Champagnac-de-Belair (, ) ist eine französische Gemeinde im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Dronne et Belle. Die Einwohner werden Champagnacois und Champagnacoises genannt.

Geografie

Champagnac-de-Belair liegt etwa 15 Kilometer südsüdöstlich von Nontron und etwa 23 Kilometer nördlich von Périgueux am Übergang der Région naturelle des Périgord central zur Région naturelle des Ribéracois, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.

Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Die recht große Gemeinde setzt sich aus folgenden Lieu-dits, Weilern, Gehöften und einem Schloss zusammen:

Aux Quatre Routes, Barbarias, Bois de Coulonges, Chancelade, Château de la Borie, Chavalarias, Chavirat, Cheynou, Chez Duret, Combe de Fougère, Combe de Lalé, Coulonges, Fialarge, Gandeix, Genebrière, La Besse, La Borie, La Bourboule, La Chataignade, La Durantie, La Faye, La Mole, La Roussarie, Lardailler, Le Bournat, Le Fouzaud, Le Grand Lac, Le Grand Vigneau, Le Mougnaud, Le Petit Mars, Le Puy, Le Sorbier, Le Trincou, Le Valadier, Les Canquilloux, Les Grands Bois, Les Places, Libourny, Maison Froide, Martinières, Maucité, Puy de Grange, Puy-Hardy, Puylatour, Racaud, Saint-Marc, Talet, Terre Rouge, Verneuil, Veyrat und Vilotte.

Der topografisch tiefste Punkt mit liegt im Süden des Gemeindegebiets südlich vom Weiler Verneuil beim Austritt der Dronne aus dem Gemeindegebiet. Die höchste Stelle mit befindet sich an der Nordwestecke in unmittelbarer Nähe der Departementsstraße D 675 an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Pancrace. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.

Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung der Gemeinde Champagnac-de-Belair Die Bodenbedeckung der Gemeinde Champagnac-de-Belair schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

Wälder – 46,2 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 35,7 % Ackerland – 13,1 % Wiesen – 2,4 % Bebauung – 2,7 %.

Die landwirtschaftliche Nutzung steht im Vordergrund. Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzflächen (inklusive Ackerland und Wiesen) ist seit 1990 mit 50,3 % auf 51,2 % im Jahr 2018 leicht angestiegen.

Klima Champagnac-de-Belair besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima mit gemäßigtem Sommer (Cfb nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000

Jahresmittel: 12,1 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 2,7 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 7,4 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,0 °C Jahresniederschlag: 936 mm Niederschlagstage im Januar: 12,9 Niederschlagstage im Juli: 7,1

Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 63 Kilometer entfernten Wetterstation in Bergerac das langjährige Jahresmittel von 13,2 °C für 1971–2000 über 13,1 °C für 1981–2010 auf 13,3 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,1 °C innerhalb von 20 Jahren. mini|Hydrographische Karte von Champagnac-de-Belair Hydrografie Das Gemeindegebiet von Champagnac-de-Belair wird in etwa mittig von der Dronne in Südrichtung durchflossen. Die Südostecke durchzieht der nach Südwest entwässernde Trincou. In den Trincou mündet beim Weiler Lardailler noch ein aus Osten kommendes Trockental. In der Nähe der Westgrenze zu Cantillac verläuft in etwa parallel zur Dronne der Libourny, ein kleiner rechter Seitenarm der Dronne.

Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes in Champagnac-de-Belair beträgt 10 Kilometer.

Die Dronne und ihre Nebenflüsse gehören zum Flusssystem Isle-Dronne.

Geologie mini|Geologische Karte von Champagnac-de-Belair Das Gemeindegebiet von Champagnac-de-Belair wird in seiner Integralität von flach liegenden (Einfallswinkel 6 bis maximal 10° nach Süden bis Südwesten) Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens unterlagert.

Älteste aufgeschlossene Formation ist das Ligérien (Unterturon – Formation c3a) mit knolligen, plattigen Kreidekalken, zu sehen im Norden an der linken Dronneseite bei Martinières und ebenfalls linksseitig der Dronne bei Verneuil. Darüber folgt das Angoumien (Formationen c3b und c3c) mit seinen im Gelände markanten, relativ resistenten Rudistenkalken. Es säumt die Dronne beidseitig im Norden sowie im Süden bei Verneuil. Es ist ebenfalls beiderseits des Trincous nördlich von Lardailler anstehend. Über die Schichten des Angoumiens legen sich die festen Fossilkalke des Coniaciums (Formation c4). Sie flankieren den Mittelabschnitt der Dronne; so wurde auf ihnen der Ortskern von Champagnac-de-Belair erbaut. Sie ziehen dann weiter bis in die Südostecke der Gemeinde sowie in die Südwestecke an den Libourny. Der mesozoische Schichtverband endet gewöhnlich mit dem Untersanton (Formation c5a) – graue, plattige, glaukonithaltige Kalke –, vorwiegend anstehend im Nordwesten um Genebrière, östlich des Ortskerns bei Saint-Marc und in der äußersten Südostecke. Nur westlich von Fialarge sind auch noch die glaukonithaltigen, Austernschill-führenden Mergelkalke des Obersantons (Formation c5b-c) anzutreffen.

Die Höhenlagen am äußersten Nordwestrand werden gerade noch von Sedimenten eines fossilen Flusssystems aus dem Eozän bzw. Unterem Oligozän bedeckt – es handelt sich hier um Schotter und Kiese mit gelegentlich eingeschalteten Tonlinsen (Formation HF), die aus dem Massif Central bei Nontron heraus in Südwestrichtung geschüttet wurden. Die Höhenlage im Südosten bei La Faye wird von pliozänem bis altpleistozänem Plateaualluvium abgedeckt (Formation Fs bzw. Fs2).

