Der Große Preis der Niederlande 1970 (offiziell XVIII Grote Prijs van Nederland) fand am 21. Juni auf dem Circuit Park Zandvoort in Zandvoort statt und war das fünfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1970.
Berichte Hintergrund McLaren trat nach einem Rennen Pause aufgrund des vorherigen Todes von Teamgründer Bruce McLaren wieder zu diesem Grand Prix an. Peter Gethin ersetzte bei McLaren den verletzten Denis Hulme.
Im March-Kundenteam von Ken Tyrrell startete erstmals François Cevert als Teamkollege von Jackie Stewart.
Bei Lotus wurde angenommen, dass der neue Typ 72 nach anfänglichen Problemen beim ersten Einsatz in Spanien nun ausgereift genug sei, um im Rennen konkurrenzfähig zu sein. Beide Werksfahrer traten daraufhin mit dem neuen Fahrzeug an.
Clay Regazzoni startete an diesem Wochenende bei Ferrari seine Formel-1-Karriere.
Erstmals anwesend war auch das Bellasi-Team des Schweizer Teamgründers und Fahrers Silvio Moser.
In der Fahrerwertung führte Jack Brabham mit zwei Punkten vor Stewart und mit fünf Punkten vor Pedro Rodríguez. In der Konstrukteurswertung führte March mit zwei Punkten vor Brabham und mit vier Punkten vor McLaren.
Mit Stewart, Brabham (jeweils zweimal) und Graham Hill (einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Während der Trainingssitzungen geschahen zwei größere Unfälle durch Brabham beziehungsweise Rodríguez, die sich jeweils mit ihren Fahrzeugen überschlugen. Beide blieben allerdings unverletzt.
Jochen Rindt sicherte sich die Pole-Position vor Stewart und Jacky Ickx. Chris Amon und Jackie Oliver bildeten die zweite Reihe in der damals noch nach dem Schema 3-2-3-2 gebildeten Startaufstellung.
Rennen miniatur|links|hochkant=1.3|Rennstart mini|Piers Courage Unfallstelle Der Start des Rennens wurde um einige Stunden vorgezogen, um einen Zeitversatz zu dem am selben Tag stattfindenden Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko-Stadt zu erreichen.
Amon blieb am Start zunächst mit Kupplungsproblemen stehen. Alle hinter ihm startenden Fahrer passierten ihn zwar ohne Kollisionen, jedoch mit einer kurzen Verzögerung. Auf diese Weise konnten sich die Piloten, die vor und neben Amon starteten, direkt einen kleinen Vorsprung herausfahren. Nach diesem Durcheinander kam es in den ersten Runden zu zahlreichen Überholmanövern. miniatur|rechts|hochkant=1.3|Jochen Rindt vor Jacky Ickx
Dabei fiel vor allem der Debütant Regazzoni auf, der innerhalb weniger Runden drei Kollegen überholte. Kurze Zeit nachdem Piers Courage John Miles überholt hatte und dadurch auf dem siebten Rang lag, verunglückte er in Runde 23. Sein De Tomaso-Ford kollidierte mit einem Pfosten, überschlug sich und fing Feuer. Courage starb an der Unfallstelle. Es dauerte einige Zeit, bis die Feuerwehr das brennende Magnesium-Chassis löschen konnte.
