Uetze [] ist eine selbständige Gemeinde in der niedersächsischen Region Hannover.

Geographie Lage Uetze liegt am Südrand der Lüneburger Heide und hat überwiegend sandige Böden. Es wird von den Flüssen Fuhse und Erse, die aus dem Harzvorland kommen und in ungefähr nördlicher Richtung strömen, durchquert. Nordwestlich von Uetze mündet die Erse in die Fuhse, die bei Celle in die Aller mündet.

Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von etwa 140 km².

Gemeindegliederung mini|Die Lage des Kernorts in Uetze Uetze ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus den Ortschaften (ehemalige Gemeinden) Altmerdingsen, Dedenhausen, Dollbergen, Eltze, Hänigsen, Katensen, Obershagen, Schwüblingsen sowie dem Kernort Uetze und hat über 20.000 Einwohner.

Jede der Ortschaften verfügt über einen eigenen Ortsrat.

Zur Ortschaft Uetze gehören die Wohnplätze Abbeile, Benrode, Dahrenhorst und Wackerwinkel.

Geschichte mini|Luftaufnahme von Uetze Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1022 als „Utisson“ im Bezirk Flotwedel unter Verwaltung von Dankmar.Hermann Adolf Lüntzel: Geschichte der Diöcese und Stadt Hildesheim, Erster Teil. Hildesheim 1858, S. 95. Vgl. Georg von Holle: Beiträge zur Kunde der älteren Erdbeschreibung des Königreichs Hannover, namentlich zur Erläuterung der Stiftungs-Urkunde des St.-Michaelis-Klosters zu Hildesheim. In: Neues vaterländisches Archiv, oder Beiträge zur allseitigen Kenntniß des Königreichs Hannover wie es war und ist. Hrsg.: Verein Vaterländischer Geschichtsfreunde, Lüneburg 1824, S. 214. Die Ersterwähnung Uetzes vor 1000 Jahren geht auf ein seit langer Zeit umstrittene Quelle des Hildesheimer Klosters St. Michaelis zurück, die als Fälschung des frühen 12. Jahrhunderts bekannt ist, (im Güterverzeichnis des Bischofs Bernward im Zeitraum 1013 – 1022).1000 Jahre Uetze?!, Anmerkungen zur Ersterwähnung, Ralf Bierdod, 2016 Im Jahre 1215 wurde der Ort mit „Utessem“ bezeichnet.UB Gosl. 2 Nr. 535 (Bodo de Utessem). Vgl. Heinemann, Otto von: Geschichte von Braunschweig und Hannover, Band 1–2, Gotha 1882, S. 325: „Die Stellung eines Kämmerers am Hofe Wilhelms versah ein gewisser Luderus, bei dem Pfalzgrafen Heinrich aber und Otto dem Kinde Herwig von Uetze (Utessem).“ Erwähnungen Uetzes im 12. und 13. Jahrhundert sind mit der Familie von Ütze verbunden, die als Zeugen bei Beurkundungen auftreten oder deren Landbesitz beurkundet wird. Ulrich Schwart, Die Entstehung des Landes Braunschweig (1252–1495). In: die braunschweigische Landesgeschichte. Jahrtausendrückblicke einer Region. 2 Auflage Braunschweig2001, S. 255 Vom Namen des Ortes leitet sich auch der des Gutsherrengeschlechts „von Uttensen“ ab. Das Gut besteht 1208 mit Hartwicus von Uttensen als dem ersten Gutsherr, der 1218 im Gefolge Kaiser Ottos IV. genannt wird. Ein Haus (der „Neue Garten“) neben dem ehemaligen Sitz „derer von Uttensen“ wird seit seinem Bau nahezu ununterbrochen als Gasthaus benutzt und ist ältestes Gebäude der Ortschaft Uetze.

Die Familie von Uetze war zu Beginn des 16. Jahrhunderts ohne Nachkommen geblieben und so war das Gut nach dem Tod des Jasper von Uetze 1503 über die von Veltheim und die von Saldern im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts an die Familie von Lüneburg gekommen. Uetze war im frühen 17. Jahrhundert der mit Abstand größte Ort im Amt Meinersen – vor Hänigsen.Helmut Buchholz, Amt Meinersen, Gifhorn 1985, Seite 169–186 1552 war Uetze Sitz einer Vogtei, sie war dem Amt Meinersen unterstellt. Diese Zugehörigkeit bestand bis 1885. 1695 wurde Uetze zum Marktflecken.

Am Ortsrand von Uetze wohnte der für den Bereich des Amtes Meinersen zuständige Scharfrichter, wo er vorwiegend das Abdeckereigewerbe betrieb. Ein Schriftstück vom 6. Juni 1823 konkretisiert: „… Wie 1. Zu Ütze hiesigen Amts eine Halbmeisterey sich befindet, welche im Jahre 1650 zuerst vom Hertzogen Christian Ludwig zu Braunschweig dem Scharfrichter Claus Fröhlich zu Braunschweig verliehen worden …“ Zwei lange ansässige Scharfrichtersippen hießen Frölich und Funke. Gertrud Schumacher, frühere Vorsitzende des Heimatbundes Uetze, weiß über die Abdecker in Uetze zu berichten, dass sie geschwärzte Hände hatten und geächtete Personen waren, die nur auf den paar billigen Plätzen unter dem Turm, wo keine Nummern an den Plätzen waren, sitzen durften.Ausführlich: Matthias Blazek: Die Hinrichtungsstätte des Amtes Meinersen – Eine Quellensammlung. Stuttgart 2008, S. 55ff., ISBN 978-3-89821-957-0.

