mini|Henri Pieck (1946)̇
Henri Christiaan Pieck, auch Den Helder genannt (* 19. April 1895 in Den Helder; † 12. Januar 1972) war ein niederländischer Maler, Architekt und Grafiker, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Häftling im KZ Buchenwald und Mitglied der niederländischen Widerstandsgruppe.
Leben Henri Pieck kam zusammen mit seinem Zwillingsbruder Anton Franciscus Pieck zur Welt, der später ebenfalls Architekt wurde. Er studierte nach seiner Schulbildung Malerei und Architektur. In den 1930er Jahren arbeitete er aus sozialistischer Überzeugung als Informant unter der Leitung von Ignace ReissPoretsky, Elisabeth K.: Our Own People: A Memoir of "Ignaz Reiss" und seine Freunde. London 1969, Oxford University Press. für den Sowjetischen Geheimdienst, dem er durch die Bekanntschaft eines Freundes zahlreiche Dokumente aus dem Außenministerium zuspielte.Andrew & Mitrochin: Die Mitrochin Archive: Der KGB in Europa und dem Westen, London 1999, S. 64–65 Nach der deutschen Besetzung betätigte er sich im antifaschistischen Widerstand. 1940 wurde er verhaftet und im Gefängnis Scheveningen eingeliefert. 1941 überstellte ihn die Gestapo in die Haftanstalt Oranjehotel und von dort über das Durchgangslager Amersfoort in das deutsche KZ Buchenwald, wo er dem Häftlingskrankenbau überstellt wurde. Er arbeitete illegal in der niederländischen Widerstandsgruppe und fertigte viele Zeichnungen und andere grafische Werke über den Häftlingsalltag an. Bei einer Silvesterveranstaltung 1944/45 montierte er eine symbolische Kulisse, die die Hoffnung auf Befreiung darstellte.Autorenkollektiv: Buchenwald. Mahnung und Verpflichtung. Dokumente und Berichte, Berlin 1983, S. 511 Im April 1945 gehörte er zu den 46 zur Liquidierung durch die SS vorgesehenen Häftlingen.Autorenkollektiv: Buchenwald. Mahnung und Verpflichtung. Dokumente und Berichte, Berlin 1983, S. 490 Nach der Befreiung der Häftlinge durch die 3. US-Armee war er als Mitglied des Internationalen Lagerkomitees bei der Vorbereitung der Trauerfeier anwesend.Autorenkollektiv: Buchenwald. Mahnung und Verpflichtung. Dokumente und Berichte, Berlin 1983, S. 643
Der niederländische Häftling Govert Ritmeester sagte später über Pieck:Emil Carlebach / Willy Schmidt / Ulrich Schneider (Hg.): Buchenwald ein Konzentrationslager. Berichte – Bilder – Dokumente, Bonn 2000, ISBN 3-89144-271-8, S. 140
Pieck war zweimal verheiratet und war der Vater eines Sohnes und von zwei Töchtern.
Veröffentlichungen Buchenwald : Zeichnungen aus d. Konzentrationslager / Henri Pieck. Mit e. Vorw. von Theun de Vries. [Hrsg. von d. Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora in d. Bundesrepublik Deutschland], ISBN 3-87682-767-1 Buchenwald : Reprod. nach s. Zeichngn aus d. Konzentrationslager / Henri Pieck. Mit e. Vorw. v. R. P. Cleveringa Buchenwald : reprod. naar zijn teekeningen uit het concentratiecamp / Henri Pieck. Met een voorw. van R. P. Cleveringa
Literatur Emil Carlebach / Willy Schmidt / Ulrich Schneider (Hg.): Buchenwald ein Konzentrationslager. Berichte – Bilder – Dokumente, Bonn 2000, ISBN 3-89144-271-8. Autorenkollektiv: Buchenwald. Mahnung und Verpflichtung. Dokumente und Berichte, Berlin 1983, S. 755
Siehe auch Biografisch Woordenboek van het Socialisme en de Arbeidersbeweging in Nederland („Biographisches Wörterbuch des Sozialismus und der Arbeiterbewegung in den Niederlanden“) „Oranjehotel“-Website
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Niederlande) Kategorie:Widerstandskämpfer im KZ Buchenwald Kategorie:Opfer der NS-Justiz Kategorie:Häftling im Oranjehotel Kategorie:Person (niederländischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1972 Kategorie:Mann