Horst Papke (* 1930; † 1990) (Eintrag zu Horst Papke) war ein deutscher Schauspieler.

Leben Papke war als Theaterschauspieler und Bühnendarsteller rund 30 Jahre lang von 1958 bis 1988 am Hans Otto Theater in Potsdam tätig. Zu seinen Bühnenrollen dort gehörten unter anderem der Junker Tobias Rülp in Was ihr wollt (Spielzeit 1963/1964), der Polizist Schauwa in Der kaukasische Kreidekreis (1968) und der Hausbesitzer und Familienfreund Periplectomenus in der antiken Komödie Miles Gloriosus. Häufig wurde er dort in komödiantischen Rollen eingesetzt.

Er wirkte ab Ende der 1950er-Jahre bis zum Anfang der 1990er-Jahre in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit. Seine charakteristischen Haupt- und Nebenrollen prägten diverse Filme der DEFA und des DFF. Papke, ein eher kleiner rundlicher Darsteller, wurde dabei häufig in Märchenfilmen und Kinderfilmen eingesetzt, so als zweiter Musikant in Die goldene Gans, Übersicht der Darsteller (mit Foto) (1964), später als Wache in Die zertanzten Schuhe (1977) und als Räuber in Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus (1978).

Sein erster Filmauftritt war die auf einem Dorf spielende Komödie Senta auf Abwegen aus dem Jahr 1959, eine DEFA-Produktion, in der Papke, unter der Regie von Martin Hellberg in einer kleinen Rolle als Pohlenz zu sehen war. 1962 spielte er die Rolle des Schaffners in dem Stacheltier-Film Der Fluch der bösen Tat.

In der Folgezeit wurde Papke in vielen Filmen schwerpunktmäßig als Nebendarsteller eingesetzt, wo er in kurzen Szenen jeweils markante Charakterporträts zeichnete. Zu seinen Rollen in diesem Darstellergenre gehörten: Dicker SA-Mann in dem Kinderfilm Die Jagd nach dem Stiefel (1962), der Korporal in dem Mantel-und-Degen-Film Mir nach, Canaillen! (1964), der Reichsbahnangestellte in dem Musikfilm Hochzeitsnacht im Regen (1967), Roderich in der historischen Film- und Musikkomödie Frau Venus und ihr Teufel (1967), der Taxifahrer in dem Kinderfilm Der Weihnachtsmann heißt Willi (1969), der Kantinenwirt in dem Liebesfilm Hart am Wind (1970), der kleine Wächter in dem Liebesfilm Das Versteck (1977) und der Eisenbahner Paul in der TV-Filmkomödie Des kleinen Lokführers große Fahrt (1978)., Filmographie in der Datenbank der DEFA-Stiftung

Im DDR-Fernsehen war er in kleinen Episodenrollen auch in den Krimiserien Polizeiruf 110 und Der Staatsanwalt hat das Wort zu sehen, so als BGL-Vorsitzender in der Staatsanwalt-Folge Wenn zwei sich streiten (1984), als Leichenträger in der Staatsanwalt-Folge Paule (1986) und als Arzt im Krankenhaus in der Polizeiruf-Folge Der zersprungene Spiegel (1985)., Eintrag im Polizeiruf 110-Lexikon , Eintrag im Polizeiruf 110-Lexikon

Gelegentlich arbeitete Papke für das Fernsehen der DDR und für die DEFA auch als Synchronsprecher, so bei 1977 bei der DEFA-Synchronisation des Films Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande, 1979 bei der DEFA-Synchronisation des Films Die Olsenbande sieht rot und 1983 bei der Synchronisation des russischen Märchenfilms Abenteuer mit der Tarnkappe (Там, на неведомых дорожках…).Papke, Horst, Eintrag in der Synchrondatenbank

Horst Papke ist der Vater des früheren deutschen Kanurennsportlers Ulrich Papke.

Filmografie (Auswahl) 1959: Senta auf Abwegen 1962: Josef und alle seine Brüder (Fernsehfilm) 1962: Das Stacheltier – Der Fluch der bösen Tat 1962: Die Jagd nach dem Stiefel 1963: Blaulicht: Heißes Geld (Fernsehserie) 1964: Die goldene Gans 1964: Mir nach, Canaillen! 1965: Die antike Münze 1967: Hochzeitsnacht im Regen 1967: Frau Venus und ihr Teufel 1969: Im Himmel ist doch Jahrmarkt 1969: Jungfer, Sie gefällt mir 1969: Der Weihnachtsmann heißt Willi 1969: Seine Hoheit – Genosse Prinz 1970: Junge Frau von 1914 (Fernsehfilm) 1970: Hart am Wind 1970: Im Spannungsfeld 1970: Schüsse unterm Galgen 1970: Weil ich dich liebe … 1971: Optimistische Tragödie (Fernsehfilm) 1971: Zeit der Störche 1971: KLK an PTX – Die Rote Kapelle 1972: Reife Kirschen 1973: Die sieben Affären der Doña Juanita (vierteiliger Fernsehfilm) 1973: Die Hosen des Ritters von Bredow 1973: Das unsichtbare Visier (Fernsehfilm) 1974: Wie füttert man einen Esel 1974: Die Frauen der Wardins (Fernseh-Dreiteiler) 1976: Nelken in Aspik 1976: Beethoven – Tage aus einem Leben 1976: Philipp, der Kleine 1977: Unterwegs nach Atlantis 1977: Das Versteck 1977: Ein Katzensprung 1977: Der Hasenhüter (Fernsehfilm) 1977: Viechereien (Fernsehfilm) 1977: Die zertanzten Schuhe (Märchenfilm) 1978: Der Meisterdieb (Märchenfilm) 1978: Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus 1978: Des kleinen Lokführers große Fahrt 1979: Spuk unterm Riesenrad (Fernsehserie) 1979: Nachtspiele 1979: Chiffriert an Chef – Ausfall Nr. 5 1979: Die Gänsehirtin am Brunnen (Märchenfilm) 1980: Archiv des Todes (Fernsehfilm) 1980: Max und siebeneinhalb Jungen 1981: Die Stunde der Töchter 1982: Der lange Ritt zur Schule 1982: Märkische Forschungen 1983: Spuk im Hochhaus (Fernsehserie) 1983: Die Schüsse der Arche Noah 1983: Der entführte Prinz (Fernsehfilm) – Stimme 1984: Front ohne Gnade (Fernsehfilm) 1984: Der Staatsanwalt hat das Wort: Wenn zwei sich streiten (Fernsehreihe) 1985: Polizeiruf 110: Der zersprungene Spiegel (Fernsehreihe) 1985: Die Gänse von Bützow 1985: Der Doppelgänger 1985: Meine Frau Inge und meine Frau Schmidt 1986: Der Staatsanwalt hat das Wort: Paule 1986: Der Bärenhäuter 1986: Gritta von Rattenzuhausbeiuns

Theater 1967: Peter Abraham: Und das soll Liebe sein? (Pressefotograf Zwiebel) – Regie: Hans Lohr (Hans Otto Theater Potsdam) 1968: William Shakespeare: Die Komödie der Irrungen – Regie: Peter Kupke (Hans Otto Theater Potsdam) 1977: Günter Schubert: Olle Henry (Willi) – Regie: Gerd Staiger (Hans Otto Theater Potsdam)

Hörspiele 1969: Fritz Selbmann: Ein weiter Weg – Regie: Fritz-Ernst Fechner (Hörspiel (8 Teile) – Rundfunk der DDR)

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Einzelnachweise

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