miniatur|400px|Lage Rumäniens in der Europäischen Union

Rumänien ist ein Land im Südosten Europas. Es nimmt unter anderem Teile der Karpaten und der ausgedehnten Tiefebenen am Unterlauf der Donau ein.

Staatsgebiet und Grenzen Rumänien liegt zwischen 43° 37′ 7″ und 48° 15′ 06″ nördlicher Breite und 20° 15′ 44″ und 29° 43′ 6″ östlicher Länge.

Der nördlichste Punkt befindet sich am Ufer des Flusses Pruth (Prut) in der Nähe der Ortschaft Horodiștea (Gemeinde Păltiniș im Kreis Botoșani) an der Grenze zur Republik Moldau. Den südlichsten Punkt Rumäniens bildet das Ufer der Donau südöstlich der Stadt Zimnicea im Kreis Teleorman. Die westlichste Stelle des Landes liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Beba Veche (Kreis Timiș) an der serbischen Grenze, die östlichste am Ende des Südufers des Sulinaarms bei dessen Mündung ins Schwarze Meer bei Sulina (Kreis Tulcea).

mini|Dreiländereck Rumänien–Ungarn–Serbien bei Beba Veche Die Gesamtlänge der Grenzen beträgt 3.149,9 km; davon entfallen 1.085,6 km auf Land, 1.816,9 km auf Flüsse und 247,4 km auf Seegrenzen. Die Republik Moldau ist das Nachbarland mit der längsten gemeinsamen Grenze zu Rumänien; die 681,3 km werden vollständig vom Fluss Pruth gebildet. Von der 649,4 km langen Grenze zur Ukraine sind 31,7 km Seegrenze im Schwarzen Meer; die übrigen 617,7 km verteilen sich auf zwei Abschnitte nordwestlich und südöstlich der Republik Moldau; 343,9 km fallen auf Flüsse (überwiegend Pruth und Donau), 273,8 km auf Land. Zum südlichen Nachbarn Bulgarien beträgt die Grenzlänge 631,3 km, wobei der längste Abschnitt (470,0 km) von der Donau gebildet wird; 139,1 km sind Land- und 22,2 km Seegrenze. Die Grenze mit Serbien ist 564,4 km lang; 256,8 km liegen auf dem Land und 289,6 km auf Flüssen (vorwiegend Donau). Zum nordwestlichen Nachbarn Ungarn hat Rumänien eine Grenzlänge von 448,0 km, von denen 32,1 km auf Flüsse (vorwiegend Mureș) und 415,9 km auf Land entfallen. Die Seegrenze zum offenen Meer beträgt nach offiziellen Angaben 193,5 km.Angabe des Rumänischen Statistikamtes 2007, abgerufen am 24. April 2011 (PDF-Datei; 403 kB)

Die Bodenfläche Rumäniens beläuft sich auf 238.391 km². Davon sind 38 % Acker- und 19 % Weideland, 27 % bewaldet, 4 % werden von Binnengewässern (Seen, Flüsse) bedeckt. Die übrigen 12 % sind Ödland (z. B. im Gebirge) oder mit Gebäuden und Verkehrseinrichtungen besetzt.

Der höchste Gipfel ist der Moldoveanu im Făgăraș-Gebirge mit 2.544 m, der niedrigste Punkt die Küste des Schwarzen Meeres.

Physische Geographie miniatur|Topografische Karte Rumäniens thumb|left|300px|Naturlandschaften RumäniensFlorin Achim, Geografia Fizică a României, Editura Transversal, Bucharest, 2015 (rumänisch) Geomorphologische Gliederung

Das Territorium Rumäniens ist landschaftlich sehr vielfältig gegliedert. Vom Norden bis in den Südwesten des Landes durchziehen die Karpaten (rumänisch Carpați) in einem S-förmigen Bogen das gesamte Land. Von diesem Bogen zweigt im Westen des Landes das Massiv der Westrumänischen Karpaten (Carpații Occidentali) ab. Die Südkarpaten (Carpații Meridionali) liegen in vollem Umfang, die Westrumänischen Karpaten fast völlig und die Ostkarpaten (Carpații Orientali) zu etwa 40 % auf rumänischem Gebiet. Diese drei Teilmassive der Karpaten umschließen fast vollständig eine in etwa 300 – 600 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Hochebene, das Siebenbürgische Becken (Podișul Transilvaniei). Westlich und nordwestlich davon besitzt Rumänien kleine Anteile an der Großen Ungarischen Tiefebene (Câmpia de Vest).

Östlich und südlich ist dem Karpatenbogen das Karpatenvorland (Subcarpați) vorgelagert, das im Süden in die Walachische Tiefebene (Câmpia Română), im Osten in das Moldau-Hochland (Podișul Moldovei) übergeht. Ganz im Nordosten des Landes, zwischen den Flüssen Sereth und Pruth, liegt die Moldau-Tiefebene (Câmpia Moldovei). Das kleine Gebiet östlich des Unterlaufs der Donau ist von Hügeln geprägt (Dobrudscha-Hochland, rum. Podișul Dobrogei).

