Die Saison 2011/12 der Österreichischen Eishockeyliga begann im September 2011. Titelverteidiger war der EC Red Bull Salzburg. Im Playoff-Finale setzte sich der EHC Linz gegen den EC KAC durch und gewann zum zweiten Mal nach 2003 den österreichischen Meistertitel.
Teilnehmende Mannschaften
Die zehn Mannschaften, die in den vergangenen drei Spielzeiten in der Liga gespielt hatten, traten erneut an. Im Mai 2011 wurde bekannt, dass der tschechische Club Orli Znojmo, der bis dato in der 1. Liga gespielt hatte, großes Interesse an einem Wechsel in die EBEL hegte. Dies basierte in erster Linie auf der Tatsache, dass der Verein das Budget für einen Aufstieg in die Extraliga nicht aufbringen konnte.Expandiert die EBEL nach Tschechien?, Bericht auf hockeyfans.at vom 20. Mai 2011 Am 31. Mai wurde schließlich bekannt, dass der Club als elftes Team in die EBEL aufgenommen wurde. Die Mannschaft in der tschechischen 1. Liga sollte jedoch weiterhin bestehen bleiben.Es ist fix: Znaim wird 11. Team der EBEL, Bericht auf hockeyfans.at vom 31. Mai 2011 Die Tschechen unterzeichneten zunächst einen Dreijahresvertrag mit der EBEL und wollen in der ersten Saison mit rund einer Million Euro Budget starten und vor allem junge tschechische Spieler forcieren.Znaim bestätigt EBEL-Einstieg, Bericht auf hockeyfans.at vom 2. Juni 2011
Voraussetzung für die Teilnahme der Tschechen an der EBEL war eine Regelung der Spieler-An- und Abmeldeformalitäten. Der tschechische Verband, der ÖEHV und der IIHF haben sich Mitte Juni darauf geeinigt, dass dies in Zukunft über eine Suborganisation des ÖEHV abgewickelt wird.IIHF sagt ha zum Znaim-Wechsel in die EBEL, Bericht auf hockeyfans.at vom 14. Juni 2011
Anfang Juni wurde außerdem bekannt, dass der ungarische Club Dab.Docler langfristig eine Teilnahme an der EBEL anstrebt. Vorläufig hat der Club jedoch nur für eine Teilnahme an der Nationalliga genannt und möchte parallel dazu weiterhin an der MOL Liga teilnehmen.Kommt ein zweites Team aus Ungarn?, Bericht auf hockeyfans.at vom 2. Juni 2011
Teams der Saison 2011/12 (gereiht nach Vorjahrsplatzierung)
Mannschaft Vorjahresplatzierung Trainer EC Red Bull Salzburg Meister Pierre Pagé EC KAC Vizemeister Emanuel Viveiros (bis 13. Februar)KAC-Trainer Manny Viveiros nimmt den Hut, Bericht auf hockeyfans.at vom 13. Februar 2012 Christian Weber Vienna Capitals Halbfinal-Out Tommy SamuelssonTommy Samuelsson neuer Capitals-Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 31. März 2011 EC VSV Halbfinal-Out Michael Stewart EHC Liwest Linz Viertelfinal-Out Rob DaumDer neue Black-Wings-Trainer heißt Rob Daum, Bericht auf hockeyfans.at vom 15. März 2011 HDD Olimpija Ljubljana Viertelfinal-Out Hannu Järvenpää KHL Medveščak Zagreb Viertelfinal-Out Marty RaymondZagreb hat einen neuen Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 2. Juni 2011 EC Graz 99ers Viertelfinal-Out Mario Richer Alba Volán Székesfehérvár 9. Kevin Primeau HK Jesenice 10. Heikki Mälkiä Orli Znojmo Neu in der Liga Karel Soudek (bis 4. Oktober 2011) Martin StloukalZnaim feuert seinen Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 4. Oktober 2011
Farmteams Nachdem die Teilnahme der Farmteams an der Oberliga in der Saison zuvor recht erfolgreich verlaufen war, ließen vier der sechs österreichischen Clubs ihre Zweitmannschaften nunmehr in der zweithöchsten Spielklasse, der Nationalliga antreten. Lediglich der EC Red Bull Salzburg und der EC VSV entschieden sich dazu, ihre Farmteams nicht teilnehmen zu lassen. Letztere reagierten auf das Aus der Oberliga-Saison mit einer Nennung ihres Teams für die Tiroler Eliteliga.
