Richard „Richie“ Burnett (* 7. Februar 1967 in Cwmparc, Rhondda) ist ein walisischer Dartspieler.
Karriere 1985–1996: Kometenhafter Aufstieg bei der BDO Burnett nahm im Jahr 1985 erstmals an einem größeren Turnier teil, als er beim World Masters die Runde der letzten 32 erreichte. 1988 war er Teil des walisischen Teams beim WDF Europe Cup, welchen man gewinnen konnte.
1994 nahm seine Dartskarriere jedoch schnell richtig Fahrt auf. Im Februar gewann Burnett eines der größten Dartturniere der Welt, die Dutch Open. Im Finale setzte er sich dabei gegen den Schotten Alan Brown durch. Auch die Welsh Open konnte Burnett für sich entscheiden. Hier lautete sein Finalgegner Andy Jenkins. Beim British Matchplay im Juni gewann Burnett das Finale gegen Ronnie Baxter.
Seine Siegesserie riss auch in der zweiten Jahreshälfte nicht ab. Bei den Denmark Open gewann Burnett das Endspiel gegen Kevin Painter, bevor er im Dezember erneut beim World Masters startete. Hierbei gewann Burnett gegen Denis Ovens, Andy Jenkins und den bis dato unbekannten Norweger Helge Knapskog und zog damit ins Halbfinale ein. In diesem setzte er sich mit 3:2 gegen Andy Fordham durch und qualifizierte sich für sein erstes Major-Finale. Seinen Gegner Steve Beaton konnte Burnett schnell unter Druck setzen und gewann die ersten beiden Sätze jeweils mit 2:1. Beaton kam jedoch zurück und verkürzte auf 2:2, sodass ein entscheidender fünfter Satz nötig wurde. In diesem gewann Beaton das erste Leg. Burnett glich jedoch aus, sodass es zur Anwendung der Two-Clear-Legs-Regel kam. Beim Stand von 2:1 für Burnett stellte dieser sich ohne Druck seines Gegners über Triple 20, Triple 16, Single 16 auf Doppel 8 Rest. Beaton kam nur in den hohen Finish-Bereich, sodass Burnett drei Darts zum Match bekam, wovon er den ersten verwandelte. Dieser erste Major-Titel bescherte Burnett ein Preisgeld von £7.000.Darts World Masters 1994 Final Burnett vs Beaton abgerufen am 12. Januar 2022
Dank dieses Sieges qualifizierte sich Burnett erstmals für die BDO World Darts Championship 1995. In seinem ersten Spiel traf Burnett auf den bis dato völlig unbekannten Peter Wright, welcher zu seiner ersten und einzigen BDO-WM antrat. Burnett gewann das Match mit 3:1 und zog in die zweite Runde ein. Hierbei traf Burnett auf Russell Stewart, welchen er erst im letzten Satz besiegen konnte. Das Viertelfinale gegen Paul Hogan endete für Burnett mit 4:2, womit er im Halbfinale auf Andy Fordham traf. Gegen diesen konnte Burnett zunächst mit 3:0 in Führung gehen, bevor Fordham erstmals einen Satz gewann. Das Spiel endete schließlich mit 5:2 für den Waliser, welcher bei seiner ersten WM-Teilnahme direkt das Finale erreichen konnte. In diesem traf er auf den Niederländer Raymond van Barneveld, welcher ebenfalls zum ersten Mal in einem WM-Finale stand. Burnett gewann mit 6:3 in Sätzen und strich damit den Titel des BDO World Champion und ein Preisgeld von £34.000 ein.
Bei den Dutch Open im Februar 1995 schied Burnett im Viertelfinale aus. Den Titel bei den Welsh Open konnte er gegen Martin Adams verteidigen. Auch das British Pentathlon konnte er gewinnen.
Beim World Masters 1995 erzielte Burnett Siege über Ronnie Baxter und Raymond van Barneveld um erneut ins Finale einzuziehen. In diesem hatte er allerdings gegen Erik Clarys aus Belgien keine Chance und verlor mit 0:3.