Trotzdem wurde das Rennen ohne Unterbrechung fortgesetzt. Rindt gab seine Führung bis ins Ziel nicht mehr ab und erreichte so den ersten Sieg mit dem künftigen Erfolgsmodell Lotus 72. Durch einen Plattfuß und den dadurch notwendigen Reifenwechsel an der Box verlor Ickx den zweiten Platz an Stewart. Auch Regazzoni kam zunächst an Ickx vorbei, dieser überholte ihn jedoch im weiteren Verlauf des Rennens wieder und sicherte sich so den dritten Platz.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 BRM P153 BRM P142 3.0 V12 2 3 4 De Tomaso 505 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 5 March 701 6 8 9 10 Lotus 72C 12 Lotus 72B 15 Lotus 49C 16 McLaren M7C 18 Brabham BT33 19 20 McLaren M14A 32 21 McLaren M14D Alfa Romeo T33 3.0 V8 Colin Crabbe Racing 22 March 701 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 23 Matra MS120 Matra MS12 3.0 V12 24 25 Ferrari 312B Ferrari 001 3.0 F12 26 29 Bellasi F1 70 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 31 Lotus 49B
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:18,50 192,290 km/h 1 2 1:18,73 191,729 km/h 2 3 1:18,93 191,243 km/h 3 4 1:19,25 190,471 km/h 4 5 1:19,30 190,351 km/h 5 6 1:19,48 189,919 km/h 6 7 1:20,07 188,520 km/h 7 8 1:20,24 188,121 km/h 8 9 1:20,32 187,933 km/h 9 10 1:20,38 187,793 km/h 10 11 1:20,41 187,723 km/h 11 12 1:20,76 186,909 km/h 12 13 1:20,89 186,609 km/h 13 14 1:21,18 185,942 km/h 14 15 1:21,18 185,942 km/h 15 16 1:21,24 185,805 km/h 16 17 1:21,27 185,736 km/h 17 18 1:21,35 185,554 km/h 18 19 1:21,36 185,531 km/h 19 DNQ 1:21,36 185,531 km/h – 21 1:21,75 184,646 km/h 20 DNQ 1:22,34 183,323 km/h – DNQ 1:23,37 181,058 km/h – DNQ 1:24,29 179,082 km/h –
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 80 0 1:50:43,4 1 1:19,91 (3.) 2 80 0 + 30,0 2 1:20,93 (7.) 3 79 1 + 1 Runde 3 1:19,23 (22.) 4 79 0 + 1 Runde 6 1:22,52 (6.) 5 79 0 + 1 Runde 10 1:23,80 (68.) 6 79 0 + 1 Runde 14 1:22,28 (3.) 7 78 0 + 2 Runden 8 1:23,85 (7.) 8 78 0 + 2 Runden 13 1:23,30 (3.) 9 78 0 + 2 Runden 16 1:23,07 (3.) 10 77 0 + 3 Runden 7 1:21,88 (9.) 11 76 2 + 4 Runden 12 1:23,08 (3.) – 71 1 NC 20 1:23,31 (70.) – 31 0 DNF 15 1:24,13 (9.) – 26 0 DNF 18 1:24,33 (5.) – 23 0 DNF 5 1:21,78 (5.) – 22 0 DNF 9 1:22,65 (12.) – 22 0 DNF 17 1:21,57 (5.) – 18 0 DNF 11 1:22,20 (3.) – 2 0 DNF 19 1:25,55 (2.) – 1 0 DNF 4 2:38,88 (1.)
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten sechs Ergebnisse der ersten sieben und die besten fünf der letzten sechs Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 March-Ford 192 Lotus-Ford183 Brabham-Ford154 B.R.M.105 McLaren-Ford9 6 Matra 97 Lotus-Ford68 † McLaren-Ford69 March-Ford610 Matra511 Ferrari412 March-Ford413 Ferrari 314 Ferrari 315 March-Ford 2 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte16 Lotus-Ford 217 Brabham-Ford 218 McLaren-Ford 119 March-Ford 020 Lotus-Ford 022 Brabham-Ford 023 Lotus-Ford 024 Lotus-Ford 0– B.R.M. 0– † De Tomaso-Ford 0– B.R.M. 0– Brabham-Ford 0– March-Ford 0– McLaren-Ford 0– McLaren-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 252 233 174 16 Pos. Konstrukteur Punkte5 136 107 7– 0 Weblinks
Einzelnachweise
Niederlande #1970 Kategorie:Circuit Zandvoort