mini|Regionale Sozialtickets in Deutschland (Stand 04/2025) Abo- und Zeitkarten
Karten im Bartarif 12px|1 EUR-Icon in der Karte Sozialticket
Ein Sozialticket ist eine im Preis ermäßigte Fahrkarte zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch ökonomisch bedürftige Menschen (z. B. Empfänger von Bürgergeld, von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung und von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz). Üblicherweise handelt es sich dabei um eine Monatskarte, in Österreich manchmal auch um eine Jahreskarte, wobei es auch zahlreiche Sozialtickets im Bartarif gibt. Der Fahrschein ist meist nicht übertragbar und erfordert einen Wohnsitz im jeweiligen Geltungsbereich.
mini|Sozialtickets zum Deutschlandticket (€/Monat, Stand 01/2025)
In Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen wird ein vergünstigtes Deutschlandticket als Sozialticket ausgegeben. Auch 28 Gemeinden und Landkreise bieten ein vergünstigtes Deutschlandticket an (Stand Januar 2025). Insgesamt gibt es mehr als 200 Varianten der lokalen/regionalen Tickets, davon knapp 50 Tickets im Bartarif, also für Einzel-, Mehrfahrten- oder Tageskarten. Etwa 71 Prozent der Bürgergeld-Beziehenden können an ihrem Wohnort ein Sozialticket erwerben. 48 Prozent der Beziehenden können einen Zuschuss zum Deutschlandticket beanspruchen, wobei Sozialtickets in urbanen Gebieten deutlich weiter verbreitet sind als im ländlichen Raum. In 51 Prozent der Kommunen gibt es kein Sozialticket, dort leben 29 Prozent der Bürgergeld-Beziehenden bzw. 40 Prozent der Bundesbevölkerung.
In der Regel wird die Berechtigung durch einen Sozialpass nachgewiesen, der je nach Kommune auch an Personen ausgestellt wird, die Wohngeld, Kinderzuschlag nach dem BKGG, BaFöG-Leistungen oder andere Transferleistungen beziehen. In einigen Orten erhalten Personen einen Sozialpass, die bestimmte Einkommensgrenzen unterschreiten, auch wenn sie keine Leistungen beziehen (etwa in Frankfurt am Main, Leipzig, München und Ulm).
Um die Fahrgeldverluste durch Sozialtickets auszugleichen, erhalten die regionalen oder überregionalen Verkehrsunternehmen in der Regel einen Zuschuss von den betreffenden Städten, Landkreisen und/oder Bundesländern.
Vereinzelt ist der reguläre Tarif kostengünstiger als das Sozialticket. In Lemgo beispielsweise ist das Abonnement mit Partnerkarte günstiger als zwei Sozialtickets, wobei die Karten sogar übertragbar sind und eine Mitnahme weiterer Personen in der Nebenverkehrszeit erlauben.
Sozialtickets nach Bundesländern Die alphabetisch nach Bundesländern sortierte Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Eine Auftragsstudie des Paritätischen Gesamtverbandes führt über 200 Tickets an, die im Anhang zur Studie mit weiteren Informationen zur Gültigkeit hinterlegt sind.
Baden-Württemberg Ein Sozialticket gibt es in allen großen Städten und einigen Landkreisen. Sozialtickets gibt es unter verschiedenen Bezeichnungen, bzw. in Verbindung mit speziellen Karten in: Baden-Baden seit 2020. Es wird ein Zuschuss von 20 Euro im Monat bzw. 240 Euro für verschiedene Monats- und Jahreskarten gezahlt. Im Juli 2023 hat der Gemeinderat entschieden, den Zuschuss auch für den Erwerb des D-Tickets JugendBW und des Deutschlandtickets zu zahlen. Freiburg im Breisgau seit 2016. Seit Mai 2023 wird das Deutschlandticket als Sozialticket angeboten, wobei der Eigenanteil 38 Euro beträgt. Das Ticket ist auch für Wohngeldempfänger erhältlich. Die Regio Basis-Monatskarte wird seit 2025 nicht mehr gefördert. Landkreis Göppingen: Es gab bis 2024 ein VVS-weit gültiges Sozialticket für 35 Euro im Monat. Das Ticket wird seit 2025 nicht mehr angeboten. Heidelberg Sozialticket mit Heidelberg Pass oder Heidelberg Pass+ seit Januar 2014. Das Ticket galt im gesamten Rhein-Neckar-Verkehr, bis es durch das Deutschlandticket ersetzt wurde. Beide Pässe werden auch an Wohngeldempfänger ausgegeben. Am 1. September 2022 wurde ein Jahresticket für 3 Euro monatlich für Inhaber des Heidelberg Pass bzw. Heidelberg