Beslan (, , ) ist mit Einwohnern (Stand ) die drittgrößte Stadt in der zur Russischen Föderation gehörenden Republik Nordossetien-Alanien. Sie ist Zentrum des Rajons Prawobereschny (von „rechtes Ufer“; bezieht sich auf die Lage zum Fluss Terek) und liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Wladikawkas, der Hauptstadt von Nordossetien.

Verkehr Der zivile Flughafen Beslan hat die geografischen Koordinaten 43° 12' 18" Nord, 44° 36' 24" Ost. Die Stadt ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt zwischen Rostow am Don und Baku. Hier beginnt eine Zweigstrecke nach Wladikawkas. Darüber hinaus liegt Beslan an den russischen Fernstraßen R217 und A161.

Geschichte Der Ort wurde im Jahre 1847 von Nomaden aus Ossetien gegründet und auf Ossetisch /Beslanychjæu, „Siedlung von Beslan“ (nach dem örtlichen Adligen Beslan Tulatow) genannt. Im offiziellen russischen Sprachgebrauch war das Dorf nach dessen Nachnamen als /Tulatowo oder /Tulatowskoje bekannt. Eine westlich des Dorfes und der Bahnstrecke entstandene Siedlung trug wie die Bahnstation den offiziellen Namen Beslan und erhielt 1938 den Status einer Siedlung städtischen Typs. 1941 wurde das Dorf in /Iriston (ossetisch für Ossetien) umbenannt.

In den 1940er-Jahren wurde eine große Fabrik („Produktionskombinat“) zur Maisverarbeitung errichtet: Das „Beslankombinat“ stellt Maisstärke, Glukosesirup und Maiskeimöl her. 1950 wurden Siedlung und Dorf zusammengeschlossen und erhielten unter dem Namen Beslan die Stadtrechte.

Heute ist die Stadt durch Industrie und Landwirtschaft geprägt.

Geiselnahme von Beslan

Am 1. September 2004 nahmen tschetschenische Terroristen in einer örtlichen Schule am ersten Schultag des Jahres mehr als 1200 Geiseln, darunter ein Großteil Kinder, angeblich, um die Entlassung von in Inguschetien inhaftierten tschetschenischen Gesinnungsgenossen zu erwirken. Bei der Erstürmung der Schule kamen nach offiziellen Angaben 331 Geiseln ums Leben, die meisten von ihnen Minderjährige.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkung 1939 13.444 davon Siedlung Beslan 7.586, Dorf Tulatowo 5.858 1959 19.385 1970 26.893 1979 29.879 1989 32.469 2002 35.550 2010 36.728 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Söhne und Töchter der Stadt

Tajmuras Mamsurow (* 1954), Politiker Soslan Frajew (* 1970), Ringer Alan Dudajew (* 1981), Ringer Soslan Kzojew (* 1982), Ringer Kachaber Chubeschty (* 1987), Ringer Alan Dsagojew (* 1990), Fußballspieler, im August 2012 zum Ehrenbürger von Beslan ernannt Zelym Kotsoiev (* 1998), aserbaidschanischer Judoka

Literatur Julia Jusik: Die Schule von Beslan. Das Wörterbuch des Schreckens. Mit einem Vorwort von Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch (Originaltitel: Beslanskij slovar. Übersetzt von Helmut Ettinger). Dumont, Köln 2006, ISBN 3-8321-7994-1.

Weblinks

Offizielle Website der Stadtverwaltung Beslan (russisch) Beslan auf mojgorod.ru (russisch) Inoffizielle Beschreibung von Beslan (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nordossetien-Alanien Kategorie:Gemeindegründung 1847 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1950 Kategorie:Ort als Namensgeber für einen Asteroiden