Georgia (englische Aussprache ), amtlich , ist ein Bundesstaat im Südosten der Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Georgia wurde 1732 als letzte der Dreizehn Kolonien gegründet und ratifizierte am 2. Januar 1788 als vierter Bundesstaat die Verfassung der Vereinigten Staaten. Am 19. Januar 1861 sagte es sich von den Vereinigten Staaten los und war bis 1865 einer der elf Konföderierten Staaten von Amerika. Georgia wurde nach dem britischen König Georg II. benannt. Der Spitzname ist Peach State (Pfirsich-Staat).
Geographie Geographische Lage Der Norden des Staates liegt im Gebirge Blue Ridge Mountains. Der höchste Punkt des Staates ist der Brasstown Bald (1458 m). Die Küstenlänge am Atlantik beträgt 161 km.
Ausdehnung des Staatsgebiets
Georgia hat in West-Ost-Richtung eine Breite von 370 km zwischen 81°W und 85°53'W und in der Nord-Süd-Richtung eine Länge von 480 km zwischen 30°31'N und 35°N.
Nachbarstaaten Georgia grenzt im Osten an den Atlantik, im Nordosten an den US-Bundesstaat South Carolina, im Norden an die Bundesstaaten North Carolina und Tennessee, im Westen an den Bundesstaat Alabama und im Süden an den Bundesstaat Florida.
Die Grenze zu South Carolina wird, beginnend am Atlantik, vom Savannah River gebildet – bis zu jener Stelle, an der der Tugaloo River und Seneca River zusammenfließen und den Savannah River bilden. Westlich davon bildet der Tugaloo die Grenze zwischen Georgia und South Carolina. Die weitere Grenze zu South Carolina bildet der Chattooga River, ein Zufluss des Tugaloo. Der Savannah River ist insbesondere in seinem Oberlauf an mehreren Stauseen aufgestaut. Ursprünglich bildete der Talweg des Flusses die Grenze zwischen Georgia und South Carolina, durch das Aufstauen der Seen ist dieser vielerorts allerdings nicht mehr zu erkennen. Die Grenze zu South Carolina ist die einzige Georgias, die ausschließlich von Gewässern gebildet wird, und wurde 1797 im Vertrag von Beaufort (Treaty of Beaufort) festgelegt.
Im nordöstlichsten County, Rabun County, beginnt die Grenze mit North Carolina, die ab dort strikt westwärts entlang des 35. Breitengrades verläuft. Diese nördliche Grenze des Bundesstaates Georgia wird in etwa zur Hälfte von der Grenze mit North Carolina gebildet, zur anderen Hälfte von derjenigen zu Tennessee, das bis zur Selbstständigkeit ein Territorium von North Carolina war. Im Nordwesten grenzt Georgia direkt an Chattanooga. Etwas weiter westlich macht die Grenze einen scharfen Schwenk nach Süden. Westlich der Grenze liegt Alabama. In der nördlichen Hälfte verläuft die Grenze in gerader Linie südsüdostwärts, bis sie bei West Point den Chattahoochee River erreicht, der fortan die Grenze in der südlichen Hälfte bildet. Diese ist zugleich die Grenze zwischen zwei Zeitzonen: In Georgia gilt Eastern Time, in Alabama Central Time.
Die südliche Grenze gegenüber Florida erstreckt sich vom Zusammenfluss des Flint River und Chattahoochee River (der auf Florida-Seite als Apalachicola River weiter nach Süden fließt) in östlicher Richtung. Zunächst ist der Grenzverlauf gerade, im Osten folgt er dem Lauf des St. Mary’s River in den Atlantik.
Gliederung Georgia ist in 159 Countys unterteilt. Somit ist Georgia nach Texas mit 254 Countys der Bundesstaat mit der zweithöchsten Anzahl an Countys.
Naturdenkmäler mini|Die Ruinen von Dungeness in der Cumberland Island National Seashore (2005)
Der National Park Service weist für Georgia einen National Scenic Trail, einen National Historic Trail, eine National Recreation Area, eine National Seashore und drei National Heritage Areas aus:
Appalachian Trail Pfad der Tränen Chattahoochee River National Recreation Area Cumberland Island National Seashore Arabia Mountain National Heritage Area Augusta Canal National Heritage Area Gullah/Geechee Cultural Heritage Corridor
Hinzu kommen elf National Natural Landmarks (Stand 30. September 2017).Georgia. In: nps.gov. Abgerufen am 19. November 2018.
