Reischach ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Altötting. Das gleichnamige Pfarrdorf ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.
Gemeindegliederung
Es gibt 78 Gemeindeteile:
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Reischach ist als Kirch- und Pfarrort seit 930 (Riskah) beurkundet. Im Althochdeutschen heißt risc „Binse“, entsprechend bedeutet der Name “Ort, wo viele Binsen wachsen”. Bei der allgemeinen Ämterorganisation im 13. Jahrhundert entstand das „Amt Reischach“. Reischach wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde.
Verwaltungsgemeinschaft Die Gemeinde Reischach bildete 1978 zusammen mit den Nachbargemeinden Erlbach und Perach eine Verwaltungsgemeinschaft. Der Verwaltungssitz ist Reischach. Reischach umfasst die Steuerdistrikte Endlkirchen, Erlbach, Reischach, Reischenbach und Perach.
Eingemeindungen Am 1. Januar 1967 wurden Teile der bis dahin selbständigen Gemeinde Eggen nach Reischach umgegliedert. Am 1. Juli 1971 erfolgte die Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinde Arbing.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2338 auf 2604 um 266 Einwohner bzw. um 11,4 %. 1840: 663 Einwohner 1940: 1492 Einwohner 1961: 1989 Einwohner (davon 583 in Arbing) 1970: 2102 Einwohner (davon 546 in Arbing) 1991: 2469 Einwohner 1995: 2536 Einwohner 2005: 2637 Einwohner 2010: 2640 Einwohner 2015: 2539 Einwohner
Politik Gemeinderat und Bürgermeister
Bei der Kommunalwahl am 08. März 2026 waren 14 Mitglieder zu wählen. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
9 Gemeinderäte Fraktion CSU / Unabhängige (65,6% - +0,7%) 5 Gemeinderäte Fraktion Wählergemeinschaft Reischach / Arbing (34,4% - -0,7%)
Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister. In dieses Amt wurde am 19. März 2017 Alfred Stockner (CSU und Unabhängige) gewählt, nachdem Herbert Vilsmaier aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.Heimatzeitung zur Vereidigung von Bgm. Stockner, abgerufen am 13. April 2017 Stockner wurde am 08. März 2026 für weitere sechs Jahre mit 91,3 % im Amt bestätigt.
Wappen
Gemeindepartnerschaften Am 20. August 2006 schloss Reischach eine Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Magyarbóly in der Region Transdanubien, mit der schon seit 15 Jahren Kontakte bestanden.
Öffentliche Einrichtungen Bildungseinrichtungen Stand August 2026 gibt es folgende Einrichtungen:Gemeinde Reischach - Kinderbertreuung und Bildung Kindertagesstätte St. Martin in Reischach mit 100 KiGa-Plätzen und 30 Krippen-Plätze Holzland KiTa Arbing mit 25 KiGa-Plätzen und 18 Krippen-Plätze Grundschule Reischach mit Gebäuden in Reischach und in der Nachbargemeinde Perach
Freizeit- und Sportanlagen Reischach verfügt über eine relativ große Bandbreite an Sportanlagen, darunter eine zur Hauptschule gehörige Einfachturnhalle, 3 Fußballplätze, 4 Tennisplätze, ein Beachvolleyballfeld sowie eine Stockschützenhalle mit 4 Stockschützenbahnen. Im Gemeindeteil Arbing finden sich ein Bolzplatz und eine Stockschützenhalle mit 3 Bahnen. Im Gemeindegebiet liegt darüber hinaus der Badesee Hochmühl, der im Sommer zum Baden wie auch zum Angeln genutzt werden kann und im Winter eine Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen bietet. Auf dem Zoglerberg, der als Naherholungsgebiet eine schöne Aussicht über den Ort bietet, ist neben einer anmietbaren Freizeithütte auch ein Wald- und Naturlehrpfad eingerichtet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche St. Martin mini|hochkant|Wallfahrtskirche St. Antonius
St. Martin Die katholische Pfarrkirche St. Martin ist ein spätgotisches Bauwerk, dessen Langhaus aus dem 14. und dessen Presbyterium aus dem 15. Jahrhundert stammt. Der alte Turm musste 1865 wegen Einsturzgefahr abgebrochen werden. 1899 wurde die Kirche nach Westen hin um etwa ein Drittel verlängert, dabei erhielt sie auch ihren 52 Meter hohen Turm. Ihre Ausstattung ist barock, der Hochaltar (um 1680) zeigt im 1840 erneuerten Altarblatt den Bischof und Kirchenpatron St. Martin von Tours unter Armen.
St. Anton
Die Wallfahrtskirche St. Anton von Padua in Reischach ist ein barocker Zentralbau mit eiförmigem Grundriss. Sie entstand 1695 bis 1699 nach den Plänen des Neuöttinger Stadtbaumeisters Mathias Weidtinger. Das Altarbild von Karl Keller aus dem Jahr 1862 zeigt den hl. Antonius von Padua mit dem Jesuskind.
Marien- und Antoniuskapelle Die Brünnlkapelle von 1731 ersetzte einen baufälligen Holz-Vorgängerbau. Dabei wurde das mittlerweile versiegte Heilwasser von einer zuvor außen liegenden Quellfassung ins Innere geleitet.
Weiteres Gedenkkreuz für den US-amerikanischen Jagdflieger Donald A. Kuske (1922–1944), der seit 1944 in Reischach als Retter von zehn Menschenleben gilt und dabei sein eigenes Leben verloren hat.
Weblinks
Richard Wolfram: „Osterbräuche in Reischach“ (1941). im Onlinearchiv der Österreichischen Mediathek (ÖWF-Film zur Lokalgeschichte; 3:44 Min.)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Altötting Kategorie:Ersterwähnung 930 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)