mini|José F. A. Oliver und Judith Kuckart warten gutgelaunt, am 28. August 2026, auf das Nachlassen des Regens im Garten des Stadtschreiberhauses Stadtschreiber von Bergen (Titel des Stadtschreibers in Bergen-Enkheim) ist ein Literaturpreis für deutschsprachige Autoren. Vor der Eingemeindung nach Frankfurt am Main wurde er von 1974 bis 1976 von der damaligen Stadt Bergen-Enkheim verliehen, und seit deren Eingemeindung in die Stadt Frankfurt am Main durch die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main. Die Auszeichnung „gilt als einer der angesehensten Stadtschreiberpreise im deutschsprachigen Raum.“dpa-Meldung, zitiert aus Frankfurter Rundschau (69. Jahrgang, Nr. 141) vom 21. Juni 2013, S. 34
Geschichte Der Preis wurde von Franz Joseph Schneider, Bürger von Bergen-Enkheim und Autor der Gruppe 47, gemeinsam mit Alfred (Adi) Schubert, Erster Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister von Bergen-Enkheim, bis zur Eingemeindung nach Frankfurt am Main, anschließend – bis 1980 – Ortsvorsteher und damit Vorsitzender der Jury, begründet.
Damit wurde der erste aus einer Reihe von Stadtschreiber-Preisen geschaffen (z. B. Mainz, Dresden). Dieser Literaturpreis ist jedoch deshalb einzigartig geblieben, weil dem ausgezeichneten Schriftsteller keinerlei Verpflichtungen auferlegt werden. Er umfasst einen Geldpreis von 20.000 Euro (Stand 2022/2023) und ein Jahr kostenfreies Wohnen im Stadtschreiberhaus in Bergen-Enkheim, „An der Oberpforte“ 4. Über die Vergabe des Preises entscheidet alljährlich eine neunköpfige Jury.Richtlinien für den Literaturpreis „Stadtschreiber von Bergen“ vom 3. August 2013 (PDF). Abgerufen am 24. Februar 2020.
Die Verleihung erfolgt jedes Jahr am Freitagabend vor dem ersten Dienstag im September im Rahmen des Volksfestes „Berger Markt“. Dabei finden Schlüsselübergabe, Fest-, Antritts- und Abschiedsrede im Festzelt vor Hunderten von Besuchern statt. Ausnahmen davon, siehe unter: „Stadtschreiberfeste 2020 bis 2022“.
2009 richtete die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim in ihren Räumen ein Stadtschreiberarchiv ein, um damit die Werke und das Wirken der Preisträgerinnen und Preisträger dauerhaft zu dokumentieren. Der Katalog enthält – außer Primär- und Sekundärliteratur – eine umfangreiche Sammlung von Artikeln, Autographen, Tonträgern und weiteren Dokumenten ab 1973.
mini|hochkant=2.5|rechts|Alle zum 50. Stadtschreiberfest erschienenen Schreiberinnen und Schreiber oder Partner, Nachkommen oder Verwandte.
Preisträgerinnen und Preisträger mini|hochkant|Marion Poschmann (2022/2023) mini|hochkant|Dorothee Elmiger, bei ihrer Abschiedsrede (2022) mini|hochkant|Stadtschreiberhaus mini|hochkant|52 Namensschilder am Haus (bis Stadtschreiber/in 2025/26) mini|hochkant|Adrienne Schneider (2011) mini|hochkant|Anna Doepfner und Charlotte Brombach (2022)
Jahr Preisträger/in Festredner/in 1974/1975 1975/1976 1976/1977 1977/1978 1978/1979 1979/1980 1980/1981 1981/1982 1982/1983 1983/1984 1984/1985 1985/1986 1986/1987 1987/1988 1988/1989 1989/1990 1990/1991 1991/1992 1992/1993 1993/1994 1994/1995 1995/1996 1996/1997 1997/1998 1998/1999 1999/2000 2000/2001 2001/2002 2002/2003 2003/2004 2004/2005 2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/2013 2013/2014 2014/2015 2015/2016 2016/2017 2017/2018 2018/2019 2019/2020 2020/2021 2021/2022 2022/2023 2023/2024 2024/2025 2025/2026 2026/2027
Jury Wilfried Bender Vorsitzender als (gegenwärtiger) Ortsvorsteher der jeweils amtierende Stadtschreiber, Fachjuror Marcel Beyer, Fachjuror Helmut Böttiger, Fachjuror Peter Weber, Fachjuror Charlotte Brombach, Bürgerjurorin Anna Doepfner, Bürgerjurorin Renate Müller-Friese, Bürgerjurorin Martina Stemann, Bürgerjurorin
Stadtschreiberfeste 2020 bis 2022 Wegen der COVID-19-Pandemie in Deutschland musste 2020 ein von der bisherigen Routine abweichendes Organisationsverfahren für das Stadtschreiberfest konzipiert werden. Dazu wurde die Veranstaltung statt im Zelt im Freien abgehalten und die Teilnehmerzahl auf 250 Personen beschränkt.
