La Coquille (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Nordosten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband ist die Communauté de communes Périgord-Limousin. Die Bewohner werden Coquillards und Coquillardes genannt.
Die Gemeinde liegt im Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.
Geografie
La Coquille liegt etwa 24 Kilometer östlich von Nontron und etwa 45 Kilometer nordnordöstlich von Périgueux in der Région naturelle des Nontronnais, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.
Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:
Neben dem Ortskern besteht die Gemeinde aus folgenden Lieu-dits, Weilern, Gehöften, Mühlen und einem Schloss: Bois de Chaurieux, Bois de Clairaux, Bois de la Croix, Bonhur, Champ Baillard, Chantecor, Château de la Meynardie, Chaurieux, Chevalerie, Curmont, Étang de la Barde, Fardoux, La Barde, La Combe, La Monnerie, La Rebeyrolie, La Roche, La Roussie, La Serve de la Bergère, La Tuillère, Le Clos-Neuf, Le Coderc, Le Meyniaud, Le Moulin du Boucheron, Le Moulin Neuf, Le Pont, Les Charbonnières, Les Neyroux, Les Peyrières, Les Rivailles, Magondeau, Moulin de Margaud, Piangaud, Puy Roux, Puyroux, Raty, Ruafon, Sainte-Marie-de-Frugie und Sous Chevalerie.
Der topografisch tiefste Punkt im Gemeindegebiet von La Coquille mit liegt südlich des Weilers Piangaud an der Valouse, die hier die Gemeinde verlässt. Der höchste Punkt mit befindet sich nördlich des Weilers Le Meyniaud im äußersten Norden. Das Zentrum befindet sich auf etwa Höhe.
Bodenbedeckung mini|300px|Bodenbedeckung in La Coquille Die Bodenbedeckung der Gemeinde La Coquille schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
Wälder – 30,0 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 28,0 % Grünland – 30,2 % Städtebaulich beansprucht – 6,1 % Strauch- und/oder Kräutervegetation – 3,4 % Kulturboden – 1,6 % Binnengewässer – 0,8 %
Die landwirtschaftliche Nutzung steht im Vordergrund. Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzflächen hat sich seit 1990 von 59,3 % auf 59,8 % leicht erhöht.
Klima La Coquille besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000
Jahresmittel: 11,3 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,1 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 4,9 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,0 °C Jahresniederschlag: 1090 mm Niederschlagstage im Januar: 14,2 Niederschlagstage im Juli: 7,9 mini|300px|Hydrografische Karte von La Coquille Hydrografie Die von Norden kommende Côle fließt am Nordwestrand der Gemeinde in generell südwestliche Richtung; sie legt dabei anfangs die Grenze zu Firbeix und später dann zu Mialet fest. Die Ostgrenze des Gemeindegebiets zu Saint-Pierre-de-Frugie und Saint-Priest-les-Fougères wird von der Valouse gebildet, die nach Südsüdwest entwässert. Südwestlich vom Ortskern entspringt der Ruisseau de la Pouyade, wie der Oberlauf des Touroulet hier genannt wird. Auch dieser Bach zieht nach Südwesten.
Côle, Touroulet und Valsouse gehören zum Flusssystem Isle-Dronne.
Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes in der Gemeinde La Coquille beträgt 27 Kilometer.
Geologie mini|300px|Geologische Karte von La Coquille
Die Gemeinde La Coquille liegt vollständig auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central.
Die anstehenden Gesteine bilden Teil der Unteren Gneisdecke. Vorwiegend handelt es sich hier um Paragneise, glimmerschiefrige Paragneise, Leptynite und leptynitische Augengneise. Die Paragneise (ζ1-2 bzw. ζ1-(2)) sind wahrscheinlich aus neoproterozoischen Grauwacken hervorgegangen, die mehr glimmerschiefrigen Paragneise der Dronne-Gruppe (ζ1 bzw. ξ1) aus tonreichen Grauwacken. Die Leptynite (rλ3 und mλ3–4b-m bzw. λ3-5) haben granitische bzw. rhyolithische Zusammensetzung und ordovizisches Alter. Die leptynitischen Augengneise (ζ3mi bzw. oλ3m) werden als ehemalige kambrische Leukogranite angesehen.
