mini|Luftbild Klinikum Friedrichshafen Das Klinikum Friedrichshafen ist ein Krankenhaus im baden-württembergischen Friedrichshafen am Bodensee.

Daten und Fakten Erstmals wurde in Friedrichshafen 1427 das „Spital zum Heiligen Geist von Buchhorn“ erwähnt.Aufgewertet: Wie die Stadt zum Klinikum kam. In: Schwäbische Zeitung vom 17. Juni 2011.

1892 wurde das „Karl-Olga-Krankenhaus“ in der Ailinger Straße eingeweiht. 1971 begannen die Bauarbeiten für eine moderne Klinik mit 460 Betten und Juni 1975 wurde das „Städtische Krankenhaus Friedrichshafen“ eröffnet. Im Jahr 2005 wurde aus dem Städtischen Krankenhaus im Westen der Stadt die Klinikum Friedrichshafen GmbH. Geschäftsführer ist Franz Klöckner (seit 2021).

Auf dem Krankenhaus-Gelände oberhalb von Friedrichshafen-Fischbach wurde der Medizin Campus Bodensee begründet. Viele weitere Gesundheitsversorger sind dort vertreten.

Zum Medizin Campus Bodensee gehört seit 2015 auch die Klinik Tettnang GmbH. Beide Krankenhäuser mit ihren Medizinischen Versorgungszentren bilden den kommunalen Klinikverbund Medizin Campus Bodensee (MCB). Das Krankenhaus Tettnang wurde zum 31. Mai 2026 dauerhaft geschlossen. Zwischen 2013 und 2020 gehörte auch das Krankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten zum MCB, welches aber 2020 dauerhaft geschlossen wurde.

Das Klinikum Friedrichshafen ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Der MCB arbeitet seit Jahren hochdefizitär. 2022 und 2023 erzielte er Verluste in zweistelliger Millionenhöhe, die die Stadt Friedrichshafen als Träger ausgleichen muss.

Im Jahr 2023 führten schwere Vorwürfe gegen einen Chefarzt des MCB zu einem erheblichen Vertrauensverlust in der Bevölkerung. In der Folge gingen die Patientenzahlen deutlich zurück, was die wirtschaftliche Lage mehrerer Einrichtungen nachhaltig beeinträchtigte. Am 8. April 2026 wurde bekannt, dass Teile des Klinikverbunds Insolvenz angemeldet haben und der Standort Tettnang zum 31. Mai 2026 geschlossen wird. Die Zukunft des Standorts Friedrichshafen sowie des gesamten Klinikverbunds blieben ungewiss.

Unregelmäßigkeiten Ende 2023 berichtete der Südkurier erstmals über ernsthafte Vorwürfe gegen das Klinikum. Intensivpatienten seien regelhaft durch unerfahrene Assistenzärzte betreut worden, es habe deshalb auch Todesfälle gegeben. Eine erfahrene Oberärztin, die die Missstände an den Vorstand gemeldet hatte, sei zum Schweigen verpflichtet und versetzt worden. Nach ihrer fristlosen Kündigung verübte sie Suizid. Anfang 2024 nahm die Staatsanwaltschaft Ravensburg Ermittlungen gegen fünf Ärzte des Klinikums auf. Der für die kardiologische Intensivstation verantwortliche Chefarzt wurde darauf vom Klinikum zunächst unter vollen Bezügen freigestellt, dann entlassen. Ihm wird außerdem vorgeworfen, Patienten intransparent in eine klinische Studie eingebracht zu haben, bei der sehr teure Herzeingriffe durchgeführt und abgerechnet worden seien. Von der Schwester der verstorbenen Oberärztin wurde gegen den ehemaligen Vorgesetzten am Klinikum Friedrichshafen Strafanzeige wegen Körperverletzung, Nötigung, Verleumdung und übler Nachrede erstattet.

Im Jahr 2023 gab es weitere Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Tod eines 18-Jährigen, der nach einem Fahrradunfall verstorben war. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die behandelnde Ärztin, den kritischen Zustand des Patienten nicht ausreichend erkannt zu haben, da sie keine Computertomografie anordnete. Dadurch konnten eine Schädelfraktur und eine Hirnblutung nicht rechtzeitig diagnostiziert werden. Am 4. Mai 2026 wurde die Ärztin vom Amtsgericht Tettnang wegen fahrlässiger Tötung zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zusätzlich zu der Bewährungsstrafe muss sie 20.000 Euro Schmerzensgeld an die Eltern des Verstorbenen zahlen.

Fachabteilungen Folgende Kliniken und Sektionen gibt es im MCB: Akut- und Notfallmedizin Friedrichshafen Allgemein- und Viszeralchirurgie Friedrichshafen-Tettnang, mit der Sektion Adipositaschirurgie Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie Friedrichshafen-Tettnang Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie, Onkologie und Palliativmedizin Friedrichshafen/Tettnang Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin Gynäkologie und Geburtshilfe, mit Brustzentrum Bodensee Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin, mit den Sektion Elektrophysiologie sowie Sektion Interventionelle Kardiologie und strukturelle Herzerkrankungen Klinik für Kinder und Jugendliche mit der Sektion Pädiatrische Psychosomatik Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie Neurologie, mit Sektion Geriatrie Diagnostische und Interventionelle Radiologie Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie und Endoprothetik Friedrichshafen/Tettnang Urologie, Kinderurologie und onkologische Urologie Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe Tettnang, mit zertifiziertem Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Klinik für HNO-Erkrankungen Tettnang

Darüber hinaus gibt es mehrere von den Fachgesellschaften zertifizierte Organ- und Kompetenzzentren.

Rettungshubschrauber mini|Christoph 45 mit Hangar

In direkter Nachbarschaft und mit Anbindung zum Klinikum Friedrichshafen ist der Rettungshubschrauber Christoph 45 der Deutschen Rettungsflugwacht stationiert.

Weblinks

Luftbild des Klinik-Areals

Einzelnachweise

Kategorie:Unternehmen (Friedrichshafen) F Kategorie:Bauwerk in Friedrichshafen Kategorie:Unternehmensgründung 2005