Friedrichsbrunn ist ein Ortsteil der Stadt Thale im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt und sowohl staatlich anerkannter Erholungsort als auch Luftkurort. Geographie Lage Friedrichsbrunn liegt im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt etwa 7 km südlich der Kernstadt von Thale auf 499 bis . Nördlich des Dorfs entspringt der Wurmbach, östlich liegen der Wegenerskopf (), höchste Erhebung des Rambergmassivs, und die Quelle des Kleinen Uhlenbachs und westlich entspringt der Tiefenbach. Durch Friedrichsbrunn führt die Landesstraße 239 (Güntersberge–Friedrichsbrunn–Bad Suderode; Hauptstraße), von der direkt nordöstlich des Dorfs die nach Thale führende L 240 (Thalenser Straße) abzweigt.

Klima mini|links|Klimadiagramm von FriedrichsbrunnDeutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990. Die durchschnittliche Lufttemperatur in Friedrichsbrunn beträgt 6,7 °C, der jährliche Niederschlag 702 Millimeter.

Geschichte mini|Friedrichsbrunnen Die Gründung von Friedrichsbrunn geht auf einen seit dem 11. Jahrhundert an einem Brunnen liegenden Rastplatz der Heerstraße zwischen Quedlinburg und Nordhausen zurück.

Im Jahr 1680 wurden an diesem Brunnen, der „Ungetreue Brunnen“Über die Herkunft des Namens . genannt wurde, ein preußisches Grenzwächterhaus und ein Vorwerk der Domäne Stecklenberg errichtet. Auf Geheiß von Friedrich dem Großen siedelten sich in den Jahren zwischen 1773 und 1775 50 Familien als Kolonisten an. Der neu entstandene Ort erhielt den amtlichen Namen Friedrichsbrunn.

Die touristische Entwicklung begann im Jahr 1884, als die ersten Sommergäste ihren Urlaub in diesem Ort verbrachten. Zum Höhenluftkurort ernannt, wurden noch vor dem Ersten Weltkrieg in Friedrichsbrunn zwei Sanatorien, drei größere Hotels und zahlreiche kleinere Pensionen errichtet. In der Zeit der Weltkriege dienten die Einrichtungen von Friedrichsbrunn als Lazarette.

1949 wurde Friedrichsbrunn zum „Heilklimatischen Kurort und Wintersportplatz“ ernannt. Bis zu 20.000 Urlauber und Kurpatienten erholten sich bis 1990 jährlich in diesem Ort. Nach der Wende brach der Massentourismus ein. Der Ort richtete sich nun auf Individual- und Kurzurlauber ein.

Zu DDR-Zeiten wurde im Ort das Kinderheim „Bruno Tesch“ betrieben, in dem Kinder mit sozialer Indikation erzogen und bis zum Abschluss der zehnten Klasse der POS gebildet wurden. Das Heim legte nach 1990 den Namen dieses Widerstandskämpfers und NS-Opfers ab und betreut heute Kinder unter dem Titel „Zur Tannenspitze“.RotFuchs, Oktober 2010, S. 10. Auch gab es im Ort das Pionierferienlager „Erich Weinert“, in dem westdeutsche Kinder durch die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Ferienwochen erleben konnten.

Friedrichsbrunn wurde im Jahre 1994 vorläufig und 1999 endgültig als Erholungsort staatlich anerkannt, Im Jahr 2010 erhielt es zusätzlich die staatliche Anerkennung als Luftkurort.

Am 23. November 2009 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Friedrichsbrunn nach Thale eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009.

Geschichtsdenkmale mini|Grabkreuze auf dem Friedhof von Friedrichsbrunn In der Waldstraße 7 befindet sich das Bonhoeffer-Haus (Friedrichsbrunn), das ehemalige Ferienhaus der Familie von Dietrich Bonhoeffer. Dort wurde 1986 eine Gedenktafel zur Erinnerung an den Theologen der Bekennenden Kirche angebracht, der dem militärischen Widerstand gegen das Naziregime zuarbeitete und 1945 im KZ Flossenbürg ermordet wurde. Heute ist das Haus eine Gedenk- und Begegnungsstätte mit Café, Pension und einer ständigen Ausstellung über das Leben der Familie Bonhoeffer in Friedrichsbrunn. Die Kirche wurde in Bonhoeffer-Kirche umbenannt.

Auf dem Friedhof befinden sich die Grabstätten von vier ungarischen und eines sowjetischen Zwangsarbeiters (alle namentlich genannt) sowie dreier Unbekannter, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit wurden.

Auf dem Friedhof ruhen, gekennzeichnet durch lange Reihen von Grabkreuzen, im April 1945 ums Leben gekommene deutsche Soldaten.

Politik Wappen Blasonierung: „Geviert; Feld 1 und 4: in Grün eine schräglinke silberne Axt; Feld 2 und 3: in Silber ein grüner Hirschkopf im Visier mit zwölfendigem Geweih.“

Das Wappen wurde 1997 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt. Es nimmt Bezug auf die Jagd- und Forstwirtschaft, die von alters her Erwerbsquelle war.

Flagge Der Ort führt eine grün-weiße Streifenflagge (1:1) mit mittig aufgesetztem Wappen.

Sehenswürdigkeiten Zu den Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen in und nahe Friedrichsbrunn gehören: Burg Erichsberg (auch Erichsburg genannt), Burgstall, 1346 zerstört Viktorshöhe (), einst beliebtes Ausflugsziel Ski- und Heimatmuseum Friedrichsbrunn, einziges Ski- und Wintersportmuseum in Sachsen-Anhalt

Weblinks

Luftkurort Friedrichsbrunn im Bodetal (Harz)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Harz Kategorie:Geographie (Thale) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Harz) Kategorie:Gemeindeauflösung 2009 Kategorie:Kurort in Sachsen-Anhalt Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen-Anhalt