinungsweise wurde mit der April-Ausgabe 1991 eingestellt und das Konzept der Reihe grundlegend geändert. Es erschienen fortan nurmehr zweimal im Jahr Bilanzhefte zur Bundesligasaison, jeweils eines zur Winterpause (ab Ausgabe 1/1992, letztmals 1/1997) und eines zum Saisonabschluss (ab Ausgabe 5/1991, letztmals 2/1997). Die letzte Ausgabe des fußball magazin erschien im Sommer 1997 als Doppeltitel mit Kicker unter der Bezeichnung Finale im Sommer 1997 und ist damit gleichzeitig die Erstausgabe dieser bis heute erscheinenden Kicker-Reihe (seit 2013 unter dem Namen Bilanz). Im Sommer 1991 erschien außerdem einmalig eine Europapokalvorschau (Ausgabe 6/1991). Inklusive des Doppeltitels mit Kicker (fm 2/1997, Finale 1996/97) sind insgesamt 133 Ausgaben des fußball magazin erschienen.
Sonderhefte Neben den zweimal wöchentlich erscheinenden regulären Ausgaben des Kicker gibt der Olympia-Verlag eine Vielzahl von Sonderheften heraus, die unter der Marke Kicker erscheinen.
Fußball Im Bereich des Fußballs erscheinen Sonderhefte: zum Start jeder Fußball-Bundesliga-Saison (erscheint auch als Blindenschrift-Ausgabe; Mitherausgeber: Deutsche Blindenstudienanstalt) (seit 1963, regelmäßig seit 1969) zwei Nachträge für das Bundesliga-Sonderheft nach Ende der Sommer- und Wintertransferphase Anfang September und Anfang Februar (in der jeweilig nachfolgenden Montagsausgabe) nach Ende einer Fußball-Bundesliga-Saison (Sonderheft „Die große Bilanz“, bis 2011 „Finale“) (seit 1997) zu bestimmten Jubiläen der Fußball-Bundesliga („Kicker Spezial“ zu 20, 25, 30 und 40 Jahren Bundesliga und „Kicker Edition“ zu 50 Jahren Bundesliga) vor Beginn der Endrunden der UEFA Champions League und der UEFA Europa League (seit 1997) vor Beginn der KO-Runden der UEFA Champions League und der UEFA Europa League im Februar (seit 2014) Extrahefte für die Fußball-Regionalliga im August sowie bis 2014 für die ersten Ligen von England, Italien und Spanien im September (in Montagsausgaben) zum Saisonbeginn im September für die größten ersten Ligen in Europa (seit 2015) vor Fußball-Weltmeisterschaften (seit 1962)