Antonio Fazuni (* ca. 1510 vermutlich in Malta; † nach 1555; auch Faissant oder Falzon geschrieben) war italienischer Architekt und Festungsbaumeister der Renaissance.
Von Antonio Fazuni sind nur wenige Details seines Lebens bekannt. Sein Geburtsjahr und Geburtsort sind unbekannt, man weiß nur, dass er aus Malta kam und der italienischen Kultur angehörte. Greifbar wird die Person Antonio Fazuni lediglich in den Ratverlässen, Ratsbüchern und Bestallungsurkunden mit Gehaltsquittierungen der Freien Reichsstadt Nürnberg zwischen 1538 und 1555 im Zusammenhang mit den von ihm entworfenen Bastionen im Nordwesten der Nürnberger Burg und einigen anderen Arbeiten für die Stadt.
Einige Kunsthistoriker wollten Fazuni auch mit weiteren bedeutenden Renaissance-Bauten im deutschen Kulturraum in Verbindung bringen. Alfred Peltzer versuchte, Fazuni mit dem „Anthoni“ genannten Schöpfer des Ottheinrichsbaus auf dem Schloss zu Heidelberg zu identifizieren. Andere Vermutungen sahen in dem Nürnberger Baumeister, Goldschmied, Medailleur und Graphiker Peter Flötner den Architekten dieses Renaissancebaus. Adolf von Oechelhäuser hielt Fazuni für den Italiener Antonio di Teodoro, der 1553 als Verfertiger von stilistisch mit dem Ottheinrichsbau sehr verwandten Arbeiten am Piastenschloss in Brzeg (ehemals Brieg) in Schlesien überliefert ist. Beide Identifikationen bleiben aber weitgehend hypothetisch.
Leistungen Fazuni suchte 1538 wohl einen neuen Tätigkeitsbereich und trat von sich aus an den Rat der Freien Reichsstadt Nürnberg heran als jemand, . Fazuni wurde daraufhin in einem Colloquium mit den obersten Baumeistern und einigen Ratsherren der Stadt auf seine Qualifikation hin überprüft mit dem Ergebnis, .
Damit hatte Antonio Fazuni vor dem Nürnberger Rat seine überragende künstlerische und vor allem fortifikations-architektonische Qualifikation bewiesen und bekam daraufhin den Auftrag zum Entwurf der Burgbasteien im Norden und Westen der Kaiserburg, die unter seiner und der reichsstädtischen Baumeister Leitung 1545 vollendet wurden. Diese Basteien haben die verheerenden Bombenangriffe, denen im Zweiten Weltkrieg große Teile der Burganlage zum Opfer gefallen sind, überstanden und sind heute noch in ihrer ursprünglichen Gestalt zu sehen. Teile des massiven Kasemattensystems im Fundament der Anlage waren sogar erfolgreich als Luftschutz-Unterstände genutzt worden.
Neben einigen anderen Arbeiten fertigte Fazuni 1542 noch ein umfangreiches Gutachten über die gesamte Stadtbefestigung an. Diese in Schweinsleder gebundene Handschrift – wohl eine Reinschrift der Übertragung ins Deutsche von der Hand eines Ratsschreibers, denn Fazuni benötigte stets einen Dolmetscher – ist im Nürnberger Stadtarchiv (Reichsstädtisches Baumamt, Amtsbücher Nr. 69) heute wieder zugänglich. Bei einem der Reichsparteitage in Nürnberg hatte nämlich der damalige NS-Oberbürgermeister Willy Liebel diese Handschrift Adolf Hitler als Geschenk der Stadt überreicht, während das Stadtarchiv sich dann mit einer Fotokopie begnügen musste. Bei Kriegsende geriet das Original als Beutegut in dunkle Kanäle und tauchte in den fünfziger Jahren auf dem internationalen Kunstmarkt wieder auf, wo der damalige Stadtarchivdirektor diese Handschrift wieder für das Stadtarchiv Nürnberg erwerben konnte.
Antonio Fazuni erscheint in den Nürnberger Quellen letztmals 1555, als er an ein Mitglied des Rates ein Bittgesuch um finanzielle Unterstützung richtete, weil er .
Einzelnachweise Alfred Peltzer: Anthoni, der Meister vom Ottheinrichsbau zu Heidelberg. Universitätsbuchhandlung Carl Winter, Heidelberg 1905 (Digitalisat)
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