mini|300px|Ortsmitte mit Rathaus und Bürgerhaus Allmendingen ist eine Gemeinde des Alb-Donau-Kreises in Baden-Württemberg etwa 25 Kilometer westlich von Ulm und vier Kilometer nördlich der Großen Kreisstadt Ehingen (Donau).
Geografie Lage Der Kernort Allmendingen liegt an der Schmiech in einem ursprünglich von der Urdonau ausgewaschenen Tal, welches das östlich gelegene Hochsträß vom Rest der Schwäbischen Alb trennt. Der höchste Punkt auf den Lutherischen Bergen (Ennahofen) liegt 750 m ü. NN.
Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Schelklingen, im Osten an Altheim, im Süden und Westen an die Stadt Ehingen. Die Exklave Niederhofen grenzt im Norden und Osten an die Stadt Erbach, im Süden an Oberdischingen und Öpfingen an.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Allmendingen besteht aus den Teilorten Allmendingen (3513 Einwohner am 31. Dezember 2021), Ennahofen (275 Einwohner), Grötzingen (267 Einwohner), Niederhofen (388 Einwohner) und Weilersteußlingen (236 Einwohner).Statistische Angaben auf allmendingen.de Zum Teilort Allmendingen gehören die Ortsteile Großallmendingen, Kleinallmendingen und Schwenksweiler, der Weiler Hausen ob Allmendingen sowie das Gehöft Siegentalhof. Zu den Teilorten Ennahofen und Grötzingen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Teilort Niederhofen gehören die Weiler Niederhofen, Pfraunstetten und Schwörzkirch sowie das Gehöft Ziegelei. Dieser Teilort bildet eine Exklave, da zwischen seiner Fläche und dem restlichen Allmendinger Gemeindegebiet ein zur Stadt Ehingen gehörender Streifen liegt. Zum Teilort Weilersteußlingen gehören das Dorf Weilersteußlingen und der Weiler Ermelau.
Im Gemeindegebiet liegen mehrere abgegangene, heute nicht mehr bestehende Ortschaften. Im Ortsteil Allmendingen nördlich von Hausen liegt die Wüstung Augsdorf. Ebenso wird auf dem Waffensberg eine abgegangene Burg vermutet. Im Ortsteil Grötzingen liegen die Wüstungen Hohenbuch, das 1152 als Hohonbuach erstmals genannt wird, und Kaltinwil, das um 1200 als Caltiwil erstmals erwähnt wird. Hohenbuch wird im 13. Jahrhundert und Kaltinwil im 14. Jahrhundert nicht mehr erwähnt.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 308–397
Schutzgebiete
Allmendingen hat Anteil an den Naturschutzgebieten Hausener Berg/Büchelesberg, Umenlauh und Schmiechener See. Einige Landschaftsteile auf dem Stadtgebiet wurden als Landschaftsschutzgebiet Allmendingen ausgewiesen. Die Stadt hat überdies Anteile am FFH-Gebiet Tiefental und Schmiechtal und an den Vogelschutzgebieten Täler der Mittleren Flächenalb und Schmiechener See.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte Altertum Frühester Beleg menschlicher Besiedlung ist der Fund eines Ziegelbrennofens aus der Zeit der römischen Besatzung im Ortsteil Niederhofen.Ulrich Brandl, Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen, Nr. 61)
Mittelalter Das Gebiet gehörte im Hochmittelalter zum Herzogtum Schwaben und war Teil der Swerzenhuntare. 961 wurde der Ort als Alamuntinga genannt. Ein Adel vor Ort in Allmendingen wurde für das 12. und 13. Jahrhundert erwähnt. Östlich am Häusleberg (bzw. Heilenberg) befand sich die Burg Allmendingen. 1343 ging Allmendingen von den Grafen von Berg an die schwäbischen Vorlande der Habsburger über, die es als Lehensherren an verschiedene Adelshäuser verliehen.
Neuzeit Seit 1520 gehörte Allmendingen ins kaiserliche Lehen der Familie Renner, die 1593 ihre Anteile an die Stadt Ehingen verkauften, die dafür garantierte, dass Allmendingen katholisch blieb. Ehingen verkaufte noch im selben Jahr das Lehen der Familie Renner an Hans Walter von Freyberg zu Altheim. Somit bestimmte seither eine Linie des Geschlechts derer von Freyberg-Eisenberg die Geschicke Allmendingens. Auf die Zeit der Herrschaft der Freiherren von Freyberg-Eisenberg gehen auch die beiden Schlösser am Ort zurück.
