alt=|mini|hochkant|Thomas Kufus (2020) Thomas Kufus (* 1957 in Essen) ist ein deutscher Filmproduzent und Geschäftsführer der Produktionsfirma zero one film GmbH mit Sitz in Berlin.
Leben Thomas Kufus wuchs im Ruhrgebiet auf und lebt nach Stationen in Düsseldorf, München und Bremen seit 1983 in Berlin. Er startete seine Laufbahn als Autodidakt und begann 1987 mit der Regie von Dokumentarfilmen (u. a. Mein Krieg (1989) und Blockade (1991)). 1990 gründete er zusammen mit Martin Hagemann in Berlin die Firma zero film und produzierte ab diesem Zeitpunkt zahlreiche Dokumentarfilme und fiktionale Werke. Nach der Trennung der Produzenten im Jahr 2006 setzt Kufus seine Arbeit mit der Firma zero one film fort. Weiterhin liegt ein Fokus von Kufus‘ Tätigkeit auf der Produktion von Dokumentarfilmen und -serien, seit 2011 produziert er ebenso Spielfilme.
Thomas Kufus ist Mitglied der Europäischen und Deutschen Filmakademie. Von November 2009 bis Anfang 2015 war er auch deren Vorstandsvorsitzender. Er ist Mitglied der Förderjury beim Schweizer Bundesamt für Kultur in Bern und der Dokumentarfilmjury des BKM.
Thomas Kufus war mit der französischen Journalistin Pascale Hugues verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Kinder. In zweiter Ehe war er bis zu ihrem Tod mit der Regisseurin Uljana Havemann verheiratet.
Arbeit als Filmproduzent Thomas Kufus begreift sich als gesellschaftspolitisch aktiver Produzent, vor allem aber als kreativer Partner der Regisseurinnen und Regisseure, mit denen er zusammenarbeitet. Viele Projekte aus seiner Produzententätigkeit entstehen auf der Basis einer langjährigen Zusammenarbeit, u. a. mit Aleksandr Sokurov, Stefan Schwietert, Andres Veiel, Corinna Belz, Johann Feindt, Regina Schilling, Julia Albrecht, Markus Imhoof und Lars Kraume.
Gemeinsam mit Volker Heise, der seit 2008 Gesellschafter von zero one film ist, arbeitete Thomas Kufus schon früh an innovativen Fernsehformaten. 1999 wurde mit Geburtsstation eine der ersten Doku-Soaps im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Schwarzwaldhaus 1902 (2002) war das erste deutsche Living-History-Format, bei dem die Protagonisten unter den Bedingungen des vorigen Jahrhunderts leben und arbeiten. Als Meilenstein wurde auch die 2008 mit rbb und ARTE koproduzierte Dokumentation 24h Berlin – Ein Tag im Leben (2009) rezensiert – eine Fernsehdokumentation über Berlin und seine Bewohner, für die Kufus 2010 den Deutschen Fernsehpreis erhielt. 2014 strahlten ARTE und der Bayerische Rundfunk das Nachfolgeprojekt 24h Jerusalem aus. Auch hierfür erhielt zero one film den Deutschen Fernsehpreis und Kufus den Produzentenpreis der Deutschen Akademie für Fernsehen. Mit Zeit der Helden (2013) produzierte Thomas Kufus die erste fiktionale Echtzeit-Serie im deutschen Fernsehen und erhielt dafür den Deutschen Fernsehpreis 2013 sowie den Grimme-Preis 2014. Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt, eine Collage aus Archivmaterial aus der Stadt im Jahr 1945 wurde für den Grimme-Preis nominiert und ins Ausland lizenziert, die Serie lief u. a. in der BBC.
Auszeichnungen (Auszug) 1991: Berlinale International Film Festival – Bester Dokumentarfilm für Mein Krieg 1996: Bayerischer Filmpreis Bester Dokumentarfilm für A Tickle in the Heart 1996: Artur Brauner Preis für A Tickle in the Heart 1997: Moscow International Film Festival – Andrei Tarkovsky Award für Mutter und Sohn 1997: Moscow International Film Festival – Russian Film Critics Award für Mutter und Sohn 1997: Moscow International Film Festival – Special Jury Prize für Mutter und Sohn 2001: Hessischer Film Preis Bester Dokumentarfilm für Black Box BRD 2001: Europäischer Filmpreis 2001 für Black Box BRD 2004: Deutscher Filmpreis Bester Dokumentarfilm für Die Kinder sind tot 2010: Deutscher Fernsehpreis 2010 für 24h Berlin – Ein Tag im Leben 2012: Deutscher Filmpreis für Gerhard Richter – Painting 2012: Bayerischer Filmpreis für Die Wohnung 2012: Grimme-Preis für Geschlossene Gesellschaft 2013: Deutscher Filmpreis für More than Honey 2013: Romy – Österreich – Bester Produzent Kinodokumentarfilm für More than Honey 2013: Swiss Film Award – Best Documentary für More Than Honey 2013: Bayerischer Filmpreis – Bester Dokumentarfilm für More Than Honey 2013: Deutscher Fernsehpreis für Zeit der Helden 2014: Deutscher Fernsehpreis 2014 für 24h Jerusalem 2014: Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen in der Kategorie Produktion für 24h Jerusalem 2014: Grimme-Preis für Zeit der Helden 2015: Günter-Rohrbach-Filmpreis für Der Staat gegen Fritz Bauer 2016: Grimme-Preis für Die Folgen der Tat 2016: Bundesverdienstkreuz am Bande 2016: Deutscher Filmpreis Lola in Gold für Der Staat gegen Fritz Bauer 2017: Deutscher Filmpreis Lola in Silber für 24 Wochen 2019: Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen in der Kategorie Dokumentation für Kulenkampffs Schuhe 2019: Deutscher Fernsehpreis – Beste Dokumentation für Kulenkampffs Schuhe 2019: Grimme-Preis – Information und Kultur für Kulenkampffs Schuhe 2019: Focal International Awards – Best Use Of Footage In An Arts Production für Kulenkampffs Schuhe 2023: Carl Laemmle Produzentenpreis für sein Gesamtschaffen als gesellschaftspolitisch aktiver Produzent
Filmographie
Weblinks
Thomas Kufus bei mediabiz.de zero one film GmbH Website
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehregisseur Kategorie:Fernsehproduzent Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Mann