Urmaterie oder Urstoff ist ein alter Begriff für einen ungeformten Stoff, aus dem durch den Einfluss von Göttern oder Kräften das Universum entstanden ist. Vorstellungen von einer Urmaterie sind Bestandteil zahlreicher alter Mythen und philosophischer Lehren verschiedener Kulturen weltweit und deshalb oftmals nur unter den entsprechenden alten Namen der damaligen Sprachen bekannt. Zu den bedeutendsten zählen:
der „amorphe Dampf“ oder die urzeitliche Formlosigkeit Hun Dun in den chinesischen Schöpfungsmythen in der chinesischen Philosophie (und Alchemie das Tao, geteilt in Yin und Yang)Allison Coudert: Der Stein der Weisen. Die geheime Kunst der Alchemisten. (Originalausgabe: Alchemy: the Philosopher's Stone. 1980) Lizenzausgabe. Pawlak, Herrsching 1992, ISBN 3-88199-911-6, S. 187–188. (vgl. auch Fünf-Elemente-Lehre) die „Prakriti“ in der indischen Samkhya-Philosophie das „Apeiron“ als Grundsubstanz des Weltganzen in der Kosmologie des griechischen Philosophen Anaximander die „Vier-Elemente-Lehre“ einiger Vorsokratiker, wonach alles Seiende aus 4 „Essenzen“ bzw. Teilen zusammengesetzt sei die „Chora“ in Platons Naturphilosophie dargestellt im Dialog Timaios die „Hyle“, „Materia prima“ bzw. das „Hypokeimenon“ in Aristoteles’ Naturphilosophie das „Urprinzip Materie“ in der materialistischen Naturlehre des griechischen Philosophen Antiochos von Askalon das „materielle Substrat“ in der Metaphysik des jüdischen Philosophen Solomon ibn Gabirol
Siehe auch Materie (Philosophie) Antike Kosmogonie
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Einzelnachweise
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