mini|Coop-Hochhaus in Basel
Die Coop Genossenschaft ( oder ) gehört zu den grössten Detailhandels- und Grosshandelsunternehmen der Schweiz. Sie ist als Genossenschaft mit rund 2,7 Millionen Mitgliedern organisiert.
Unter dem Eigennamen betreibt Coop Supermärkte, Warenhäuser («Coop City»), Restaurants, Apotheken im Joint Venture mit Galenica («Coop Vitality») sowie über die Tochtergesellschaft Coop Pronto AG Tankstellen- und Convenience-Shops («Coop Pronto» und «Coop to go»). Die Online-Shops «Coop.ch» und «Coop-City.ch» ermöglichen die Bestellung von Artikeln aus dem Coop-Sortiment mit Heimlieferung.
Zur Coop-Gruppe gehören zudem die Baumarktkette «Jumbo» (seit 2021), die Unterhaltungselektronik-Ketten «Interdiscount» (seit 1996) und «Swiss Household Services» (ehemals Dipl. Ing. Fust, seit 2007), das Möbelhaus «Livique», der Beleuchtungs-Fachmarkt «Lumimart», die «Import Parfumerie» und die «Christ Uhren und Schmuck»-Schmuckgeschäfte. Per 1. Januar 2011 erweiterte Coop mit der vollständigen Übernahme der Transgourmet Holding ihr In- und Auslandsengagement im Gastronomie- und Gewerbegrosshandel.
Im Juni 2022 war Coop in der Liste der grössten Unternehmen in der Schweiz auf Platz 10 vertreten und im Jahr 2023 in der Liste der grössten Einzelhandelsunternehmen der Welt auf Platz 34.
Angebot und Dienstleistungen Von seinen Mitbewerbern im Schweizer Detailhandel beabsichtigt sich Coop durch ein detaillierteres Angebot abzuheben. So bietet Coop neben Artikeln unter Eigenmarken auch zahlreiche Markenprodukte an. Verschiedene Linien decken die Nachfrage nach besonders ökologischen, kulinarisch hochstehenden, sozial profilierten oder kostengünstigen Produkten. Weitere Angebote und Dienstleistungen sind Guthabenkarten für Mobiltelefone («CoopMobile»), Pauschalreisen (ITS Coop Travel, Joint Venture mit Rewe Touristik), Brenn- und Treibstoffe (Coop Pronto AG; bis 2024 Coop Mineraloel AG) sowie bis 2017 Finanzdienstleistungen (die frühere Bank Coop wurde 1999 mehrheitlich und 2017 vollständig an die Basler Kantonalbank verkauft; siehe Bank Cler). Im Oktober 2023 wurde mit Coop Finance+ ein Neobank-Konto lanciert. Mangels Erfolg werde jedoch das Angebot eingestellt, wie Coop im August 2024 mitteilte. Die Coop Rechtsschutz AG bietet Dienstleistungen in Rechtsschutz.
Als Kundenbindungsprogramm bietet Coop seit 2000 die sogenannte Supercard an. Weist der Kunde diese bei Einkäufen vor, wird ihm für den generierten Umsatz eine Anzahl Superpunkte auf ein Punktekonto gutgeschrieben. Diese Punkte können dann gegen Prämien eingetauscht werden. Seit dem Sommer 2006 gibt Coop die Supercard Plus an Kunden ab, die auch als Mastercard oder als VISA erhältlich ist. Sie kombiniert die «normale» Supercard mit einer Kreditkarte. So können auch Superpunkte ausserhalb der Coop-Gruppe gesammelt werden. 2018 wurde die Supercard Kreditkarte mit Cashback-System lanciert. 2023 wurde bekannt, dass Coop die mit der Supercard gesammelten Kundendaten auch an Partnerfirmen verkauft. Des Weiteren sind rund 35 Prozent der Coop-Supermärkte mit Selbstbedienungskassen ausgestattet. Diese akzeptieren nebst der Kartenzahlung auch Bargeld. Einzelne Filialen wurden mit einer Postagentur der Schweizerischen Post ausgestattet – z. B. in Bolligen und Worblaufen.
Coop besitzt 42 Einkaufszentren.
Geschichte Verband Schweizerischer Konsumvereine In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in vielen Schweizer Städten Konsumvereine gegründet. 1853 und 1869 scheiterten zwei Versuche eines Zusammenschlusses der Konsumvereine von Zürich, Basel, Bern, Grenchen, Biel und Olten. Dies war erst bei einer dritten Zusammenkunft am 11. Januar 1890 in Olten möglich, als der Verband Schweizerischer Konsumvereine (VSK) gegründet wurde. Fünf Genossenschaften waren Gründungsmitglieder, am Jahresende zählte der VSK 43 Mitglieder. Mit der steigenden Zahl an Genossenschaften, 407 bis 1915, baute der VSK seine Tätigkeiten und seine Infrastruktur aus. 1902 erschien erstmals das «Genossenschaftliche Volksblatt» als Vorläufer der heutigen Coopzeitung.
