Dmitrow () ist eine Stadt in der Oblast Moskau in Russland mit Einwohnern (Stand ). Die Stadt liegt am Fluss Jachroma und am Moskaukanal, der den Fluss mit der Wolga verbindet.
Geschichte thumb|left|Uspenski-Kathedrale im Kreml von Dmitrow Dmitrow wurde 1154 von Fürst Juri Dolgoruki in den Wäldern, in denen sein Sohn Wsewolod geboren wurde, als Festung am wichtigen Handelsweg an der oberen Wolga gegründet. Der Name leitet sich vom heiligen Demetrios, dem Schutzpatron von Wsewolod, ab. Seit seiner Gründung befand sich Dmitrow an der Kreuzung wichtiger Verkehrswege, die es mit Moskau, Sergiew Posad, Klin, Uglitsch, Pereslawl-Salesski und Rostow Weliki verbanden. Im 13. Jahrhundert wurde der Ort zur Hauptstadt eines Herzogtums. Das kleine Fürstentum Dmitrow stand fortan im Mittelpunkt des Machtkampfes zwischen den mächtigen Fürstentümern Moskau und Twer. Während der Zusammenkunft der Fürsten von Dmitrow, Moskau und Twer 1301 konnten die Streitigkeiten nicht beigelegt werden. Zur Mitte des 14. Jahrhunderts erkaufte sich Iwan Danilowitsch von den Mongolen das Herrschaftsrecht auf Dmitrow und gliederte die Stadt ins Moskauer Fürstentum ein. Eine eigene Fürstenlinie gab es jedoch noch bis 1569. In den Jahren 1238, 1253, 1293, 1317, 1382 und 1408 wurde Dmitrow von der Goldenen Horde und 1372 von litauischen Truppen unter Fürst Algirdas verwüstet.
Wirtschaftliche Bedeutung erlangte die Stadt besonders ab der zweiten Hälfte des 15. bis Ende des 16. Jahrhunderts. Dmitrow entwickelte sich dank seiner günstigen Lage im Flusssystem um Moskau zum wichtigen Handelszentrum und zu einer der größten Städte der Moskauer Reiches, hatte jedoch während der Zeit der Wirren zu leiden. Nach der Gründung von St. Petersburg 1703 erlebte Dmitrow einen weiteren Aufschwung, denn die Stadt war Knotenpunkt am Wasserweg zwischen Moskau und St. Petersburg. Auf Anweisung Katharinas II. wurde Dmitrow 1788 zum Bistum ernannt. Während des Russlandfeldzugs 1812 wurde Dmitrow von französischen Truppen belagert.
Seit Ende des 18. Jahrhunderts gilt Dmitrow als Industrieort, insbesondere der Maschinenbau und die Textilindustrie prägten die Stadt. Mit der Verlegung der Eisenbahn von Moskau nach Kimry Anfang des 20. Jahrhunderts stieg die Bedeutung Dmitrows zusätzlich. Im Zweiten Weltkrieg wurden von der deutschen Wehrmacht Bombenangriffe auf die Eisenbahnlinien um Dmitrow geflogen.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 4.480 1926 6.400 1939 25.029 1959 34.518 1970 44.489 1979 57.418 1989 65.237 2002 62.219 2010 61.305 Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)
Sehenswürdigkeiten Kathedrale des Boris-und-Gleb-Klosters aus dem 16. Jahrhundert Uspenski-Kathedrale (Mariä-Entschlafens-Kathedrale) aus dem 16. Jahrhundert
Weiterführende Bildungseinrichtungen Maschinenbau-Fakultät MAMI der Staatliche Technische Universität Moskau (МГТУ) Filiale Dmitrow der Staatlichen Technischen Universität Astrachan
Sport Der Eishockeyverein HK Dmitrow spielt in der zweithöchsten russischen Spielklasse.
Städtepartnerschaften Berkeley, Vereinigte Staaten Marjina Horka, Belarus Rîbnița, Transnistrien Almere, Niederlande Pizunda, Abchasien Rēzekne, Lettland
Persönlichkeiten
Wladimir Besobrasow (1828–1889), Nationalökonom, starb in Dmitrow Pjotr Kropotkin (1842–1921), Anarchist, starb in Dmitrow Sergei Warenzow (1901–1971), Marschall der Artillerie Olena Teliha (1906–1942), Dichterin und Aktivistin Natalia Hesse (1914–1998), Verlagslektorin, Journalistin, Literaturredakteurin und Übersetzerin Wladimir Beljakow (1918–1996), Turner Oleg Nefedow (1931–2023), Chemiker (Organische Chemie) Walentin Pschenizyn (1936–2007), Biathlet Andrei Nepein (* 1962), Biathlet Margarita Fomina (* 1988), Curlerin Boris Kuryschkin (* 1989), Rennrodler Anton Worobjow (* 1990), Radrennfahrer Andrei Bogdanow (* 1992), Rennrodler Michail Waskow (* 1994), Curler Roman Repilow (* 1996), Rennrodler Pawel Repilow (* 2002), Rennrodler
Weblinks
Offizielle Stadtverwaltungswebsite (russisch) Dmitrow auf mojgorod.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Moskau