Wesnowo (, , ) ist eine Siedlung im Süden des Rajon Krasnosnamensk in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Geographische Lage Wesnowo, am Bach Wesnjanka (dt. Kussuppe, bis 1938 bis 1945: Rabenfließ), liegt zehn Kilometer westlich der früheren Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) und 23 Kilometer südwestlich der Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508). Innerorts enden zwei Nebenstraßen, von Nordwesten die Kommunalstraße 27K-187 von Lunino (Lengwethen/Hohensalzburg) über Uslowoje (Rautenberg) und von Südosten die Kommunalstraße 27K-231 aus der Richtung von Sadowoje (Jentkutkampen/Burgkampen) kommend. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Geschichte mini|Kussen im Nordosten Ostpreußens, nordöstlich von Gumbinnen, südöstlich von Tilsit und östlich von Königsberg i. Pr., auf einer Landkarte von 1908 mini|Die Gemeinde Kussen auf zwei Messtischblättern von 1933 und 1936 Der Ort wurde 1539 als Cussey erstmals erwähnt.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kussen 1565 wurde dem Ort nach kölmischen Recht ein Krug zugeschrieben. Um 1721 wurde ein königliches Vorwerk erbaut, das von 1730 bis 1810 Sitz eines eigenen Domänenamtes war. Dazu hatte Kussen als Kirchdorf besondere Bedeutung für die Region. Landgemeinde und Gutsbezirk Kussen gehörten seit 1874 zum neu gebildeten Amtsbezirk Kussen im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Kussen 1928 wurde der Gutsbezirk an die Landgemeinde angeschlossen.
Nach der Eroberung Ostpreußens am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Kussen der Sowjetunion einverleibt. Im Jahr 1947 erhielt der Ort den russischen Namen Wesnowo und wurde gleichzeitig Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Krasnosnamensk.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad) Von 2008 bis 2015 war Wesnowo Sitz einer Landgemeinde, gehörte von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung, I. Die Provinz Preussen, Berlin 1874 778 in der Landgemeinde 699, im Gutsbezirk 79 1871 802 in der Landgemeinde 732, im Gutsbezirk 70 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 798 in der Landgemeinde 702, davon am Wohnplatz Wolfenthal 22; im Gutsbezirk 96 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 775 in der Landgemeinde 685, im Gutsbezirk 90 1910 753 in der Landgemeinde 647, im Gutsbezirk 86 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 683 1939 662 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-045 ~ 610 2002Allrussische Volkszählung von 2002 741 2010Allrussische Volkszählung von 2010 771 2021Allrussische Volkszählung von 2021 665
Amtsbezirk Kussen (1874–1945) Der Amtsbezirk Kussen wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet. Er umfasste zunächst sieben Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirke (GB):
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Bruszen (LG) Kiesfelde Krasnoretschenskoje 1936–1938: Bruschen Budszuhnen (LG) Eschenhöhe 1936–1938: Budschuhnen Kalbassen (GB) Schwaighöfen Orlowskoje 1940 aus dem Amtsbezirk ausgegliedert und als eigener Ortspolizeibezirk etabliert Kussen (LG) Wesnowo Kussen (GB) 1928 in die LG Kussen eingegliedert Radszen[Ksp Kussen] Radenau (1935) Juschnoje Urblaugken Urlau (Wesnowo) Wallindszen Wallinden Romaschkino 1936–1938: Wallindschen Wassantkehmen Wildnisrode (Wesnowo)
1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Am 1. Januar 1945 gehörten zum Amtsbezirk Kussen die sieben Gemeinden Eschenhöhe, Kiesfelde, Kussen, Radenau, Urlau, Wallinden und Wildnisrode.
Wesnowski selski Sowet/okrug 1947–2008 Der Dorfsowjet Wesnowski selski Sowet (ru. Весновский сельский Совет) wurde im Juni 1947 eingerichtet. Im Jahr 1965 wurde der südwestliche Teil des aufgelösten Tolstowski selski Sowet an den Wesnowski selski Sowet angeschlossen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Wesnowski selski okrug (ru. Весновский сельский округ). Im Jahr 2008 wurden die verbliebenen Orte des Dorfbezirks in die neu gebildete Landgemeinde Wesnowskoje selskoje posselenije übernommen.
Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen Bolochowo (Болохово) Grünkrug Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Dalneje (Дальнее) Kischenbannies, 1938–1945: „Bühlerhof“ Der Ort wurde 1950 in Stalingradskoje umbenannt und 1962 im Zuge der Entstalinisierung in der Sowjetunion in Dalneje umbenannt. Der Ort wurde vor 1988 verlassen. Darwino (Дарвино) Drozwalde Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Djatlowo (Дятлово) Neuweide Der Ort wurde 1947 umbenannt. Dunaiskoje (Дунайское) Alt Wingeruppen, 1938–1945: „Windungen“, und Czuppen, 1938–1945: „Schuppen“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Fewralskoje (Февральское) Spullen und Bludszen/Bludschen, 1938–1945: „Vierhöfen“Umbenannt wurde nur Spullen. Der Ort wurde 1947 umbenannt. Juschnoje (Южное) Radszen, 1935–1945: „Radenau“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Korobowo (Коробово) Karohnen Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er verlor vor 1988 seine Eigenständigkeit. Kortschagino (Корчагино) Alt Moritzlauken, 1938–1945: „Altmoritzfelde“, Neu Moritzlauken, 1938–1945: „Moritzfelde“, und Schradersleben Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Kuprino (Куприно) Meschkuppen, 1938–1945: „Bärenhöfen“, und Mingstimmehlen, 1938–1945: „Mingen“Umbenannt wurde nur Meschkuppen. Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen.In der Ortslage Meschkuppen befindet sich noch ein Gebäude. Kurganskoje (Курганское) Bärenfang Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Melnitschnoje (Мельничное) Brödlaugken, 1938–1945: „Bröden“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Meschduretschje (Междуречье) Neu Löbegallen, 1938–1945: „Neulöbenau“, und Ragupönen, 1938–1945: „Mittenwalde“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Die Ortsstelle Neu Löbegallen/Neulöbenau wurde offenbar vor 1988 an den Ort Uslowoje angeschlossen, während die Ortsstelle Ragupönen/Mittenwalde verlassen wurde. Mostowoje (Мостовое) Laugallen, 1938–1945: „Kleehausen“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Murawjowo (Муравьёво) Kiggen, 1938–1945: „Steinershöfen“, Eggleningken, 1938–1945: „Kiefernberg“, und Draugupönen, 1938–1945: „Deihornswalde“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und offenbar vor 1988 auf die Nachbarorte Nowinki (Ortsstelle Eggleningken) und Saosjornoje (Ortsstelle Draugupönen) aufgeteilt. Nagornoje (Нагорное) Jodszen/Jodschen, 1938–1945: „Ackermühle“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Nowinki (Новинки) Kögsten, 1938–1945: „Michelfelde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Petrowskoje (Петровское) Budupönen, 1938–1945: „Buden“; Septinlöpen, seit 1928: Siebenlinden; und Laugallen, 1938–1945: „Lorenzen“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Podlesnoje (Подлесное) Dauden Der Ort wurde 1950 umbenannt und offenbar vor 1988 an den Ort Saosjornoje angeschlossen. Podlipkowo (Подлипково) Ederkehmen, 1938–1945: „Edern“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Priwolnoje (Привольное) Neu Wischteggen, 1938–1945: „Henndorf“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Romaschkino (Ромашкино) Wallindszen/Wallindschen, 1938–1945: „Wallinden“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Saosjornoje (Заозёрное) Jänischken, 1938–1945: „Hansruh“ Der Ort wurde 1950 umbenannt. SawetnojeDer Ort wurde im Jahr 1947 auch als Surowkino in den Dorfsowjet Maiski im Rajon Gussew eingeordnet. (Заветное) Pritzkehmen, 1938–1945: „Mühleck“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Schkolnoje (Школьное) MittenwaldeVermutlich der Ortsteil von Mittenwalde mit der Schule, vgl. Meschduretschje Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Sinjawino (Синявино) Orupönen, 1938–1945: „Grünrode“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Sorokino (Сорокино) Groß Skaisgirren, 1938–1945: „Großschirren“ Der Ort wurde 1947 (als „Groß Kaitren“) umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Stolbowoje (Столбовое) Birkenfelde [Kr. Tilsit-Ragnit] Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Sumarokowo (Сумароково) Klein Jodupönen, 1938–1945: „Kleinsorge“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Sussanino (Сусанино) Paulshof Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Uslowoje (Узловое) Rautenberg Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Tolstowski eingeordnet. Wassilkowo (Васильково) Abschruten [Ksp. Mallwischken], 1938–1945: „Bitzingen“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Wesnowo (Весново) Kussen Verwaltungssitz
Die vier im Jahr 1947 umbenannten Orte Drosdowo (Schwarballen/Grundweiler), Filatowo (Stablaugken), Medwedkino (Mingstimmen/Wiesenbrück) und Schanino (Schackeln/Mittenbach) sowie der im Jahr 1950 umbenannte Ort Kustarnikowo (Birkenfelde/Birkenhof) wurden ebenfalls zunächst in den Wesnowski selski Sowet eingeordnet, kamen dann (vor 1975) aber zum Dobrowolski selski Sowet.
Wesnowskoje selskoje posselenije 2008–2015 mini|Lage der Landgemeinde Wesnowskoje selskoje posselenije im Rajon Krasnosnamensk Die Landgemeinde Wesnowskoje selskoje posselenije (ru. Весновское сельское поселение) wurde im Jahr 2008 eingerichtet.Durch das Закон Калининградской области от 30 июня 2008 г. № 256 «Об организации местного самоуправления на территории муниципального образования "Краснознаменский городской округ"» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 30. Juni 2008, Nr. 256: Über die Organisation der lokalen Selbstverwaltung auf dem Gebiet der munizipalen Bildung „Stadtkreis Krasnosnamensk“) Die Siedlungen gehörten vorher zu den Dorfbezirken Chlebnikowski selski okrug, Dobrowolski selski okrug und Wesnowski selski okrug. Die Gemeinde umfasste zwölf Siedlungen mit 2001 Einwohnern (Stand 2010)Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. auf einer Fläche von 285 km³. Zum Ende 2015 wurde die Landgemeinde aufgelöst und deren Siedlungen in den neu gebildeten Stadtkreis Krasnosnamensk eingegliedert.
Ortsname deutscher Name Belkino (Белкино) Groß Wersmeningken/Langenfelde Djatlowo (Дятлово) Neu Wingeruppen/Neuweide Fewralskoje (Февральское) Spullen und Bludszen/Vierhöfen Nowinki (Новинки) Kögsten/Michelfelde Saosjornoje (Заозёрное) Jänischken/Hansruh Saratowskoje (Саратовское) Groß Schorellen/Adlerswalde Scheikino (Шейкино) Bagdohnen/Rodungen Schelannoje (Желанное) Henskischken/Hensken Sorokino (Сорокино) Groß Skaisgirren/Großschirren Tolstowo (Толстово) Löbegallen/Löbenau Uslowoje (Узловое) Rautenberg, (Groß) Kamanten und Barachelen/Brachfeld Wesnowo (Весново) Kussen
Natur