All diese Gesteine wurden im Devon von einer teils hochgradigen, regionalen Metamorphose erfasst – im Gebiet von La Coquille hat sie die Disthen- und die Sillimanitzone (Sillimanit-Muskovit-Subzone) erreicht. Die Metamorphite streichen im Gegensatz zur sonst üblichen Südostrichtung in der Gemeinde La Coquille Nordost.
Dieses Umbiegen der Foliation ist auf die La Coquille-Störung zurückzuführen – ein System mehrerer parallel verlaufender, Nordost-streichender Störungen. Die gestaffelt angeordneten, steilstehenden Störungen reichen teils sehr tief, zu erkennen beispielsweise an eingeschleppten Serpentinitkörpern (σπ1) wie bei Chevalerie. Assoziiert sind ebenfalls massive Quarz- (Q) und Pegmatitkörper (P).
Die Grundgebirgsgesteine werden auf Höhenlagen weitgehend von Hüllsedimenten bedeckt – tertiäres Kolluvium (umgelagerte Sande aus Gneisen und Graniten, teils äolische Schluffe, oft auch vermischt mit Alluvium – Formationen AC und ACF) und stellenweise darüber pliozänes/pleistozänes Alluvium (Flussschotter mit bis zu 30 Zentimeter großen Quarzgeröllen, Zunge bei Les Rivailles – Formation Fs).
Ökologie Naturpark Die Gemeinde La Coquille ist seit 1998 Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin. Das Verwaltungszentrum des Naturparks befindet sich am Lieu-dit La Barde in La Coquille.
Schutzgebiete
Schutzgebiete des Typus 1 Die Gemeinde beherbergt ferner eine kleine Schutzzone erster Ordnung (Französisch ZNIEFF = zone naturel d'interêt faunistique et floristique). Geschützt wird unter dem Titel tourbe du Breuilh (Moor von Breuilh) ein kleines Sumpfgebiet der Valouse an der Nordostecke des Gemeindegebietes.
Schutzgebiete des Typus 2 Unter dem Titel Reseau hydrographique de la Côle en amont de Saint-Jean-de-Côle (Hydrografisches Netz der Côle oberhalb von Saint-Jean-de-Côle) bilden die Flussniederungen der Côle an der Westgrenze sowie das gesamte Valouse-Tal Schutzgebiete des Typus 2.
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für La Coquille Naturrisiken manifestieren sich in La Coquille als Dürren Waldbrände Bodensetzungen Radonemanationen.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa ein Fünftel des Gemeindegebiets auf isolierten Flächen im Südwesten, Westen und Nordosten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2005 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde La Coquille der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.
Etymologie und Geschichte Das Dorf, auf dessen Gebiet Spuren aus gallorömischer Zeit gefunden wurden, war eine Etappe zwischen Limoges und Périgueux auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Es erhielt seinen Namen, der eine Französisierung einer okzitanischen Form darstellt, die nicht belegt ist. Die Pilger nach Santiago de Compostela befestigten an ihren Mänteln eine Muschelschale, die anschließend coquillage saint-Jacques () genannt wurde. Einer Legende zufolge vergaß ein Pilger, der durch die Pfarrei Sainte-Marie-de-Frugie kam, eines Tages seine Jakobsmuschel an einer Wegkreuzung, die daraufhin den Namen „La Coquille“ erhielt.Siehe Tanet, Hordé, Seite 118
Lange Zeit war die Gemeinde lediglich ein Weiler der Gemeinde Sainte-Marie de Frugie. Später, Ende des 19. Jahrhunderts, wurde der Verwaltungssitz von Sainte-Marie de Frugie nach La Coquille verlegt. Die dortigen Schmieden ermöglichten die rasche Entwicklung des ursprünglichen Weilers.