Bei der BDO World Darts Championship 1996 startete Burnett als Erstgesetzter ins Turnier. In der ersten Runde traf er auf den Australier Wayne Wheening und gewann mit 3:0 problemlos. Auch gegen Roland Scholten behielt er mit 3:1 die Oberhand. Im Viertelfinale gewann Burnett mit 4:2 gegen Ronnie Baxter und traf somit im Halbfinale auf Les Wallace. Auch diesen konnte er mit 5:2 schlagen und somit bei der zweiten WM-Teilnahme das zweite WM-Finale erreichen. Sein Gegner hieß dabei wie beim World-Masters-Titel 1994 Steve Beaton. Dieser ging hierbei mit 1:0 in Führung, Burnett glich jedoch zum 1:1 aus. Beaton gewann daraufhin die nächsten zwei Sätze und lag auch im fünften Satz mit 2:0 in Führung, Burnett glich jedoch aus und schnappte sich den Satz mit einem 120er-Finish. Auch den darauffolgenden Satz konnte Burnett für sich entscheiden und egalisierte erneut den Score. Die nächsten und letzten drei Sätze entschied jedoch alle Beaton für sich, womit Burnett seinen WM-Titel nicht verteidigen konnte.Beaton vs Burnett Darts World Championship 1996 Final Beaton vs Burnett abgerufen am 12. Januar 2022
Im darauffolgenden Jahr erreichte Burnett die Halbfinals bei den German Open, dem British Matchplay und den Denmark Open und spielte sich beim World Masters nach Siegen über Bobby George, Co Stompé, Stefan Nagy und Andy Fordham abermals ins Finale. Hierbei legte Burnett jeweils einen Satz vor, Monk glich jedoch jedes Mal aus, so dass es 1994 zu einem entscheidenden fünften Satz kam. In diesem legte Monk mit dem Gewinn des ersten Legs vor, Burnett zog jedoch nach, sodass es erneut eine Anwendung der Two-Clear-Legs-Regel gab. Monk gewann daraufhin das dritte Leg. Zum Ende des vierten Legs stand Burnett auf 100 Punkten Rest, verpasste jedoch die Triple 20 zweimal und bekam damit keinen Dart auf Doppel. Monk, der 101 stehen hatte, checkte über Single 20, Triple 15 und Doppel 18 das Leg aus und entschied das Turnier somit für sich.Darts World Masters 1996 Final Burnett vs Monk abgerufen am 12. Januar 2022
1997–1999: Drittes WM-Finale Bei der BDO World Darts Championship 1997 gewann Burnett in der ersten Runde mit 3:1 gegen den Australier Peter Hinkley, schied dann jedoch überraschend mit 0:3 gegen Leo Laurens aus Belgien aus. Damit endete die WM für Burnett erstmals vor dem Finale.
Halbfinals erreichte er daraufhin bei den Dutch Open und den Antwerp Open. Letzteres war das erste Turnier, welches auch Teil der Professional Darts Corporation war, an dem Burnett teilnahm. Beim Golden Harvest North American Cup 1997, einem reinen PDC-Turnier, kam Burnett ins Viertelfinale. Kurz darauf traf er in einem einmaligen TV-Event beim Battle of the Champions auf die Nummer 1 der PDC, Phil Taylor. Taylor entschied das Duell mit 1:4 für sich.
Beim British Matchplay 1997 scheiterte Burnett im Viertelfinale an Steve Beaton. Im Juli darauf nahm Burnett an seinem ersten PDC-Major teil. Beim World Matchplay besiegte er in der Vorrunde Colin Monk mit 6:1 und gewann daraufhin mit 8:5 gegen Chris Mason. Im Achtelfinale folgte ein 9:7-Erfolg gegen Paul Lim, womit Burnett bei seiner ersten Teilnahme an einem PDC-Major-Turnier direkt ins Viertelfinale einzog. Dabei traf er auf den Titelverteidiger Peter Evison, welchen er ebenfalls mit 11:9 besiegen konnte und damit ins Halbfinale weitermarschierte. Erst hier konnte Burnett gestoppt werden. Mit 9:13 verlor er gegen Alan Warriner. Im Spiel um Platz 3, welches damals bei diesem Turnier noch existierte, unterlag Burnett denkbar knapp Rod Harrington mit 10:11.
Im Oktober 1997 nahm Burnett am PDC World Pairs an der Seite von Rod Harrington teil. Nachdem sie sich in ihrer Vorrundengruppe klar durchsetzen konnten, gelang ihnen dies auch in der Gruppe unter den letzten acht, womit sie ins Finale einzogen. In diesem unterlagen sie mit 15:18 den Niederländern Raymond van Barneveld und Roland Scholten.