2021 fand die Veranstaltung unter ähnlichen Bedingungen und an gleicher Stelle wie 2020 statt (Open Air).
Das Stadtschreiberfest 2022 wurde, aufgrund der Vakanz in der Leitung der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim, dieses Mal allein durch ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger organisiert. Eine Festrednerin oder ein Festredner für die Veranstaltung konnte durch sie jedoch nicht eingeladen werden.
Wegen der unbesetzten Geschäftsführerstelle fand 2022 auch kein Berger Markt statt.
Literatur Manfred Rüger: Literatur und Öffentlichkeit am Beispiel der „Stadtschreiber von Bergen“. Magisterarbeit zur Magisterhauptprüfung im Fachbereich Germanistik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Frankfurt am Main 1981. Wolfgang Mistereck, Adrienne Schneider (Hrsg.): Zeltreden. Reden zur Verleihung des Literaturpreises „Stadtschreiber von Bergen“ 1974–1998. Wallstein, Göttingen 1998, ISBN 3-89244-322-X. Adrienne Schneider (Hrsg.): Zelt-Reden: 40 Jahre Stadtschreiber von Bergen. Kramer, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-86539-706-5. Margot Wiesner (Bearb.): „Der schönste Preis“. 40 Jahre Stadtschreiber in Bergen-Enkheim. Bücher, Bilder und Dokumente aus dem Stadtschreiberarchiv. Ausstellung …; Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim, Frankfurt am Main 2014. Hans-Joachim Müller: „All diese literarischen Pfeifen“: … über den Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. In: Die Weltwoche, 34, 27. August 1975. Gerd Lobin: Die Früchte des Feigenbaums. Der Stadtschreiber von Bergen: Eine Idee wächst zur Partnerschaft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. August 1983. Horst Bingel: Stadtschreiber oder: Die angestellten Dichter. In: feder, 02 (1989), S. 42–43. Marcus M. Hotze: 25 Jahre Stadtschreiberpreis. Begegnung mit einem literarischen Ort. In: Frankfurter Neue Presse, 12. Juni 1998. Arnold Rühle: „Sie lesen nun alle hier Bücher“: 25 Jahre Bergen-Enkheimer Stadtschreiber. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 34, 23. August 1998, S. 25. Claudia Schülke: Schlüsselübergabe: 25 Jahre Stadtschreiber-Amt in Bergen-Enkheim. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, 69, 28. August 1998, S. 1–2. Katharina Deschka-Hoeck: Von tausend Mäzenen beobachtet. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 34, 24. August 2003, S. Kultur R 3. Andreas Haupt: Frankfurt, Deine Stadtschreiber. In: Frankfurter Neue Presse, 28. August 2013, S. 12. Charlotte Brombach, Anna Doepfner, Renate Müller-Friese, Ulrich Sonnenschein (Hrsg.): Stadtschreiberei. Verlagsbuchhandlung Bergen erlesen, Frankfurt am Main. 2020: Von Anja Kampmann zu Anne Weber, ISBN 978-3-9822203-0-7; 2021: Von Anne Weber zu Dorothee Emiger, ISBN 978-3-9822203-1-4; 2022: Von Dorothee Elmiger zu Marion Poschmann, ISBN 978-3-9822203-2-1; 2023: Von Marion Poschmann zu Nino Haratischwili, ISBN 978-3-9822203-3-8; 2024: Von Nino Haratischwili zu Dinçer Güyçeter, ISBN 978-3-9822203-4-5; 2025: Von Dinçer Güyçeter zu José F. A. Oliver, ISBN 978-3-9822203-5-2
Weblinks
Stadtschreiber von Bergen-Enkheim auf der Website der Stadt Frankfurt am Main abgerufen am 24. Feb. 2020 Stadtschreiberarchiv der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim Richtlinien für den Literaturpreis „Stadtschreiber von Bergen“ (PDF) abgerufen am 24. Feb. 2020 Kultur für ALLE e. V. und der Stadtschreiber von Bergen
Einzelnachweise
Kategorie:Auszeichnung (Frankfurt am Main) Kategorie:Literatur (Frankfurt am Main) Kategorie:Frankfurt-Bergen-Enkheim Kategorie:Literaturpreis (Hessen) Kategorie:Erstverleihung 1974