mini|Wappen derer Cavallar von GrabensprungCavallar von Grabensprung () ist der Name eines römisch-katholischen österreichisch-böhmischen Adelsgeschlechts, das angeblich aus Istrien abstammt und daselbst schon zu Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts als zum Adel gehörend erscheint. Herkunft des Namens Die Etymologie des Familiennamens weist auf die lateinische Sprache. Der italienische Begriff cavaliere, oder historisch cavalier, kommt vom lateinischen Wort caballarius, das Pferdeknecht bedeutet (zu caballus: Gaul, Hengst, Pferd). Das Wort stand ursprünglich für einen Reiter, später für einen Ritter oder einen Mann ritterlicher, das heißt adliger, Herkunft.
Geschichte links|mini|225x225px|Skizze von Carl Ausserer (1897): Wappen derer „de Cavaleriis“ gemäß Tiroler Wappenbuch 1564–1665 Ursprung Der Ursprung der Familie ist nicht eindeutig. Sie soll angeblich aus Istrien abstammen und daselbst schon zu Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts als zum Adel gehörend erscheinen. Anderen Quellen zufolge soll die Familie einem altadeligen Geschlecht aus Brescia entspringen.
Urkundlich kann auf die aus Trient abstammenden Geschwistern Anton, Johann und Dominicus de Cavaleriis zurückgeführt werden. Diese wurden am 20. Juli 1574 zusammen mit ihrem Onkel, erzherzoglicher Beichtvater und Domprobst in Trient Joannes de Cavalerijs, durch Erzherzog Ferdinand, Landesfürst von Tyrol, geadelt.
1680 soll Nachkomme Franz Hieronymus de Cavalleriis als Oberstwachtmeister des Alt Marches-Granischen Infanterieregiments den Freiherrenstand erlangt haben. Seinem Sohn Franz, zu Prag ansässig, wird 1724 ein Markgrafentitel zugeschrieben. Dieser stammt vermutlich vom 1664 zu Regensburg urkundlich erwähnten römischen Reiter Marchese Emilio de Cavalleriis.
Der Großteil des weit verzweigten Geschlechtes soll um 1740 ausgestorben sein. Eine überlebende Linie soll es jedoch nach Istrien und das Gebiet um den Weißenfelser-Sattel in Krain geschafft haben.
Mit dem Bau der Burg Stückl um 1716 im Kanaltal, wo selbst ein Berg Cavallar zu finden ist, wird die Familie erstmals ununterbrochen nachweisbar. Das Geschlecht erscheint mehrmals in den Adelsmatrikeln des Herzogtums Krain (1763, 1819, 1821, 1823, 1828, 1849, 1858 und 1899).Ludwig Schiviz von Schivizhoffen: Der Adel in den Matriken des Herzogtums Krain. Selbstverlag des Verfassers, 1905; .
Der weißenfelser Feldmarschallleutnant und Remontierungskommandant in der Bukowina Joseph von Cavallar wurde 1799 in den erbländisch-österreichischen erblichen Freiherrenstand erhoben.
Durch die Verleihung des österreichisch kaiserlichen Leopold-Orden (10. Mai 1849) wurde Ferdinand Wenzel Cavallar von Grabensprung den damaligen Ordensstatuten entsprechend am 21. März 1856 in den österreichischen erblichen Ritterstand mit dem Prädikate „von Grabensprung“ erhoben.
Infolge der Verleihung des Militär-Maria-Theresien-Ordens im Jahr 1918 und den Ordensstatuten entsprechend, ersuchte Wilhelm Cavallar von Grabensprung um Erhebung in den österreichischen erblichen Freiherrenstand.
Gegenwart Im Gedenken an Wilhelm Cavallar von Grabensprung wählte der Ausmusterungsjahrgang 2026 der Theresianischen Militärakademie zu Wiener Neustadt den Namen „Major von Grabensprung“.
