Jens Christian Jensen (* 11. Mai 1928 in Lübeck; † 6. April 2013 in Hamburg) war ein deutscher Kunsthistoriker und Museumsdirektor.

Leben mini|Kurpfälzisches Museum Heidelberg, Hauptstraße Jens Christian Jensen war der Sohn des Pfarrers Julius A. Jensen. Die Familie des Großvaters Julius A. Jensen stammte aus Apenrade. Im Anschluss an den Besuch der Grundschule in Travemünde ging Jensen ab 1939 in das altsprachliche Gymnasium Katharineum zu Lübeck.Biographie Jens Christian Jensen. In: Ulrich Bischoff (Hrsg.): Romantik und Gegenwart. Festschrift für Jens Christian Jensen zum 60. Geburtstag. DuMont Buchverlag, Köln 1988, S. 305. Nach dem Abitur studierte Jensen ab 1949 Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Germanistik und Theologie (Kirchengeschichte) in Heidelberg und Mainz. Jensen wurde 1956 an der Universität Heidelberg bei Walter Paatz zum Dr. phil. promoviert. Das Thema der Dissertation lautet Meister Bertram als Bildschnitzer. Das Verhältnis des Doberaner Lettneraltares zu den Skulpturen des Hamburger Petrialtares. Unter der Direktion von Fritz Schmalenbach absolvierte er von 1956 bis 1958 ein Volontariat am Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Lübeck. Ab 1958 war Jensen zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann ab 1965 Kustos am Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg. 1968 übernahm er den Vorsitz des Heidelberger Kunstvereins und wurde geschäftsführender Vorsitzender des schleswig-holsteinischen Kunstvereins. mini|Kunsthalle Kiel, Düsternbrooker Weg Zum 1. Januar 1971 wurde Jensen zum Direktor der Kunsthalle zu Kiel berufen. 1973 folgte die Ernennung zum Leitenden Museumsdirektor. In dieser Position war Jensen erstmals ein eigenständiger Leiter der Kunsthalle, der und nicht mehr Ordinarius des Kunsthistorischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel war, tätig.Die Universität trauert um Jensen. Mitteilung vom 9. April 2013. Abgerufen am 27. Januar 2025. Zugleich übernahm er im Jahr 1971 den Geschäftsführenden Vorsitz im Schleswig-Holsteinischen Kunstverein. 1990 ging Jensen in den Ruhestand.

Von 1972 bis 2005 gehörte Jensen dem wissenschaftlichen Beirat der Sammlung Georg Schäfer in Schweinfurt an. 1979 wurde er „in Anerkennung seiner Verdienste um die Aktivierung des Kunstlebens in Schleswig-Holstein und in Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen im Dienste der Kunst“ mit der Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Jensen war Verfasser zahlreicher Schriften über mittelalterliche Plastik, über Malerei und Zeichnung des 19. und 20. Jahrhunderts und über die Kunst der Gegenwart. 2008 war er Kurator der Ausstellung Carl Spitzweg und Wilhelm Busch. Zwei Künstlerjubiläen im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover.

Jensen war in seiner ersten Ehe mit Heidi Jensen, geborene Ruesch, verheiratet. Das Ehepaar hatte vier gemeinsame Kinder (Jan, Hinnerk, Jochen und Bettina). Die Ehe wurde im Jahr 1973 geschieden. 1976 heiratete er Angelika Forwick. Das Ehepaar lebte in Hamburg.

Auszeichnungen 1977: Ritter des dänischen Dannebrogorden 1979: Ehrentitel ProfessorEhrenhoheit des Ministerpräsidenten. Abgerufen am 27. Januar 2025. 1991: Kulturpreis der Stadt KielDoris Tillmann, Johannes Rosenplänter (Hrsg.): Kiel Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2011, ISBN 978-3-529-02556-3, Lemma Kultur- und Wissenschaftspreis der Stadt Kiel, S. 201–203. EhrendoktorwürdeFrankfurter Allgemeine Zeitung. Traueranzeige, Ausgabe Nr. 86 vom 13. April 2013, S. 39.

Mitgliedschaft Det Kongelige Norske Videnskabers Selskab in Trondheim

Quellen Biographie Jens Christian Jensen. In: Ulrich Bischoff (Hrsg.): Romantik und Gegenwart. Festschrift für Jens Christian Jensen zum 60. Geburtstag. DuMont Buchverlag, Köln 1988, ISBN 3-7701-2268-2, S. 305. Verzeichnis der Schriften von Jens Christian Jensen 1956 bis 1987. In: Ulrich Bischoff (Hrsg.): Romantik und Gegenwart. Festschrift für Jens Christian Jensen zum 60. Geburtstag. DuMont Buchverlag, Köln 1988, ISBN 3-7701-2268-2, S. 306–331. Jensen, Jens Christian. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 583. Traueranzeige (Süddeutsche Zeitung. 13. April 2013).