Mit dem Frieden von Preßburg 1805 fiel Allmendingen an das Königreich Württemberg. 1810 wurde Allmendingen dem Oberamt Ehingen unterstellt. Durch den Bau der Donautalbahn erhielt Allmendingen 1869 Anschluss an das Netz der Württembergischen Eisenbahnen. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Allmendingen 1938 zum Landkreis Ehingen. 1945 wurde Allmendingen Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging. Seit der Kreisreform in Baden-Württemberg 1973 gehört Allmendingen zum Alb-Donau-Kreis.
Eingemeindungen Am 1. Januar 1974 wurden Ennahofen, Grötzingen, Niederhofen (mit Schwörzkirch und Pfraunstetten) und Weilersteußlingen (mit Ermelau) eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Jahr Einwohner 1. Dezember 1871 ¹ 2031 1. Dezember 1880 ¹ 2176 1. Dezember 1890 ¹ 2539 1. Dezember 1900 ¹ 2841 1. Dezember 1910 ¹ 2856 16. Juni 1925 ¹ 2793 16. Juni 1933 ¹ 2751 17. Mai 1939 ¹ 2721 13. September 1950 ¹ 31446. Juni 1961 ¹ 3408 Jahr Einwohner 27. Mai 1970 ¹ 3958 31. Dezember 1980 4082 27. Mai 1987 ¹ 4097 31. Dezember 1990 4324 31. Dezember 1995 4526 31. Dezember 2000 4509 31. Dezember 2005 4601 31. Dezember 2010 4441 31. Dezember 2015 4442 31. Dezember 2020 4558
Religionen Allmendingen ist von jeher katholisch geprägt. Die Gemeinden Mariä Himmelfahrt in Allmendingen und St. Stephanus in Schwörzkirch gehören zum Dekanat Ehingen-Ulm der Diözese Rottenburg-Stuttgart. 2018 ernannte der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst Allmendingen zum Sitz der neu gegründeten polnisch-muttersprachlichen Kirchengemeinde Jesus Christus Guter Hirte. Deren Einzugsgebiet umfasst die Stadt Ulm, den Alb-Donau-Kreis und den Kreis Biberach mit etwa 3.000 polnischen Katholiken.
Die altwürttembergischen Ortsteile Weilersteußlingen, Ennahofen und Grötzingen der ehemaligen Herrschaft Steußlingen sind seit der Reformation traditionell evangelisch und gehören als Kirchengemeinde Weilersteußlingen zum Kirchenbezirk Blaubeuren der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
1963 entstand durch zugezogene evangelische Bewohner auch in Allmendingen eine eigene evangelische Kirchengemeinde, der zudem die evangelischen Bewohner in Großallmendingen, Kleinallmendingen, Niederhofen, Pfraunstetten, Schwörzkirch sowie Altheim angehören.
Katholische Pfarrer in Groß-Allmendingen Eine Pfarrei in Allmendingen wird erstmals im Liber decimationis 1275 genannt, ohne zu sagen, ob es sich um die Pfarrei von Groß- oder Klein-Allmendingen oder um beide Pfarreien handelte. Später hatten beide Ortsteile jeweils eine eigene Pfarrei bis zum Jahre 1818, als die Pfarrei Klein-Allmendingen aufgelöst und als Kaplanei der Pfarrei Groß-Allmendingen angegliedert wurde. Folgende Liste enthält die Geistlichen von Groß-Allmendingen:Stephan Krießmann: Series Parochorum: Reihenfolge der kath. Pfarrer in den Pfarreien der Diözese Rottenburg (Württ.) nach den Dekanaten zusammengestellt. Selbstverlag des Verfassers, Altshausen (Württ.) 1950, Kapitel „Dekanat Ehingen“, „Pfarrei (Groß-)Allmendingen“; Gemeinde Allmendingen 1961, S. 80–82. 1275 sein Rektor ist Scholar und residiert nicht 1471 Konrad Sailer († 1471) 1471 Johann Eger (Ehingen) 1488 Johann Veser (Ehingen) 1497 Johann Neser, Leutpriester 1575 NN Huber, Pfarrer 1663–1676 Johann Gall, Pfarrer 1676–1682 Georg Volz 1682–1687 Johann Schneller, Pfarrer 1687–1693 Johann Gall, Pfarrer 1693–1703 Johann Michael Dochtermann 1701–1713 Christoph Leichtle 1712–1748 Johann Max Stöcker (Ehingen) (* 1678) 1748–1759 Jakob Rauch (Ehingen) (* 1719) 1759–1781 Johann Jakob Moriz Birkle (Rottenburg) (* 1721) 1781–1799 Anton Hummel (Ehingen) (* 1745) 1799–1820 Johann Evangelist Koch (Ehingen) (* 