Der Grasblättrige Hahnenfuß (Ranunculus gramineus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Beschreibung mini|links|Illustration aus The Botanical Magazine, Volume 5, 1792, Tafel 164 mini|Habitus, Laubblätter und Blüte mini|Blüte im Detail
Vegetative Merkmale Der Grasblättrige Hahnenfuß ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die meist Wuchshöhen von 10 bis 25 (5 bis 50) Zentimetern erreicht. Als Überdauerungsorgan wird ein Rhizom gebildet. Die absterbenden Grundblätter bilden einen grundständigen Faserschopf. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl oder meist flaumig behaart. Der im Querschnitt runden Stängel ist markerfüllt.
Die grundständigen und am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind sitzend und meist behaart. Die grasartigen, graugrünen Grundblätter sind bei Breite von unter 1 Zentimetern sowie einer Länge von bis 15 Zentimetern linealisch oder linealisch-lanzettlich. Die wenigen Stängelblätter haben die gleiche Form wie die Grundblätter, sind aber kürzer.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von April bis Juni, selten bis Juli. Je Pflanzenexemplar sind mehrere (ein bis sechs, selten bis zu elf) langgestielte Blüten vorhanden.
Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von 1,5 bis 2, selten bis 3,5 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der kahle Blütenboden ist verkehrt-eiförmig-länglich. Die fünf anliegenden Kelchblätter sind gelblich und kahl. Die fünf gelben Kronblätter sind bei einer Länge von meist 7 bis 14 (5,5 bis 17) Millimetern verkehrt-eiförmig fast dreieckig. Es sind viele Staubblätter vorhanden.
In einem zur Fruchtreife eiförmige oder zylindrische Sammelnussfrucht sind viele Früchtchen angeordnet. Die kahlen Früchtchen sind bei einer Länge von 2 bis 3, selten bis zu 5 Millimetern eiförmig oder verkehrt-eiförmig und etwas abgeflacht. Ihr mit einer Länge von höchstens 0,5 Millimetern relativ kurzer Schnabel ist fast gerade.
Es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 16 vor.
Vorkommen und Gefährdung Es gibt Fundortangaben für Marokko, Algerien, Tunesien, Gibraltar, Spanien, Portugal, Andorra, Südfrankreich, Sardinien, Italien und die Schweiz.
Sie wächst in Mitteleuropa in Trockenrasen des Hügellandes und der unteren Bergstufe. In der Schweiz kommt Ranunculus gramineus nur in Trockenrasen über Kalkgestein in der kollin-montanen Höhenstufe nur im mittleren Rhonetal im Kanton Wallis vor. Siie gedeiht hier in Pflanzengesellschaften des Verbands der inneralpinen Felsensteppe (Stipo-Poion).
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Ranunculus gramineus gilt in der Schweiz als „vom Aussterben bedroht“, da die wenigen Schweizer Fundorte voneinander isoliert sind und ihr Habitat gestört oder gar zerstört wird, dabei erklärt die Schweiz, eine nationale Priorität von 2, also eine hohe nationale Priorität für den Schutz zu haben.
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Ranunculus gramineus erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 549. Synonyme für Ranunculus gramineus sind: Ranunculus luzulifolius , Ranunculus gramineus var. luzulifolius
Nutzung Der Grasblättrige Hahnenfuß wird selten als Zierpflanze für Stein- sowie Heidegärten genutzt und ist mindestens seit 1594 in Kultur.
Quellen Datenblatt Ranunculus gramineus mit Fotos und Verbreitung auf der Iberischen Halbinsel bei Flora Vascular.
Literatur Thomas Gaskell Tutin, J. R. Akeroyd: Ranunculus. In:
Einzelnachweise Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8: Nymphaeaceae to Ranunculaceae. Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6. S. 205. Thomas Gaskell Tutin, J. R. Akeroyd: Ranunculus. In: Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 147. E. Hörandl, E. von Raab-Straube (2015+): Ranunculeae. Datenblatt Ranunculus gramineus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Ranunculus gramineus mit Fotos und Verbreitung auf der Iberischen Halbinsel bei Flora Vascular.
Weblinks
Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora. Datenblatt Ranunculus gramineus mit Fotos und Verbreitung in Frankreich bei Tela Botanica. Datenblatt Ranunculus gramineus mit Fotos und Verbreitung in Italien bei Portale della Flora d'Italia - Portal to the Flora of Italy. Datenblatt Ranunculus gramineus mit Fotos und Verbreitung in Portugal bei Flora-on.
Kategorie:Hahnenfuß