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mini|380px|Blick auf Schongau
Ensembles Ensemble Altstadt Schongau mini|200px|Der Marienplatz in Schongau Das Ensemble umfasst die durch Stadtgraben und Stadtmauer begrenzte Altstadt von Schongau. Schongau ist eine planmäßige, nach 1225 angelegte staufische Stadt, die 1268 in den Besitz der bayerischen Herzöge gelangte. Anlass der Gründung war die Auflassung der nahegelegenen welfisch-staufischen Siedlung Altenstadt und die Verlegung des dortigen Marktes auf einen strategisch und verkehrsmäßig vorteilhafteren Höhenrücken oberhalb eines alten Lechüberganges, bei dem auch die alte Straße von Augsburg nach Oberitalien von einer ost-westlichen Salzstraße gekreuzt wurde, außerdem die größere Nähe zur Peitinger Welfenburg. Der Ausbau der Stadt über das gesamte ovale Plateau hinweg erfolgte stufenweise bis ins 14./15. Jahrhundert; der staufischen Kernstadt des 13. Jahrhunderts mit ihren drei Hauptstraßen-Achsen und den im rechten Winkel zugeordneten Nebenstraßen wurden vor allem der ganze Nordteil der Stadt zwischen Bauerngasse, nördlicher Münzstraße und nördlicher Amtsgerichtsstraße und der kleinere Südteil um den Lindenplatz folgerichtig angeschlossen. Der späte Einbezug von Burg und Zollstätte nordwestlich beim Maxtor ist an der Ausbuchtung des Stadtgrundrisses an dieser Stelle noch gut zu erkennen. Die Stadt war vom 13. bis zum 18. Jahrhundert gut befestigt; die weitgehend erhaltenen, eindrucksvoll die Stadt noch einfassenden Mauerzüge, eine Reihe von Türmen und zwei der fünf alten Tore erheben sich über den äußersten Rändern des Plateaus. Die Herzöge, welche die Entwicklung der Stadt begünstigten, ließen besonders die gegen Schwaben und Augsburg gerichtete Westseite der Stadt stark befestigen. Der große, von Norden nach Süden über die längste Ausdehnung der Stadt sich erstreckende Straßenmarkt, in seinem zentralen Teil bereits die Hauptachse der staufischen Kernstadt, ist das Rückgrat des Stadtgrundrisses. Er diente nicht dem Durchgangsverkehr, der quer über ihn hinweg lief, sondern als Stellplatz für Wagen und Lagerplatz für Waren. Die Bedeutung der Stadt als Warenumschlagplatz der Lechflößer und der Rottfuhrleute sowie für den Italienverkehr wird vor allem durch das spätgotische Ballenhaus anschaulich, ein stattliches Speicher-, aber auch repräsentatives Ratsgebäude, das sich freistehend in der Marktstraßen-Achse erhebt. Annähernd parallel östlich und westlich zu diesem Hauptstraßenzug verlaufen die Karmeliter- und Amtsgerichtsstraße im Osten und die Christophstraße/Bauerngasse im Westen; meist im gitterförmigen System sind zwischen diesen drei dominierenden Achsen kleinere Verbindungs- und Parallelgassen angeordnet. Einige von ihnen wurden wahrscheinlich nach dem Stadtbrand von 1493 überbaut. Die Bebauung der Stadt ist überwiegend geschlossen; das Giebelhaus des angrenzenden schwäbischen Bereichs herrscht vor. Es handelt sich meist um zweigeschossige verputzte Bürger- und Kleinhäuser, auch Stadtbauernanwesen, aus dem 18. und früheren 19. Jahrhundert, einige mit älterem Kern. Die Wohnhausbebauung weist Abstufungen an Höhe und Baumassen von der Marktstraße in Richtung auf die Nebenstraßen westlich und östlich davon auf. Diese Abstufung ist für das Stadtbild ebenso charakteristisch wie der beherrschende barocke, im Kern spätmittelalterliche Bau der Stadtpfarrkirche, dem die Anlage des ehemaligen Karmelitenklosters als zweiter dominierender barocker Akzent zur Seite tritt. Beide bereichern das im Wesentlichen mittelalterliche Fernbild der Stadt. Auch im Inneren der Stadt ist dieser mittelalterliche Grundcharakter, bestimmt durch den staufischen Grundriss, durch die Form der einzelnen Grundstücke, durch die Stadtbefestigung, durch das Schloss, das Ballenhaus, den spätgotischen, in die Marktstraße einspringenden Chor der Stadtpfarrkirche und den vorherrschenden Haustyp trotz starker Erneuerungen der Bausubstanz im Wesentlichen erhalten geblieben. Aktennummer: E-1-90-148-1.
Stadtbefestigung Christophstraße 23; Christophstraße 48; Bauerngasse 23; Nähe Sonnengraben; Nähe Westlicher Stadtgraben; Nähe Östlicher Stadtgraben; Nähe Am Maxtor; Lindenplatz 1; Nähe Christophstraße. mini|200px|Teil der ehemaligen Stadtbefestigung Stadtbefestigung: nahezu vollständig erhaltener Mauerbering, zum großen Teil mit Wehrgängen, von den ursprünglich 16 Türmen fünf erhalten, zwei der Toranlagen noch vorhanden (siehe Christophstraße 21/23 und 48), verputztes Mauerwerk, 13. Jahrhundert, erneuert und verstärkt bis in das 18. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert mehrere Veränderungen und Durchbrüche.
Fünf Befestigungstürme: sogenannter Französischer Turm, schlichter Wachturm mit Pultdach, verputzter Massivbau, 16. Jahrhundert, 1764 wieder aufgebaut; sogenannter Käppele- oder Kasselturm, unten quadratischer Wachturm mit oktogonalem Aufbau und Zeltdach, verputzter Massivbau im Kern 16. Jahrhundert, wieder aufgebaut 1704/17; sogenannter Schwaigerturm, kleiner verputzter Turm der Stadtbefestigung und zeitweise Wasserreservoir mit Schopfwalmdach, wohl 17. Jahrhundert; sogenannter Polizeidienerturm bzw. Alter Einlass, fünfgeschossiger Torturm mit Fussgängerdurchlass, oktogonalem Aufbau und Zeltdach, 16. Jahrhundert; sogenannter Maxtorturm, quadratischer Eckturm des Maxtors mit oktogonalem Aufbau, verputzter Massivbau, 15. Jahrhundert.
Aktennummer: D-1-90-148-1
Baudenkmäler nach Ortsteilen Schongau
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Ehemalige Baudenkmäler
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Schongau
Literatur
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
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