Die Metro Moskau ( / Transkription , umgangssprachlich  / ), die 1935 eröffnet wurde, ist die U-Bahn der russischen Hauptstadt Moskau. Sie gehört zu den U-Bahn-Systemen mit den tiefsten Tunneln und Stationen der Welt und ist mit rund 2,8 Milliarden Fahrgästen jährlich (Stand: 2020) auch eine der am stärksten in Anspruch genommenen U-Bahnen weltweit. Die Stationen der Moskauer Metro sind aufgrund ihrer teilweise sehr anspruchsvollen Architektur als unterirdische Paläste bekannt. Die Moskauer Metro hat mit einer Streckenlänge von 472 Kilometern das größte Streckennetz Europas, vor der London Underground (402 km).

Allgemeines Linien Die Moskauer Metro, betrieben vom Staatlichen Unitarunternehmen „Moskauer Metro“, russisch , transkribiert , verfügte 2017 über ein 466 Kilometer langes Liniennetz mit 263 Stationen, das fortlaufend erweitert wird. auf der Website der Metro Moskau (russisch), abgerufen am 3. November 2018. Die Nummerierung der Linien folgt im Wesentlichen chronologisch dem Zeitpunkt der Eröffnung des jeweils ersten Linienabschnittes bzw. bei den Linien 4 und 11/11a dem Zeitpunkt der Ausgliederung als eigenständige Linie. Die Linie 11 Bolschaja-Kolzewaja ist mit einer Streckenlänge von 57,5 Kilometern die längste, die Linie 10 Butowskaja mit 10,0 Kilometern die kürzeste Linie.

Die Metro wird täglich von bis zu neun Millionen Fahrgästen genutzt. Die Züge verkehren zwischen 5:30 Uhr morgens und 2:00 Uhr in der Nacht. Die Eingänge der Stationen und die Umsteigetunnel werden in der Regel zwischen 5:30 und 5:40 Uhr morgens geöffnet und um 1:00 Uhr nachts geschlossen; die Ausgänge bleiben etwas länger geöffnet, da die letzten Züge, je nach Linie und Lage der Station, noch mit Fahrgästen besetzt sind. In den Hauptverkehrszeiten (7:00 bis 10:00 Uhr sowie 17:00 bis 20:00 Uhr) fahren die Züge auf den meisten Linien in einem Abstand von 1,5 bis 3 Minuten, sonst alle 2 bis 4 Minuten, nach Mitternacht nur noch alle 5 bis 10 Minuten.

Nummer Linienname Strecke Eröffnungsjahr Länge Stationen 22px Sokolnitscheskaja Bulwar Rokossowskowo ↔ Potapowo 1935 46,0 km 27 22px Samoskworezkaja Chowrino ↔ Alma-Atinskaja 1938 42,8 km 24 22px Arbatsko-Pokrowskaja Pjatnizkoje Schosse ↔ Schtscholkowskaja 1938 45,1 km 22 22px Filjowskaja Alexandrowski Sad ↔ KunzewskajaAlexandrowski Sad ↔ Meschdunarodnaja 1935* 14,9 km 13 22px Kolzewaja (Ringlinie) Kurskaja – Park Kultury – Kurskaja 1950 19,3 km 12 22px Kaluschsko-Rischskaja Medwedkowo ↔ Nowojassenewskaja 1958 37,6 km 24 22px Tagansko-Krasnopresnenskaja Planernaja ↔ Kotelniki 1966 42,2 km 23 22px Kalininsko-Solnzewskaja (Ost) Tretjakowskaja ↔ Nowokossino 1979 16,5 km 8 22px Kalininsko-Solnzewskaja (West)Delowoi Zentr ↔ Aeroport Wnukowo 1979 28,4 km 14 22px Serpuchowsko-Timirjasewskaja Altufjewo ↔ Bulwar Dmitrija Donskowo 1983 41,2 km 25 22px Ljublinsko-Dmitrowskaja Fistech ↔ Sjablikowo 1995 44,4 km 26 22px Bolschaja Kolzewaja / Große Ringlinie (Ringlinie) Sawjolowskaja – Kachowskaja – Sawjolowskaja 1969 (Kachowskaja-Linie), 2018–2023 (Rest der Linie)** 57,5 km (Ringlinie) 29 22px Butowskaja Bitzewski Park ↔ Buninskaja Alleja 2003 10,0 km 7 22px Nekrassowskaja Nischegorodskaja ↔ Nekrassowka 2019 22,3 km 8 22px Troizkaja SIL ↔ Nowomoskowskaja 2024 25,2 km 11 22px Rubljowo-Archangelskaja Delowoi Zentr ↔ Bulwar Generala Karbyschewa 2026 8,7 km 5 * Die Linie 4 war von 1935 bis 1938 Teil (Abzweig) der Linie 1 und von 1938 bis 1953 Teil der Linie 3. Danach stillgelegt, 1958 wieder eröffnet und mit der Inbetriebnahme des Abschnitts bis zur Station Kutusowskaja als selbstständige Linie (Filjowskaja) weitergeführt ** Die Linie 11 wurde 1969 als Teilstück der Linie 2 eröffnet und war ab 1984 Abzweig, ab 1995 eigene Linie. Die Linie wurde 2019 geschlossen und 2023 als Teilstück der Bolschaja Kolzewaja wiedereröffnet.

