Thiendorf ist eine Gemeinde im Landkreis Meißen in Sachsen.

Geographie mini|hochkant=1.1|links|Thiendorf von Süden Die Gemeinde Thiendorf liegt zwischen der Großenhainer Pflege und den Königsbrück-Ruhlander Heiden, unmittelbar an der Bundesautobahn 13 sowie an der Bundesstraße 98.

Die Ortsteile von Thiendorf sind: Dobra, Kleinnaundorf, Lötzschen, Lüttichau, Lüttichau-Anbau, Naundorf bei Ortrand, Ponickau, Sacka, Stölpchen, Tauscha, Tauscha-Anbau, Thiendorf Welxande, Würschnitz, Zschorna.

Geschichte Im Jahre 2026 fand man am Kiestagebau Würschnitz den zweitgrößten Bestattungsplatz östlich der Elbe aus der Zeit um 2750 bis 2200 vor Christus. Die mit Amphoren, Bechern, Geräten und Waffen aus Feuerstein sowie knapp 20 Kupferperlen ausgestatteten zehn Hügelgräber ordnet man den Schnurkeramikern zu. Diese besiedelten Gebiete zwischen Wolga und Nordseeküste und zwischen Südschweden und der Schweiz.

Erstmals urkundlich werden 1350 die Dörfer Dammenheim und Timmendorf erwähnt, die sich auf dem Gebiet des heutigen Thiendorf befinden.

Der Ortslage nach ist Thiendorf ein Straßendorf und Dammenhain ein Gut mit Häusern. Der bei Ausgrabungen unweit des Gasthofes entdeckte Knüppeldamm rechtfertigt die Annahme, dass das Dorf bereits 1220/1250 durch die Herren von Schönfeld gegründet wurde. Für Franken als erste Siedler sprechen fränkische Hufe und Dreiseitenhöfe.

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Lötzschen und Welxande eingegliedert.

Anfang der 1990er kam es im Zuge rassistischer Gewalttaten in Hoyerswerda auch zu Übergriffen in Thiendorf. Dabei wurde eine Unterkunft verwüstet und acht ausländische Staatsbürger verletzt.

Heute ist Thiendorf der Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde. Durch die gute Verkehrsanbindung hat sich das Gebiet in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Neben vielen Neuansiedlungen in den Ortsteilen ist vor allem das Gewerbegebiet östlich der Autobahn enorm gewachsen.

Zum 1. Januar 2016 wurde die Nachbargemeinde Tauscha eingemeindet, mit der Thiendorf bereits zuvor in der Verwaltungsgemeinschaft Thiendorf zusammengearbeitet hatte.Sächsisches Amtsblatt, aufgerufen am 1. Januar 2016.

Bevölkerung In der Gemeinde Thiendorf lebten am 15. Mai 2022 3719 Menschen, davon waren 95,6 % Deutsche und 4,4 % Ausländer. Die Bevölkerung war im Durchschnitt 44,5 Jahre alt (Sachsen gesamt: 46,4 Jahre). Ausländische Thiendorfer waren im Durchschnitt etwa 10 Jahre jünger als die deutschen Thiendorfer (35,5 Jahre gegen 44,9 Jahre).

Der Anteil der evangelischen Christen ist in Thiendorf mit 35,9 % etwa doppelt so hoch wie im gesamten Freistaat Sachsen (16,4 %). Der Anteil der katholischen Christen liegt mit 2,7 % in einem für sächsische Verhältnisse durchschnittlichen Bereich (3,5 %). Über 60 % der Thiendorfer gehören weder der evangelischen noch der katholischen Kirche an, das sind etwa 20 Prozentpunkte weniger als im Freistaat Sachsen.

Politik Gemeinderat

Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

+letzte GemeinderatswahlenWahlvorschlag202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Wahlliste „Für die Zukunft unserer Dörfer“634,2946,0322,4CDU419,0423,5749,4AfD318,7––––LSV Tauscha e. V.313,5212,5––Regionalbauernverband Elbe/Röder e. V.17,9210,5428,2SV „Jahn“ Dobra16,617,4––Wahlbeteiligung75,772,1 %58,9 %

Bürgermeister 1990–2014: Armin Freund (CDU)Zwei Bürgermeister der ersten Stunde. Sächsische Zeitung, 22. Juni 2010, abgerufen am 8. Januar 2026. seit 2014: Dirk Mocker (parteilos)

Dirk Mocker wurde zuletzt bei der Bürgermeisterwahl am 26. September 2021 ohne Gegenkandidaten mit 97,2 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von sieben Jahren gewählt. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %) 2021Dirk MockerMocker 97,2 2014 57,8 2010Armin Freund Freund 96,6 2003 CDU 69,5

Wirtschaft Neben verschieden kleineren Dienstleistungs- und Handwerksfirmen existieren im Industriegebiet "Am Fiebig", welches direkt an der Anschlussstelle der Autobahn A13 liegt, ein Zentrallager des Discounters Netto Markendiscount, mehrere größere Gewächshäuser und ein Verwaltungsgebäude der Firma Elsner Pac (ein Anbieter für Jungpflanzen und Saatgut) und ein sich zurzeit noch im Bau befindliches Logistik- und Paketzentrum des Versanddienstleisters Hermes.

Sehenswürdigkeiten

mini|hochkant|Viertelmeilenstein Kursächsischer Viertelmeilenstein von der Poststraße im Zuge der Via Regia, Nachbildung vor dem Gemeindeamt in Thiendorf (Originalteil von 1722 in einem Lapidarium in Meißen gesichert).

Persönlichkeiten Otto Kaule (1870–1948), Zeichner, Landschaftsmaler, Illustrator und Exlibris-Künstler Oscar Theodor Auerswald (1827–1903), geboren in Ponickau Peter Kotte (* 1954), Fußballspieler, geboren in Lötzschen

Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

Website der Gemeinde Thiendorf

Kategorie:Ort im Landkreis Meißen Kategorie:Ersterwähnung 1350 Kategorie:Straßendorf