Genealogie (Auszug) Johann von Cavallar ⚭ Gertrud geb. Kristan Matthäus von Cavallar (* 1723) ⚭ Helena geb. Rogan (* 1729) Anton von Cavallar (1767/1775–1831) Caspar von Cavallar (* 1729) ⚭ Magdalena geb. Lavtižar Jakob von Cavallar (1767–1840) ⚭ Anna Maria Dorothea geb. Ruschitzka Ferdinand Ritter von Cavallar (1805–1881) ⚭ Amalie geb. Resić von Ruinenburg (1821–1855) und nach ihrem Tod in zweiter Ehe mit Antonia geb. Sergo von Maver (1835–1904)Partezettel Ferdinand Ritter Cavallar von Grabensprung: Oesterreichisch-ungarische Wehr-Zeitung "Der Kamerad". Ausgabe Nr. 1 (5. Jahrgang). Hrsg. in Wien am Samstag den 1. Jänner 1881. Josef von Cavallar (* 1773) ⚭ Anna geb. Ebner (1786–1858) Anton de Padua von Cavallar (* 1819) Maria Josefa von Cavallar (* 1821) Rosalia Maria Augusta von Cavallar (1823–1828) Elisabeth von Cavallar (1826–1899) Karl von Cavallar ⚭ Maria Anna geb. Deschkossky Joseph Freiherr von Cavallar (1739–1812) ⚭ Ludmilla geb. Gräfin a Ponte Leone, Apponti oder Apponyi Albert Joseph Freiherr von Cavallar (1787–1798) Joseph Freiherr von Cavallar (* 1787) Johann Baptist von Cavallar († 1798), k.k. Oberst und Zahlmeister
Wappen Geteilt und halb gespalten, 1 in Gold ein schwarzer Adler, 2 in Geteilt von Blau über Rot drei (1,2) sechsstrahlige goldene Sterne, 3 in Rot ein geharnischter Arm, in der bloßen Hand ein blankes Schwert mit goldenem Griffe haltend. Zwei gekrönte Turnierhelme: auf I mit schwarz-goldenen Decken der Adler wachsend; auf II mit rechts blau-goldenen und links rot-goldenen Decken drei Straußenfedern, eine goldene zwischen einer blauen und einer roten.
Besitzungen Zu den Besitzungen der Familie gehörten folgende Güter:
Die Burg Stückl im Kanaltal zu Weißenfels in Krain. Diese wurde 1716 zusammen mit dem Kärntner Adelsgeschlecht derer (Freiherren) von Rehbach errichtet und in einem Brand 1961 zerstört.
Die Villa Altenberg in Altenberg, damals außerhalb der Stadt Iglau, Mähren. Die Familie wurde als Folge der Machtübernahme durch die Kommunistische Partei im Februarumsturz 1948 enteignet und musste nach Österreich fliehen. Die heute noch bestehende Villa befindet sich nun im Stadtteil Staré Hory.
Das Palais von Cavallar, anfänglich auch Palais Schwarz genannt. Das dreigeschoßige späthistoristische Vorstadtpalais wurde im Jahre 1887 von dem in Osiek (Galizien) geborenen Architekten Eugen Schweigl erbaut. Die Proportionen des Palais von Cavallar ähneln jenen vom Palais Kinsky.
Persönlichkeiten Joseph von Cavallar (1739–1812), altösterreichischer Feldmarschallleutnant und Träger des königlich ungarischen Sankt-Stephans-Ordens Anton von Cavallar (1775–1831), altösterreichischer Diplomat und höherer Hofbeamter Ferdinand Wenzel Cavallar von Grabensprung (1805–1881), altösterreichischer Offizier und Träger des österreichisch kaiserlichen Leopold-Ordens Ferdinand II. Cavallar von Grabensprung (1845–1906), altösterreichischer Offizier Ferdinand Cavallar von Grabensprung (1886–1952), altösterreichischer Offizier und Flugpionier Marie-Luise Cavallar von Grabensprung (1889–1977), österreichische Schriftstellerin, Professorin und Rezitatorin Wilhelm Cavallar von Grabensprung (1889–1957), altösterreichischer Offizier und Träger des Militär-Maria-Theresien-Ordens Friedrich Wilhelm Cavallar von Grabensprung (1904–1989), altösterreichischer Ingenieur, Erfinder, Offizier und Kfz-Sachverständiger Georg Cavallar (1962), österreichischer Historiker, AHS-Lehrer und Reserveoffizier Valentina Cavallar (2001), österreichische Spitzensportlerin
Literatur de Cavaleriis: Tiroler Wappenbücher 1564–1665, Band III, S. 106. Cavallar Ritter von Grabensprung. In: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter. Buschak & Irrgang, Brünn 1877, S. 169. Hugo von Goldegg: Wappen-Sammlung. Notizen über Adelsgeschlechter in Tirol und Vorarlberg. In: Tiroler Matrikel-Stiftung, Innsbruck 1899. Adalbert Král von Dobrá Voda: Der Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien: Genealogisch-heraldisches Repertorium sämtlicher Standeserhebungen, Prädicate, Beförderungen, Incolats-Erteilungen, Wappen und Wappenverbesserungen des gesamten Adels der böhmischen Krone, mit Quellen und Wappen-Nachweisen. Verlag I. Taussig, Prag 1904, S. 31 und 72. Ludwig Schiviz von Schivizhoffen: Der Adel in den Matriken des Herzogtums Krain. Selbstverlag des Verfassers, Görz 1905, S. 132, 133, 139, 162, 255, 262. Alfred Anthony von Siegenfeld: Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser Österreichs. Verlag Otto Maaß’ Söhne, Wien 1905, S. 136–140. Hans von Stratowa: Wiener Genealogisches Taschenbuch, Band I. Selbstverlag des Verfassers, Wien 1926, S. 35–38. Alexander Cavallar (Hrsg.): Entschlossen für Österreich. Die Lebensgeschichte des Ferdinand Wenzel von Cavallar. Österreichischer Milizverlag, Salzburg 2025.
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