Insgesamt sind 31 % des rumänischen Territoriums von Gebirgen bedeckt; 36 % entfallen auf Hügel- und Hochländer und 33 % auf Tiefebenen.

Klimageographie miniatur|Klimadiagramm Bukarest Rumänien gehört zur gemäßigten Klimazone im Bereich des kontinentalen Klimas. Dabei gibt es abhängig von der Jahreszeit innerhalb des Landes recht ausgeprägte Temperatur- und Niederschlagsunterschiede. Prinzipiell ist das Klima östlich und südlich des Karpatenbogens kontinentaler, was sich insbesondere in heißeren Sommern niederschlägt. Das Land wird vom Balkangebirge und von den Dinarischen Alpen gegen mediterrane Einflüsse abgeschirmt.Horst G. Klein, Katja Göring: Rumänische Landeskunde. Gunter Narr Verlag, Tübingen 1995. S. 23ff. ISBN 978-3-8233-4149-9 Der kälteste Monat ist in der Regel der Januar, der wärmste der August. Die langjährigen Jahresmitteltemperaturen der größeren Städte liegen zwischen 7,5 °C (Suceava) und 11,5 °C (Calafat). Die kälteste, jemals in Rumänien gemessene Temperatur betrug −38,5 °C (25. Januar 1942, Bod), die wärmste 44,5 °C (10. August 1951, bei Brăila). Durch die kalten Winter liegt relativ lange eine geschlossene Schneedecke (25 Tage an der Schwarzmeerküste, 55 Tage im Siebenbürgischen Becken). Die Niederschläge hängen unter anderem von der Höhenlage ab; tendenziell nehmen sie nach Südosten ab. In Constanța am Schwarzen Meer beträgt das langjährige Niederschlagsmittel 368 mm pro Jahr, in Târgu Jiu 726 mm. Der niederschlagsreichste Monat ist in den meisten Städten der Juni, die niederschlagsärmsten der Januar, der Februar oder der März. In den Gipfelregionen der Karpaten kann die Jahresniederschlagsmenge bis zu 2.000 mm betragen. Unter Meteorologen wird diskutiert, ob die sich in letzter Zeit häufende Überschwemmungen und tendenziell zunehmende Temperaturen Folge des Klimawandels sind.Miriam Paffen: Die europäische Perspektive: zu den Auswirkungen von Klimawandel in Europa. GRIN Verlag, 2008. S. 9. ISBN 978-3-6401-5072-4

Schutzgebiete

Die vielseitig gegliederte Landschaft Rumäniens einerseits und die zunehmende Bedrohung der Natur durch zivilisatorische Einflüsse andererseits führte in den letzten Jahrzehnten zu verstärkten Anstrengungen für den Naturschutz. Zahlreiche attraktive und ökologisch wertvolle Regionen wurden unter Schutz gestellt. Im Jahre 2007 betrug deren Anteil an der Fläche des Landes insgesamt 37 %. Im Einzelnen gibt es 79 Wissenschaftliche Reservate (Rezervații științifice) mit einer Fläche von 1.006 km² 13 Nationalparks (Parcuri naționale), 3.159 km² 190 Naturdenkmäler (Monumente ale naturii), 182 km² 671 Naturreservate (Rezervații natural), 1.365 km² 14 Naturparks (Parcuri natural), 7.374 km² 3 Biosphärenreservate (Rezervații ale biosferei), 6.644 km² 5 Feuchtbiotope internationaler Bedeutung (Zone umede de importanță international), 6.166 km² 108 Spezielle ornithologische Schutzgebiete (Arii de protecție specială avifaunistică), 2.993 km² 273 Plätze allgemeinen Interesses (Situri de importanță comunitară), 32.841 km²

Nationalparks

miniatur|Nationalpark Retezat In Rumänien gab es 2007 13 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von 3.159 km². Dies sind: Buila-Vânturărița, Kreis Vâlcea, gegründet 2004, 42 km² Călimani, Kreise Bistrița-Năsăud, Suceava und Mureș, gegründet 1990, 240 km² Ceahlău, Kreis Neamț, gegründet 2004, 84 km² Cheile Bicazului-Hășmaș, Kreise Neamț und Harghita, gegründet 2000, 66 km² Cheile Nerei-Beușnița, Kreis Caraș-Severin, gegründet 2000, 371 km² Cozia, Kreis Vâlcea, gegründet 2003, 171 km² Defileul Jiului, Kreise Gorj und Hunedoara, gegründet 2005, 111 km² Domogled-Valea Cernei, Kreise Caraș-Severin, Mehedinți und Gorj, gegründet 1990, 601 km² Nationalpark Muntii Măcinului, Kreis Tulcea, gegründet 2003, 113 km² Rodna, Kreise Bistrița-Năsăud, Maramureș und Suceava, gegründet 2000, 464 km² Nationalpark Piatra Craiului, Kreise Argeș und Brașov, gegründet 1990, 148 km² Retezat, Kreis Hunedoara, gegründet 1935, 380 km² Semenic-Cheile Carașului, Kreis Caraș-Severin, gegründet 1990, 367 km²

