Der Landkreis Helmstedt ist ein Landkreis im Osten des Landes Niedersachsen an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.

Mit einer Fläche von rund 670 km² ist der Landkreis Helmstedt einer der kleinsten in Niedersachsen. Der Landkreis besteht aus den drei Städten Helmstedt, Schöningen und Königslutter am Elm sowie 20 weiteren Gemeinden.

Geographie Lage Der Landkreis befindet sich im nördlichen Harzvorland und liegt an der Schwelle zur Norddeutschen Tiefebene.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Landkreise Börde und Harz (beide in Sachsen-Anhalt) sowie an den Landkreis Wolfenbüttel, an die kreisfreie Stadt Braunschweig, an den Landkreis Gifhorn und an die kreisfreie Stadt Wolfsburg (alle in Niedersachsen).

Landschaft und Klima Das Landschaftsbild wird geprägt durch die Höhenzüge Elm und Lappwald, die den gleichnamigen Naturpark bilden.

Höchster natürlicher Punkt des Landkreises ist mit 312 m über NHN der Nordhang des Drachenberg, der sich schon im Landkreis Wolfenbüttel befindet.

Klimatisch liegt das Gebiet in der Übergangszone zwischen maritimen und kontinentalen Wettereinflüssen.

Gliederung

In Klammern die Einwohnerzahl am .

Einheitsgemeinden Helmstedt, Kreisstadt, selbständige Gemeinde () Königslutter am Elm, Stadt () Lehre () Schöningen, Stadt ()

Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden * Sitz der Samtgemeindeverwaltung 1. Samtgemeinde Grasleben () Grasleben * () Mariental () Querenhorst () Rennau () 2. Samtgemeinde Heeseberg () Beierstedt () Gevensleben () Jerxheim * () Söllingen () 3. Samtgemeinde Nord-Elm () Frellstedt () Räbke () Süpplingen * () Süpplingenburg () Warberg () Wolsdorf () 4. Samtgemeinde Velpke () Bahrdorf () Danndorf () Grafhorst () Groß Twülpstedt () Velpke * ()

gemeindefreie Gebiete (alle unbewohnt)

Brunsleberfeld (4,09 km²) Helmstedt (18,56 km²) Königslutter (8,90 km²) Mariental (15,81 km²) Schöningen (11,92 km²) Die Einheits- und Samtgemeinden verfügen über insgesamt 67 freiwillige Ortsfeuerwehren. Siehe auch: Liste der Feuerwehren im Landkreis Helmstedt

Ehemalige Gemeinden Die folgende Tabelle listet alle ehemaligen Gemeinden des Landkreises Helmstedt und ihre spätere Zugehörigkeit: GemeindeSpätereZugehörigkeitDatum derEingemeindungAnmerkung Ahnebeck Parsau 1. Juli 1972 seit 1. Juli 1972 Landkreis Gifhorn Alversdorf Schöningen 1. April 1971 Barmke Helmstedt 1. März 1974 Berenbrock Calvörde 1. Januar 2010 im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen Bergfeld seit 1. Juli 1972 Landkreis Gifhorn Boimstorf Königslutter 1. März 1974 Bornum am Elm Königslutter 1. März 1974 Brackstedt Wolfsburg 1. Juli 1972 Brechtorf Rühen 1. Juli 1972 seit 1. Juli 1972 Landkreis Gifhorn Büddenstedt Helmstedt 1. Juli 2017 Zusammenschluss mit Neugründung von Helmstedt Büstedt WahrstedtVelpke 1. April 19381. Juli 1972 Calvörde im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen Dobbeln TwieflingenSöllingen 1. März 19741. November 2016 Dorst Calvörde 1. Januar 2010 im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen Eischott Rühen 1. Juli 1972 seit 1. Juli 1972 Landkreis Gifhorn Elsebeck BerenbrockCalvörde 1. Juli 19501. Januar 2010 im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen Emmerstedt Helmstedt 1. März 1974 Esbeck Schöningen 1. März 1974 Glentorf Königslutter 1. März 1974 Groß Sisbeck Groß Twülpstedt 1. Juli 1972 Groß Steinum Königslutter 1. März 1974 Hohnsleben ReinsdorfBüddenstedt 1. April 19421. März 1974 Hoiersdorf Schöningen 1. März 1974 Hoitlingen Tiddische 1. Juli 1972 seit 1. Juli 1972 Landkreis Gifhorn Ingeleben Söllingen 1. November 2016 Jeseritz Gardelegen 1. Januar 2010 im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen Kästorf Wolfsburg 1. Juli 1972 Klein Sisbeck Groß Twülpstedt 1. Juli 1972 Klein Twülpstedt Groß Twülpstedt 1. Juli 1972 Langeleben LelmKönigslutter 1. Oktober 19361. März 1974 Lauingen Königslutter 1. März 1974 Lelm Königslutter 1. März 1974 Lössewitz BerenbrockCalvörde 1. Juli 19501. Januar 2010 im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen Mackendorf Bahrdorf 1. Juli 1972 Meinkot Velpke 1. Juli 1972 Neuhaus Wolfsburg 1. Juli 1972 Nordsteimke Wolfsburg 1. Juli 1972 Oberlutter Königslutter 1924 Offleben BüddenstedtHelmstedt 1. März 19741. Juli 2017 Papenrode Groß Twülpstedt 1. Juli 1972 Parleib PotzehneGardelegen 1. Juli 19501. Januar 2010 im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen Parsau seit 1. Juli 1972 Landkreis Gifhorn Reinsdorf BüddenstedtHelmstedt 1. März 19741. Juli 2017 Reislingen Wolfsburg 1. Juli 1972 Rickensdorf Bahrdorf 1. Juli 1972 Rieseberg Königslutter 1. März 1974 Rotenkamp Königslutter 1. März 1974 Rottorf Königslutter 1. März 1974 Rühen seit 1. Juli 1972 Landkreis Gifhorn Rümmer Groß Twülpstedt 1. Juli 1972 Runstedt Helmstedt 1. April 1960 Saalsdorf Bahrdorf 1. Juli 1972 Scheppau Königslutter 1. März 1974 Schickelsheim Königslutter 1. März 1974 Stift Königslutter Königslutter 1924 Sunstedt Königslutter 1. März 1974 Tiddische seit 1. Juli 1972 Landkreis Gifhorn Twieflingen Söllingen 1. November 2016 Uthmöden Haldensleben 16. Juli 1992 im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen Velsdorf Calvörde 1. Januar 2010 im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen Velstove Wolfsburg 1. Juli 1972 Volkmarsdorf Groß Twülpstedt 1. Juli 1972 Vorsfelde Wolfsburg 1. Juli 1972 Wahrstedt Velpke 1. Juli 1972 Warmenau Wolfsburg 1. Juli 1972 Watenstedt Gevensleben 1. März 1974 Wendschott Wolfsburg 1. Juli 1972 Wobeck Twieflingen 1. März 1974 Zobbenitz Calvörde 1. Januar 2010 im Juli 1945 zum Landkreis Gardelegen