Burnett nahm trotz all diesen PDC-Teilnahmen vorerst weiter an den Turnieren der BDO teil. So startete er bei der BDO World Darts Championship 1998. In der ersten Runde gewann er mit 3:1 gegen Marshall James. Daraufhin traf er auf Kevin Painter, welchen er mit dem gleichen Ergebnis bezwingen konnte. Das Viertelfinale gegen Peter Johnstone endete mit 5:2 ebenfalls positiv für Burnett und dieser zog damit ins Halbfinale ein. Seinem Gegner Roland Scholten ließ er dabei keine Chance und siegte mit 5:1. In seinem dritten WM-Finale traf er wie zwei Jahre zuvor auf Raymond van Barneveld. Dabei ging van Barneveld zunächst mit 0:2 in Führung. Burnett konnte jedoch auf 2:2 ausgleichen. Beim Stand von 2:2 im dritten Satz verpasste Burnett einen Satz-Dart, sodass van Barneveld die Chance bekam, 71 auszuchecken und damit auf 2:3 zu stellen. Ein ähnlicher Krimi spielte sich im nächsten Satz ab. Diesmal war es jedoch van Barneveld, welcher drei Darts auf die Doppel 16 verpasste, während Burnett 96 Punkte ausmachte. Auch der siebte Satz ging in den Decider, diesmal ließ Burnett seinem Gegner jedoch keine Chance und ging erstmals in diesem Spiel in Führung. Im Decider des achten Satzes war es wiederum Burnett, welcher keinen Dart auf Doppel bekam, sodass van Barneveld auf 4:4 in Sätzen stellte. Den nächsten Satz entschied van Barneveld klar für sich, sodass er nur noch drei Legs zum Sieg benötigte. Burnett glich jedoch abermals zum 5:5 aus, sodass ein finaler letzter Satz vonnöten war. In diesem lag Burnett mit 2:1 in Führung, van Barneveld brachte das Spiel jedoch in die Verlängerung und gewann mit 2:4 den Satz und den WM-Titel.Darts World Championship 1998 Final van Barneveld vs Burnett abgerufen am 13. Januar 2022
Erst beim World Masters 1998 trat Burnett wieder in Erscheinung. Er gewann sein erstes Spiel gegen Bernd Hebecker, scheiterte aber an Danny Cunningham.
Bei der BDO World Darts Championship 1999 war Burnett trotz Finalteilnahme im Jahr zuvor nicht gesetzt. Er traf in Runde eins auf den Zweitplatzierten der BDI Invitational Table Ronnie Baxter und verlor mit 0:3 in Sätzen. Beim Brandstaff Masters scheiterte Burnett an der Gruppenphase. Daraufhin spielte er wieder Turniere der PDC. Beim Golden Harvest North American Cup verlor Burnett im Viertelfinale. Außerdem nahm er zum zweiten Mal am World Matchplay teil, schied diesmal jedoch in Runde eins aus. Mit 4:10 verlor er gegen Peter Manley.
Beim World Masters scheiterte Burnett erneut in seinem zweiten Spiel, diesmal an Alan Warriner. Damit war Burnett erstmals nicht für die BDO-Weltmeisterschaft qualifiziert, da er auch den Qualifier zuvor nicht überstand.
2000–2004: Erste Jahre bei der PDC Burnett wechselte daraufhin vollständig zur PDC. Zunächst erreichte er beim Irish Masters und den German Open das Viertelfinale. Beim World Matchplay 2000 gewann Burnett in Runde eins mit 10:7 gegen Les Fitton. In der zweiten Runde traf er auf den ehemaligen Weltmeister Dennis Priestley, den er mit 14:12 in der Verlängerung schlagen konnte. Im Viertelfinale gewann Burnett mit 16:13 gegen Rod Harrington, womit er zum zweiten Mal ins Halbfinale des World Matchplays einzog. Dabei unterlag er jedoch dem amtierenden, Rekord- und zukünftigen Sieger Phil Taylor mit 9:17.
Beim World Grand Prix nahm Burnett daraufhin zum ersten Mal teil. In der Vorrunde siegte er mit 3:1 gegen Roland Scholten, verlor daraufhin aber mit 0:3 gegen Alan Warriner. Auch beim World Masters 2000 nahm Burnett noch teil, schied jedoch in der Runde der letzten 32 aus.
Ende 2000 nahm Burnett zum ersten Mal an der PDC World Darts Championship 2001 teil. Er gewann sein Erstrundenmatch knapp gegen Steve Brown. In Runde zwei unterlag er jedoch Keith Deller, ebenfalls knapp mit 2:3.
Beim Vauxhall Spring Open schied Burnett erst im Viertelfinale aus. Beim World Matchplay gewann Burnett sein Auftaktmatch mit 10:7 gegen Bob Anderson. Wie im Vorjahr traf er in Runde zwei auf Dennis Priestley. Auch dieses Mal gewann Burnett in der Verlängerung mit 15:13. Sein Viertelfinale gegen Andy Jenkins verlief ebenfalls positiv für den Waliser. Er gewann mit 16:13 und traf damit im Halbfinale auf seinen BDO-Rivalen Steve Beaton. Diesem ließ Burnett keine Chance, welcher somit mit 17:6 in sein erstes PDC-Major-Finale einzog. Gegen Phil Taylor konnte Burnett dabei auch dieses Jahr nicht gewinnen. Er verlor mit 10:18, strich aber ein Preisgeld von £7.000 ein.