Pass+ eingeführt. Seit Januar bzw. April 2026 kostet das Sozialticket 44 Euro monatlich, für Personen unter 21 Jahren 34 Euro monatlich. Personen unter 21 Jahren erhalten dafür das Deutschlandticket JugendBW, alle anderen das Deutschlandticket. Heilbronn: Ab Mai 2024 gibt es statt des bisherigen Sahne Ticket II das Deutschlandticket als Sozialticket. Bei Bestellung des Deutschlandtickets ist zunächst der volle Preis zu zahlen. Berechtigte erhalten nachträglich monatlich einen Zuschuss in Höhe von 10 EUR durch das Amt für Mobilität und Nahverkehr des Landkreises Heilbronn. Karlsruhe mit Karlsruher Pass seit 2009. Die Umweltmonatskarte 2 Waben, die 9Uhr-Karte 3 Waben, die Karte für Schüler und Auszubildende 2 Waben, das Schülerferienticket sowie die „Karte ab 65“ (im Abo) sind etwa 50 % ermäßigt.Angebote. Karlsruher Pässe, Karlsruher Pass Konstanz: Inhaber des Konstanzer Sozialpasses erhalten 24,50 EUR/Monat Zuschuss zum Deutschlandticket sowie 182,50 EUR/Jahr Zuschuss zum D-Ticket JugendBW. Mannheim: Seit Juli 2023 ist dort das Deutschlandticket als Sozialticket verfügbar. Der zu zahlende Eigenanteil beträgt seit 2026 53 Euro. Auch 5-Fahrten-Tickets zum Preis von 12,50 Euro können erworben werden (max. 3 Tickets pro Monat). Stuttgart mit Bonuscard + Kultur seit 2015. Die Bonuscard + Kultur erhalten auch Empfänger von Wohngeld und Kinderzuschlag. Der Preis des Sozialtickets beträgt 31,50 Euro. Das Ticket unter dem Namen Jedermann-MonatsTicket (Bonus) gilt seit Mai 2023 im ganzen Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart. Mit dem Ticket kann man am Wochenende und an Feiertagen bis zu drei oder alle eigenen Kinder bis 17 Jahre kostenlos mitnehmen. Für Personen unter 21 Jahren gibt es das 14-Uhr-Junior-MonatsTicket (Bonus), welches an Werktagen erst ab 14 Uhr gültig ist (am Wochenende ganztägig, an Werktagen in den Schulferien ab 9 Uhr). Es ist ebenfalls im ganzen VVS gültig und kostet 15,10 Euro. In Tübingen erhalten Personen mit KreisBonus Card das Deutschlandticket für 30 Euro. Schüler, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende mit KreisBonus Card erhalten es für 19 Euro. Überlingen: Inhaber des Überlinger Sozialpass erhalten einen Zuschuss von 25 Euro zum Erwerb des Deutschlandtickets. Den Sozialpass erhalten auch Wohngeldempfänger. In Ulm berechtigt die Lobbycard seit Juli 2014 zum Erwerb einer Monatskarte für das Stadtgebiet Ulm/Neu-Ulm zum halben Preis (Stand Dezember 2023 38,95 Euro). Die Lobbycard erhalten auch Wohngeldempfänger und Personen mit niedrigem Einkommen ohne Sozialleistungsbezug. Im November 2025 wurde für Inhaber der Lobbycard das D-Ticket Sozial Ulm eingeführt. Der Eigenanteil beträgt 34 Euro. In Walldorf wird der Erwerb eines Deutschlandtickets für Transferleistungsempfänger (einschließlich Wohngeld, Mindestalter 18 Jahre) mit 31,50 Euro bezuschusst.
Bayern In Augsburg wird seit Juni 2023 das Deutschlandticket als Sozialticket angeboten. Es wird mit 19 Euro je Monat gefördert, so dass die Eigenbeteiligung zur Zeit bei 44 Euro liegt. In Erlangen erhalten Inhaber des ErlangenPass das Deutschlandticket für 38 €. Auch andere Tickets sind verfügbar, etwa das 9-Uhr-Jahresabo für 14,80 Euro/Monat und die Monatskarte Solo 31 für 34 Euro. In Fürth wird das Deutschlandticket seit dem 1. Juni 2023 als Sozialticket ausgegeben. Der zu zahlende Eigenanteil beträgt 45 Euro. Außerdem gibt es die Möglichkeit, das vergünstigte 9-Uhr-JahresAbo für die Tarifstufe B (Fürth) zu erwerben. Mit diesem Ticket fährt man für 14 Euro im Monat ab 9 Uhr innerhalb des Stadtgebietes Fürth. In Landshut können Inhaber eines Sozialpasses ermäßigte Einzel- und Tagesfahrkarten erwerben. Mit dem München Pass, der nicht an den Bezug von Sozialleistungen, sondern nur an die Unterschreitung bestimmter Einkommensgrenzen geknüpft ist, erhält man in die Möglichkeit zum Erwerb vergünstigter Monatskarten für den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund. Die Monatskarte S entspricht im Umfang der Monatskarte 