Bernhard Witkop (* 9. Mai 1917 in Freiburg im Breisgau; † 22. November 2010 in Chevy Chase, Maryland) war ein deutsch-US-amerikanischer Chemiker und Professor für Organische Chemie.
Leben und Werk Witkop wurde als Sohn von Philipp Witkop – Professor für neuere deutsche Literatur an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – und seiner Frau Hedwig Hirschborn im Mai 1917 geboren. Einem Rat des späteren Chemie-Nobelpreisträgers Richard Willstätter folgend, nahm er das Chemiestudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München auf und wurde bereits 23-jährig mit einer Arbeit über die Isolierung und Kristallisation des Knollenblätterpilz-Giftes Phalloidin 1940 promoviert. Sein Doktorvater war Heinrich Otto Wieland, der sich schützend vor Bernhard Witkop stellte und so den (im Nazi-Jargon) halbjüdischen Chemiker schützte. Witkop blieb in München und Weihenstephan und habilitierte sich 1946 an der LMU München. 1947 wanderte Witkop in die USA aus. Ein Stipendium ermöglichte ihm Forschungsarbeiten an der Harvard University. Dort befreundete er sich mit dem Naturstoffchemiker und späteren Nobelpreisträger Robert Burns Woodward. Ab 1950 wirkte Witkop am National Institute of Arthritis and Metabolic Disesases, einem Teilinstitut der National Institutes of Health in Bethesda in Maryland, wo er das „Laboratory of Chemistry“ von 1957 bis 1987 leitete.
In seinen letzten Lebensjahrzehnten beschäftigte Witkop sich mit der Geschichte und Philosophie der Naturwissenschaften. Unter anderem setzte er sich dabei mit dem Wirken von Emil Fischer, Heinrich Otto Wieland, Theodor Wieland, Percy Julian und Munio Kotake auseinander.
Er veröffentlichte etwa 370 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften.
Bernhard Witkop war von 1945 bis zu seinem Tod mit Marlene Prinz Witkop verheiratet, mit der er drei Kinder hatte.
Preise und Auszeichnungen (Auswahl) 1969: Mitglied der National Academy of Sciences 1971: Mitglied der Leopoldina 1971: Paul-Karrer-Medaille der Universität Zürich 1975: Orden des Heiligen Schatzes des Kaisers von Japan 1978: Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences 1990: Goldenes Doktordiplom der LMU München 1999: Mitglied der American Philosophical Society Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste
Weblinks Kurzübersicht über die wissenschaftlichen Leistungen Witkops (PDF; 152 kB)
Teilnachlass im Leo Baeck Institute New York: Bernhard Witkop Collection (archive.org)
Oral history interview with Bernhard Witkop
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der American Philosophical Society Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Schatzes Kategorie:Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 2010 Kategorie:Mann