Der eigentliche Ausbau erfolgte im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts, doch dieser wurde durch handelspolitische Hemmnisse nach dem Ersten Weltkrieg gebremst. Während des Zweiten Weltkriegs stellte der VSK seine ganze Kraft in den Dienst der Landesversorgung. Nach Kriegsende stiegen sowohl das Schweizer Bruttoinlandsprodukt als auch die Wohnbevölkerung stetig an, so dass mit der Nachfrage auch das Angebot im Einzelhandel zunahm. Der erste Selbstbedienungsladen des VSK wurde 1948 an der Stauffacherstrasse 20 durch den Lebensmittelverein Zürich (LVZ) eröffnet. 1960 wurde das Coop Signet eingeführt.
Coop Schweiz mini|Logo bis 2000
Der grösste Einschnitt in der Verbandsgeschichte erfolgte 1969 durch die neue Unternehmenspolitik, die ihre symbolische Umsetzung in der Änderung des Namens VSK zu Coop Schweiz fand. Einen wichtigen Teil der neuen Politik bildete der Fusionsplan, welcher die Zahl der Genossenschaften von damals 407 meist lokalen Dorf- und Stadtgenossenschaften auf etwa 30 bis 40 teilregionale Genossenschaften reduzierte. Spätere Fusionspläne bildeten daraus wiederum Regionalgenossenschaften, deren Zahl Mitte der 1990er-Jahre noch bei 14 lag. Durch den Bau von grossen Supermärkten sank die Zahl der Verkaufsstellen bei zunehmender Verkaufsfläche. Zudem vergrösserte sich durch die Eröffnung von Warenhäusern und Baumärkten in den 1970er- und 1980er-Jahren der Bereich Non Food.
1970 wurde Coop Rechtsschutz als Tochtergesellschaft der Coop-Gruppe gegründet.
1974 wurde die Rückvergütung durch Rabattmarken eingestellt und Nettopreise eingeführt. Am 14. September 1977 wurde erstmals das «Coop Mittwochstudio» auf dem Fernsehsender SF 1 ausgestrahlt. Die Infotainment-Dauerwerbesendung wurde im Jahr 2005 abgesetzt. Moderiert wurde sie u. a. von 1977 bis 1988 von Bella Neri. Ab 1982 wurden auch Rezepte vorgestellt. Ab 1993 wurde Armin Amrein als Studio-Koch engagiert. Im Jahr 2004 wurde das «Coop Studio» von Tanja Gutmann moderiert. 2005 gehörte René Rindlisbacher zum Moderations-Team, bevor die Sendung abgesetzt wurde. Zwischen 2002 und 2005 lief zudem die Sendung «Telescoop» jeweils über den Mittag.
Im November 1988 lancierte Coop das «Tell»-Bier, das vorderhand in der Churer Brauerei Calanda Bräu sowie in der Brauerei Brasserie du Boxer in Romanel-sur-Lausanne hergestellt wird (siehe auch Bierkartell).
An der 1990 zur Verwertung von Schlachtnebenprodukten gegründeten Centravo Holding AG, ist Coop mit 19,7 Prozent beteiligt.
Im Jahr 1991 erfolgte eine Mehrheitsbeteiligung am Konsumverein Zürich, dem 1995 die komplette Übernahme folgte.
Coop-Gruppe Genossenschaft mini|Coop-Verwaltungsgebäude in Basel mini|Coop-Supercenter in Biberist mini|Coop-Filiale in Rüti ZH mini|Einkaufszentrum "Karussell" in Kreuzlingen mini|Coop Pronto Tankstelle in Wangen-Brüttisellen
Im Rahmen des Projektes CoopForte schlossen sich auf den 1. Januar 2001 alle 14 regionalen Genossenschaften und Coop Schweiz in der Coop-Gruppe Genossenschaft zusammen. Auf dieses Datum hin wurde auch der Wechsel zum neuen Logo mit den vier orangen Buchstaben vollzogen. Seit November 2001 gehörte die Marke Betty Bossi je zur Hälfte Coop und dem Medienunternehmen Ringier. Per 21. Dezember 2012 übernahm Coop die restlichen 50 % Anteile von Ringier an der Betty Bossi AG (Aus der Betty Bossi AG wurde 2021 eine Division der Coop Genossenschaft, die AG wurde aufgelöst).
Im Jahr 2001 wurde in Crissier der erste Coop-Megastore der Schweiz eröffnet.
Im Jahr 2002 übernahm Coop die Warenhauskette EPA, deren kommerziell erfolgreiche Verkaufsstellen sie als Coop-City-Warenhäuser weiterführte. 2003 wurde zudem die Waro AG in die Coop-Gruppe integriert. Die ehemaligen Waro-Filialen wurden zu Coop-Verkaufsstellen verschiedener Verkaufsformate.