Ein Großbrand vernichtete am Nachmittag des 21. April 1863 fast das ganze Dorf; erhalten blieben nur der Junkernhof und umliegende Gebäude.Ausführlich: Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Adelheidsdorf 2006, S. 226 ff., ISBN 978-3-00-019837-3. Die Freiwillige Feuerwehr wurde am 5. Juni 1880 gegründet.Ausführlich: Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Adelheidsdorf 2006, S. 404 ff.

1885 wurde das Amt Meinersen aufgelöst, Uetze kam zum Landkreis Burgdorf.Helmut Buchholz: Das Amt Meinersen von 1532–1885 – mit dem Erbregister von 1616. Hrsg.: Gemeinde Meinersen. Meinersen 1983–1985.

Am 16. Mai 1966 wurde in Uetze die letzte Handvermittlung auf dem Gebiet der Deutschen Bundespost abgeschaltet. 1971 schloss sich Uetze mit den Gemeinden Dollbergen und Katensen zu einer Samtgemeinde zusammen, die schon drei Jahre später mit der Bildung der jetzigen Einheitsgemeinde Uetze wieder aufgelöst wurde.

Uetze gehörte zum Fürstentum Lüneburg und ist daher traditionell eher nach Celle als nach Hannover orientiert. Es gehörte zum Landkreis Burgdorf und wurde bei der Gebietsreform in Niedersachsen 1974 mit den anderen Gemeinden dieses Landkreises in den Landkreis Hannover eingegliedert. Die Altgemeinden Dedenhausen und Eltze gehörten vor der Gebietsreform 1974 zum Landkreis Peine. Im Gespräch war auch eine Zugehörigkeit zum Landkreis Peine oder zum Landkreis Celle, da die Städte Peine und Celle wesentlich näher liegen und Uetze in diesen Landkreisen mehr Einfluss auf zukünftige Entscheidungen gehabt hätte. Der Landkreis Hannover wurde am 1. November 2001 aufgelöst und durch die mit der Stadt Hannover gemeinsam gebildete Region Hannover ersetzt.

Eingemeindungen Am 17. Oktober 1928 wurden die Gemeinden Abbeile, Benrode, Dahrenhorst und Wackerwinkel eingemeindet.Amtsblatt der Regierung Lüneburg 1928, S. 254 Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurden die Gemeinden Altmerdingsen, Dedenhausen, Dollbergen, Eltze, Hänigsen, Katensen, Obershagen und Schwüblingsen in die Gemeinde Uetze eingegliedert.

Einwohnerentwicklung (1961: am 6. Juni, 1970: am 27. Mai (Ergebnisse der Volkszählungen, bei der Gemeinde: einschließlich der später eingemeindeten Orte), sonst jeweils am 31. Dezember)

mini|400px|Einwohnerentwicklung von Uetze von 1907 bis 2017. Oberer Graph die Gemeinde, unten die Ortschaft

Gemeinde Uetze 1961: 16.097 1970: 16.448 1998: 19.156 2000: 19.742 2002: 20.060 2003: 20.242 2004: 20.348 2006: 20.387 2007: 20.313 2008: 20.265 2009: 20.247 2010: 20.145 2011: 19.880 2012: 19.820 2013: 19.894 2014: 19.902 2015: 20.103 2016: 20.180 2017: 20.260 Laut Zensus 2011 hatte Uetze am 9. Mai 2011 19.923 Einwohner.

Ortschaft Uetze 1781: 984 Helmut Bucholz, Das Amt Meinersen, Gifhorn 1985, S. 310 1907: 2367 1925: 2480Statistik des Deutschen Reichs. Band 401 1933: 2752 1939: 3020 1957: 5572 1961: 5190 1970: 5478 1982: 5600 1997: 6958 2007: 7493 2012: 7264Anzeiger für Burgdorf & Uetze, 17. Januar 2013. 2013: 7227Anzeiger für Burgdorf & Uetze, 8. Januar 2014, S. 6. 2016: 7370 2017: 7457

Religion mini|St.-Matthias-Kirche mini|hochkant|Johannes-der-Täufer-Kirche Seit der Reformation ist die Mehrheit der Bevölkerung evangelisch-lutherisch. Mit Stand Juni 2018 waren von den 20.608 Einwohnern 51,0 % (10.501) evangelisch und 7,4 % katholisch.Katholisch in der Region Hannover Seite 1 Die derzeitige „Johannes-der-Täufer-Kirche“ an der Kirchstraße stammt aus dem Jahr 1867, nachdem der Vorgängerbau von 1837 im großen Brand von 1863 zerstört worden war. Baumeister war Conrad Wilhelm Hase. Der Turm ist 65 m hoch. Die Kirchengemeinde Uetze-Katensen gehört zum Kirchenkreis Burgdorf.

