mini|Andrea Ghez, 2019 Andrea Mia Ghez (* 16. Juni 1965 in New York) ist eine US-amerikanische Astronomin. Ihr wurde 2020 für die Entdeckung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße zusammen mit Reinhard Genzel eine Hälfte des Nobelpreises für Physik zuerkannt.

Leben Ghez wurde in New York City als Tochter von Susanne Ghez (geb. Gayton) und Gilbert Ghez geboren. Ghez wuchs in Chicago auf und besuchte die University of Chicago Lab School. Die Mondlandungen des Apollo-Programms inspirierten sie dazu, die erste weibliche Astronautin werden zu wollen, wobei ihre Mutter dieses Ziel unterstützte. Sie begann am College mit dem Hauptfach Mathematik, wechselte aber zur Physik. Ghez studierte Physik am Massachusetts Institute of Technology (Bachelor 1987) und am California Institute of Technology (Master 1989). Ihre Promotion erhielt sie 1992 ebenfalls am Caltech. Danach war sie 1992/93 als Postdoktorandin und Hubble Research Fellow (siehe Space Telescope Science Institute) am Steward Observatory der University of Arizona. 1994 wurde sie Assistant Professor, 1997 Associate Professor und 2000 Professor für Astronomie an der University of California, Los Angeles (UCLA).

Durch die Anwendung neuer Techniken (Speckle-Optik und später adaptive Optik) in der Infrarotastronomie konnte Ghez beispielsweise sich eng umkreisende Doppelsternsysteme auflösen und so neue Erkenntnisse zur Entstehung von Sternen gewinnen. Mithilfe dieser Techniken untersuchte Ghez zusammen mit anderen Wissenschaftlern am Keck-Observatorium auf Hawaii über einen Zeitraum von mehreren Jahren die Bewegung der Sterne im Zentrum der Milchstraße (Sagittarius A*). Hier konnte sie – wie im Übrigen auch Wissenschaftler am Very Large Telescope um Reinhard Genzel – den Nachweis eines supermassereichen Schwarzen Lochs führen. Dieses hat eine Masse von mehr als 4 Millionen Sonnenmassen. Die in der Nähe beobachteten Sterne bewegten sich mit bis zu 4 % der Lichtgeschwindigkeit (12.000 km/s). Ghez entdeckte dabei auch das überraschend junge Alter einiger Sterne nahe dem Schwarzen Loch.Ghez u. a. The First Measurement of Spectral Lines in a Short-Period Star Bound to the Galaxy's Central Black Hole: A Paradox of Youth, Astroph. Journal, Band 586, 2003, L 127

2020 erhielt sie zusammen mit Reinhard Genzel eine Hälfte des Nobelpreises für Physik für die Entdeckung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße. Die andere Hälfte des Preises erhielt Roger Penrose für theoretische Arbeiten zu Schwarzen Löchern.

Sie ist seit 1993 mit dem Geologen Tom LaTourrette verheiratet und hat zwei Söhne.Andrea Ghez, prabook.com

Auszeichnungen 1994: Annie-Jump-Cannon-Preis für Astronomie 1996: Sloan Research Fellow 1998: Newton-Lacy-Pierce-Preis für Astronomie 1999: Maria Goeppert-Mayer Award der American Physical Society (APS) 2004: Sackler-Preis für Physik 2006: Aaronson Award 2008: MacArthur Fellow 2012: Crafoord-Preis 2016: Bakerian Lecture 2020: Nobelpreis für Physik 2025: Rumford-Preis

Mitgliedschaften 2004: National Academy of Sciences 2004: American Academy of Arts and Sciences 2012: American Philosophical Society 2024: Päpstliche Akademie der Wissenschaften

Veröffentlichungen (Auswahl)

Weblinks

Homepage Würdigung bei der MacArthur Foundation Interview bei Earthsky 2009 Interview bei PBS Nova 2006

Einzelnachweise

Kategorie:Astronom (20. Jahrhundert) Kategorie:Astronom (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (University of California, Los Angeles) Kategorie:MacArthur Fellow Kategorie:Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der American Philosophical Society Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Nobelpreisträger für Physik Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1965 Kategorie:Frau