Modus und Reglement Bedingt durch nunmehr ungerade Anzahl an Mannschaften wurde der Austragungsmodus überarbeitet. Gespielt wird nunmehr im Grunddurchgang eine doppelte Hin- und Rückrunde, wobei jede Mannschaft an 44 Spieltagen 40 Spiele absolviert und an vier Spieltagen pausiert. Danach wird das Teilnehmerfeld geteilt: in der oberen Gruppe ermitteln die Mannschaften auf den Rängen eins bis sechs die endgültige Platzierung für die Playoffs, in der unteren Gruppe spielen die verbleibenden fünf Teams um die beiden übrigen Playoff-Plätze. In beiden Gruppen werden basierend auf den Platzierungen des ersten Durchgangs Bonuspunkte vergeben. Anschließend folgen die Playoffs mit Viertelfinale, Halbfinale und Finale.
Der Modus mit zusätzlicher Zwischenrunde wurde bereits in der Saison 2007/08 angewandt, fand dort jedoch wenig Zustimmung bei den Fans, da die Zwischenrunde für die obere Gruppe vergleichsweise bedeutungslos ist.
Auch die Beginnzeiten der Spiele wurden verschoben. Mit TV-Partner ServusTV wurde ausverhandelt, dass die Sonntags-Partien nunmehr um 17:30 Uhr statt um 18:00 beginnen, um mehr Zeit für das anschließende Magazin zu haben, das jedoch nur wenig später gekippt wurde. Stattdessen findet die Berichterstattung nun am Montagabend im Rahmen des "Talk im Hangar 7" statt; die geänderte Beginnzeit blieb bestehen. In den Playoffs werden die Partien unter der Woche jedoch statt um 19:15 Uhr um 20:30 gestartet, was jedoch dazu führt, dass die Spiele sehr spät enden.EBEL: Neuer Modus, neue Beginnzeiten, Bericht auf hockeyfans.at vom 5. Juni 2011
Transfers EC Red Bull Salzburg Mit Thomas Koch kehrte einer der Schlüsselspieler dem Verein den Rücken und kehrte in seine Heimatstadt Klagenfurt zum EC KAC zurück. Ebenso verließ mit Marco Pewal (EC VSV) ein Spieler den Club, der seit dem Einstieg der Salzburger in die EBEL in Salzburg aktiv gewesen war. Praktisch im Austausch für letzteren kam mit Andreas Kristler ein talentierter junger Spieler aus Villach zu den Red Bulls.
Vienna Capitals Die Vienna Capitals ersetzten nach vier Jahren der Zusammenarbeit Trainer Kevin Gaudet gegen den Schweden Tommy Samuelsson, der als Spieler bereits beim früheren Wiener Club CE Wien aktiv gewesen war und in der Saison 2004/05 bereits den EBEL-Club HC Innsbruck trainiert hatte. Da David Rodmans Vertrag nicht verlängert wurde, würden er und sein Bruder Marcel erstmals seit mehreren Jahren nicht beim selben Club unter Vertrag stehen. Nachwuchsspieler Martin Ulmer wechselte in die National League B zum HC Lausanne. Neu zur Mannschaft kamen drei Spieler aus der DEL: Torhüter Sebastian Stefaniszin (Nürnberg Ice Tigers), Pat Kavanagh (Iserlohn Roosters) und Jon Insana (Iserlohn Roosters) verstärken das Team. Zudem wurde Jonathan Ferland vom VSV unter Vertrag genommen. Außerdem wurde Reinhard Divis in seine Heimatstadt zurückgeholt.
EC VSV Mit Ende der Saison wurde der Vertrag mit Trainer Michael Stewart verlängert, der den Posten des Trainers in der vorangegangenen Saison von Johan Strömwall übernommen hatte. Die beiden Nachwuchsspieler Andreas Kristler und Michael Raffl verließen den Club in Richtung Salzburg bzw. Schweden (Leksands IF). Als Ersatz wurde der Villacher Marco Pewal aus Salzburg verpflichtet. Außerdem wurde Pierre-Luc Sleigher von den Bietigheim Steelers aus der 2. Eishockey-Bundesliga unter Vertrag genommen. Stürmer Kyle Wanvig wurde vom slowakischen Club HK Poprad verpflichtet, Verteidiger Craig Weller wechselte vom britischen Club Cardiff Devils an die Drau. Mit Marco Wieser wurde außerdem ein junger einheimischer Goalie zurückgeholt, der zuvor zwei Jahre in der nordamerikanischen NAHL gespielt hatte. Mit Lynn Loyns wurde ein weiterer Stürmer verpflichtet, der in der Vorsaison beim HC Pustertal in der italienischen Serie A1 aktiv war.
30px|Logo des EC KAC EC KAC Der EC KAC hatte bereits während der laufenden letzten Saison die Verträge mit einigen der jungen Spieler verlängert. So wurden unter anderem Stefan und Manuel Geier, Thomas Hundertpfund, Markus Pirmann, Raphael Herburger, Stefan Schumnig und Johannes Kirisits mit langfristigen Verträgen ausgestattet. Außerdem wurde der Klagenfurter Thomas Koch zurückgeholt. Der Kanadier Jeff Shantz beendete seine aktive Karriere ebenso wie Verteidiger Sean Brown. Wie im Vorjahr Tyler Scofield wurde mit John Lammers erneut ein Stürmer vom HC Plzeň nach Klagenfurt geholt.