Auf offiziellen Metro-Linienplänen wurde zudem die im Juni 2025 stillgelegte Monorail Moskau als Linie 13 und wird die Ring-S-Bahn (Kleiner Moskauer Eisenbahnring) als Linie 14 bezeichnet. Da es sich bei diesen beiden Verkehrssystemen trotz des gleichen Tarifsystems um keine U-Bahnen handelt und sie über eine völlig andere technische Infrastruktur verfügen, sollen sie im Folgenden nicht als Teil der Metro Moskau betrachtet werden.

Stationen

Das Moskauer Metrosystem rühmt sich damit, unterirdische Paläste für das Volk zu besitzen. Zahlreiche Stationen sind aufgrund ihrer Prägung durch den sozialistischen Klassizismus zu Zeiten Stalins prunkvoll ausgestattet. Einige dieser Stationen sind detailreich und werden in diversen Reiseführern als besonders sehenswert eingestuft. Allerdings ist ein Großteil der Stationen, vor allem außerhalb des Zentrums, in einem sehr schlichten, sachlichen Stil gehalten.

mini|Station Komsomolskaja mini|Station Arbatskaja der Linie 3 Die Station Komsomolskaja der Ringlinie wird oftmals als die schönste Station im gesamten Metronetz angesehen. Der 1952 eröffnete Haltepunkt befindet sich unterhalb des Komsomolskaja-Platzes, direkt am Leningrader, am Jaroslawler und am Kasaner Bahnhof. Die 72 achteckigen Pfeiler im Bahnsteigbereich, die allesamt mit hellem Marmor verkleidet sind, haben neben der stützenden Funktion den Charakter eines Dekorationsmittels. Auf den Kapitellen liegen Rundbögen auf, die beim Metronutzer den Eindruck erwecken, beim Gang zu den Gleisen ein Rundtor zu passieren. Der Deckenbereich ist mit mehreren großen Kronleuchtern verziert. Zwischen diesen geben acht Monumentalmosaiken, jeweils aus 300.000 einzelnen Teilen bestehend und durch Stuck umrahmt, Szenerien der russischen Geschichte wieder. Damit wird ein nahezu barockes Erscheinungsbild erzeugt. Die Metrostation umfasst auch mehrere oberirdische Passagen.

Der U-Bahnhof Kiewskaja der Ringlinie, zugleich Umsteigestation zu den Linien 3 und 4 unterhalb des namensgebenden Kiewer Bahnhofs, stellt in Mosaiken die Freundschaft zwischen Russland und der Ukraine dar. Thematisiert werden dabei unter anderem der Anschluss der Ukraine an Russland sowie die Befreiung Kiews im Zweiten Weltkrieg. Weiterhin sind neben den Kronleuchtern besonders die skulptierten Arkaden sehenswert.

mini|links|Station Majakowskaja Die nach Wladimir Majakowski benannte U-Bahn-Station Majakowskaja thematisiert in ihrer künstlerischen Umsetzung durch mehr als 30 Gewölbemosaike die Luftfahrt der Sowjetunion. Die mit fluoreszierenden Materialien versehenen und indirekt beleuchteten Mosaike sollen eine beeindruckende Raumwirkung erzeugen. Dieser U-Bahnhof erhielt in New York den Grand Prix für Architektur. Weiterhin besitzt dieser Bahnhof einen Flüsterbogen, durch dessen optimale Akustik leise gesprochene Worte auch an der anderen Seite der Station deutlich zu hören sind.

Der kürzeste Abstand liegt mit 500 Metern zwischen den Stationen Wystawotschnaja und Meschdunarodnaja der Linie 4, der mit Abstand längste mit 6,625 Kilometern zwischen den Stationen Krylatskoje und Strogino der Linie 3. Im Durchschnitt liegen die Stationen 1800 Meter auseinander. Diese vergleichsweise niedrige Stationsdichte in Verbindung mit der hohen Geschwindigkeit der Züge (fast 100 km/h) ermöglicht es, große Entfernungen in der Stadt konkurrenzlos schnell zurückzulegen. Die Moskauer U-Bahn gilt als die schnellste der Welt.

mini|Die vier Rolltreppen der Station Park Pobedy – mit je 126 Metern zwischen 2003 und 2011 die längsten weltweit

Da viele Stationen sehr tief liegen, wurden lange, besonders schnell fahrende Rolltreppen installiert. Die Station Park Pobedy (Linie 3) liegt 84 Meter unter der Oberfläche und verfügte nach Angaben der Metro über die weltweit längsten Rolltreppen (126 m, 740 Stufen; übertroffen 2011 durch die 137 m langen Rolltreppen der Station Admiralteiskaja der Metro Sankt Petersburg). In manchen Stationen dauert es bis zu drei Minuten, bis man Oberflächen- bzw. Bahnsteigniveau erreicht. Seit dem Bau der Metro 1935 war vorgesehen, das Metrosystem auch als Luftschutzbunker zu nutzen, was die große Bautiefe erklärt. Im Kalten Krieg wurde die Metro mit hermetisch verschließbaren Toren ausgestattet, um im Falle eines Atomschlags als sichere Schutzräume dienen zu können.