Andere geschützte Areale

miniatur|Donaudelta

Drei Gebiete wurden als Biosphärenreservate (Rezervații ale biosferei) ausgewiesen. Sie bedeckten 2007 eine Gesamtfläche von 6644 km². Hierbei handelt es sich um das Donaudelta (Delta Dunării), Kreise Tulcea und Constanța, 5800 km² Pietrosu Rodnei, Kreis Maramureș, 464 km² Retezat, Kreis Hunedoara, 380 km²

Die 14 Naturparks sind Maramureș-Gebirge, Kreis Maramureș, 1489 km² Naturpark Eisernes Tor, Kreise Caraș-Severin und Mehedinți, 1157 km² Geopark Mehedinți-Plateau, Kreis Mehedinți, 1060 km² Geopark der Dinosaurier – Hatzeger Land, Kreis Hunedoara, 1024 km² Naturpark Apuseni, Kreise Bihor und Cluj, 758 km² Putna-Vrancea, Kreis Vrancea, 382 km² Bucegi, Kreise Argeș, Brașov, Dâmbovița und Prahova, 327 km² Vânători Neamț, Kreis Neamț, 308 km² Naturpark Comana, Kreis Giurgiu, 250 km² Balta Mica a Brăilei, Kreis Brăila, 175 km² Lunca Mureșului, Kreise Arad und Timiș, 172 km² Grădiștea Muncelului - Cioclovina, Kreis Hunedoara, 100 km² Defileul Mureșului Superior, Kreis Mureș, 92 km² Lunca Joasă a Prutului Inferior, Kreis Galați, 82 km²

Die UNESCO zeichnete sieben Gebiete bzw. kulturhistorische Regionen Rumäniens als „Welterbe“ aus, darunter ist mit dem Donaudelta ein Landschaftsraum; es steht auf einer Fläche von etwa 312.000 ha unter UNESCO-Schutz.Welterbeliste der UNESCO, abgerufen am 5. Mai 2011

Waldfläche

miniatur|Laubwald im Kreis Harghita Etwa 27 % der Landesfläche sind von Wäldern bedeckt. Ein großer Teil davon besteht aus Laubwäldern. In den unteren Regionen (bis etwa 600 Metern) dominieren Eichen, Steineichen, Kornelkirschen, Bergahorne, Linden und Eschen. Insbesondere im Flusslauf der Donau und im Donaudelta gibt es Auwälder mit Weiden und Pappeln. In höheren Lagen (ca. 1200–1400 m) wachsen vorwiegend Buchen und Eichen. Oberhalb davon sind vorwiegend Nadelhölzer (Tannen, Fichten, Lärchen, Kiefern) anzutreffen. Die Baumgrenze liegt bei ca. 1900 Metern. In den südlichen Landesteilen wachsen mediterrane Bäume wie z. B. Edelkastanien.Anne Kotzan, Anja Schliebitz: Rumänien. Baedeker, 2009. S. 22f. ISBN 978-3-8297-1172-2 Insgesamt ist die Buche (31 %) der häufigste Baum, gefolgt von den Fichten (22 %) und den Eichen.Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft, abgerufen am 9. Mai 2011 (PDF-Datei; 30 kB)

Flüsse und Seen

miniatur|Das Gewässernetz Rumäniens miniatur|Die Donau bei Giurgiu Nahezu das gesamte Land gehört zum Flusssystem der Donau (rum. Dunărea). Nur ganz im Osten des Landes, in der Dobrudscha, münden einige kleinere Flüsse direkt in das Schwarze Meer.

Die Donau berührt auf einer Länge von 1.075 km rumänisches Territorium. Sie ist der wasserreichste Fluss des Landes. Am Eisernen Tor hat sie eine mittlere Wasserführung von 5.300 m³/s, vor dem Donaudelta in Höhe von Ismajil 6.470 m³/s.Institutul de Cercetări Economice (Academia Republicii Populare Romîne): Dezvoltarea economică a Romîniei, 1944–1964. Editura Academiei Republicii Populare Romîne, 1964. S. 174 Sie bildet einen längeren Abschnitt der Grenze zu Bulgarien. Ein besonderes Ökosystem stellt das ca. 5.650 km² große Donaudelta dar, das zu etwa 80 % zu Rumänien, zum kleineren Teil zur Ukraine gehört.

Wichtige – sämtlich linke – rumänische Zuflüsse der Donau sind die Theiß (Tisa), der Jiu (Schil), der Olt (Alt), der Argeș, die Ialomița, der Siret (Sereth) und der Pruth (Prut). Der Pruth bildet dabei die komplette Grenze zwischen Rumänien und der Republik Moldau. Der Mureș (Mieresch) ist mit 761 km der längste Fluss auf innerrumänischem Territorium. Über das größte Einzugsgebiet unter den Donau-Nebenflüssen verfügt der Siret mit 42.890 km². Der wichtigste künstliche Wasserweg ist der Donau-Schwarzmeer-Kanal zwischen Cernavodă und Constanța mit einer Länge von 64 km.

miniatur|Cobilița-See, Kreis Bistrița-Năsăud