30px|Logo des EHC Linz EHC Linz Beim EHC Linz fand nach dem hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Abschneiden in der Vorsaison eine umfangreiche Umgestaltung des Kaders statt. Mit Brad Purdie, Rob Shearer, Reid Cashman, Rich Bronilla und Jason Ward verließ eine große Anzahl an Leistungsträgern den Club, um durch neue Spieler ersetzt zu werden. Ebenso wurde Trainer Kim Collins nach zwei Spielzeiten entlassen und durch Rob Daum ersetzt. Dem standen einige Neuverpflichtungen gegenüber: mit Mike Ouellette wurde nach der Vorsaison erneut der Topscorer der Graz 99ers verpflichtet, dazu kam mit Rob Hisey ein weiterer ehemaliger Spieler der 99ers. Mit Adrian Veideman (Iserlohn Roosters, DEL) und Justin Kurtz (REV Bremerhaven, 2. Bundesliga) folgten zwei erfahrene Legionäre. Zusätzlich wurde die Mannschaft mit einigen jungen Spielern verstärkt: Patrick Spannring und Marcel Wolf kamen vom Nationalligist EC Dornbirn, und Michael und Brian Lebler, Söhne des ehemaligen KAC- und VSV-Stars Ed Lebler, beide mit österreichischem Pass, wurden aus Übersee geholt. Mit Curtis Murphy von den SCL Tigers wurde außerdem ein erfahrener Spieler für die Verteidigung verpflichtet.
30px|Logo des HDD Olimpija Ljubljana HDD Olimpija Ljubljana Bei den Laibachern gab es zunächst nur Abgänge zu vermelden: Torwart Jan Chábera und Verteidiger Jeff Tory, die beide erst während der letzten Saison verpflichtet wurden, wurden entlassen. Nachwuchsspieler Žiga Pavlin wechselte nach Schweden zum Zweitligisten IF Troja-Ljungby. Neu hinzu kamen mit Scott Hotham (Lillehammer IK) und Jamie Fraser (Houston Aeros) zwei Verteidiger. Ken Ograjenšek wurde aus dem Farmteam in die erste Mannschaft geholt, und mit Jean-Philippe Lamoureux von den Abbotsford Heat wurde ein neuer Torwart verpflichtet. Verteidiger Brad Cole kam vom ECHL-Club Greenville Road Warriors in die slowenische Hauptstadt.
KHL Medveščak Zagreb In Zagreb wurden die Verträge mit den meisten Leistungsträgern der Vorsaison verlängert. Backup-Torhüter Gašper Krošelj wechselte zum HK Jesenice und wurde durch Michael Ouzas von den Las Vegas Wranglers ersetzt. Mit Dario Kostović (HC Lugano), Tomislav Zanoški (Wölfe Freiburg), Gal Koren (Kelowna Rockets) und Dino Gombar (U-20 des EHC Basel) wurden erneut mehrere ausländische Spieler mit kroatischen Wurzeln verpflichtet. Außerdem kamen Geoff Waugh (Victoria Salmon Kings) und David Brine (San Antonio Rampage) nach Zagreb. Weitere Verpflichtungen waren Andy Delmore (Lørenskog IK), Sasha Pokulok (DEG Metro Stars) und Adam Naglich (Bakersfield Condors).
30px|Logo der Graz 99ers EC Graz 99ers Bei den Graz 99ers beendete Bill Gilligan nach dreijähriger Trainertätigkeit aufgrund ausbleibenden Erfolges sein EngagementBill Gilligan nicht mehr 99ers-Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 7. April 2011. Nach dem Abgang von Mike Ouellette (Linz) wurden mehrere neue Spieler verpflichtet: Dustin Van Ballegooie und der ehemalige Jesenice-Stürmer Brett Lysak wechselten beide vom dänischen Club SønderjyskE Ishockey an die Mur, Rodi Short wurde vom Nationalliga-Meister VEU Feldkirch geholt, und Toni Dahlman von den Augsburger Panthern aus der DEL. Mit Artiom Konovalov wurde ein junger Nachwuchstorwart des EC Red Bull Salzburg unter Vertrag genommen. Die Riege der Transferkartenspieler wurde mit Sébastien Bisaillon (Hamilton Bulldogs, AHL), Olivier Latendresse (SC Bietigheim-Bissingen, 2. Bundesliga), Guillaume Lefebvre (Bakersfield Condors, ECHL) ergänzt. Der Tscheche Zdeněk Blatný (zuvor HC Dukla Trenčín) kam zu einem Tryout nach Graz und wurde später fest verpflichtet.
30px|Logo von Alba Volán Székesfehérvár Alba Volán Székesfehérvár