Der Zugang zu den Bahnsteigen wird durch Zugangssperren geregelt, die das Durchqueren erst nach Anlegen einer Smartcard mit einem eingebauten Chip gestatten. Bei älteren Modellen dieser Schranken besteht die Besonderheit, dass sich nicht – wie in anderen U-Bahnen mit Zugangssperren üblich – eine Absperrung öffnet, sondern der geöffnete Zugang gesperrt wird, wenn man versucht, ohne Ticket zu passieren. Neue bzw. renovierte Stationen sind aber mit modernen Schranken (siehe Foto) ausgestattet, die sich nach Anlegen einer gültigen Fahrkarte öffnen. Zugangssperren wurden in der Moskauer Metro ab 1958 an allen Stationen installiert und lösten die bis dahin noch üblichen Schaffner in den Zügen ab.

mini|links|Zugangsschranken an einem Stationseingang

Sämtliche Bahnhöfe haben neben den Bahnsteigen auch Erste-Hilfe-Zimmer sowie eine Polizeistation. Mitte der 2000er-Jahre wurden außerdem alle Stationen der Moskauer Metro mit Überwachungskameras ausgestattet, deren Aufnahmen in die jeweiligen Polizeistationen überspielt werden; zusätzlich wurden an Stationsbahnsteigen Informations- und Notrufsäulen aufgestellt. Um Terroranschlägen besser vorzubeugen, wurden bereits Anfang der 1990er-Jahre sämtliche Abfallkörbe von den Bahnsteigen und Stationssälen entfernt und in den 2010er-Jahren wurden zudem Metalldetektoren und Röntgengeräte zur Personen- bzw. Gepäckkontrolle an Stationseingängen aufgestellt, wovon allerdings bislang nur stichprobenweise Gebrauch gemacht wird.

mini|Orientierungsschild an einem Umsteigeknoten An fast allen Stationen sind im Mittelbereich der Gleise etwa 30 cm tiefe Rinnen eingebaut, in die man sich im Fall eines Sturzes auf die Gleise vor einem heranfahrenden Zug in Sicherheit bringen kann. Auf diese Fluchtmöglichkeit wird auch in den offiziellen Nutzungs- und Verhaltensregeln für die Moskauer Metro ausdrücklich hingewiesen. Lebensgefährlich ist in einer solchen Situation hingegen der Versuch, sich unter dem Bahnsteig zu verstecken, da in diesem Bereich die unter Hochspannung stehende Stromschiene verläuft. Die Rinnen an den Gleisen fehlen nur an bestimmten oberirdischen Bahnhöfen, wo andere Fluchtwege bestehen.

mini|Auflistung der nächsten Stationen und Umsteigemöglichkeiten Für rollstuhlfahrende Personen ist die Benutzung der Moskauer Metro bislang nur eingeschränkt möglich. Von den über 200 Stationen verfügen nur ein paar Dutzend über barrierefreie Zugangsmöglichkeiten, und bei den meisten unterirdischen Stationen würde sich ein nachträglicher Einbau aufgrund der vergleichsweise tiefen Lage als extrem kostspielig erweisen. Ausnahmen bilden neue Stationen. Seit Mitte der 2000er-Jahre werden neu erbaute Stationen mit Aufzügen fertiggestellt, allerdings sind tief angelegte Stationen hiervon bislang ausgenommen.

Name Der vollständige juristische Name der Metro lautet seit 1955 „“, wörtlich übersetzt: „Moskauer Leninorden- und Rotbannerorden-Metro namens W. I. Lenin“, in angepasster deutscher Übersetzung: „W.-I.-Lenin-Metro, Trägerin des Leninordens und des Banners der Arbeit“ (kurz: Lenin-Metro). Dieser wird üblicherweise offiziell zu „ (W.-I.-Lenin Metro)“ verkürzt. Diese kürzere offizielle Bezeichnung wird auf vielen Schildern in Bahnhöfen verwendet. Obwohl es Vorschläge gab, Lenin aus dem offiziellen Namen zu streichen, blieb dieser bis heute bestehen. In den 1990er und 2000er Jahren wurde der Name Lenin von der Beschilderung neu gebauter und umgebauter Bahnhöfe entfernt. Im Jahr 2016 versprachen die Behörden jedoch, den offiziellen Namen der Metro auf die Beschilderung aller Stationen zurückzubringen.Имя Ленина оставят в названиях станций московского метро Подробнее auf MОСКВА24 vom 18. Mai 2016, abgerufen am 4. Juni 2023 (russisch)