Die katholische Kirche St. Matthias, benannt nach dem Apostel Matthias, befindet sich an der Marienstraße. 1955/56 wurde sie von Josef Fehlig errichtet und im Herbst 1956 geweiht. Seit dem 1. November 2006 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Burgdorf. Die ehemalige Filialkirche St. Barbara in Hänigsen wurde 2012 profaniert und im Herbst 2013 abgerissen, das Grundstück ab 2014 mit Wohnhäusern bebaut.

Zur Adventgemeinde Uetze gehört die Kirche an der Westerkampstraße, zur neuapostolischen Gemeinde Uetze gehört die Kirche am Katenser Weg; an der Burgdorfer Straße befindet sich die Freie evangelische Gemeinde Uetze (ehemals Katenser Weg).

Politik Rat Wahl 2021 Der Rat der Gemeinde Uetze setzt sich aus 34 Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister zusammen. Die Kommunalwahl am 12. September 2021 führte bei einer Wahlbeteiligung von 57,31 % zu folgendem Ergebnis:Gemeinde Uetze, Gemeinderatswahl 12. September 2021, Amtliches Endergebnis, abgerufen am 2. November 2021

Jahr SPD CDU GRÜNE FDP Linke FW FWK* Gesamt 2021 13 10 4 1 1 4 1 34 Sitze 39,1 % 28,9 % 11,9 % 4,3 % 1,5 % 11,2 % 2,1 % * Freie Wählergemeinschaft Katensen

Wahl 2016 Der vorherige Rat der Gemeinde Uetze setzte sich aus 28 Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister zusammen. Bei der Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab sich folgende Sitzverteilung:Rat der Gemeinde Uetze. In: Internetseite der Gemeinde Uetze. Abgerufen am 12. Oktober 2018. Jahr SPD CDU GRÜNE FDF* BALU** Gesamt 2016 11 10 3 2 2 28 Sitze

Wahl 2011

Die Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab folgende Sitzverteilung: Jahr SPD CDU GRÜNE FDP FWK*** GFE**** Gesamt 2011 12 9 4 1 1 1 28 Sitze * Fraktion der Freien     ** Fraktion BALU *** Freie Wählergemeinschaft Katensen     **** Gemeinsam für Eltze

Bürgermeister Bürgermeister der Gemeinde Uetze war von 2001 bis 2021 Werner Backeberg (SPD). Er wurde abgelöst von Florian Gahre (SPD), der bei der Kommunalwahl 2021 bei einer Wahlbeteiligung von 57,21 % mit 60,01 % der gültigen Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt wurde.Gemeinde Uetze, Wahl des Bürgermeisters am 12. September 2021, Amtliches Endergebnis, abgerufen am 2. November 2021

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist Hartwig Schumacher (CDU).Ortsrat Uetze. In: Internetseite der Gemeinde Uetze. Abgerufen am 12. Oktober 2018.

Ortsräte Die Ortsteile der Gemeinde Uetze werden durch insgesamt 51 Ratsmitglieder in neun Ortsräten vertreten. Seit der Kommunalwahl 2021 verteilen diese sich wie folgt: +OrtsteileSPDCDUFW GrüneFDPWG∑Altmerdingsen - - - - -5*5Dedenhausen31 - -1 -5Dollbergen4111 - -7Eltze322 - - -7Hänigsen4311 - -9Katensen - - - - -5**5Obershagen23 - - - -5Schwüblingsen23 - - - -5Uetze3321 - -9∑21166311051 *Wählergemeinschaft Altmerdingsen, **Freie Wählergemeinschaft Katensen

Wappen mini|hochkant=0.5|Wappen der Ortschaft Uetze Das Gemeindewappen zeigt eine geschweifte, achtmal blau/gold gespaltene, nach oben laufende Spitze. Die neun Bestandteile der geschweiften Spitze stellen die Ortschaften dar. Die Farben sind ein Hinweis auf die frühere gemeinsame Zugehörigkeit zum welfisch-lüneburgischen Land.

Das Wappen der Ortschaft Uetze ist halbiert. Die rechte Hälfte zeigt das Wappen des Hauses Lüneburg, das ab dem 17. Jahrhundert in Uetze ansässig war: im oberen Teil den über rote Herzen gelegten blauen Braunschweiger Löwen. Das rechte untere Viertel ist lediglich rot, um zu zeigen, dass das Haus durch eine bürgerliche Mutter begründet wurde. Die linke Hälfte des Wappens zeigt drei nach oben weisende schwarze Pfeile auf gelbem Grund. Diese Wappenhälfte rührt noch aus der Zeit ab 1329 und zuvor, als Zeichen der Herren von Uetze („Uttensen“).

Gemeindepartnerschaften mini|Partnerschaftsvereinbarung zwischen Frohburg und Uetze