Sainte-Marie de Frugie existiert nachweislich seit dem 13. Jahrhundert, während La Coquille damals ein Weiler war, in dem später eine Poststation errichtet wurde. Das älteste Dokument über die Gegend ist eine Steuerurkunde, die Fouage, aus dem Jahr 1365. Die Bevölkerung lebte von bescheidenen Mitteln und von dem, was das Land hergab. Als Überbleibsel der alten druidischen Kultur nutzten sie das Wasser einer „guten Quelle“ zur Vorbeugung von Krankheiten.
Der Glaube nahm jedoch auch eine konventionellere Form an, die sich in der Dorfkirche ausdrückte. Die Kirche beherbergt wunderschöne Dekorationen wie eine Marienstatue aus dem 13. Jahrhundert und eine Pietà aus dem 18. Jahrhundert sowie Bleiglasfenster aus dem 19. Jahrhundert.
Die Französische Revolution von 1789 hinterließ in dieser landwirtschaftlich geprägten Region kaum Spuren, da die wenigen Adligen und widerspenstigen Priester frühzeitig emigrierten.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in der Gemeinde mehrere Schmieden, die lokal abgebautes oder aus Excideuil bezogenes Eisenerz verarbeiteten. Für die Roheisenproduktion wurden große Mengen Holzkohle aus den umliegenden Wäldern benötigt. Zahlreiche Kohlenmeiler befinden sich in der Nähe der Lieu-dits La Barde, Fardoux, Le Meygnaud und Les Rivailles. Ein weiterer Grund für die Aktivität der Schmieden war das Vorhandensein von Teichen und schnell fließenden Bächen wie der Valouze, die die notwendige Wasserkraft lieferten.
Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert waren in der Gemeinde zwei Schmieden in Betrieb: die von La Barde und La Meynardie. Die Produktion diente hauptsächlich militärischen Zwecken; es wurden vorwiegend Kanonen und Kanonenkugeln hergestellt.
Die Schmieden sicherten den Eisenmeistern des Périgord weiterhin ihren Reichtum, bis das Freihandelsabkommen die Industrie endgültig ruinierte. Sie konnten mit dem wesentlich billigeren englischen Roheisen nicht mehr konkurrieren. Die letzte Schmiede, die in Feynières, schmolz um 1900 sogar ihren letzten Schmelztiegel ein.
Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Limoges–Périgueux im Jahr 1846 stieg die Bevölkerung zudem stark an.
Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in La CoquilleJahrEinwohner 1962 1531 1968 1556 1975 1692 1982 1575 1990 1515 1999 1489 2004 1407 2006 1404 2009 1364 2014 1343 2016 1348 2019 1276
Quellen: EHESS, INSEE
Verwaltung Bürgermeister in La Coquille ist seit März 2014 die zur PS gehörende Rentnerin Michèle Faure. Sie wurde im Mai 2020 wiedergewählt.
Präsidentschaftswahlen 2022 Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang Stimmen % Stimmen % Emmanuel MacronEn marche ! EM 153 21,46 % 330 51,48 % Marine Le Pen Front national FN 178 24,97 % 311 48,52 % Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 137 19,22 % Éric Zemmour Reconquête 51 7,15 % Valérie Pécresse Les Républicains LR 53 7,43 % Jean Lassalle Résistons ! R 50 7,01 % Anne Hidalgo Parti socialiste PS 14 1,96 % Fabien Roussel Parti communiste français PC 32 4,49 % Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 16 2,25 % Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 12 1,68 % Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 8 1,12 % Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 9 1,26 % Gesamt 713 100 % 641 100 % Gültige Stimmen 713 97,81 % 641 88,05 % Ungültige Stimmen 16 2,19 % 87 11,95 % Wahlbeteiligung 729 78,81 % 728 78,79 % Enthaltungen 196 21,19 % 196 21,21 % Registrierte Wähler 925 924Quelle: Ministère de l'Intérieur