1768, † 1833) 1820–1823 Peter Paul Letzgus (Rottenburg) (* 1786, † 1858) 1823–1832 Johann Nepomuk Meyer (Günzburg, Bayern) (* 1766, † 1842) 1833–1839 Franz Xaver Baumann (Ellwangen), Schulinspektor (* 1801, † 1879) 1840–1844 Valentin Holbein (Schwäbisch Gmünd), Schulinspektor (* 1806, † 1874) 1845–1856 Josef Vetter (Schwäbisch Gmünd) (* 1786, † 1858) 1858–1882 Franz Xaver Schild (Rottweil) (* 1809, † 1882) 1883–1889 Kaspar Weitmann (Schwäbisch Gmünd) (* 1828, † 1890) 1890–1893 Simon Sauter (Ehingen) (* 1840, † 1893) 1893–1822 Johann Heinzelmann (Dürnau) (* 1857, † 1922) 1922–1930 Franz Josef Hermann (Hofen) (* 1875) 1930–1950 Karl Sailer (Ummendorf) (* 1893) 1950–1960 Joseph Robel, Pfarrer (Sudetenland) 1960–1967 Alfons Waibel, Pfarrer 1968–1977 Ludwig Beitel, Pfarrer 1978–1989 Viktor Moosmayer, Pfarrer und Dekan des Dekanats Ehingen 1990–1995 Anton Büchele, Pfarrer 1996–2005 Roland Rube, Pfarrer 2006–2014 Günter Gerlach, Pfarrer Seit 2015: Martin Jochen Wittschorek, Leitender PfarrerAllmendingen begrüßt den neuen Pfarrer, Schwäbische Zeitung, Artikel vom 13. September 2015
Politik Verwaltungsgemeinschaft Allmendingen bildet mit Altheim eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Gemeinderat in Allmendingen hat 19 Mitglieder. Zusätzlich ist der Bürgermeister im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 erbrachten folgendes Ergebnis: Parteien und Wählergemeinschaften % 2024Sitze 2024Freie Wähler61,012CDU39,07Gesamt100,019Wahlbeteiligung in %65,69
Schultheißen und Bürgermeister Schultheißen bis 1930, Bürgermeister seit 1930Gemeinde Allmendingen 1961, S. 182. 1806–1818 Johannes Sontheimer 1818–1827 Alois Marquart 1827–1847 Xaver Sontheimer 1847–1866 Thomas Freudenreich 1866–1883 Philipp Pfinder 1883–1900 Gustav Pfinder 1900–1933 Philipp Pfinder Mai 1933–Febr. 1934 Karl Köpf Febr. 1934–Dez. 1934 Karl Schilling Jan. 1935–Sept. 1942 Eugen Pfitzer Okt. 1942–April 1945 Eduard Kneer April 1945 Paul Fensterle Nov. 1945–März 1957 Paul Pfinder 1. April 1958–nach Juni 1961 Karl Spitzmüller 1994-April 2018 Robert Rewitz seit 2018: Florian Teichmann
Wappen
Städtepartnerschaften Allmendingen bei Bern (Schweiz) seit 1978 Querqueville (Ortsteil von Cherbourg-en-Cotentin, Frankreich) seit 1981
Wirtschaft Verkehr mini|Bahnhof von Allmendingen Allmendingen liegt an der Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen und ist Halt für Züge der Regio-S-Bahn Donau-Iller. Es bestehen Bahn-Verbindungen im Stundentakt nach Ehingen, Munderkingen und Ulm. Allmendingen ist in den Donau-Iller-Nahverkehrsverbund eingegliedert.
Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 492 Ehingen – Blaubeuren, die um den Ortskern herumführt.
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Allmendingen mit Ehingen und in der anderen Richtung über Schelklingen mit Blaubeuren verbunden.
Ansässige Unternehmen mini|Ansichtskarte von 1900 mit Zementwerk Schwenk Größter Arbeitgeber ist der Automobilzulieferer Burgmaier. Weitere Unternehmen sind der Formenhersteller Rampf, nach eigenen Angaben Weltmarktführer seiner Branche, der Allgaier Agrarhandel sowie das Zementwerk Schwenk, das auch optisch das Ortsbild prägt.
Freizeit- und Sportanlagen Allmendingen besaß als erste Gemeinde der Umgebung, noch vor der Stadt Ehingen, ein Freibad. Zudem gibt es einen Tennisplatz, eine Turn- und Sporthalle und das Fußballstadion des TSV Allmendingen.
Entwicklung des Gemeindegebiets Eingemeindungen Am 1. Januar 1974 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ennahofen, Grötzingen, Niederhofen und Weilersteußlingen eingemeindet.
Ortskernsanierung Die Gemeinde Allmendingen führt seit dem Jahr 2000 eine Sanierung ihres Ortskerns durch.