9 Uhr (gilt also Montag bis Freitag nicht von 6–9 Uhr), kostet aber nur gut die Hälfte des regulären Preises (Stand Oktober 2024: 31,10 Euro). Die Fahrkarten sind nicht im Abo erhältlich. Es können bis zu 3 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren mitgenommen werden. Zusätzlich kann man monatlich bis zu 15 Tageskarten ohne Sperrzeit in den Sozialbürgerhäusern kaufen.München Pass, Stadt München Ab 2027 wird sie 36,50 Euro kosten. Dafür wird die morgendliche Sperrzeit entfallen. Nürnberg: Inhaber eines Nürnberg-Passes erhalten seit August 2023 das Deutschlandticket Nürnberg-Pass als Sozialticket. Den Nürnberg-Pass erhalten auch Wohngeldempfänger. Dabei ist ein Eigenanteil von 30 Euro zu zahlen. In Regensburg können Inhaber des Stadtpass ermäßigte Monatskarten erwerben. Diese kosten ohne Zeitbeschränkung 32,80 Euro, als an Werktagen erst ab 9 Uhr gültiges Ticket (Öko-Ticket) 22,50 Euro und für Schüler und Auszubildende 18,20 Euro (ohne Zeitbeschränkung). Auch das Deutschlandticket ist erhältlich (Eigenanteil 31,50 Euro, Azubis, Studenten und Freiwilligendienstleistende 21,50 Euro Euro). Den Stadtpass erhalten auch Wohngeldempfänger. In Straubing können Inhaber des Sozial-Passes vergünstigte Einzelfahrscheine und Tageskarten erwerben. Die Stadt Würzburg gewährt eine Ermäßigung auf das Deutschlandticket. Berechtigt sind alleinerziehende Bezieher von Bürgergeld mit mindestens einem Kind unter 3 Jahren und Bürgergeldempfänger, die an beruflichen Fördermaßnahmen oder Sprachkursen teilnehmen. Das Deutschlandticket muss zunächst gebucht werden, auf Antrag erstattet die Stadt rückwirkend den Differenzbetrag zum Eigenanteil von 15 Euro pro Monat.
Berlin und Brandenburg Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg bietet das Berlin-Ticket S für 27,50 Euro und das Mobilitätsticket an, welche einer Monatskarte entsprechen (jedoch ohne Mitnahmeregelung oder Übertragbarkeit). Das Mobilitätsticket für Potsdam kostet 28,50 Euro, für Frankfurt/Oder und Cottbus jeweils 26,20 Euro.
Seit Februar 2018 haben auch Berliner Wohngeldempfänger die Möglichkeit, ein Berlin-Ticket S zu erwerben.
Bis 2022 kostete das Berlin-Ticket S 27,50 Euro. Danach kostete es bis März 2025 9 Euro, was ursprünglich bis Ende 2025 gelten sollte. Der Preis stieg jedoch bereits ab April 2025 auf 19 Euro. Seit Januar 2026 kostet das Ticket wieder 27,50 Euro.
Bremen In Bremen gibt es ein im Stadtgebiet von Bremen gültiges Sozialticket, das StadtTicket Bremen, welches 39,90 Euro kostet. Kinder und Jugendliche, die von Sozialleistungen leben, erhalten das Sozialticket kostenfrei. Mit dem Ticket für Erwachsene können montags bis freitags ab 19:00 Uhr sowie ganztägig an Wochenenden und Feiertagen ein weiterer Erwachsener und bis zu vier Kinder (6 bis 14 Jahre) mitgenommen werden. Im ebenfalls zum Bundesland Bremen gehörenden Bremerhaven gibt es kein Sozialticket.Gareth Joswig: Endstation 2,80 Euro, taz, 21. Juni 2018, abgerufen am 6. Mai 2021
Im Koalitionsvertrag für die 21. Wahlperiode der Bremischen Bürgerschaft, S. 106, wurde 2023 festgelegt, dass eine Einführung des Deutschlandtickets als Sozialticket angestrebt wird. Dabei soll die Selbstbeteiligung 29 Euro betragen. Kinder und Jugendliche sollen es, wie bisher schon das StadtTicket Bremen, gratis erhalten. Auch Wohngeldempfänger sollen das Ticket erhalten.
Hamburg In Hamburg berechtigt die Ausstellung einer Sozialkarte zum Erwerb von (fast allen) Monatskarten mit einer Ermäßigung von 35,50 Euro, so dass z. B. für ein Deutschlandticket 27,50 Euro zu zahlen sind. Der Rabatt wird von der Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration getragen. Er soll künftig auf 25,50 Euro sinken. Schüler mit Anspruch auf Sozialrabatt erhielten das Deutschlandticket kostenlos (seit September 2024 erhalten es alle Schüler kostenlos). Azubis mit Anspruch auf den Sozialrabatt erhalten das hvv Deutschlandticket für Azubis ebenfalls kostenlos. Voraussetzung ist ein Ausbildungsstandort in Hamburg oder im Umland. Hessen