Geschichte Ein Kreis Helmstedt besteht seit dem 1. Januar 1833 und war zur Zeit seiner Gründung ein Bestandteil des Herzogtums Braunschweig. Er gliederte sich in die Ämter Helmstedt, Schöningen, Königslutter, Vorsfelde und Calvörde. Die Einwohnerzahl des Kreises betrug damals etwas über 40.000 Einwohner; mehr als 90 % der Bevölkerung lebten von der Landwirtschaft. Die Kreis-Direktion befand sich im heutigen Gebäude des Zonengrenz-Museums in Helmstedt. Im Jahr 1871 wurden sämtliche kreisangehörigen Gemeinden in einem Kommunalverband zusammengeschlossen, dessen Organe die Kreisversammlung (der heutige Kreistag) und der Kreisausschuss waren.

Die Eisenbahnstrecke Braunschweig–Helmstedt–Magdeburg wurde im Jahr 1872 in Betrieb genommen und sorgte ebenso wie die zwei Jahre später erfolgte Erschließung des Braunkohletagebaus „Trendelbusch“ für einen wirtschaftlichen Aufschwung in dem Gebiet zwischen Elm und Lappwald. In der Folgezeit prägte die Braunkohleförderung durch eine starke Ausdehnung des Tagebaubetriebes das Landschaftsbild und die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Die durch den Landkreis führende Reichsautobahn 6 (Hannover–Berlin) wurde im Jahr 1937 fertiggestellt und sorgte für eine gute infrastrukturelle Anbindung des Gebietes. Die heutige Bundesautobahn 2 gilt als eine der verkehrsreichsten Straßen in Deutschland.

mini|Grenzkontrollpunkt Helmstedt im Juni 1967

Seit 1939 wurden die unteren Verwaltungsbehörden im Reich – außerhalb Preußens – einheitlich als Landkreis bezeichnet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 wurde die Region durch amerikanische Truppen besetzt. Der Landkreis Helmstedt fiel nach Kriegsende in die britische Besatzungszone; die Exklave Calvörde des Landkreises wurde allerdings auf Grund ihrer östlichen Lage der sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen. Gleichzeitig wechselte die Gemeinde Preußisch Offleben aus dem Landkreis Haldensleben in den Landkreis Helmstedt und wurde mit der dortigen Gemeinde Offleben zusammengeschlossen. Der Landkreis Helmstedt befand sich somit während der Zeit des Kalten Krieges an der unmittelbaren Grenze zur sowjetischen Einflusssphäre. Der seit dem Juli 1945 errichtete Kontrollpunkt Helmstedt entwickelte sich während dieser Zeit – bedingt durch die geografische Nähe zu West-Berlin – zu dem größten europäischen Grenzübergang.

