Maikop (; /) ist eine Stadt im südlichen Russland, etwa 1250 km Luftlinie südlich von Moskau. Sie ist die Hauptstadt der Republik Adygeja im Föderationskreis Südrussland und hat 138.000 Einwohner (Stand: 2025).

Der Name Maikop (bzw. Myekuapje) hat seinen Ursprung im Adygeischen (Tscherkessischen) und bedeutet Tal der Äpfel.

Geographie und Klima Die Stadt liegt am Übergang vom hügeligen Kaukasusvorland in die Kubanniederung am Fluss Belaja. Die nächstgelegene Stadt ist Beloretschensk 24 km nordwestlich von Maikop in der benachbarten Region Krasnodar.

Geschichte Der 1897 ausgegrabene Kurgan von Maikop wurde namengebend für die kupferzeitliche Maikop-Kultur mit reich ausgestatteten Wagengräbern und regen Handelsverbindungen nach Mesopotamien und dem Iran. Das heutige Maikop wurde 1857 auf adygejischem Gebiet am Fluss Belaja als russische Festung gegründet. Im Kaukasuskrieg erlangte sie strategische Bedeutung bei der Eroberung des Territoriums der Tscherkessen durch das Zarenreich. 1870 wurde Maikop zur Stadt erklärt. 1911 wurde in der Umgebung von Maikop Erdöl entdeckt, woraus sich bald eines der Zentren der kaukasischen Erdölförderung entwickelte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Maikop am 9. August 1942 im Zuge des Unternehmens Blau von der Wehrmacht besetzt. Während der deutschen Besetzung versuchte die Technische Brigade Mineralöl erfolglos, die zuvor beim sowjetischen Rückzug zerstörten Ölförderanlagen in Maikop wieder in Gang zu bringen. Die Deutschen beabsichtigten, auch die Ölfördergebiete von Grosny und Baku einzunehmen. Der Vorstoß blieb jedoch zum Jahresende 1942 bei Wladikawkas stecken. Im Januar 1943 begann der deutsche Rückzug, so dass Maikop wenig später von den sowjetischen Streitkräften befreit werden konnte.

Von 1936 bis 1991 war Maikop die Hauptstadt des Adygejischen autonomen Gebietes der RSFSR, seit 1991 der Republik Adygeja innerhalb der Russischen Föderation.

Bevölkerung Von den etwa 144.000 Einwohnern im Jahr 2010 waren zirka 64 % ethnische Russen, 20,3 % Adygejer, 5 % Armenier und 2,5 % Ukrainer. Die restlichen 8,2 % setzten sich aus anderen Minderheiten zusammen, darunter etwa Abchasen oder Tataren.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 34.327 1939 55.871 1959 82.135 1970 110.212 1979 127.828 1989 148.608 2002 156.931 2010 144.249 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Bildung Maikop ist Sitz einer Universität, einer technischen Universität und anderer Bildungseinrichtungen, darunter einer Filiale der Südrussischen Staatlichen Technischen Universität.

Wirtschaft Nach der Erschließung von Ölvorkommen in und um die Stadt hat sich Maikop zu einer der großen Erdölförderstätten in der Sowjetunion bzw. in Russland entwickelt.

Die wichtigsten weiteren Wirtschaftszweige sind Lebensmittelverarbeitung und Holzindustrie.

Religion miniatur|Moschee Maikop miniatur|Städtische Brauerei In Maikop befinden sich eine große Moschee sowie zahlreiche orthodoxe Kirchen.

Sport Im Fußball ist die Stadt durch den Verein Druschba Maikop vertreten.

Söhne und Töchter der Stadt

Konstantin Wassiljew (1942–1976), Maler Nikolai Gluschkow (1949–2018), Manager Wladimir Newsorow (* 1952), Judoka und Olympiasieger 1976 Anna Karejewa (* 1977), Handballspielerin Jana Uskowa (* 1985), Handballspielerin und -trainerin Wiktorija Kalinina (* 1988), Handballspielerin und Olympiasiegerin 2016 Aidamir Mugu (* 1990), Sänger Alexander Jewtuschenko (* 1993), Radsportler Nikita Kutscherow (* 1993), Eishockeyspieler

Weblinks

Website von Maikop Offizielle Website der Republik Adygeja Maikop auf mojgorod.ru Stadtplan von Maikop

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Republik Adygeja Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in Russland Kategorie:Hauptstadt eines Föderationssubjekts Russlands Kategorie:Gemeindegründung 1857 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1870