Im Pleistozän umgelagertes Kolluvium (Formationen AC und ACF mit kolluvialen Tonen, Sanden, Kiesen und Schottern) bedeckt weite Gebiete der tieferen Höhenlagen; es zieht bandförmig von der Nordwestecke bis in die Südostecke der Gemeinde. Würmeiszeitlicher Hangschutt (Formation GP) findet sich im Tal des Trincous bei Lardailler sowie im benachbarten Trockental. Im Dronnetal wurden im Norden und im Süden risseiszeitliche Niederterrassen hinterlassen (Formation Fwb), die Talauen werden von rezenten holozänen Sedimenten (Formation K) verfüllt.

Erwähnenswert ist der Ausläufer der mit der Mareuil-Antiklinale assoziierten Mareuil-Störung, welcher südlich vom Château de la Borie in ostsüdöstlicher Richtung vorbeizieht. An dieser Störung wurde der südliche Schichtverband um zirka 20 Meter gegenüber der Nordseite angehoben.

Naturrisiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Champagnac-de-Belair Naturrisiken manifestieren sich in Champagnac-de-Belair als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen im Tal der Dronne Dürren Stürme Bodensetzungen.

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983 und 1993 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Im überwiegenden Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, ist über die Hälfte des Gemeindegebiets, insbesondere im Norden von einer mittleren, vor allem aber starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 2003 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Ein herausragendes Wintersturmereignis war das Sturmtief Martin im Dezember 1999, das enorme Schäden an den Wäldern und auch an der Infrastruktur hinterließ. Die Zerstörungen in den Wäldern sind selbst im Jahr 2022 noch zu erkennen.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes wurde erst im 14. Jahrhundert in den latinisierten Formen Campanhacum und Champagnacum (1380) erwähnt. Der Wortteil -nh-- hat die gleiche Aussprache wie -gn-. Er stammt vom Namen einer gallorömischen Person Campanius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Campaniacum, Landgut des Campanius). Campanius kommt vom lateinischen campania, der Region Kampanien im heutigen Italien.

Belair ist ein Ortsname, der in ganz Frankreich anzutreffen ist und oft auf ehemalige Herrensitze weist. Im okzitanischen Sprachraum trifft dies nicht zu, denn im Namen sind die französischen Wörter bel () und air () herauszulesen. Es scheint eher, dass der Ursprung im okzitanischen bèl èrm () zu finden ist. Das okzitanische ermführt das lateinische eremus () fort.Tanet, Hordé, Seite 93

Im 13. Jahrhundert war Champagnac Sitz des Erzpriestertums von Condat, das 27 Pfarrgemeinden umfasste.

Der Ort Champagnac ist seit der Antike besiedelt. An einem Ort namens La Terre Rouge wurde eine Fülle von Artefakten entdeckt, darunter eine mit Gräben umgebene jungsteinzeitliche und kupfersteinzeitliche Anlage. Der Ort blieb weiterhin bewohnt. So befinden sich hier unter anderem eine von einem Graben umgebene Erdhügelburg mit Vorburg sowie eine im 16. Jahrhundert wiederaufgebaute romanische Kirche.

Zum Dorf gehört auch das Schloss La Borie Saulnier, das jedoch die Hugenottenkriege nicht überstand. Es wurde im 16. und 17. Jahrhundert wiederaufgebaut. Zwischen 1747 und 1749 wurde die Gemeinde von der Pest heimgesucht, der zwischen 25 % und 30 % der Bevölkerung zum Opfer fielen. Um die Epidemie abzuwehren, wurde daraufhin eine Kapelle Notre-Dame-de-Bon-Secours errichtet.

Die Gemeinde hieß ursprünglich nur Champagnac und erhielt erst später den jetzigen Zusatz; so hieß sie ab 1801 Champagnac-de-Bel-Air und später dann Champagnac-de-Belair.

Von 1891 bis 1949 verband eine Straßenbahnlinie Périgueux mit Saint-Pardoux-la-Rivière und Champagnac-de-Belair. Das kleine Bahnhofsgebäude am Ufer der Dronne ist erhalten geblieben.

Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in Champagnac-de-BelairJahr Einwohner 1962 584 1968 590 1975 557 1982 606 1990 658 1999 685 2004 736 2006 738 2008 712 2009 699 2014 723 2016 733 2019 789

Quellen: EHESS und INSEE Die Bevölkerung in der Gemeinde Champagnac-de-Belair war abgesehen von zwei kleinen Zäsuren ab 1962 generell im Wachstum begriffen.

Bürgermeister Bürgermeister in Champagnac-de-Belair ist seit Mai 2020 Gérard Lacoste.

Präsidentschaftswahlen 2022 Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang Stimmen % Stimmen % Emmanuel Macron En marche ! EM 129 27,10 % 230 53,36 % Marine Le Pen Front national FN 124 26,05 % 201 46,64 % Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 98 20,59 % Éric Zemmour Reconquête 15 3,15 % Valérie Pécresse Les Républicains LR 10 2,10 % Jean Lassalle Résistons ! R 26 5,46 % Anne Hidalgo Parti socialiste PS 14 2,94 % Fabien Roussel Parti communiste français PC 17 3,57 % Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 11 2,31 % Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 22 4,62 % Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 7 1,47 % Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 3 0,63 % Gesamt 476 100 % 431 100 % Gültige Stimmen 476 97,14 % 431 91,51 % Ungültige Stimmen 14 2,86 % 40 8,49 % Wahlbeteiligung 490 81,13 % 471 77,98 % Enthaltungen 114 18,87 % 133 22,02 % Registrierte Wähler 604 604 Quelle: Ministère de l'Intérieur