Veröffentlichungen (Auswahl)

Monografien Meister Bertram als Bildschnitzer. Das Verhältnis des Doberaner Lettneraltares zu den Skulpturen des Hamburger Petrialtares. Dissertation Heidelberg 1954 (Maschinenschriftlich vervielfältigt 1956). Carl Philipp Fohr in Heidelberg und im Neckartal. Landschaften und Bildnisse. Herausgegeben und eingeleitet von Georg Poensgen. Braun, Karlsruhe 1968. Caspar David Friedrich. Leben und Werk. DuMont, Köln 1974, ISBN 3-7701-0758-6. Carl Spitzweg. Zwischen Resignation und Zeitkritik. DuMont, Köln 1975, ISBN 3-7701-0815-9. Philipp Otto Runge. DuMont, Köln 1977, ISBN 3-7701-0907-4. Aquarelle und Zeichnungen der deutschen Romantik. DuMont, Köln 1978, ISBN 3-7701-0976-7. Christian Rohlfs. Gemälde – Aquarelle. Ausstellungskatalog. Kunsthalle, Kiel 1979. Paul Wunderlich. Eine Werkmonographie. Mit Beiträgen von Max Bense und Philippe Roberts-Jones. Volker Huber, Offenbach 1980. Adolph Menzel. 1982. Malerei der Romantik in Deutschland. DuMont, Köln 1985, ISBN 3-7701-1525-2. Harald Duwe. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien. Prestel, München 1987, ISBN 3-7913-0818-1. Harald Duwe. Hundert Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen. Museum für Kunst und Kulturgeschichte Lübeck, Lübeck 1994, ISBN 3-529-02737-5. Carl Spitzweg. Zwischen Resignation und Zeitkritik. DuMont, Köln 1991, ISBN 3-7701-0815-9. Caspar David Friedrich. Leben und Werk (= dumont Taschenbücher. Band 14). DuMont Schauberg, Köln 1974; Nachauflage 1995, ISBN 3-7701-0758-6; überarbeitete und mit einem Nachwort versehene Neuausgabe ebenda 1999, ISBN 3-7701-4800-2. Carl Spitzweg im Museum Georg Schäfer Schweinfurt. Museum Georg Schäfer, Schweinfurt 2014, ISBN 978-3-943017-05-2.

Herausgeberschaften Amerikanische Kunst von 1945 bis heute. Herausgegeben gemeinsam mit Dieter Honisch. DuMont, Köln 1976 Vor hundert Jahren. Dänemark und Deutschland 1864–1900, Gegner und Nachbarn; Kopenhagen – Aarhus – Kiel – Berlin – 1981, 82; [Kopenhagen, Statens Museum for Kunst, 31. Juli – 6. September 1981 … Berlin, Orangerie Schloß Charlottenburg, 10. Januar – 14. Februar 1982]. Kunsthalle, Kiel 1981. Adolph Menzel. Gemälde, Gouachen, Aquarelle, Zeichnungen aus der Sammlung-Dr.-Georg-Schäfer-Stiftung, Schweinfurt. Hirmer, München 1998, ISBN 3-7774-8150-5. 100 Jahre Kieler Woche – Lyonel Feininger: Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, Druckgraphik. Verlag: Kunsthalle zu Kiel der Christian-Albrechts-Universität, Kiel 1982 Günter Grass. Hundert Zeichnungen 1955–1987. Ausstellungskatalog der Kunsthalle Kiel. Kiel 1987, ISBN 3-923701-23-3

Beiträge Die Kunsthalle zu Kiel und die Kunst in Schleswig-Holstein. In: Ehrhardt Heinold: Künstler sehen Schleswig-Holstein. 80 zeitgenössische Künstler. Verlag Wolfgang Weidlich, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-8035-8357-8, S. 11–12. Von der Gründung der Gemäldegalerie bis zur Aufgabe der ersten Kunsthalle 1887. In: Der Finanzminister des Landes Schleswig-Holstein (Hrsg.): Kunsthalle zu Kiel Christian-Albrechts-Universität. Sammlungen und Baugeschichte 1854 bis 1986. Christians Verlag, Hamburg 1986, ISBN 3-7672-0960-8, S. 6–32.

Literatur Lilli Martius: 125 Jahre Schleswig-Holsteinischer Kunstverein 1843–1968. Herausgegeben vom Schleswig-Holsteinischer Kunstverein. Karl Wachholtz, Neumünster 1968. Ulrich Bischoff (Hrsg.): Romantik und Gegenwart. Festschrift für Jens Christian Jensen zum 60. Geburtstag. DuMont Buchverlag, Köln 1988, ISBN 978-3-7701-2268-4. Peter Thurmann: Jens Christian Jensen. Lübeck 11. 5. 1928–6. 4. 2013 Hamburg. In: Nordelbingen. Beiträge zur Kunst- und Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins. Band 83 (2014), S. 219–224. Peter Thurmann: Jens Christian Jensen. Romantik und Gegenwart. In: Ulrich Kuder, Klaus Gereon Beuckers (Hrsg.): Forschung in ihrer Zeit. 125 Jahre Kunsthistorisches Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (= Kieler kunsthistorische Studien. N.F., Band 18). Ludwig, Kiel 2020, ISBN 978-3-86935-380-7, S. 429–444.

Weblinks

Veröffentlichungen von Jens Christian Jensen in der Staatsbibliothek zu Berlin

Einzelnachweise

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