Im Jahr 1946 wurde der Landkreis Helmstedt ein Teil des neu gegründeten Landes Niedersachsen und gehörte darin zum Verwaltungsbezirk Braunschweig. Wegen des starken Zuzuges von Flüchtlingen aus den östlich gelegenen Gebieten erreichte die Bevölkerungszahl des Landkreises – trotz des Verlustes des Amtsbezirkes Calvörde – im Jahr 1950 einen Höchststand von über 131.000 Einwohnern.

Das einheitliche Kfz-Kennzeichen „HE“ für den Landkreis wurde im Juli 1956 eingeführt.

Im Rahmen von Kreisgebietsänderungen in den Jahren 1972 und 1974 wurde die Stadt Vorsfelde an die kreisfreie Stadt Wolfsburg abgegeben, die neugeschaffene Gemeinde Rühen mit Brechtorf und Eischott ging an den Landkreis Gifhorn. Im Gegenzug kam eine Reihe von Gemeinden zwischen Wolfsburg und Königslutter vom Landkreis Gifhorn zum Landkreis Helmstedt; diese Zugewinne machen heute die vergrößerten Gemeinden Lehre und Rennau sowie einen Teil der mit der Stadt Königslutter vereinigten Gebiete aus.

Zum 1. November 2016 wurden Ingeleben, Söllingen und Twieflingen zur neuen Gemeinde Söllingen zusammengeschlossen.

Zum 1. Juli 2017 fusionierten Büddenstedt und Helmstedt zur neuen Stadt Helmstedt.

Einwohnerstatistik mini|400px|rechts|Bevölkerungspyramide für den Kreis Helmstedt (Datenquelle: Zensus 2011).

Jahr Einwohner Quelle 1833 41.131 1871 49.496 1890 65.501 1900 74.121 1910 78.514 1925 79.879 1939 79.157 1946 116.832 1950 126.950 1960 119.600 1970 118.900 Jahr Einwohner Quelle 1975 103.007 1980 99.188 1985 96.141 1990 100.184 1995 101.829 2000 100.033 2005 97.749 2010 92.836 2015 91.500 2020 91.518

Konfessionsstatistik Gemäß der Volkszählung 2011 waren 53,1 % der Einwohner evangelisch, 10,9 % römisch-katholisch und 35,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Ergebnisse Zensus 2011 Bevölkerung kompakt Personen Religion, abgerufen am 25. Juni 2024 Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem mit 1 % jährlich gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren (Stand Mai 2022) 41,7 % der Einwohner evangelisch, 9,5 % katholisch und 48,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 20. Juli 2024

Politik mini|Sitz der Kreisverwaltung in Helmstedt Landrat Landrat ist seit dem 28. September 2016 Gerhard Radeck (CDU). Seine Stellvertreter sind Jan Fricke (SPD) und Andreas Weber (CDU). Zu seinen Vorgängern siehe Liste der Landräte des Landkreises Helmstedt.

Kreistag

Parteien und Wählergemeinschaften%2021Sitze2021 %2016 Sitze2016 %2011 Sitze2011 %2006 Sitze2006 %2001 Sitze2001 SPD34,2614 34,47 15 41,90 18 41,80 18 44,32 22 CDU32,2614 33,65 14 34,82 15 36,74 15 40,30 20 GRÜNE10,945 7,63 3 9,03 4 4,89 2 3,74 1 AfD6,753 8,00 3–––––– FDP5,722 4,35 2 3,14 1 6,26 3 4,78 2 UWG5,052 5,84 2 5,71 2 5,68 2 3,75 2 LINKE2,071 1,53 1 2,30 1 1,37 1 1,12 0 ZIEL1,401 1,35 1–––––– dieBasis1,220–––––––– UWGfB0,330–––––––– NPD–– 1,64 1 3,05 1 3,26 1 1,98 0 PARTEI–– 0,75 0–––––– Sonstige–– 0,74 0––––––gesamt10042 100 42 100 42 100 42 100 47Wahlbeteiligung in %57,0755,10 %55,88 %51,39 %59,36 % (Quelle unter:)

Landtagswahlkreis Helmstedt Siehe: Landtagswahlkreis Helmstedt – Amtliche Ergebnisse des Kreises zu den Wahlen der niedersächsischen Landtage

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens vom Landkreis Helmstedt stammt vom Hauptstaatsarchiv Hannover und von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen in der Region Hannover erschaffen hat. Das Wappen wurde am 12. Dezember 1951 durch den Kreistag beschlossen und der Niedersächsische Innenminister genehmigte es am 9. Juli 1952.

Partnerschaften , Polen, seit 2003

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