mini|hochkant|Rheinische Turmmonstranz der Kirche St. Peter und Paul in Ratingen.
Die Monstranz der Kirche St. Peter und Paul in Ratingen ist „die bedeutendste des 14. Jh. am ganzen Rhein“.Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Bd. 3, 1894, S. 159. Die Turmmonstranz wurde im Jahre 1394 geschaffen und ist das Geschenk des Bruno de Duysborgh genannt Meens (gest. 1411), der 1394 Pfarrer in Ratingen war.Holger Guster: Die Hostienmonstranzen des 13. und 14. Jahrhunderts. 2006, S. 325. Stilistisch ist sie mit der Gerresheimer Monstranz verwandt, die demselben Meister zugeschrieben wird. Die Ratinger Monstranz ist auch heute noch in Gebrauch und wird bei den Fronleichnamsprozessionen der Gemeinde mitgeführt.Seit 621 Jahren tragen wir den Herrn in der Ratinger Monstranz durch die Straßen unserer Stadt. Webseite der Pfarrei St. Peter und Paul, 2015, abgerufen am 29. Januar 2016.
Beschreibung Die Ratinger Monstranz ist 89 cm hoch und besteht aus vergoldetem Silber. Über einem Fuß erhebt sich ein architektonisch reich gestalteter Turm, der mit insgesamt 43 kleinen vollplastischen figürlichen Darstellungen geschmückt ist.
Den Mittelteil bildet der Schauzylinder aus Bergkristall mit knapp 8 cm Durchmesser und 12,4 cm Höhe zur Aufnahme der Hostie. Er wird flankiert von vier Strebewerken mit an ihn angelehnten Bögen, unter denen sich jeweils ein junger Mann mit Passionsinstrumenten befindet. An der Außenseite der Strebebögen ist jeweils ein Posaunenspieler zu sehen.
Der mehrstufige Aufsatz über dem Kristallzylinder ist zum Einsetzen der Hostie abnehmbar. Direkt über dem Schaugefäß liegt eine kleine Kristallkuppel, um die zwölf Apostel mit ihren Symbolen unter einem mit Gitterwerk abgeschlossenen Baldachin stehen. Darauf ruhen vier Pfeiler, geschmückt mit jeweils einem weiteren Musikanten. An den vier Seiten des zweiten Geschosses sind die Figuren der „Patrone“ der Monstranz zu sehen: St. Viktor (Clemen identifiziert ihn noch als St. Gereon), St. Katharina, St. Petrus und St. Helena. Sie stehen unter reich verzierten Baldachinen. Viktor und Helena sind als Patrone der Xantener Stiftskirche als Hinweis auf den Stifter Bruno de Duysborgh zu lesen, der auch Kanoniker des Stiftes St. Viktor in Xanten war. Im nächsten Stockwerk thront die Gottesmutter mit dem Kind und eine nicht sicher zu identifizierende Heilige. Als oberer Abschluss erhebt sich der von einem Kruzifix bekrönte Turmhelm.
Auf dem Fuß befindet sich die Inschrift: BID VOR DEN PRIESTER DE DIT CLEYNOYT AL UP BEREYT GEGEVEN HEET DESER SYNRE KYRKEN TO RATINGHEN TER EREN DES HEYLEN SACRAMENTZ ANNO DOMINI MCCCXCIIII (Bete für den Priester, der dieses Kleinod gern gegeben hat seiner Kirche in Ratingen zu Ehren des Heiligen Sakramentes im Jahre des Herren 1394).Hans Müskens: St. Peter und Paul in Ratingen. 1998, S. 20.
Paul Clemen beschreibt die Monstranz in Die Kunstdenkmäler der Stadt und des Kreises Düsseldorf (1894):
Weblinks Ratingen, Monstranz beim Rheinischen Bildarchiv mit Detailaufnahmen
Literatur Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Dritter Band. I. Die Kunstdenkmäler der Stadt und des Kreises Düsseldorf. Im Auftrage des Provinzialverbandes der Rheinprovinz. Düsseldorf 1894, S. 159 (archive.org). Arnold Dresen: Die Ratinger Monstranz. Ratingen 1913. Holger Guster: Die Hostienmonstranzen des 13. und 14. Jahrhunderts in Europa. Dissertation Universität Heidelberg. 2006, S. 323–328, Abb. 6–8, . Hans Müskens: St. Peter und Paul in Ratingen. In: Festschrift zur Wiedereröffnung der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Ratingen. 1998, zur Monstranz S. 18–20 (stadt-ratingen.de, (PDF; 3,1 MB)). Hanns Peter Neuheuser: Die Ratinger Monstranz (= Rheinische Kleinkunstwerke. Band 1). Köln 1983.
Einzelnachweise
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