Balakowo () ist eine Stadt mit 181.000 Einwohnern (Stand: 2025) in der Oblast Saratow in Russland, etwa 800 km südöstlich von Moskau. Balakowo liegt 161 Kilometer nordöstlich der Gebietshauptstadt Saratow am linken Wiesenufer der Wolga, die hier zum Saratower Stausee aufgestaut ist.

Geschichte Gegründet wurde Balakowo 1762 im Zusammenhang mit der von Zarin Katharina II. betriebenen Wiederansiedlung der Altgläubigen. 1911 wurde Balakowo der Stadtstatus erteilt. In den 1960er Jahren entwickelte sich in Balakowo eine umfangreiche chemische Industrie. Die Stadt wuchs in den Jahren 1967–70 stark durch den Bau des Saratower Wasserkraftwerks an der Wolga.

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage erhielt die Stadt vom russischen Staat Fördergelder für den Bau eines eigenen Flughafens (Balakowo-Süd), der größer sein sollte als der Flughafen der Provinzhauptstadt Saratow. Allerdings ging noch während der Bauarbeiten das Geld aus, so dass der Flughafen wesentlich kleiner blieb als ursprünglich vorgesehen.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1939 23.179 1959 36.428 1970 103.495 1979 151.560 1989 197.391 2002 200.470 2010 199.690 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Weiterführende Bildungseinrichtungen Filiale der Saratower Staatlichen Rechtsakademie Filiale des Saratower Polytechnischen Instituts Institut für Technik, Technologie und Steuerung der Saratower Staatlichen Technischen Universität

Kernkraftwerk In Balakowo befindet sich das Kernkraftwerk Balakowo der Firma Rosenergoatom mit vier Druckwasserreaktorblöcken des Typs WWER-1000, Inbetriebnahme 1986, 1988, 1989, 1993, mit einer elektrischen Nettoleistung von je 950 MWe pro Reaktor. Reaktorzulieferer ist die Firma Mintjaschmasch. Die Dampfturbinen wurden von Charkowski Turbinni Sawod geliefert.

Das KKW Balakowo hat in Zusammenarbeit mit RWE NUKEM bereits 1994 mit der Realisierung eines Abfallbehandlungszentrums begonnen. Aufgrund der Finanzkrise in Russland ruhten die Arbeiten jedoch für einen längeren Zeitraum, bis sie Mitte 2000 wieder aufgenommen wurden. Das Abfallbehandlungszentrum wurde inzwischen übergeben und wird in der nächsten Zeit in den „heißen“ Betrieb gehen.

Sport Balakowo gehört im Speedway-Sport zu den russischen Hochburgen. Nicht nur aufgrund deren Engagements in der russischen Speedway-Profiliga, sondern auch, weil es im Speedway-Stadion von Balakowo bereits mehrmals wichtige Läufe zur Speedway-Weltmeisterschaft gegeben hat.

Städtepartnerschaften Balakowo listet folgende Partnerstädte auf: Trnava, Slowakei, seit 1970 Scranton, Vereinigte Staaten Tscherepowez, Russland, seit 1970

Söhne und Töchter der Stadt

Iwan Korownikow (1902–1976), GeneraloberstКоровников Иван Терентьевич, encyclopedia.mil.ru (russisch) Wladimir Peregudow (1902–1967), Wissenschaftler, Schiffbauer und Kapitän Anatoli Utkin (1944–2010), Historiker und Politologe Swetlana Prudnikowa (* 1967), Schachspielerin Sergei Proswirnin (* 1970), Crosslauf-Sommerbiathlet Andrei Kowalenko (* 1970), Eishockeyspieler Olga Anissimowa (* 1972), Biathletin Natalja Sokol (* 1980), Aktivistin und Künstlerin Oleg Komissarow (* 1982), Boxer Anastasia Karpowa (* 1984), Sängerin der Girlband Serebro Dmitri Kugryschew (* 1990), Eishockeyspieler Georgi Harutjunjan (* 2004), armenisch-russischer Fußballspieler

Siehe auch Liste der Städte in der Oblast Saratow

Einzelnachweise

Literatur

Olga Litzenberger: Balakowo. In: Dies.: Historisches Ortslexikon der Wolgadeutschen. Bd. 1: A–B. BKDR Verlag, Nürnberg 2021, ISBN 978-3-948589-21-9, S. 129–140.

Weblinks

Balakowo auf mojgorod.ru (russisch) Inoffizielle Website der Stadt (russisch)

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