Kulturdenkmäler mini|Grablege von Martin Luther King und Coretta Scott King im Martin Luther King Jr. National Historical Park (2012)
In Georgia liegen drei National Monuments, ein National Military Park, ein National Battlefield Park, zwei National Historic Sites und ein National Historical Park:
Fort Frederica Fort Pulaski Ocmulgee Chickamauga and Chattanooga National Military Park Kennesaw Mountain National Battlefield Park Andersonville National Historic Site Jimmy Carter National Historic Site Martin Luther King Jr. National Historical Park
Hinzu kommen 49 National Historic Landmarks sowie 2141 Bauwerke und Stätten, die im National Register of Historic Places eingetragen sind (Stand 30. September 2017).Georgia. In: nps.gov. Abgerufen am 20. November 2018.
Bevölkerung Demografie
mini|links|Bevölkerungsdichte in Georgia
In Georgia leben 9.687.653 Einwohner (Stand: 2010), davon 55,9 % Weiße, 30,5 % Afroamerikaner, 8,8 % Hispanics oder Latinos, 3,2 % Asiatische Amerikaner und 0,3 % Indianer. Georgia belegt unter den Bundesstaaten den 9. Rang nach Einwohnerzahl. Es existieren 3.540.690 Haushalte.US Census Bureau
Religionen Die wichtigsten Religionsgemeinschaften im Jahr 2000 waren die Southern Baptist Convention mit 1.719.484 Angehörigen, die United Methodist Church mit 570.674 Personen und die Katholische Kirche mit 374.185 Angehörigen.
Es gibt viele andere, vor allem protestantisch geprägte Konfessionen.
Größte Städte Die Städte in Georgia mit mindestens 50.000 Einwohnern sind gemäß der Volkszählung 2020:
Geschichte Die ersten Europäer waren der Spanier Lucas Vázquez de Ayllón, welcher 1526 nahe der Insel St. Catherine's Island die erste Kolonie gründete, und Hernando de Soto, der 1540 an die Küste von Georgia kam und die Region erforschte. Zu dieser Zeit lebten in Georgia bereits seit langem die indigenen Völker der Hitchiti, Muskogee (oder Creek) und Yamasee.
1566 gründeten die Spanier Santa Catalina. Der Konflikt zwischen Spanien und England brach ungefähr 1670 aus, als die Engländer vom Norden aus Carolina und die Spanier vom Süden aus Florida aufeinander trafen. 1680 konnten sie das spanische Santa Catalina besetzen.
Die Briten nannten das Land zu Ehren ihres Königs Georg II. Georgia. Am 17. November 1732 fuhr der englische Abenteurer James Oglethorpe mit 120 Genossen nach Georgia, um die erste britische Siedlung in Georgia zu gründen. Er und 114 Kolonisten erreichten am 12. Februar 1733 Yamacraw Bluff und gründeten die Stadt Savannah und somit die Province of Georgia. Später schlossen sich weitere Menschen der Siedlung an, so Salzburger und Schotten. Nach blutigen Kämpfen mit den Spaniern und inneren Streitigkeiten erhielt die Kolonie 1752 einen königlichen Gouverneur und 1755 eine Provinziallegislatur. 1776 konnte sich Georgia von den Briten lösen und wurde autonom.
Georgia gehörte zu den 13 Kolonien, die gegen die britische Herrschaft in Nordamerika revoltierten (Unabhängigkeitskrieg). Es trat den USA am 2. Januar 1788 als vierter Bundesstaat bei. 1798 verbot Georgia als letzter der US-Bundesstaaten den Sklavenhandel, aber nicht den Einsatz von Sklaven. 1802 überließ es gegen eine Entschädigung seine Ansprüche auf das Land jenseits der heutigen Westgrenze an die Union. Konflikte bei der Landabfindung der Creek und Cherokee, die nach Westen ins Indianerterritorium verfrachtet wurden, kamen 1838 zwischen der Bundes- und der Staatsregierung auf, wurden aber friedlich gelöst.
Während des Bürgerkrieges (1861–1865) gehörte Georgia den Konföderierten Staaten von Amerika an und hatte unter den Kriegseinwirkungen schwer zu leiden. Der Unionsgeneral Sherman hatte Ende 1864 einen Eroberungsfeldzug durch Georgia (von Atlanta bis Savannah) gemacht und dabei die meisten Städte und Landstriche, die auf seinem Weg lagen, verwüstet.