Im Jahr 2005 beginnt eine Kooperation mit Weight Watchers und eine gleichnamige Sortimentslinie wurde eingeführt. Im selben Jahr wurde die Tiefpreislinie «Prix Garantie» eingeführt und im Coop-Supermarkt Frenkendorf das erste Selfscanning-Pilotprojekt im Schweizer Detailhandel gestartet.
Im Jahr 2006 hat Coop mit fünf weiteren Schweizer Unternehmen (Charles Vögele, Denner, Manor, Migros und Valora) die Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz (IG DHS) gegründet.
Im August 2007 hat Coop für 470 Millionen Franken die zwölf grossflächigen Supermärkte von Carrefour Schweiz übernommen und 2008 in Coop-Megastores umgewandelt.
Im November 2007 hat Coop nach Zustimmung der Wettbewerbskommission von der Jelmoli Holding das Elektrohaushaltgeräte- und Unterhaltungselektronik-Unternehmen Dipl. Ing. Fust AG, inklusive Service 7000 und netto24 AG, übernommen und als eigenständig am Markt auftretende Tochtergesellschaft in die Coop-Gruppe eingegliedert.
Die nachmalige Bank Coop wurde am 30. Oktober 1927 vom Verband Schweizerischer Konsumvereine zusammen mit dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund als «Genossenschaftliche Zentralbank» gegründet. 1970 beschloss die Delegiertenversammlung der Genossenschafter die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. 1995 erfolgte die Umbenennung in «Coop Bank». Am 20. Dezember 1999 übernahm die Basler Kantonalbank die Mehrheitsbeteiligung; 2001 wurde die Namensänderung zu «Bank Coop» vollzogen. Das Institut gehört als Bank Cler seit 2017 vollständig der Basler Kantonalbank.
Seit 2010 betreibt Coop das Transportunternehmen Railcare mit sieben Lokomotiven des Typs Siemens Vectron Rem476 und einer Flotte von Lkw und Wechselbehältern. Neben der Belieferung der eigenen Märkte stehen die Leistungen von «railCare» auch anderen Kunden zur Verfügung.In: Schweizer Eisenbahn-Revue, 1/2013, S. 40. Website von railCare. Am 7. November 2025 wurde im Zürcher Hardfeld ein Logistik-Hub eröffnet, der es ermöglicht über 70 Verkaufsstellen in der Stadt Zürich per Eisenbahn zu beliefern.
Im Jahr 2011 wurde die Pearlwater Mineralquellen AG mit Sitz in Termen im Wallis übernommen.
Im März 2014 übernahm Coop die nettoShop AG, welche im Online-Handel mit Elektrohaushaltswaren schweizweit führend ist. Im selben Jahr hat Coop die Marché Restaurants Schweiz AG von Mövenpick übernommen. Das Unternehmen betreibt, neben den Marché-Restaurants auf Autobahnraststätten, inzwischen u. a. auch Zopf & Zöpfli, Cindy’s Diner und Popeyes. Darüber hinaus ist Marché Lizenznehmer einiger Burger-King-Filialen. Anfang April 2016 stieg Coop in die Fitness-Studio-Branche ein mit der Übernahme der Ostschweizer Studio-Kette Update Fitness. Indes wurde 2023 die 74. Update-Fitness-Filiale eröffnet. Coop kaufte Ende 2016 die 30 bahnhofsnahen Filialen der Aperto Shops, die ab Januar 2017 Teil der Coop-Gruppe werden. Die restlichen 19 Filialen, welche als Tankstellenshop betrieben werden, wurden an den Tankstellenbetreiber Oel-Pool verkauft. Die Geschäfte sollen unter dem bisherigen Namen weiterbetrieben und alle Beschäftigten übernommen werden. Der Kaufpreis für die 30 Filialen soll bei 100 Mio. CHF gelegen haben. 2018 erwarb Coop eine Minderheitsbeteiligung an der in der Gastronomie tätigen Two Spice AG (u. a. Yooji’s, Rice Up!) und wurde 2023 zu dessen Mehrheitsaktionär. Im Juni 2017 wurde die Tropenhaus Frutigen AG in die Coop Genossenschaft eingegliedert. 2024 wurde das Tropenhaus Frutigen für Besucher geschlossen. Zwei Jahre später liess Coop das Tropenhaus abreissen und nutzt die Anlage seither als Fischzucht. Das ebenfalls von Coop übernommene Tropenhaus Wolhusen wurde im Dezember 2019 für einen symbolischen Franken wieder abgegeben.
An der Delegiertenversammlung vom 28. März 2019 wurde Doris Leuthard in den Verwaltungsrat von Coop gewählt.
Das 1978 erbaute Coop-Hochhaus in Basel-Gundeldingen wurde ab 2019 umfassend saniert. 1275 Mitarbeiter arbeiten mit Stand Juni 2019 am Coop-Hauptsitz in dem Coop-Hochhaus. 2021 wurden die Arbeiten abgeschlossen.