Ende 1946/Anfang 1947 durchlebte Georgia eine Verfassungskrise und hatte für einen kurzen Zeitpunkt drei Gouverneure: Melvin Thompson, Vizegouverneur Georgias, Wahlsieger Herman Talmadge und der scheidende Gouverneur Ellis Arnall stritten sich um das Amt, Talmadge griff sogar zu militärischen Mitteln. Der Oberste Gerichtshof Georgias beendete schließlich den bizarren Konflikt. In den 1960er und 1970er Jahren gab es Proteste durch Anhänger der Bürgerrechtsbewegung, die gegen die damals vorherrschende Rassentrennung kämpfte. Georgia war dabei aus Sicht der Kämpfer für die Gleichberechtigung einer der rückständigsten Staaten der USA. Erst im Juni 1967 wurde der Staat durch den Obersten Gerichtshof dazu gezwungen, als einer der letzten Staaten der USA das Verbot der Mischehen aufzuheben. Bis dahin war es Nicht-Weißen verboten, Weiße zu heiraten.
Atlanta erlebte in den vergangenen Jahrzehnten einen wirtschaftlichen und auch demografischen Aufschwung. Nach der 1980 vollzogenen Erweiterung des Flughafens entwickelte sich der Hartsfield–Jackson Airport zu einem der weltweit größten Flughäfen; nach der Zahl der Passagiere (Stand: 2012) ist er der weltgrößte und hat zum Aufschwung beigetragen. Seit 1991 hat UPS seinen Sitz in Atlanta. Äußeres Zeichen für den Wirtschaftsaufschwung war die 1992 erfolgte Fertigstellung des Bank of America Plaza, des höchsten Gebäudes Atlantas und des, zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung bis 2017 höchsten der Vereinigten Staaten außerhalb von New York City oder Chicago. Das Internationale Olympische Komitee vergab 1990 die Olympischen Sommerspiele 1996 in die Stadt.
Politik Politische Landschaft + Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen Jahr Republikaner Demokraten 202450,55 % 2.663.117 48,36 % 2.548.017 2020 49,26 % 2.461.85449,50 % 2.473.633 201651,05 % 2.089.104 45,89 % 1.877.963 201253,40 % 2.070.221 45,44 % 1.761.761 200852,20 % 2.048.744 47,00 % 1.844.137 200457,97 % 1.914.254 41,37 % 1.366.149 200054,67 % 1.419.720 42,98 % 1.116.230 199647,01 % 1.080.843 45,84 % 1.053.849 1992 42,88 % 995.25243,47 % 1.008.966 198859,75 % 1.081.331 39,50 % 714.792 198460,17 % 1.068.722 39,79 % 706.628 1980 40,95 % 654.16855,76 % 890.733 1976 32,96 % 483.74366,74 % 979.409 197275,04 % 881.496 24,65 % 289.5291968* 30,40 % 380.111 26,75 % 334.440 196454,12 % 616.584 41,15 % 522.557 1960 37,43 % 274.47262,54 % 458.638 1956 32,65 % 216.65266,48 % 441.094 1952 30,34 % 198.97969,66 % 456.823 1948 18,31 % 76.69160,81 % 254.646 1944 18,25 % 59.88081,74 % 268.187 1940 14,83 % 46.36084,85 % 265.194*Den Sieg holte George Wallacevon der American Independent Partymit 42,83 % bzw. 535.550 Stimmen
mini|Georgia State Capitol (2016) mini|Rückseite des State Quarters von Georgia (1999)
Der Staat hat sich erst Ende des 20. Jahrhunderts zum Red State entwickelt. Er hebt sich daher von den meisten anderen der Südstaaten ab, die diese Entwicklung durchschnittlich zehn Jahre früher vollzogen. In den ersten hundert Jahren seit der Gründung der Republikanischen Partei im Jahre 1854 konnte diese kein einziges Mal bei Präsidentschaftswahlen in Georgia gewinnen. Zum ersten Mal gelang ihr dies 1964, als im Süden, trotz des überwältigenden Sieges des Demokraten Lyndon B. Johnson, der Aufstieg der Republikaner bereits begann. Danach konnten die Demokraten noch 1976 und 1980, als mit Jimmy Carter der ehemalige Gouverneur von Georgia kandidierte, und 1992 mit Bill Clinton aus dem Südstaat Arkansas die Wahlen in Georgia für sich entscheiden. Mit der Liberalisierung der Demokratischen Partei auf Bundesebene wurde es für diese schwieriger, im konservativ geprägten Gebiet des Deep South Erfolge zu erzielen. Seit den 1990er-Jahren stellten die Republikaner auch die US-Senatoren Georgias, die sonst traditionell Demokraten waren; der Senator Zell Miller trat zudem als Demokrat beim republikanischen Nominierungsparteitag 2004 auf, um John Kerry politisch bloßzustellen.